th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail LinkedIn Google-plus Facebook Whatsapp Flickr Youtube Instagram Pinterest Skype Vimeo Snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

China: Weitere Einfuhrzollsenkungen auf 1.585 Produkte ab 1.11.2018 

Die Steuerlast soll insgesamt um etwa 8,7 Mrd. US-Dollar in diesem Jahr gesenkt werden

China will ab dem 1. November die Einfuhrzölle für Waren einschließlich Maschinen, Papier, Textilien und Baumaterialien senken, um die Kosten für Verbraucher und Unternehmen zu senken. Es ist die zweite Reduzierung in weniger als einem Jahr. Ähnliche Maßnahmen zielten zu Beginn des Jahres darauf ab, die Einfuhrpreise zu senken, um den inländischen Verbrauch, auch im Hinblick auf die sich verlangsamende Wirtschaft, anzukurbeln sowie die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Zusätzlich sollen die Zollerleichterungen zu erheblichen Kosteneinsparungen für Unternehmen, die viele Produkte importieren und sonst von dem sich verschärfenden Handelskrieg zwischen den USA und China betroffen sind, führen. Die Kombination dieser und anderer Maßnahmen soll die Steuerlast für Verbraucher und Unternehmen um etwa 60 Mrd. CYN (8,7 Milliarden USD) in diesem Jahr senken.  

Insgesamt sollen Tarife für 1.585 Produkte gesenkt werden, berichtete das chinesische staatliche Radio unter Berufung auf eine Sitzung des Staatsrates unter dem Vorsitz von Premier Li Keqiang am 26. September 2018. Die durchschnittliche Einfuhrsteuer für bestimmte Maschinen soll dabei von 12,2 % auf 8,8 %, für Textilien und Baumaterialien von 11,5 % auf 8,4 % und für Papier und einige andere Produkte von 6,6 % auf 5,4 % reduziert werden. Generell soll der durchschnittliche Meistbegünstigungszollsatz durch die Maßnahmen von 9,8 % auf 7,5 % gesenkt werden. China hat dabei immer noch einen höheren durchschnittlichen Zollsatz als viele entwickelte Volkswirtschaften (Im Vergleich dazu lag die durchschnittliche MFN-Rate der USA im Jahr 2017 bei 3,4 %). 

Die chinesische Regierung hat noch nicht im Einzelnen dargelegt, ob und inwiefern die allgemeine Zollsenkung für US-Waren gelten wird, auf die Peking zusätzliche Steuern von 5 % bis 25 % (welche amerikanische Waren im Wert von USD 60 Mrd. betreffen) am 24.09.18 erhoben hat. Die zusätzlichen Tarife stellten die chinesische Antwort auf die amerikanische  Zollerhöhung auf USD 200 Mrd. chinesischer Waren, ebenfalls am 24.09.2018, dar. Das war zusätzlich zu einer früheren Erhöhung der Zölle beider Seiten auf USD 50 Mrd.  

Die neuen amerikanischen Zölle auf chinesische Produkte betragen zunächst 10 %, ab Januar 2019 sollen sie aber auf 25 % angehoben werden. Die neue Liste umfasst, anders als die vorherigen, nicht mehr nur Maschinen sowie Vor- und Zwischenprodukte, sondern auch Verbrauchsgüter. Dazu zählen etwa Computer, Möbel, Lampen, Bekleidung, Koffer, Staubsauger und Kochtöpfe. All diese Waren könnten teurer werden, weil Importeure wie Händler versuchen werden, ihre höheren Kosten an die Kunden weiterzugeben. Einige Artikel z. B. die Apple-Watch (ist bereits ausgenommen), Bluetooth-Geräte, Hochstühle und Autositze für Kinder (Lobby-Erfolg großer Technologie-Konzerne wie Apple und Amazon) sollen ausgenommen werden. Auf die chinesische Gegenreaktion von USD 60 Mrd. auf amerikanische Waren sollen dann wiederum amerikanische Strafzölle von 267 Mrd. folgen (das wäre dann praktisch das ganze Einfuhrvolumen der USA aus China, welches 2017 etwa USD 500 Mrd. ausmachte).

Auch wenn die Einfuhrzollreduzierungen ab November zeitlich auf den chinesisch-amerikanischen Handelskrieg zurückzuführen sind, sind sie dennoch in den größeren Rahmen der „supply reform policy“ (angebotsseitige Strukturreform) Chinas einzuordnen. Innerhalb dieser Reform soll der chinesische Inlandsverbrauch gesteigert werden, die Kosten für Geschäftstätigkeit im Land gesenkt werden und Produktionskapazitäten aufgewertet werden. Andere Maßnahmen umfassen beispielsweise regionale FDI-Anreize, Zollsenkungen für ausgewählte Länder und Steuersenkungen für Kleinunternehmen sowie die Ausweitung der Ausfuhrsteuerrabatte. 

Sie haben Fragen? 

Für weitere Informationen zum chinesischen Markt sowie zu Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Unternehmen steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Peking gerne unter peking@wko.at oder telefonisch unter +86 10 8527 5050 zur Verfügung.