th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close icon-window-edit icon-file-download icon-phone xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin Google-plus facebook pinterest skype vimeo snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram

Coronavirus: Situation in Russland

Aktuelle Lage und Info-Updates

Das AußenwirtschaftsCenter Moskau informiert österreichische Unternehmen über Auswirkungen des neuartigen Coronavirus (COVID-19) auf Geschäftstätigkeit und Wirtschaft in der Russischen Föderation.

Stand: 12.11.2020


Aktuell & Wichtig

Ende März führte Präsident Putin sogenannte „arbeitsfreie Tage“ zur Eindämmung der Ausbreitung der COVID-19-Infektion ein.

Die arbeitsfreien Tage wurden zuerst bis Ende April, und anschließend bis Mitte Mai verlängert. Mit dem Auslaufen den arbeitsfreien Tage gelten ausschließlich die regionalen Einschränkungen für das öffentliche und wirtschaftliche Geschehen in der jeweiligen Region. Die Maßnahmen der Regionen sind unterschiedlich, richten sich nach der epidemiologischen Situation in der jeweiligen Region und ändern sich laufend. Gerne kann das AußenwirtschaftsCenter Moskau auf Anfrage die aktuellen Einschränkungen zu einer bestimmten Region recherchieren.

Tagesaktuelle Infektionszahlen und andere relevante Ereignisse im Zusammenhang mit COVID-19 in Russland können Sie der englischsprachigen The Moscow Times im Reiter „Coronavirus in Russia: The latest News“ entnehmen.

Einreise und Reisebestimmungen

Bereits Anfang Februar 2020 hat Russland die Grenzen zu China geschlossen und damit begonnen, Visa für Staatsbürger betroffener Gebiete auszusetzen.

Darüber hinaus wurde ein Einreiseverbot nach Russland für alle Ausländer von 18. März bis 1. Mai eingeführt. Das Einreiseverbot wurde am 29.4.2020 auf unbestimmte Zeit verlängert, laut Premierminister Mischustin bis „der Kampf gegen die Infektion abgeschlossen ist und sich die epidemiologische Situation verbessert“.

Ausgenommen bleiben Diplomaten, offizielle Delegationen, Transitreisende, Fahrzeugführer im internationalen Verkehr, Crews von Flugzeugen, Schiffen und Zügen sowie dauerhaft in Russland ansässige Personen und Familienangehörige russischer Staatsbürger. Zusätzlich ist jetzt auch hochqualifizierten Fachkräften (Inhaber eines Hochqualifizierten-Arbeitsvisums) und Monteuren und Fachkräften, die die Inbetriebnahme und Wartung importierter Ausrüstungen durchführen, eine einmalige Einreise nach Russland erlaubt.

Vor Einreise muss die russische Partnerfirma die Einreise für die Fachkräfte über die föderale Behörde des jeweiligen Wirtschaftszweiges (Ministerium für Industrie, Handel, Landwirtschaftsministerium etc.) beim Staatssicherheitsdienst FSB und beim russischen Innenministerium beantragen. Das Anmeldeverfahren nimmt in der Praxis mindestens zwei Wochen in Anspruch. Weitere Details sind ersichtlich in der Anordnung der Regierung der RF 1170-r vom 29.4.2020 und der Anordnung der Regierung der RF 1671-r vom 25.6.2020.

Ab 6.6.2020 dürfen Ausländer auch für eine medizinische Behandlung für die Pflege kranker naher Verwandter nach Russland kommen. Beide Fälle sind dokumentarisch zu belegen. 

Anfang August wurden erstmals einzelne Länder vom Einreiseverbot ausgenommen. Mitte September 2020 ist die Einreise nach Russland für Staatsbürger folgender Länder erlaubt: Großbritannien, Schweiz, Serbien, Türkei, Kuba, Tansania, Ägypten, Vereinigten Arabischen Emirate, Malediven, Südkorea und Japan. Auch Inhaber von Aufenthaltsgenehmigungen dieser Staaten dürfen wieder nach Russland einreisen.

Auch die Ausreise aus Russland ist bis auf unbestimmte Zeit eingeschränkt und nur mehr noch in bestimmten Ausnahmefällen möglich ist. Zu den Ausnahmen zählen seit 6.6.2020 auch folgende dokumentarisch nachzuweisende Fälle:

  • wenn sich russische Bürger sich um kranke nahe Verwandte im Ausland kümmern müssen
  • zur medizinischen Behandlung im Ausland
  • zur Erwerbstätigkeit (Arbeit) im Ausland
  • Studium im Ausland

Die Konsularabteilung der österreichischen Botschaft in Moskau hat die Visavergabe im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie eingestellt. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Österreichischen Botschaft in Moskau. Das Außenministerium hat am 15. März 2020 eine Reisewarnung für Russland herausgegeben. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.

Noch zu Pandemiebeginn wurden alle regulären internationalen Flugverbindungen eingestellt und erst Anfang August teilweise wieder aufgenommen. Direktflüge zwischen Österreich und Russland werden derzeit ein- bis zweimal wöchentlich von Austrian Airlines und Aeroflot angeboten. Es bestehen auch reguläre Flugverbindungen mit folgenden Ländern: Schweiz, Großbritannien, Serbien, Türkei, Kuba, Tansania, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate, Malediven, Südkorea und Japan. Darüber hinaus existieren Sonder- bzw. Frachtflüge zwischen Moskau und einigen europäischen Großstädten. Russische Inlandsflüge wurden während der ganzen Pandemiezeit aufrecht erhalten.

Einreise und Selbstisolation/Quarantäne: Am 5. März 2020 wurde eine Verordnung über die Einführung des Bereitschaftszustandes für Moskau erlassen, welche Vorkehrungsmaßnahmen für die Einreise aus Gebieten mit Coronavirus-Erkrankungen vorsieht. Die Anwendung dieser Maßnahmen wurde mittlerweile auf ganz Russland ausgeweitet und die in der Verordnung genannten Maßnahmen erweitert.

Für die Einreise nach Russland wird grundsätzlich ein COVID-19-Testergebnis (PCR) benötigt. Weiters muss ein Formular mit Angaben zur Einreise am Flughafen ausgefüllt werden. Ausländische Staatsbürger müssen den COVID-19-Test noch vor der Einreise machen – der Test darf zum Zeitpunkt der Einreise maximal drei Tage alt sein und das Testergebnis muss auf Englisch oder Russisch vorliegen. Das Testergebnis dient bei Ausländern in der Praxis oft als Voraussetzung für das Boarding des Flugzeuges. Russische Staatsbürger müssen bei den Grenzkontrolle keinen COVID-Test vorgelegen, dieser muss jedoch spätestens drei Tage nach der Einreise nachgeholt und das Testergebnis im Online-Bürgerprogramm „Gosulslugi“ hochgeladen werden.

Bei einem positiven Testergebnis wird Ausländern die Einreise jedenfalls verwehrt. Russische Staatsbürger, die nach der Einreise einen positives Testergebnis erhalten, müssen sich in Quarantäne begeben. Arbeitgeber sind verpflichtet, die betroffenen Personen während der Quarantäne von zu Hause arbeiten zu lassen oder in den Krankenstand zu stellen. Es werden routinemäßig Temperaturmessungen bei ankommenden Passagieren durchgeführt. Bei konkretem Verdacht auf Erkrankung können selbstverständlich alle Einreisenden angehalten, untersucht und unter ärztliche Betreuung gestellt werden.

Für ausländische Staatsbürger, welche nicht zu Arbeitszwecken nach Russland einreisen, sowie für russische Staatsbürger entfällt die 14-tägige Selbstisolation bei Vorweisen eines negativen COVID-Testergebnisses. Ausländische Staatsangehörige, die zu einer Arbeitstätigkeit (Stichwort Arbeitsvisum) in die Russische Föderation einreisen, müssen trotz des negativen COVID-Testergebnisses eine zweiwöchige Selbstisolation antreten. 

Regelungen für den Güterverkehr

Grundsätzlich funktioniert der Güterverkehr mit Russland und die Ein- und Ausreise mit dem LKW sowie mit anderen Güterbeförderungsmitteln ist möglich. Fernfahrer, Piloten- und Schiffscrews sind explizit von den Ein- und Ausreisebeschränkung sowie der verpflichtenden 14-tägigen Quarantäne ausgenommen.

Ab Mitte März wurde ein „Grüner Corridor“ für eine schnellere Zollabfertigung für Lebensmittel, Medizinprodukte und andere lebenswichtige Waren eingeführt. Zu diesen Waren gehören u.a. auch Coronavirus-Tests, mechanische Beatmungsgeräte, medizinische Masken und Schutzanzüge. Weiters wurde eine Importzollbefreiung für ausgewählte Produkte im medizinischen Bereich zur Eindämmung von COVID-19 bei Einfuhr in Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) bis einschließlich 30.9.2020 beschlossen. Für die Importzollbfreiung wird eine Bestätigung des Verwendungszwecks der zuständigen Behörden im jeweiligen EAWU-Mitgliedsstaat benötigt. In Russland ist die zuständige Behörde das Ministerium für Wirtschaft und Handel sowie das Gesundheitsministerium. Für importierte Arzneimittel wurde der Einfuhrzoll ab 21. März temporär auf Null gesetzt. Das Lebensmittelembargo ist jedoch weiterhin in Kraft.

Nicht zuletzt wurde ein temporäres Exportverbot für medizinische Güter (u.a. Schutzkleidung, Masken) ab März 2020 eingeführt.

Schutzmaßnahmen und Geschäftsleben

Zusätzlich zu den Quarantänemaßnahmen bei Einreise aus dem Ausland (und teilweise auch bei Reisen zwischen den russischen Regionen) gibt es Beschränkungen am Arbeitsplatz und in öffentlichen Räumen. Arbeitgeber in Russland sind dazu verpflichtet, Temperaturmessungen bei Ihren Mitarbeitern vorzunehmen und Personen mit erhöhter Körpertemperatur vom Arbeitsplatz fern zu halten. Weitere Informationen können Sie den Verordnungen der Stadt Moskau im Downloadbereich entnehmen (Russisch / Deutsch) – die darin genannten Maßnahmen werden analog in anderen Regionen Russlands angewandt.

Angesichts steigender Corona-Zahlen verordnete der Moskauer Bürgermeister am 1. Oktober 2020, dass Arbeitgeber in Moskau mindestens 30 Prozent ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ins Home Office versetzen müssen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Alter von über 65 Jahren sowie jene, die an chronischen Erkrankungen leiden, müssen ebenfalls ins Home Office versetzt werden. Arbeitgeber unterliegen einer Berichtspflicht über die ins Home-Office versetzten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Restaurants, Cafés, Bars und Unterhaltungseinrichtungen dürfen Besucher von 23:00 bis 6:00 Uhr nicht bedienen. Die Einschränkungen gelten nicht für den Lieferdienst oder Take-Away-Anbieter.

Beschränkungen für Versammlungen und Veranstaltungen: Sportveranstaltungen sind nur mit Genehmigung des Sportministeriums und der Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor erlaubt. 

Die maximale Zuschauerzahl in Theatern, Kinos und Konzertsälen darf 25 % der Saalkapazität nicht überschreiten.

Kulturelle, unterhaltende und bildende Veranstaltungen mit Zuschauern werden ausgesetzt, mit Ausnahme von offiziellen Veranstaltungen, die auf Beschluss der Exekutivbehörden stattfinden.

Alle Arten von Tagescamps und Unterhaltungszentren für Kinder werden ebenfalls geschlossen. Es ist allerdings nicht verboten, Veranstaltungen für Kinder unter freiem Himmel abzuhalten.

Am Arbeitsplatz sind vorgeschriebene Hygienevorschriften (u.a. Temperaturmessungen, Mund- und Handschutz, Desinfektionsmittel, Mindestabstand, etc.) einzuhalten.

Darüber hinaus gibt es je nach Region auch andere regionale Einschränkungen bzw. Ausnahmen. Gerne recherchieren wir für Sie, ob Ihr Geschäftspartner aktuell arbeitet oder nicht und unter welchen Bedingungen – bitte senden Sie Ihre Anfrage hierzu an moskau@wko.at.

Soziale Distanzierung, Masken- und Handschuhpflicht: Bereits Ende März wurde eine soziale Distanzierungspflicht für öffentliche Plätze und öffentliche Verkehrsmittel (mit Ausnahme von Taxis) eingeführt. Der verpflichtende Mindestabstand zwischen Personen hat 1,5 Meter zu betragen und in Lebensmittelgeschäften und Apotheken müssen bei den Kassen Mindestabstand-Markierungen angebracht werden. 

In Moskau besteht eine Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen (bspw. am Bahnhof), beim Besuch des Einzelhandels (u.a. Lebensmittel und Apotheke) in medizinischen Einrichtungen sowie bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis. Auch das Tragen von Handschuhen ist in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis, im Einzelhandel sowie am Bahnhof und in medizinischen Einrichtungen verpflichtend.

Sowohl Masken als auch Handschuhe sind bspw. bei Metro-Stationen zu erwerben. Auch in St. Petersburg besteht eine Masken- und Handschuhpflicht. Die Region Moskau hat eine Maskenpflicht (aber keine Handschuhpflicht) für öffentliche Verkehrsmittel Taxis und öffentliche Plätze – darunter Einzelhandel, Apotheken, medizinische Einrichtungen und Firmen eingeführt. 

Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft 

Staatliche Unterstützungmaßnahmen für die russische Wirtschaft sind unterschiedlich und an viele Bedingungen gebunden. Kritiker weisen zudem darauf hin, dass die Hilfspakete im internationalen Vergleich eher gering ausfallen.

Zu den ersten staatlichen Hilfsmaßnahmen zählten Kredit-, Miet- und Steuerstundungen (ausgnommen MWSt.), Sozialabgabenreduktion sowie Kreditgarantien und zinslose Kredite. Später kamen Steuererleichterungen sowie direkte Zuschüsse dazu. Viele der Maßnahmen sind nur für KMUs oder bestimmte Branchen zugänglich und haben einen zweckgebunden Charakter (bspw. gebunden an Gehaltszahlungen oder Arbeitsplatzerhalt). Da sich die Regeln zu den Hilfsmaßnahmen laufend ändern, empfehlen wir Ihnen sich bei Bedarf beim AußenwirtschaftsCenter Moskau nach den aktullen Maßnahmen zu erkundigen.

In Russland existiert keine staatlich subventionierte Kurzarbeitsregelung analog zu jener in Österreich – gerne gibt das AußenwirtschaftsCenter Moskau bei Bedarf jedoch Informationen zu alternativen Möglichkeiten der Personalkostenreduktion bekannt.

Weitere Information und Notfallnummern

Am 3.4.2020 fand ein Webinar „COVID-19 | Situation Polen, Russische Föderation und Türkei“ mit aktuellen und praktischen Informationen und Tipps für österreichische Unternehmen statt:

Hotlines mit allgemeinen Fragen zum Coronavirus

Verbraucherschutz (Rospotrebnadzor): 8-800-555-49-43

Arbeitsbehörde (Rostrud): 8-800-707-88-41

Weiterführende Informationen zum Coronavirus in Russland finden Sie im Link-Bereich dieser Seite.