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Chile: Branchenprofil Pharma

Exportwissen, Marktchancen und Trends

Branche und Marktsituation 

Chile erfährt in den letzten Jahren einen deutlichen Alterungsprozess, der in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungen auf das Gesundheitssystem haben wird. Ähnlich wie in Mitteleuropa steigt die Lebenserwartung in Chile kontinuierlich an, die Geburtenrate sinkt und das durchschnittliche Schwangerschaftsalter steigt. Die Nachfrage nach Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln zur Behandlung von Alterserkrankungen wird in den kommenden Jahren laut Prognosen unweigerlich ansteigen. Der chilenische Gesundheitsmarkt wurde im Jahr 2016 mit rund 20,7 Milliarden US-Dollar bewertet. Bis zum Jahr 2021 wird damit gerechnet, dass diese Summe auf 36 Milliarden US-Dollar ansteigen wird, was wiederum einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über
10 % entsprechen würde. 

Konkurrenzsituation 

Dominiert wird der chilenische Markt von den internationalen Playern aus den USA, Deutschland und der Schweiz. Die wichtigsten chilenischen Pharmaunternehmen am Markt sind Laboratorio Chile, Andromaco und Recalcine, die inbesondere am Generikamarkt eine gewichtige Rolle spielen.

Unter den internationalen Unternehmen sind Pfizer, Glaxosmithkline, Merck, Roche, Novartis und Sanofi Aventis die wichtigsten Player am Markt. Im Jahr 2015 setzten die in Chile ansässigen Pharmaunternehmen an die 500 Millionen US-Dollar um, die sich nahezu gleichmäßig auf die Wettbewerber verteilten. Führendes Unternehmen im Markt war das US-amerikanische Unternehmen Pfizer, mit einem Marktanteil von knapp über 7 % bei einem Umsatz von fast 40 Millionen US-Dollar. 

Gesetzliche und sonstige Rahmenbedingungen 

Das bestehende Freihandelsabkommen der EU mit Chile, welches mehr als 98 % aller Waren die zollfreie Einfuhr nach Chile ermöglicht, ist die Grundlage für den einfachen Zugang zum chilenischen Markt für Arzneimittel aus der EU. Doch auch wenn das chilenische Wirtschaftssystem auf einer grundsätzlich freien Marktwirtschaft beruht, ist es oft durch einen hohen Grad an Bürokratie geprägt. Das im Jahr 2013 verabschiedete Gesundheitsgesetz beinhaltet neben grundlegenden Veränderungen hinsichtlich des Zugangs einer breiten Bevölkerungsmasse zu leistbaren Medikamenten auch Änderungen bezüglich der strikteren Handhabung von Bioäquivalenzstudien. 

In den vergangenen 30 Jahren wurde in Chile eine Fülle von Gesundheitsreformen, wie die Schaffung eines universellen Gesundheitssystems, die Einrichtung eines nationalen Gesundheitsfonds sowie die Modernisierung der medizinischen Infrastruktur durchgeführt. Die vertikale Integration in der Industrie wird in den kommenden Jahren laut Experten weiter voranschreiten, denn die führenden Apothekenketten nennen zunehmend Laboratorien für die Produktion von Arzneimitteln ihr Eigen. Wachstum verspricht man sich vor allem vom OTC-Markt, vor allem auf Grund der Tatsache, dass die durchschnittlichen realen Einkommen steigen, während die Einschränkungen beim OTC Verkauf (derzeit dürfen OTC Produkte nur in Apotheken verkauft werden) gelockert werden. Basierend auf diesen Erwartungen wurde ein Wachstum von 100 % bis zum Jahr 2025 in diesem Bereich errechnet. Das Forschungsinstitut BMI kalkuliert, dass der Pharmamarkt in Chile bis zum Jahr 2021 auf über 5,6 Milliarden US-Dollar wachsen soll, was zu diesem Zeitpunkt 1,6 % des BIP entsprechen würde. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Für österreichische Pharmaunternehmen könnten sich in den kommenden Jahren einige Chancen am chilenischen Markt ergeben, die jedoch stark von der Entwicklung der nationalen Gesetzgebung im Gesundheitsbereich abhängig sind. Die geringen F&E–Aktivitäten der chilenischen Pharmaunternehmen gepaart mit der hohen Abhängigkeit von Arzneimittelimporten bieten zusätzliche Chancen für österreichische Firmen, denn mit der allgemein betriebenen Weiterentwicklung und Ausweitung der Anwendungsgebiete bereits bekannter Substanzen sowie der Suche neuer bzw. der Verbesserung bestehender Herstellungsverfahren verfügt man in Österreich über einen klaren Innovationsvorsprung gegenüber den chilenischen Unternehmen. Außerdem wird es für österreichische Unternehmen zunehmend lukrativer mit eigens entwickelten Produkten in den Markt einzutreten. 

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