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Coronavirus: Situation in den Niederlanden

Maßnahmenadaptierung bis 01. September 2020 – Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmer

Das AußenwirtschaftsCenter Den Haag informiert österreichische Unternehmen über Auswirkungen des neuartigen Coronavirus (COVID-19) auf Geschäftstätigkeit und Wirtschaft in den Niederlanden.

Stand: 29.05.2020


Aktuelle Informationen 

Die Rückkehr zur Normalität erfolgt in den Niederlanden schrittweise z.B. in Sachen Wirtschaft Sektor für Sektor. „Social distancing“ und Homeoffice werden dabei aber wohl noch lange „das neue Normal“ sein. Ein Zeitplan der Lockerungsmaßnahmen wurde ausgearbeitet. Am 21. April 2020 wurde von der Regierung beschlossen, ab 11. Mai 2020 die Grundschulen und Kindergärten  wieder zu öffnen sowie Kontaktberufe wie Frisör oder Kosmetiksalon wieder zu erlauben. Die Restaurants öffnen ab 01. Juni 2020  um 12:00 wieder. Organisierte Versammlungen von mehr als drei Personen bleiben jedoch verboten und sind bis zum 01. September 2020 nicht mehr autorisiert. Die Geschäfte sind geöffnet. Mundschutzmasken zu tragen, wenn man zum Einkaufen geht, wird zwar empfohlen, ist jedoch nicht verpflichtend ausgenommen im Öffentlichen Verkehr, wo Mundschutzmasken ab 01. Juni 2020 obligatorisch sind. Von touristischen Reisen in das Ausland wird weiterhin generell abgeraten.


Einreise- und Reisebestimmungen im Betreuungsbereich

Für die Einreise in die Niederlande wird von EU-Staatsbürgern ein gültiger Reisepass oder Personalausweis benötigt. Es besteht für diese keine Quarantäneverpflichtung bei der Einreise. Im PKW dürfen nicht mehr als zwei Personen reisen, damit der Sicherheitsabstand von 1,5 m eingehalten werden kann (Strafe bei Nichteinhaltung 390 Euro pro Person). Flugreisende nach den Niederlanden aus Risikoländern (wie Österreich) benötigen eine „declaration of health“, die vor dem Boarding selbst ausgefüllt werden muss.

» Das Formular zum Herunterladen

Da alle Veranstaltungen und Fachmessen in den Niederlanden aufgrund des sich ausbreitenden Corona-Virus bis zum 01.09.2020 abgesagt werden müssen und bei der Rückkehr nach Österreich Grenzkontrollen statfinden, wird empfohlen, folgende Info-Portale bei der Vorbereitung von eventuellen Geschäftsreisen in die Niederlande zu Rate zu ziehen:


Güterverkehr

Nach aktuellem Stand ist die niederländische Grenze für Waren- und Lieferverkehr uneingeschränkt offen. Der Warentransportsektor ist nicht von den Einschränkungen für Privatpersonen betroffen, um die Versorgungsströme aufrecht zu erhalten.

Um ein effizientes Be- und Entladeverfahren auf dem Gelände der Spediteure zu ermöglichen, wird empfohlen, dass die Fahrer selbst persönliches Schutzmaterial wie Masken und Handschuhe mitnehmen.

Die Transportverbände stehen mit der Regierung in Verbindung, um Restaurants und andere Einrichtungen für die Fahrer zu sichern. Das Ministerium empfiehlt den Fahrern, ihre Mahlzeiten an Tankstellen einzunehmen.


Quarantänebestimmungen

Personen mit Symptomen wie Husten, Fieber und Halsschmerzen sollen 14 Tage zuhause in Quarantäne bleiben und an die Bevölkerung wird appelliert, so weit wie möglich von zuhause aus zu arbeiten. Ältere und vorerkrankte Personen sollen größere Gruppen und öffentliche Verkehrsmittel meiden. Für die Ausstellung von Gesundheitszeugnissen SARS-CoV-2 ist in den Niederlanden der Hausarzt zuständig.

Die niederländische Regierung hat für das gesamte Land die Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung verschärft. Am 23.03.2020 wurde ein Verbot für alle organisierten Versammlungen von mehr als drei Personen bis zum 01.06.2020 eingeführt, das inzwischen bis zum 01. September 2020 verlängert wurde, und wird den Bürgermeistern die Möglichkeit geben, gegen Personen, die gegen die Regeln verstoßen – auch gegen diejenigen, die sich nicht 1,5 Meter von anderen fernhalten – eine Geldstrafe (bis 400 Euro) zu verhängen.

Die Bürgermeister haben auch die Notstandsbefugnis erhalten, Gruppen von drei oder mehr Personen zusammen zu verbieten, wenn sie den Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten, und Stadtteile zu schließen, in denen die Menschen das Gesetz missachten.

Geschäfte müssen sicherstellen, dass die Maßnahmen, die sie einführen, um die Kunden auseinanderzuhalten, am Eingang angeschlagen werden. Läden, die sich nicht an die Regeln halten, werden mit Geldstrafen von bis zu 4.000 Euro belegt. Bürgermeister können auch Lebensmittelmärkte schließen, wenn sie nicht die Möglichkeit haben, den Abstand von 1,5 m bei den Kunden zu sichern.

Von touristischen Reisen in das Ausland wird weiterhin generell abgeraten.

Seit 11. Mai gilt:

  • Grundschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen werden wiedereröffnet.
  • Kinder jünger als 12 Jahre dürfen unter Aufsicht gemeinsam Sport treiben und an anderen Aktivitäten im Freien teilnehmen.
  • Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren dürfen unter Aufsicht gemeinsam Sport im Freien treiben, müssen jedoch einen Abstand von 1,5 Metern einhalten.
  • Erwachsene dürfen im Freien Sport treiben, solange sie einen Abstand von 1,5 Metern einhalten können. Spiele und Wettbewerbe sind nicht erlaubt, ebenso wenig wie die Benutzung von gemeinsamen Umkleideräumen. Duschen ist nur zu Hause erlaubt.
  • Die meisten Menschen in kontaktbasierten Rollen werden ihre Arbeit wieder ausüben dürfen. Dazu gehören Fahrlehrer, medizinische und paramedizinische Fachkräfte (Diätassistenten, Massagetherapeuten, Ergotherapeuten, Prothetiker usw.), Haar- und Schönheitsfachkräfte (Friseure, Kosmetiker, Fußpfleger usw.) und Heilpraktiker (Akupunkteure, Homöopathen usw.). Sie sollten nach Möglichkeit einen Abstand von 1,5 Metern zu ihren Kunden einhalten. Termine nur mit Voranmeldung; mögliche Gesundheitsrisiken sollen vorher gemeinsam abgeschätzt werden.
  • Bibliotheken werden wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein und Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Bibliotheksbenutzer 1,5 Meter voneinander entfernt bleiben können.

Ab 1. Juni gilt:

  • Das Tragen einer Maske im öffentlichen Verkehr wird obligatorisch (aber keine Gesichtsmasken, die für medizinisches Fachpersonal bestimmt sind).
  • Die Sekundarschulen werden wieder geöffnet.
  • Cafés und Restaurants können Sitzgelegenheiten im Freien wieder öffnen, solange die Menschen 1,5 Meter voneinander entfernt bleiben können.
  • Kinos, Restaurants, Cafés und kulturelle Einrichtungen (wie z.B. Konzerthallen und Theater) dürfen unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen: maximal 30 Gäste. Die Personen müssen einen Abstand von 1,5 Metern einhalten können. Besucher müssen im Voraus reservieren. Der Eigentümer bespricht im Voraus mit den Kunden, ob ihr Besuch mit Risiken verbunden ist.
  • Museen und Kulturstätten werden wieder geöffnet. Die Besucher müssen im Voraus Eintrittskarten kaufen, um sicherzustellen, dass die Menschen 1,5 Meter voneinander entfernt bleiben können.
  • Jeder, der leichte Beschwerden hat, die auf das Coronavirus hinweisen könnten, kann beim Städtischen Gesundheitsdienst (GGD) getestet werden. Es wird eine landesweite Telefonnummer für Terminvereinbarung verfügbar gestellt. 

Erwartete Massnahmen ab 15. Juni:

  • Wenn das Virus unter Kontrolle bleibt, können die berufsbildenden Sekundarschulen (MBO) wieder für Prüfungen und Praktika geöffnet werden. Es gibt Pläne für die Wiedereröffnung von MBO-Schulen, Institutionen für höhere Berufsausbildung (HBO) und Universitäten zu einem späteren Zeitpunkt.

Erwartete Maßnahmen ab 1. Juli:

  • Wenn das Virus unter Kontrolle bleibt, können gemeinsame Toiletten und Duschräume auf Campingplätzen und Ferienparks am 1. Juli wieder geöffnet werden.
  • Wenn das Virus unter Kontrolle bleibt, werden Fitnessstudios, Saunen, Heilbäder, Clubkantinen und Kasinos wieder öffnen.
  • Die Höchstzahl der Besucher in Kinos, Restaurants, Cafés und kulturellen Einrichtungen kann hoffentlich auf 100 erhöht werden. Diese Erhöhung würde auch für die maximale Teilnehmerzahl bei organisierten Zusammenkünften wie Gottesdiensten, Hochzeiten, Proben und Beerdigungen gelten.

Erwartete Maßnahmen ab 1. September:

  • Menschen aller Altersgruppen werden Kontakt- und Hallensportarten ausüben dürfen.
  • Sportveranstaltungen, einschließlich Profifußballspiele, können ohne Zuschauer stattfinden.
  • Eine Entscheidung über Massenveranstaltungen mit Zuschauern wie Festivals und Großkonzerte wird vor dem 1. September getroffen.

Prinzipiell können Projekte (Baustellen, Montagen) in den Niederlanden weiterlaufen und es kann gearbeitet werden. Es ist jedoch auf folgendes zu achten: 

  • Alle betroffenen Parteien müssen gute Vereinbarungen treffen, was jeder beitragen muss, um die Gefahr auf Übertragung von Corona so gering wie möglich zu halten.
  • Mindestens einmal täglich müssen die Toiletten, Türgriffe und Apparate, die von mehreren Personen verwendet werden, unbedingt gereinigt werden.
  • Hände mehrmals täglich waschen, so wenig wie möglich ins Gesicht fassen. Es müssen ausreichend Wasser, Seife und Papierhandtücher vorhanden sein.
  • In den Pausen die Gruppen der Mitarbeiter aufteilen, Abstand halten.
  • Die Mitarbeiter sollen so viel wie möglich alleine und mit eigener Fahrgelegenheit zur Baustelle kommen.
  • Wenn möglich, sollten die Mitarbeiter immer im gleichen Team auf den gleichen Baustellen arbeiten. Bei Beschwerden (Verkühlung etc.) darf der Mitarbeiter nicht auf die Baustelle kommen.
  • So viel wie möglich die Kontakte mit externen Parteien einschränken wie z.B. Lieferanten außerhalb der Baustelle liefern lassen, telefonische Besprechungen abhalten, die Arbeitszeiten entsprechend anpassen. 
  • So viel wie möglich Abstand von mindestens 2 Metern voneinander halten. Ist dies arbeitstechnisch nicht ausführbar, wird das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen.
  • Spezielle Handschuhe sind nicht notwendig. Der Nachteil von Handschuhen ist, dass vor allem bei längerem Tragen doch verschiedene Oberflächen und möglicherweise das Gesicht angefasst werden.
  • Bei kürzeren Tätigkeiten mit extra Risiken (wie z.B. das Durchgeben/Weiterreichen von Gegenständen) kann die Verwendung von Einweghandschuhen, durch die der Virus nicht durch kann, erwogen werden. Häufiges Händewaschen bleibt jedoch unerlässlich! 

Unterstützungsmaßnahmen der öffentlichen Hand für die Wirtschaft

Die niederländische Regierung hat weitgehende Maßnahmen beschlossen, um Unternehmen zu unterstützen, darunter: 

  • Das wirtschaftliche Notfallpaket wird bis zum 1. Oktober verlängert. 
  • Lohnkostenzuschuss über drei Monate bei Umsatzverlusten von über 20.
  • Zahlungsaufschub für Körperschafts-, Umsatz-, Einkommens- und Lohnsteuer.
  • Staatliche Bürgschaft über 50% für Bankkredite und Bankgarantien für in Not geratene Unternehmen.
  • Einkommenszuschuss für Selbständige.
  • Vorübergehende Überbrückungsregelung für Einzelunternehmer (Tozo).
  • Es gibt zwei Formen der Unterstützung für Einzelunternehmer (ZZPer).
  • Maximal 3 Monate lang eine einkommensabhängige finanzielle Unterstützung bis maximal 1.500,31 Euro netto pro Monat, dieser Betrag muss später nicht zurückbezahlt werden und von der Wohngemeinde des Unternehmers ausbezahlt.
  • Außerdem gibt es die Möglichkeit, ein Darlehen für Unternehmenskapital bis maximal 10.157 Euro zu beantragen. Die Zinsen sind niedriger und es gibt die Möglichkeit, die Rückzahlungspflicht aufzuschieben.
  • Die Laufzeit eines Darlehens für kleine und mittlere Unternehmen (BMKB) wird auf vier Jahre verlängert, so dass Unternehmer mehr Zeit haben, das Darlehen zurückzuzahlen. Der Zugang zum BMKB wird leichter zugänglich gemacht: Neben einer umfangreichen Liquiditätsprognose kann auch ein Umsatztest genutzt werden. Anfang April senkte das Wirtschaftsministerium die Prämie des Programms (von 3,9% auf 2%) und erhöhte das Garantiebudget (von 765 Mio. Euro auf 1,5 Mrd. Euro).
  • Unternehmen, die in diesen Monaten mehr als 20% ihres Umsatzes verloren haben, werden im Rahmen der befristeten Notfallmaßnahme zur Überbrückung von Beschäftigungsmöglichkeiten (NOW) bis zu einem Maximum von neunzig Prozent der Lohnkosten erstattet. Diese Maßnahme ersetzt die Kurzarbeitsregelung. Mehr als 114.000 Unternehmen haben sich inzwischen bei der UWV für dieses Programm beworben. Arbeitgeber können mit dieser Regelung einen Antrag auf erhebliche Entschädigung der Lohnkosten stellen und bekommen dafür vom UWV (vergleichbar mit AMS) einen Vorschuss. Dadurch können Arbeitgeber Arbeitnehmer mit sowohl unbefristeten als auch befristeten Arbeitsverträgen weiter anstellen und weiterbezahlen. Diese Entschädigung kann auf jeden Fall für 3 Monate beantragt werden mit der Möglichkeit einer Verlängerung um noch einmal 3 Monate (möglicherweise mit anderen Bedingungen).
  • Betriebsgesellschaften, die durch die Corona-Krise mehr als 20 % ihres Umsatzes verloren haben, aber zu einer Gruppe gehören, die die NOW-Bedingung nicht erfüllt, können sich trotzdem für das NOW bewerben. Dies kann der Fall sein, wenn z.B. andere Betriebsgesellschaften innerhalb des Konzerns ausreichend Umsatz oder sogar noch Gewinne erwirtschaften. Es gelten jedoch zusätzliche Bedingungen. Beispielsweise müssen diese Gruppen mit den Gewerkschaften Vereinbarungen über den Erhalt ihrer Arbeitsplätze treffen und auf die Zahlung von Dividenden oder Boni für 2020 verzichten. Die NOW wird für diese Betriebsgesellschaften weiterhin auf dem Umsatzverlust im Jahr 2019 und der Lohnsumme für Januar 2020 oder November 2019 basieren. Der Antrag auf NOW kann seit Montag, 06.04.2020 um 9h beim UWV (Link inklusive Checkliste für Arbeitgeber) gestellt werden. Durch die kurze Vorbereitungszeit und die große Anzahl an Anträgen kann es sein, dass das System Startprobleme zeigt, weshalb der UWV schon jetzt um Verständnis bittet.
  • Bei Unternehmen, die das NOW-Lohnausgleichsprogramm erhalten, müssen die jeweiligen Gewerkschaften an großen Entlassungsanträgen beteiligt werden. Geschieht dies nicht, dann werden die Subventionen um 5% gekürzt, um einen Missbrauch des NOW zu verhindern.
  • Es wird eine Änderung des neuen Entschädigungssystems für Festkosten geben. Dieser Zuschuss reicht von maximal 20.000 Euro bis zu einem Höchstbetrag von 50.000 Euro.
  • Unternehmer aus Branchen, die direkt durch die Corona-Maßnahmen getroffen wurden, können eine direkte fixe Entschädigung in der Höhe von 4.000 Euro, die nicht zurückgezahlt werden muss, erhalten. Es geht dabei um die Gastronomie, Beauty-Salons etc., Unternehmen, die Auftragsausfälle nach Beendigung der Corona-Maßnahmen nicht mehr kompensieren können. Die Entschädigungsregelung von 4.000 Euro für direkt betroffene Unternehmer wurde per 15.04.2020 ausgeweitet auf z.B. Tatooshops, Zahnärzte, Fysiotherapeuten, Taxiunternehmen und Unternehmen im Kulturbereich. RVO, eine Division des Wirtschaftsministeriums, ist für die Ausführung dieser Regelung zuständig.
  • Ab dem 29. April 2020 können Unternehmer im Rahmen des Schemas für betroffene Sektoren (TOGS) auch auf der Grundlage ihrer im Handelsregister eingetragenen Nebentätigkeit Ansprüche geltend machen. Die Erweiterung betrifft Unternehmer, die mit ihrer registrierten Haupttätigkeit keinen Anspruch auf die TOGS-Regelung haben, während dies auf der Grundlage ihrer registrierten Nebentätigkeit schon der Fall wäre. Eine weitere Voraussetzung ist jedoch, dass der Unternehmer die Mindestanforderungen in Bezug auf Umsatzverluste und feste Gebühren (beide 4.000 Euro) nur auf der Grundlage der angemeldeten Nebentätigkeit erfüllt. Das Schema kann über rvo.nl/togs gefunden werden. Unternehmen können TOGS auch über eingetragene Spin-offs in Anspruch nehmen.
  • Für KMUs mit höchstens 250 Arbeitnehmer (FTE) mit einem Jahresumsatz von 50 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme bis 43 Mio. Euro besteht die Möglichkeit, bei ihrer Bank zu günstigeren Bedingungen Geld zu leihen. Damit soll vermieden werden, dass Unternehmen, die durch die Coronakrise getroffen wurden, Liquiditätsprobleme bekommen. Die Regierung bürgt dann zu einem Teil für die Kredite, die die Unternehmen aufnehmen, wenn sie den Banken nicht ausreichend Sicherheiten bieten können. Dadurch kann der Unternehmer höhere Kredite aufnehmen. Die Anträge auf BMKB sind bei den Banken zu stellen.
  • Fast keine Rückforderungszinsen bei überschrittenen Zahlungsfristen.
  • Unternehmen, die durch die Coronakrise ihre Steuern zu spät zahlen und nicht um Zahlungsaufschub gebeten haben, zahlen statt 4% fast 0% Rückforderungszinsen, wenn sie die Zahlungsfrist für die Steuerschulden nicht einhalten können.
  • Um den internationalen Handel in Zeiten von Corona so weit wie möglich aufrechtzuerhalten, erweitert der niederländische Staat mit Wirkung vom 26.03.2020 die Möglichkeiten der Exportkreditversicherung. Die neuen Maßnahmen zur Verlängerung von Exportkrediten bedeuten, dass auch kurzfristige Exportkreditversicherungen abgedeckt werden (bisher nur >2 Jahre, jetzt auch <2 Jahre). Darüber hinaus werden die Möglichkeiten für die inländische Deckung erweitert, wird die Länderpolitik flexibler und wird die Deckung für mehr Länder verfügbar sein. Die Verfahren werden ebenfalls erweitert und beschleunigt und ein höherer Prozentsatz des Betriebskapitals wird abgedeckt.
  • Für Freelancer wird ein Einkommenszuschuss in Höhe von 1.050 Euro für Singles oder von 1.500 Euro für Familien pro Monat für maximal drei Monate gewährt, sofern deren monatliches Einkommen unter das soziale Minimum fällt. Anspruchsberechtigte müssen mindestens 24h pro Woche arbeiten und vor dem 17.03.2020 beim niederländischen Handelsregister (KvK) eingetragen gewesen sein. Diese Regelung gilt bis 01.06.2020. Freelancer können auch einen begüngstigten Geschäftskredit in Höhe von maximal 10.517 Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren und einer Zinshöhe von 2% beantragen.
  • Niederländische Unternehmer und Freiberufler, die aufgrund der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten, können einen Zahlungsaufschub von Steuern beantragen. Dieser Antrag auf Aufschub wird ab der 15. Kalenderwoche flexibler gestaltet. Für Kleinunternehmer wird es einfacher, einen Aufschub von mehr als drei Monaten zu beantragen. Es wird auch eine Regelung für Unternehmen getroffen, die ein so genanntes G-Konto („g-rekening“) haben, z.B. im Baugewerbe und bei der Zeitarbeit. Der Aufschub gilt nicht nur für die bestehende Steuerschuld, sondern auch für die Schulden, die in den folgenden 3 Monaten hinzukommen werden. Unternehmer mit einer Steuerschuld von weniger als 20.000 Euro können sofort einen längeren Aufschub erhalten, indem sie den Nachweis erbringen, dass die Umsatzzahlen oder die Bestellungen/Reservierungen im Vergleich zu den Vormonaten deutlich zurückgegangen sind. Bei einer Verschuldung von mehr als 20.000 Euro benötigt das Steueramt eine Erklärung eines Drittsachverständigen wie z.B. eines Buchhalters oder einer Branchenorganisation.
  • Für Unternehmen, die durch Corona getroffen wurden und Schwierigkeiten bei der Gewährung von Darlehen oder Bankgarantien haben, wurde der Garantieplafonds von 1,5 Mrd. Euro am 08.04.2020 auf 10 Mrd. Euro erhöht. Mit dieser Regelung werden sowohl KMUs als auch große Unternehmen unterstützt. Das Wirtschaftsministerium gewährt Garantien auf Bankdarlehen und -garantien (mindestens 1,5 Mio. Euro bis höchstens 50 Mio. pro Unternehmen). Der Höchstprozentsatz für die Garantie ist für Großunternehmen von 50% auf 80% erhöht worden und für KMUs auf 90%.
  • Das Budget des SEED Capital-Programms (Kapital für Investitionsfonds) wird von 22 Millionen Euro auf 32 Millionen Euro erhöht. Im Rahmen dieses Programms unterstützt die Regierung innovative Unternehmen, einschließlich Neugründungen im technologischen (wie Hightech und eHealth) und kreativen Bereich, bei der Beschaffung von Risikokapital aus Investitionsfonds.
  • Die Anhebung der Garantieobergrenze der Corona Guarantee Enterprise Finance (JV) Regelung von 400 Mio. Euro auf 10 Mrd. Euro wurde von der Europäischen Kommission genehmigt. Infolgedessen kann dieses Korona-Schema am Mittwoch, 29. April 2020 mit einer Kreditlaufzeit von sechs Jahren offiziell für Unternehmen geöffnet werden.
  • Die Regierung ermöglicht es auch Startups, Scale-ups und anderen innovativen Unternehmen, die durch die Coronakrise getroffen wurden, einen Überbrückungskredit zu beantragen. Dafür wurden zunächst 100 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Diese Regelung wird über die Regionalen Entwicklungsorganisationen abgewickelt.
  • Der niederländische Staat wird zusätzliche 750 Millionen Euro an Überbrückungskrediten (KKC) für Unternehmen mit einem relativ geringen Finanzierungsbedarf (von 10.000 bis 50.000 Euro) zur Verfügung stellen. Die Darlehen werden von den Banken zur Verfügung gestellt und haben einen Zinssatz von höchstens 4%. Der Staat trägt 95% des Risikos. Auch nicht-bankakkreditierte Geldgeber können das KKC-Darlehen gewähren. Sobald das Schema von der Europäischen Kommission genehmigt wird, wird erwartet, dass mehrere zehntausend Unternehmen das Darlehen in Anspruch nehmen können. Unternehmer können ein Darlehen in Höhe von mindestens 10.000 € und höchstens 50.000 € beantragen. Die Laufzeit beträgt maximal 5 Jahre, und der Zinssatz beträgt maximal 4%. Darüber hinaus zahlen die Unternehmer dem Staat eine einmalige Prämie von 2% als Entschädigung. Das Programm steht Unternehmern mit einem Umsatz von 50.000 Euro oder mehr offen, die vor der Korona-Krise ausreichend profitabel waren und die vor dem 1. Januar 2019 bei der Handelskammer KVK registriert waren. Die Banken Rabobank, ABN AMRO, ING, Volksbank und Triodos haben sich bereit erklärt, im Rahmen des KKC-Programms Kredite anzubieten. Nicht-akkreditierte Finanziers, die teilnehmen möchten, können zudem eine Akkreditierung beantragen.
  • Die Regierung stellt zusätzliche 110 Mio. Euro für Sportvereine zur Verfügung. In erster Linie werden durch den Verzicht auf die Miete 90 Mio. Euro an Sportvereine für den Zeitraum vom 1. März bis zum 1. Juni 2020 fließen. Für viele Sportvereine ist die Miete der größte Kostenposten im Budget. Mit dieser Maßnahme werden mehr als 11.000 Sportvereine unterstützt. Zweitens gehen 20 Mio. Euro an Sportvereine mit eigener Unterkunft. Diese Clubs sind mit Umsatzverlusten und laufenden Kosten konfrontiert und kommen oft nicht für die regierungsweiten Programme in Betracht. Für jeden Sportverein handelt es sich um eine einmalige Zahlung von maximal 2.500 Euro.
  • Für Großunternehmen von vitaler nationaler Bedeutung könnten sich die Notfallmaßnahmen als nicht ausreichend erweisen. Wenn dieses Unternehmen vor der Coronakrise grundsätzlich gesund war und wenn die bestehenden Sofortmaßnahmen nicht ausreichen sind, wird die Regierung prüfen, ob die Ausgabe von Steuergeldern im Hinblick auf das Ziel gerechtfertigt und unbedingt notwendig ist. Diese Unterstützung ist immer zeitlich begrenzt und an Bedingungen geknüpft. Welche Form der Unterstützung am besten ist (Garantie, Darlehen oder andere), wird von Fall zu Fall geprüft, so dass maßgeschneiderte Lösungen angeboten werden können. Die Unterstützung dient in erster Linie der Wahrung des öffentlichen Interesses.
  • Die Regierung investiert fast 500 Mio. Euro zusätzlich in Bildung (200 Mio. Euro für Studenten, 244 Mio. für die Primar-, Sekundar- und Berufsbildung), um den durch die Coronakrise verursachten Bildungsrückstand aufzuholen. Alle Studenten, die sich im kommenden akademischen Jahr anmelden und zwischen September 2020 und Ende Januar 2021 ihr Studium abschließen werden, erhalten einen finanziellen Zuschuss, der etwa drei Monaten Studiengebühren, Kursgebühren und Studiengebühren entspricht. Alle Studenten, deren Anspruch auf einen Basiszuschuss oder einen zusätzlichen Zuschuss im Juli, August und September ausläuft, erhalten ebenfalls eine finanzielle Unterstützung. Das Kabinett schenkt auch den Studierenden besondere Aufmerksamkeit, deren Recht auf ein Grundstipendium und ein Zusatzstipendium ausläuft. Daher erhalten diejenigen Studenten, deren Anspruch auf ein Stipendium im Juli, August und September ausläuft, eine einmalige finanzielle Unterstützung. Schulen im Primar-, Sekundar- und berufsbildenden Sekundarbereich erhalten finanzielle Unterstützung bei der Hilfe und Anpassung für Schüler und Studenten, die aufgrund der Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise zusätzliche Unterstützung benötigen.
  • Unternehmen, die Lehrstellen anbieten, erhalten einen Vorschuss auf ihre Subvention. Darüber hinaus werden die Subventionen für lehrende Unternehmen in zyklischen und kontaktsensiblen Sektoren erhöht. Es werden zusätzliche Investitionen getätigt, um möglichst  viele Unternehmen zu stimulieren, Praktika und Lehrstellen für die Berufsausbildung fortzusetzen oder anzubieten. Die Regierung wird 30 Mio. Euro für diesen Zweck zur Verfügung stellen.
  • Da ausländische Schüler und Studenten die niederländische Sprache oft noch nicht gut beherrschen, hat sich der Fernunterricht für diese Gruppe als weniger effektiv erwiesen. Das Kabinett hat 21 Mio. Euro für die zusätzliche Ausbildung dieser Gruppe zur Verfügung gestellt.
  • Da die Werbeeinnahmen der lokalen Medien in letzter Zeit stark zurückgegangen sind, richtete Minister Slob Anfang April den befristeten Unterstützungsfonds für die Bereitstellung lokaler Informationen ein. Davon wurde 181 lokalen öffentlichen Rundfunkanstalten und 410 Haus-zu-Haus-Zeitungen drei Monate lang geholfen. Das Geld, das in der ersten Runde noch nicht ausgegeben worden war, rund 1,6 Millionen Euro, wird derzeit zur Unterstützung anderer lokaler Medien, wie z.B. lokaler Nachrichten-Websites, verwendet. Es werden ab dem 15.06. weitere 24 Mio. Euro für die Unterstützung lokaler Medien vorgesehen. Dies sollte sicherstellen, dass weiterhin unabhängige und zuverlässige Informationen verfügbar sind. Darüber hinaus wird die Regionale Stiftung für den Öffentlichen Rundfunk kurzfristig 2 Mio. Euro zur Förderung des Lokaljournalismus zur Verfügung stellen. Zu den Maßnahmen gehören auch zusätzliche Unterstützung für Selbständige Journalisten und der Aufschub der Zahlung verschiedener Steuern.
  • Lokale Medien auf Bonaire, Saba und St. Eustatius konnten bis Ende Mai den Unterstützungsfonds nicht in Anspruch nehmen; aktuell steht diesen Medien einen Fonds von 60.000 Euro zur Verfügung.

Notfallnummern

  • Landesweiter Notruf: 112
  • Landesweite Nummer bei Notfällen ohne sofortige Hilfe: 0900 - 8844 (€ 0,13/Min.)
  • Österreichische Botschaft: 0031 (0) 70 324 5470
  • Landesweite Telekomdienste:
    • Auskunft Inland (automatisch): 118 (€ 0,40 pro Anruf)
    • Auskunft Inland: 0900 - 8008 (€ 1,- pro Anruf, höchstens 3 Auskünfte)
  • Verkehrsinformationsdienst (nur landesweit): 0900 - 8855 (€ 0,35/Min.)

Sie haben Fragen?

Bei Fragen ist das AussenwirtschaftsCenter Den Haag gerne für Sie da:

Telefon: +31 70 36 54 916 
Mail: denhaag@wko.at