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Coronavirus: Situation in Indien

Aktuelle Lage und Info-Updates

Das AußenwirtschaftsCenter New Delhi informiert österreichische Unternehmen über Auswirkungen des neuartigen Coronavirus (COVID-19) auf Geschäftstätigkeit und Wirtschaft in Indien.

Stand: 23.10.2020

Experten-Briefing vom 17. April 2020 zur Nachschau: Webinar Covid-19 in Indien


Aktuell & Wichtig

  • Stand: 23.10.2020
  • Einreiserestriktionen weiter gelockert 
  • Phasenweise Öffnung seit 8. Juni
  • Metro wieder in Betrieb
  • Offizielle Fallzahlen leicht sinkend

Am 29.8. wurde die vierte Phase der Öffnung in Indien eingeleitet

  • Seit Montag 07.09. ist die Metro wieder – eingeschränkt – in Betrieb. 
  • Kinos, Schwimmbäder, Vergnügungsparks, Theater, Bars, und ähnliche Unterhaltungseinrichtungen bleiben weiterhin geschlossen. Open-Air Veranstaltungen dürfen seit 21.09. mit der Obergrenze 100 Personen durgeführt werden.
  • Seit 21.09. sind soziale, politische, sportliche, akademische, kulturelle und religiöse Großveranstaltungen mit einer Obergrenze von 100 Personen erlaubt.
  • Bereits seit 8.6.2020 ist es gesetzlich erlaubt, Folgendes zu öffnen:
    • religiöse Stätten und Gotteshäuser
    • Hotels, Restaurants und andere Hospitality Einrichtungen
    • Einkaufszentren
    • Yoga-Center und Fitnessclubs unter speziellen Auflagen (seit 5.8.)
  • Mit dem „Unlock 3“ ist die nächtliche Ausgangssperre gefallen.
  • Die Nutzung der indischen Corona-App („Aarogya Setu“) wird ausdrücklich empfohlen. 
  • Nunmehr sind – außerhalb von Containment Zones – alle Aktivitäten erlaubt, welche nicht explizit verboten sind: 
  • Bis auf weiteres bleiben nachfolgende Tätigkeiten/Einrichtungen weiterhin untersagt/geschlossen:

    • Internationale Passagierflüge (Ausnahme: schon jetzt erlaubt sind medizinische Transporte, Flugambulanz und Flugtätigkeiten betreffend „Nationaler Sicherheit“ genehmigt vom Ministry of Home Affairs – MHA)
    • Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen
    • Kinos, Schwimmbäder, Vergnügungsparks, Theater, Bars, und ähnliche Unterhaltungseinrichtungen

Bei Tätigkeiten bzw. Einrichtungen, die nicht explizit aufgeführt bzw. verboten wurden, wird den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten und Unionsterritorien entsprechend der lokal vorherrschenden „Corona-Situation“ Handlungsspielraum zugestanden.

Wie die letzten Wochen gezeigt haben, kann es daher verzeinzelt und regional sowie zeitlich begrenzt zu erneuen Lockdowns (z.B. Bangalore, Pune) kommen. Gerne informiert Sie das AußenwirtschaftsCenter New Delhi sowie unsere Kolleginnen und Kollegen in Mumbai und Bangalore über den aktuellen Stand einer konkreten Stadt bzw. Region.

Personenbeförderung mit Autos und Bussen über innerindische Grenzen ist nach beiderseitiger Zustimmung der involvierten Bundesstaaten/Unionsterritorien erlaubt (außer „Containment Zones“). 

Beim Personentransport mit Autos und Bussen innerhalb eines Bundesstaates/Unionsterritoriums obliegt die Entscheidung der Regierung des Bundesstaates/Unionsterritoriums.

Die Skizzierung in „Red Zone“, „Orange Zone“ und „Green Zone“ wird von der Regierung des Bundesstaates/Unionsterritoriums in Absprache mit dem Gesundheitsministerium und der nationalen Regierung entschieden.


Einreise und Reisebestimmungen 

Die Einreisebeschränkungen wurden am 22. Oktober weiter gelockert. Die Einreise fuer  Ausländer zu Geschäfts-, Konferenz-, Beschäftigungs-, Bildungs-, Forschungs- und medizinischen Zwecken nach Indien ist wieder möglich. Mit Ausnahme des elektronischen Touristenvisums bei der Ankunft wurden alle Visabeschränkungen aufgehoben.

Alle bestehenden Visa (außer elektronische VisA, TouristenvisA und medizinischem Visa) sind mit sofortiger Wirkung wieder gültig. Wenn die Gültigkeit solcher Visa abgelaufen ist, können neue Visaanträge der entsprechenden Kategorien bei der betreffenden indischen Mission und den betroffenen Stellen eingereicht werden. Ausländer, die beabsichtigen, Indien zur medizinischen Behandlung zu besuchen, können ein medizinisches Visum beantragen, inklusive Begleitetpersonen.

Das Einreiseverbot wurde am 23. März, einen Tag vor der ersten Phase des 21-tägigen landesweiten Lockdowns erlassen. Die Visabeschränkungen wurden seither schrittweise gelockert. Am 18. August wurden ausländischen Journalisten die Einreise erlaubt und ihren Angehörigen, nach Indien einzureisen.

Alle einreisenden Personen müssen die bestehenden Quarantänebestimmungen und andere Auflagen (s.u.) einhalten.

Der reguläre internationale Flugverkehr von und nach Indien ist weiterhin eingestellt. Allerdings gibt es Sonderflüge, Repatriierungsfluge sowie Flüge zu humanitären Hilfe mit Mitflugmöglichkeiten. Diese Flüge können ganz normal über Reisebüros gebucht werden.

Derzeit empfehlen wir aber weiterhin keine Geschäftsreise nach Indien. Einreisende müssen sich jedenfalls einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen.

Alle Einreisenden in Indien 

  • müssen sich in eine 14 tägige Quarantäne begeben,
  • die App "Arogya Setu" auf ihrem Smartphone installiert haben und
  • ein ausgefülltes Selbsterklärungsformular vorlegen.

Um der Quarantäne zu entgehen muss man sich auf dem Online-Portal www.newdelhiairport.in mind. 72 Stunden vor Abflug registrieren und einen negativen RT-PCR hochladen, der nicht älter als 96 Stunden sein darf. Auf dem Portal wird auch die finale Entscheidung zur Befreiung der Quarantäne angezeigt.

Außerdem muss bei der Einreise ein negativer RT-PCR vorgelegt werden, der nicht älter als 96 Stunden ist, sowie das oben erwähnte Selbsterklärungsformular.

Seitens BMEIA gilt „Sicherheitsstufe 6 (Reisewarnung)“ im Zusammenhang mit der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) und damit einhergehenden massiven Einschränkungen im Reiseverkehr. Es wird dringend geraten, nicht unbedingt notwendige Reisen zu verschieben bzw. von derzeit noch bestehenden Rückreisemöglichkeiten Gebrauch zu machen.

Österreichern in einer konsularischen Notlage wird empfohlen, sich an die Österreichische Botschaft New Delhi zu wenden (new-delhi-ka@bmeia.gv.at)..

Sind Geschäftsreisen und Montageeinsätze derzeit möglich?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit „aus wichtigen Gründen“ Visa bei der indischen Botschaft in Wien zu beantragen. 

Derzeit empfehlen wir keine Geschäftsreise nach Indien. Einreisende müssen sich jedenfalls einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen.

Der internationale Passagierverkehr ist momentan eingestellt und internationale Flüge bekommen derzeit nur in Ausnahmefällen eine Landeerlaubnis auf indischen Flughäfen.


Regelungen für den Güterverkehr 

Es bestehen derzeit grundsätzlich keine gesetzlichen Importbeschränkungen, allerdings haben sich seit Einführung des Ausnamezustandes („Lockdown“) am 25. März die logistischen Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert, die dramatische Unterbrechungen in den Lieferketten mit sich gebracht haben.

Schifffahrt: Lieferketten unterbrochen

Das Schifffahrtsministerium hat mit Verordnung vom 31.3. alle Zolldienststellen und Hafenverwaltungseinrichtungen angewiesen, trotz des Ausnahmezustandes dafür Sorge zu tragen, Lieferketten nicht zu unterbrechen. Ungeachtet dessen weigern sich Hafengesundheitsbeamte, die Entscheidungen umzusetzen, alle Schiffe, außer jene aus China, vorbehaltlich bestimmter Kontrollen, anlegen zu lassen. Man besteht weiterhin auf 14-tägige Quarantänezeiten, was bedeutet, dass Schiffe tagelang vor Anker bleiben.

Das hat weiter zur Folge, dass Indien (hauptsächlich Mumbai) nicht mehr angelaufen wird und andere internationale Häfen angesteuert werden.

Zusätzlich verhindert die örtliche Polizei aktiv die Bewegung von Container-LKWs zwischen Logistikeinrichtungen und Containerterminals. In Mumbai wurden Zollagenten (Customs Broker), die die Zollabfertigung für Importeure vereinfachen, zu einem nicht essentiellen Wirtschaftszweig erklärt und diese sind daher auch nicht operativ.

Der Container-Verkehr ist damit de facto zum Erliegen gekommen. Viele LKW-Fahrer haben inzwischen auch die Konsequenzen gezogen und ihren Arbeitsplatz verlassen, um an ihre Wohnorte in der Provinz zurückzukehren. Auch der LKW- Verkehr ist damit zusammengebrochen.

All dies trotz der Tatsache, dass in der besagten Verordnung klar festgestellt wurde, dass die Häfen offen zu halten sind und Lieferketten nicht unterbrochen werden dürfen. Hinzu kommt, dass sehr viele Behörden im „Home Office“-Modus arbeiten bzw. nur in Mindestbesetzung.

Das AußenwirtschaftsCenter interveniert auf allen Ebenen (Ministerien, Zollbehörden, Interessensvertretungen usw.). Die ständige Vertretung der EU hat die unhaltbaren Zustände auch dem Kabinett des Premierministers nahegebracht.

Falls Ihr Unternehmen betroffen ist, kontaktieren Sie bitte umgehend das AußenwirtschaftsCenter New Delhi.

Ausfuhrbeschränkung von Schutzmasken und Beatmungsgeräten

Am 19.3.2020 hat die indische Regierung die Ausfuhr von Schutzmasken, Beatmungsgeräten sowie Stoffe zur Herstellung von Masken untersagt. Betroffen davon sind auch Schutzbekleidung sowie N95-Masken. Gasmasken, chirurgische Messer und Einweg-Schuhüberzieher sind davon ausgenommen und können weiterhin exportiert werden. Das Directorate General of Foreign Trade (DGFT) hat am 16.5. mitgeteilt, dass der Export von nichtmedizinischen und nichtchirurgischen Masken aus Baumwolle, Seide, Wolle und Strickmaterialien fortan erlaubt ist. Der Export aller medizinischen und chirurgischen Masken bleibt jedoch weiterhin verboten.

Um lokale Engpässe zu vermeiden, hat die indische Regierung den Export von 13 Arzneimittelwirkstoffen (13 active pharmaceutical ingredients - API) eingeschränkt. Bis dato war Hubei eine Hauptbezugsquelle von Rohstoffen für die indische Pharmaindustrie. 

Im Gegenzug hat die Regierung Importbeschränkungen für einige Chemikalien und Flugbenzin gelockert: Konkret wurden Importbeschränkungen für Zinkschlicker und Rohbenzin (leicht und schwer) aufgehoben. 


Schutzmaßnahmen und Geschäftsleben 

Die indische Regierung verfügte am Dienstag, 24.3., einen landesweiten Ausnahmezustand („Lockdown“). Der Ausnahmezustand wurde bis 30.6 verlängert. Seit 8.6. wird eine schrittweise Öffnung durchgeführt. Details dazu unter Aktuell & Wichtig.

Das Innenministerium gab kurz danach Ausführungsbestimmungen zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Aktivitäten und Dienste bekannt. Im Einzelnen gilt Folgendes:

  • Geöffnet bleiben
    • Alle öffentlichen Versorgungsunternehmen, einschließlich Tankstellen, Postämter, kommunale Körperschaften - Wasser und Abwasser – Stromerzeugungs- und Verteilerunternehmen
    • Krankenhäuser und alle damit verbundenen medizinischen Einrichtungen
    • Lebensmittelgeschäfte
  • Banken, Versicherungsbüros und Geldautomaten bleiben geöffnet bzw. funktionsfähig.
  • Telekommunikationsdienste, Internetdienste, Rundfunk- und Kabeldienste sowie IT-fähige Dienste sind angehalten von zu Hause aus zu arbeiten.
  • Industriebetriebe bleiben grundsätzlich geschlossen, bis auf jene die „lebensnotwendige Güter“ herstellen. Diese sind nach dem derzeitigen Stand Pharmazeutika, medizinische Geräte und Gebrauchsmaterialien sowie die dafür benötigten Rohstoffe und Vormaterialien. Man geht derzeit davon aus, dass diese Liste erweitert wird.
  • Der Transport von wesentlichen Gütern und Rettungstransporten bleibt gestattet.
  • Der internationale Flugverkehr ist komplett eingestellt
  • Alle Hotels sind geschlossen mit Ausnahme derjenigen, in denen gestrandete Touristen und Rettungskräfte untergebracht sind. Unter Quarantäne gestellte Einrichtungen bleiben ebenfalls von der Schließung ausgenommen.
  • Sämtliche Bildungseinrichtungen sind geschlossen
  • Politische oder soziale Versammlungen, religiöse Versammlungen wurden ausgesetzt.

Das Ministry of Home Affairs (MHA) hat konkrete Richtlinien für den Ausnahmezustand veröffentlicht. Diese sind von allen Ministerien und Regierungsabteilungen, Bundesstaaten sowie Unionsterritorien zu befolgen. Die Bundesstaaten wurden angewiesen, einen reibungslosen Transport von Fracht, Lastwagen, Arbeitern und das Funktionieren von Lager- und Kühlhäusern zu gewährleisten.

Die folgenden Richtlinien sind von den Behörden auf verschiedenen Ebenen strikt einzuhalten:

  • Die Beförderung aller Lastkraftwagen und anderer Güterfahrzeuge mit einem Fahrer und einer weiteren Person zwischen den einzelnen Bundesstaaten und Unionsterritorien ist zulässig, solange der Fahrer einen gültigen Führerschein besitzt. Dies ist unabhängig von der Art der Ladung. Es ist keine weitere Genehmigung erforderlich.
  • Leere LKWs dürfen auch auf dem Weg zur Warenabholung oder nach Rückgabe einer Lieferung in Betrieb bleiben. Daher gibt es keinen Grund, leere LKWs anzuhalten, sofern sie über gültige Dokumente wie Führerschein und Straßengenehmigung usw. verfügen.
  • Lokale Behörden sollen den Transport von LKW-Fahrern und Reinigungskräften von ihrem Wohnort zum Standort ihrer LKWs aktiv unterstützen.
  • Lokale Behörden sollen die einfache An- und Rückreise von Arbeitnehmern zum Arbeitsplatz in für alle zulässigen industriellen / kommerziellen Aktivitäten erleichtern.
  • Bahnhöfe und Eisenbahnen, Flughäfen, Seehäfen und Zollbehörden wurden bereits ermächtigt, spezielle Ausweise für ihre Mitarbeiter und Vertragsarbeiter auszustellen.
  • Es wird den Regierungen der Bundesstaaten und Unionsterritorien empfohlen, Ausweise an Arbeitnehmer (in der Herstellung zugelassener Kategorien) auf der Grundlage von Genehmigungen der entsprechenden Unternehmen und Organisationen rasch auszustellen. Die Regierungen der Bundesstaaten / Unionsterritorien müssen sicherstellen, dass diese Ausweise sowohl für die Bewegung innerhalb ihres Bundesstaates / Unionsterritorium als auch in angrenzenden Gebieten anderer Bundesstaaten / Unionsterritorien anerkannt werden.
  • Kleinunternehmen, die essentielle Produkte wie Weizenmehl (Atta), Hülsenfrüchte (Dal) und Speiseöle herstellen, sollten ungehindert operieren dürfen.
  • Lager und Kühlräume dürfen unter Berücksichtigung der An- und Rückfahrten von LKWs und ohne Rücksicht auf die Art der Waren, frei operieren dürfen. Lager bleiben geöffnet.

» Details dieser Anordnung in Englisch 


Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft

Premierminister Narendra Modi hat am 12. Mai ein Konjunkturpaket in Höhe von USD 265 Mrd. angekündigt. Das entspricht in etwa 10% des indischen BIP, beinhaltet aber auch frühere Verpflichtungen sowohl der Zentralregierung als auch der Reserve Bank of India (RBI, Indiens Zentralbank).

Phase 1 der Maßnahmen wurde am 13. Mai angekündigt und konzentriert sich hauptsächlich auf Liquiditätsspritzen für gefährdete Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU), Nichtbanken-Finanzunternehmen (NBFCs) und staatliche Stromverteilungsunternehmen. Die Gesamtgröße des Pakets in Form von Liquiditätsfenstern und eines Kreditgarantiesystems entspricht ca. 3% des BIP (ca. USD 80 Mrd.).

Konkret umfassen die Maßnahmen:

  • 100% iges Kreditgarantiesystem für KKMU in Höhe von USD 40 Mrd.
  • spezielles Liquiditätssystem (100% von der indischen Regierung garantiert) von 0,15% des BIP, das in Investment-Grade-Papiere von NBFCs/KKMU investiert
  • Teilkreditgarantiesystem in Höhe von USD 6 Mrd. des BIP für Investitionen in Wertpapiere mit niedrigem Rating für NBFCs/MFIs (Microfinance Institutions)
  • Liquiditätsentlastung für staatliche Stromverteilungsunternehmen in Höhe von USD 12 Mrd. des BIP.

In Phase 2 kündigte Finanzministerin Sitharaman am 14. Mai steuerliche Unterstützungsprogramme an, die Anreize für Landwirte, Kleinhändler, informelle Unternehmen und schutzbedürftige Teile der Gesellschaft bieten soll. Die Gesamtgröße dieses Pakets beträgt ca. 1,6% des BIP.

Konkret umfassen die Maßnahmen:

  • kostenlose Verteilung von Nahrungsmitteln für Wanderarbeitnehmer im Wert von USD 460 Mio. USD
  • Einführung der technologischen Übertragbarekeit öffentlicher Lebensmittelkarten, damit Wanderarbeitnehmer ihre Nahrungsmittelleistungen im ganzen Land abrufen können
  • Einführung eines gezielten Mietwohnungssystems für städtische Wanderarbeitnehmer durch eine öffentlich-private Partnerschaft und Konzessionäre wird angestrebt
  • für kleine Unternehmen und Straßenverkäufer hat die Regierung einen Zinszuschuss von 2% für Mikrokredite im Wert von USD 190 Mio. vorgesehen
  • spezielles Kreditprogramm für Straßenverkäufer, um die negativen Auswirkungen auf ihre Unternehmen zu mildern, ca. USD 132,5 pro Anbieter.

Wenn alle seit März angekündigten fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen berücksichtigt werden (inkl. beider Ankündigungen des Finanzministerium) kommt man auf rund 80% des Gesamtpakets (ca. 8% des BIP). Daher kann man davon ausgehen, dass noch weitere Maßnahmen im Umfang von ca. 2% des BIP zu erwarten sind.

Was bedeutet das Coronavirus für die indische Wirtschaft?

  • Prognosen zum BIP-Wachstum werden heruntergeschraubt
  • Unterbrechungen in den Lieferketten trifft lokale Produzenten
  • Rückgang globaler Nachfrage hat unmittelbare Auswirkungen auf Indien
  • Schwächung der Indischen Rupie wahrscheinlich 

Die globalen Wachstumseinbrüche und Verzögerungen sowie Unterbrechungen in den Lieferketten, haben sich bereits negativ auf die indische Konjunktur ausgewirkt. Die verhängten jüngsten Ausgangssperren gepaart mit der Beschränkung der wirtschaftlichen Tätigkeiten auf das Lebensnotwendige haben die Lage weiter verschärft. 

Nahezu 70% der indischen Warenimporte sind Zwischengüter, die für die lokale Produktion benötigt werden. 50% davon kommen aus China und anderen asiatischen Ländern. Durch Unterbrechungen in den Lieferketten, muss von negativen Auwirkungen für die lokale Produktion, v.a. in der Chemiebranche und bei pharamzeutischen Produkten, Basismetallen, Computer und Elektronik sowie optischen Produkten, ausgegangen werden. 

Aus der OECD TiVA Datenbank geht hervor, dass 16% des indischen BIPs von ausländischer Nachfrage abhängt. Über die Hälfte davon kommt aus den USA, Europa und China. Zu 55% werden indische Dienstleisungen aus dem Ausland angefragt, insbesondere Großhandel, IKT-Services sowie Transport und Logistik. 

Ursprünglich zeigte sich die indische Währung trotz Covid-19 widerstandsfähig. Die Volatilität and den Weltmärkten hat allerdings den Druck auf die indische Rupie erhöht. 

Der Gouverneur der Reserve Bank of India (RBI) gab letzte Woche zwei Maßnahmen zur Untersützung der indischen Wirtschaft bekannt. Zum Einen wird die indische Zentralbank eine „sell/buy swap auction“ im Ausmaß von USD 2 Mrd. durchführen, um die Dollar-Liquidität zu erhöhen. Außerdem wird die Zentralbank die „long-term repo operations (LTROs)“ weiterführen. Damit wird Liquidität von INR 1 Mrd. bereitgestelt. Die RBI hat keine Zinssenkung durchgeführt, allerdings angekündigt, beim nächsten Monetary Policy Committee meeting am 3. April darüber zu entscheiden. Angesichts der globalen Ausnahmesituation und Unsicherheit auf den weltweiten Finanzmärkten, ist es durchaus möglich, dass die indische Zentralbank weitreichendere Maßnahmen ergreift, um die indische Wirtschaft zu stützen.


Weitere Information und Notfallnummern 

Die meisten Veranstaltungen bis Juni 2020 wurden abgesagt oder verschoben. Wir halten Sie gerne auf dem Laufenden bezüglich Fachveranstaltungen und Messen in Indien (E newdelhi@wko.at). 

Das AussenwirtschaftsCenter New Delhi unterstützt betroffene österreichische Unternehmen, bei

  • Personal- und Lieferkettenproblemen,
  • Zahlungsausfällen,
  • Projektverzögerungen sowie bei allen weiteren auftretenden Problemen.