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Coronavirus: Situation in Deutschland

Aktuelle Lage und Info-Updates

Die AußenwirtschaftsCenter in Deutschland informieren österreichische Unternehmen über Auswirkungen des neuartigen Coronavirus (COVID-19) auf Geschäftstätigkeit und Wirtschaft in Deutschland.

Stand: 15.01.2021, 14:30 Uhr | Diese Information wird laufend aktualisiert.


Aktuell & Wichtig

Letze Änderungen:

  • Neue bundesweit gültige Einreiseverordnung für Deutschland: Mit einer bundesweit gültigen Einreiseverordnung wird für Deutschland die allgemein geltende Pflicht zu einer digitalen Einreiseanmeldung (DEA) und die Pflicht, sich einem Coronatest zu unterziehen zusammengefasst. Für beruflich veranlasste Reisen aus Österreich ergeben sich im Großen und Ganzen keine besonderen zusätzlichen Auswirkungen: mit wenigen Ausnahmen müssen sich alle Einreisenden unter einreiseanmeldung.de vor der Einreise nach Deutschland anmelden. Grundsätzlich – ebenfalls mit wenigen Ausnahmen für Berufspendler, das Personen- und Güterbeförderungsgewerbe und für bestimmte Verwandtenbesuche – ist ein Coronatest erforderlich.

  • Bei Ein-und Rückreise nach Österreich: ab dem 15. Jänner ist eine elektronische Einreiseanmeldung erforderlich (Ausnahmen. z.B. Güter- und Personenverkehrsunternehmen, berufliches oder familiär erforderliches Pendeln, dringende und unvorhergesehene familiäre Ereignisse). Die Online Registrierung kann in Deutsch oder Englisch durchgeführt werden und erfolgt über diese beiden Links:  Deutsch bzw. Englisch.

  • Sachsen: Ab dem 31.12. müssen Einreisende (ausgenommen sind weiterhin u.a. Durchreisen, Güter- und Personenbeförderung, Geschäftsreisen aus zwingendem Grund, Berufspendler) einen negativen Coronatest beim örtlichen Gesundheitsamt vorlegen, der bei Einreise nicht älter sein darf als 24 Stunden. Ab dem 11. Jänner müssen sich Berufspendler zweimal wöchentlich testen lassen
  • Bayern: alle Einreisenden (außer Durchreisenden, Beförderungsgewerbe und Berufspendler) müssen unverzüglich nach der Einreise nach Bayern einen negativen Corona-Test beim für das Ziel der Einreise (Kunde, Baustelle, Einsatzort etc.) der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorlegen. Ist der Test bereits in Österreich erfolgt, darf er zum Zeitpunkt der Einreise nicht älter als 48 Stunden sein.
  • Baden-Württemberg: die Ausnahme von der Quarantäne für bis zu 24-stündige Einreisen aus Grenzgebieten (Vorarlberg) wird für touristische und Einkaufsfahrten aufgehoben; beruflich, schulisch oder medizinisch veranlasste Einreisen für bis zu 24 Stunden sind weiterhin auch ohne Testung und Quarantäne zulässig. 

Für Einreisende aus Risikogebieten gilt in Deutschland eine Quarantäne- bzw. eine Testpflicht. 

Quarantänepflicht: Jedes Bundesland hat eine eigene Einreiseverordnung erlassen, in der die Quarantänepflicht und deren Ausnahmen geregelt sind, wobei diese weitgehend harmonisiert sind. In unserem Einreisequarantäne-Spiegel erhalten Sie einen schnellen Überblick. Details zu den Ausnahmen finden Sie unten.

Testpflicht: Einige Ausnahmen von der Quarantänepflicht – insbesondere beruflich veranlasste Einreisen von bis zu 5 Tagen – verlangen einen negativen Corona-Test, der zum Zeitpunkt der Einreise nicht älter als 48 Stunden sein darf. Maßgeblich ist hierfür der Zeitpunkt der Durchführung des Tests. Welche Arten von Test akzeptiert werden wird durch die Anforderungen des Robert Koch-Instituts spezifiziert. Diese finden Sie hier: rki.de/covid-19-tests

Meldepflicht: Bei grundsätzlich allen Einreisen (außer: Durchreisen, Beförderung von Personen, Waren und Gütern und Grenzverkehr bis 24 Stunden) ist eine digitale Einreiseanmeldung über das Portal einreiseanmeldung.de zu erstatten und die Bestätigung darüber mitzuführen. Auch wenn Sie von der Quarantänepflicht ausgenommen sind müssen Sie Ihre Aufenthalts- oder Besuchsadresse in Deutschland angeben. Die Ausnahme von der Quarantänepflicht gemäß der jeweiligen Einreiseverordnungen der Bundesländer bleibt durch die digitale Reiseanmeldung unberührt.

Bayern: Die Ausnahme für den Grenzverkehr mit Nachbarstaaten mit Aufenthalt unter 24 Stunden wurde ersatzlos gestrichen. Dienstreisenden bleibt aber weiterhin die Ausnahme für dringende und unaufschiebbare Dienstreisen von bis zu fünf Tagen. Diese Ausnahme fordert aber einen negativen Corona-Test gemäß rki.de/covid-19-tests. Die Ausnahme von der Meldepflicht für Reisen von bis zu 24h im Rahmen des Grenzverkehrs gilt weiterhin.

Nordrhein-Westfalen: : Die neue Coronaeinreiseverordnung von NRW sieht wieder eine Quarantänepflicht vor. Allerdings kann man diese mit einem negativen Corona-Test vor der Einreise (48h) vollkommen abwenden, bzw. sich auch nach Einreise vor Ort freitesten.

Mit 16.12. werden die Lockdown-Maßnahmen verschärft. Der Handel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf wird geschlossen, Schulen und Kindergärten bieten nur mehr eine Notbetreuung. Private Treffen sind auf fünf Personen beschränkt.

Ab dem 19.12.2020 gilt für die Einreise nach Österreich aus Deutschland eine generelle 10-tägige Quarantänepflicht. Ab dem 5. Tag kann man sich mit einem negativen PCR- oder einem Antigen-Test freitesten. Beruflich Reisende sind von der Quarantänepflicht ausgenommen, sofern sie bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 72 Stunden ist. Bei der Einreise sollten das Formular zur Quarantäneverpflichtung ausgefüllt bereit gehalten werden. Auf dem Formular können Ausnahmen von der Quarantänepflicht vermerkt werden.


Einreise und Reisebestimmungen

Es werden an den deutschen Grenzen keine systematischen Kontrollen zu Österreich durchgeführt. Personen, die aus einem Risikogebiet einreisen oder sich binnen der letzten 14 Tage in einem solchen aufgehalten haben, müssen jedoch die Quarantänebestimmungen beachten.

Grenzübertritt: Von Österreich nach Deutschland

Da aktuell das gesamte Gebiet der Republik Österreich als Risikogebiet gilt, sind von allen Reisenden aus Österreich die Quarantänebestimmungen zu beachten.

Quarantänebestimmungen nach der Einreise

Die Verordnungen der deutschen Bundesländer zur verpflichtenden Quarantäne nach der Einreise sind auf solche Regionen anzuwenden, die vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft werden. Dies betrifft seit dem 01.11.2020 das gesamte österreichische Bundesgebiet mit der Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg (Kleinwalsertal). 

Personen, die aus einem Risikogebiet einreisen oder sich binnen der letzten 14 Tage in einem solchen aufgehalten haben, müssen grundsätzlich unmittelbar nach der Einreise eine 10-tägige Quarantäne antreten. 

Gewisse Personenkreise oder Sachverhalte sind von der Quarantänepflicht ausgenommen: 

  • (gewerbliche) Beförderung von Personen, Waren und Gütern ist in den meisten Bundesländern ausgenommen, sofern der Aufenthalt in Deutschland nicht über 72 Stunden hinausgeht (Achtung: keine Begrenzung auf 72 Stunden in Bayern, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen)
  • in allen Bundesländern gibt es die Möglichkeit ohne Quarantäne zwingend notwendige und unaufschiebbare Dienstreisen zu machen. Es gibt aber regionale Unterschiede wie lang diese sein kann, bzw. welche Dokumente hierfür notwendig sind. Details entnehmen Sie bitte dem Einreisequarantäne-Spiegel.
  • regelmäßige Berufspendler (Wohnort in einem Land, Arbeitsplatz im anderen Land) dürfen ohne Quarantäne und ohne Coronatest nach Österreich zur Arbeit pendeln und nach Deutschland heimfahren (Grenzpendler) bzw. nach Deutschland zur Arbeit pendeln und nach Österreich heimfahren (Grenzgänger), wenn dies mindestens ein Mal in der Woche erfolgt und zwingend erforderlich ist (Bestätigung des Arbeitgebers/Auftraggebers)
  • die bloße Durchreise durch ein Risikogebiet ohne Aufenthalt (beispielsweise im Auto) begründet keine Quarantänepflicht.
  • im Rahmen des Grenzverkehrs sind Einreisen bis zu 24 Stunden von Quarantäne und Coronatest ausgenommen (Achtung: in Bayern, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gilt diese Ausnahme nicht).

Bitte entnehmen Sie die Ausnahmetatbestände nach Bundesland unserem Einreisequarantäne-Spiegel.

Details zu den Ausnahmetatbeständen finden Sie in der Verordnung jenes Bundeslandes, in dem Sie sich aufhalten werden.

Bitte beachten Sie auch:

Einreiseanmeldung

Vor der Einreise nach Deutschland muss eine digitale Einreiseanmeldung durchgeführt werden: einreiseanmeldung.de 

Diese Einreiseanmeldung muss nicht durchgeführt werden bei

  • Durchreise
  • Kurzaufenthalten im Rahmen des Grenzverkehrs (24h)
  • Beruflicher Güter- und Personenbeförderung 

Für zwingend notwendige und unaufschiebbare berufliche Einreisen sowie für Einreisen von Grenzgängern ist eine Einreiseanmeldung abzugeben. Die Ausnahmen von der Quarantänepflicht gemäß den jeweiligen Einreiseverordnungen der Bundesländer bleibt jedenfalls durch die digitale Reiseanmeldung unberührt. 

Rechtliche Erfordernisse der Mitarbeiterentsendung weiter zu beachten

Bitte beachten Sie, dass die gesetzlichen Bestimmungen und Meldepflichten für die Mitarbeiterentsendung weiterhin gelten. Bei Fragen zu diesen Bestimmungen, insbesondere dem A1-Formular, der Dienstleistungsanzeige und der Meldung nach Mindestlohngesetz, wenden Sie sich bitte direkt an die AußenwirtschaftsCenter in München oder Berlin.

Grenzübertritt: Von Deutschland nach Österreich

Ab dem 19.12. gibt es gemäß der COVID-19-Einreiseverordnung bei Einreise aus Deutschland und den übrigen EU-/EWR-Staaten nach Österreich eine verpflichtende 10-tägige Quarantäne. Ab dem 5. Tag kann man sich mit einem negativen PCR- oder einem Antigen-Test freitesten. 

Ausgenommen hiervon sind Reisende aus jenen Ländern, die in der Anlage A der COVID-19-Einreiseverordnung aufgelistet ist. 

Für die folgenden Personen ist die Einreise ohne Einschränkungen möglich:

  • Personen auf der Durchreise
  • Personen, die im Rahmen des regelmäßigen Pendlerverkehrs (mindestens einmal pro Monat) zu beruflichen Zwecken einreisen oder wiedereinreisen,
  • Personen, die im Rahmen des regelmäßigen Pendlerverkehrs (mindestens einmal pro Monat) zu familiären Zwecken einreisen oder wiedereinreisen
  • Personen, die ausländisches Territorium durchqueren (z.B. das Große Deutsche Eck, oder Reisen ins Kleinwalsertal) 

Folgende Personen müssen keine Quarantäne antreten, wenn sie bei Einreise einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorweisen können der nicht älter als 72 Stunden ist:

  • Humanitäre Einsatzkräfte
  • Beruflich Reisende
  • Einreisende aufgrund einer gerichtlichen Ladung
  • Medizinische Begleitpersonen
  • DiplomatInnen mit Legitimationskarte 

Bei der Einreise sollte das Formular zur Quarantäneverpflichtung ausgefüllt bereit gehalten werden. Auf dem Formular können Ausnahmen von der Quarantänepflicht gemäß §4 Abs 3 COVID-19-Einreiseverordnung, wie etwa berufliche Reisen, vermerkt werden.

Bitte beachten Sie:

Einreiseanmeldung

Ab dem 15. Januar ist bei der Einreise nach Österreich (das sind auch Rückreisen z.B. von Geschäftsreisen) eine elektronische Anmeldung abzugeben, damit ggf. die Einhaltung von Quarantänebestimmungen erfolgen kann. Die Pflicht zur Einreiseanmeldung gilt auch für beruflich veranlasste Reisen, die von einer Quarantäne ggf. befreit sind. Die Bestätigung der Anmeldung ist elektronisch oder in Papierform mitzuführen.

Keine Anmeldung ist erforderlich für Einreisen nach § 7 Abs., 1 (besonders berücksichtigungswürdige Gründe im familiären Kreis) und Einreisen nach § 8 (z.B. Transit, Pendlerverkehr).

Die Online Registrierung kann in Deutsch oder Englisch durchgeführt werden und erfolgt über diese beiden Links:  Deutsch bzw. Englisch.

Nähere Informationen zu den neunen Einreisebestimmungen finden Sie auf der Hompage des Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Grenzübertritt: Aus Nicht-EU-Staaten via Deutschland nach Österreich 

Deutschland erlaubt die Durchreise in einen anderen Schengenstaat, sofern die Einreise in den Zielstaat gesichert ist.

Aus Drittstaaten kommend ist eine Durchreise durch Deutschland nach Österreich daher dann zulässig, wenn die Einreise nach Österreich im Sinne der COVID-19-Einreiseverordnung möglich ist.

Die Belege, die zur Einreise nach Österreich benötigt werden, müssen bereits bei der Ankunft in Deutschland bereitgehalten werden. Die Zulässigkeit der Einreise in den Zielstaat muss vom Einreisenden gegenüber der deutschen Bundespolizei belegt werden.

Reise mit dem PKW/der Bahn

Die gemeinsame Benützung von Kraftfahrzeugen durch Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ist in Österreich nur zulässig, wenn in jeder Sitzreihe einschließlich dem Lenker nur zwei Personen befördert werden. In diesem Fall besteht keine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

In Deutschland besteht eine Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Fahrgemeinschaften, verpflichtend ist dies jedoch nicht. Der/die Fahrer/in muss dabei darauf achten, dass die wesentlichen Gesichtszüge weiterhin erkennbar bleiben. Der Mindestabstand von eineinhalb Metern zu Personen die nicht im eigenen Haushalt leben ist grundsätzlich auch in Kraftfahrzeugen einzuhalten. Dies muss bei der Besetzung von PKWs beachtet werden.

Im öffentlichen Verkehr besteht in allen deutschen Bundesländern die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Dieses gilt in den meisten Bundesländern auch in Fernzügen und Bahnhofsgebäuden.


Schutzmaßnahmen und Geschäftsleben

Die deutsche Bundesregierung hat mit allen 16 Bundesländern gemeinsame Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ausgearbeitet. Berufliche bedingte Reisen nach Deutschland und die Ausübung der Berufstätigkeit in Deutschland sind weiterhin möglich.

Bitte beachten Sie, dass es sich dabei um bundesweite Mindeststandards handelt, manche Bundesländer haben – teilweise auch nur für gewisse Landkreise und Gemeinden – strengere Regeln erlassen. Einen Überblick zu den Maßnahmen finden Sie hier:

Kontaktbeschränkungen

  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist im privaten Kontext nur mit Personen des eigenen und eines weiteren Haushalts, in jedem Fall aber mit maximal 5 Personen zulässig.

Temporäre Schließung von bestimmten Betrieben

  • Betriebe der Freizeitgestaltung sind zu schließen.
  • Hotels sind für private und touristische Reisende zu schließen.
    • Bitte beachten Sie: Beruflich reisende Personen dürfen weiterhin beherbergt werden; bitte informieren Sie sich vorab bei Ihrem Hotel, ob dieses geöffnet bleibt.
  • Gastronomiebetriebe, Bars und Clubs sind zu schließen; die Lieferung und Abholung von Speisen bleibt weiterhin erlaubt.
  • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege sind zu schließen
  • Der Handel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf wird vom 16.12. bis zum 10.1. geschlossen.
  • Schulen und Kindergärten sind bis 10.1. geschlossen

Empfehlungen für Unternehmen und Bürger/innen

  • Wo immer umsetzbar, soll Heimarbeit oder mobiles Arbeiten zu Hause ermöglicht werden.
  • Nicht notwendige private Reisen sollen unterlassen werden.
  • Kontakte zu Menschen außerhalb des eigenen Hausstands sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren

Erweiterte Hygienemaßnahmen

Arbeitgeber müssen bei der Ausführung der Arbeiten die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes treffen und die Beschäftigten in verständlicher Form und Sprache über diese Schutzmaßnahmen informieren. 

In Bezug auf den Umgang mit dem Coronavirus gelten erweitere Hygienemaßnahmen. Hinweise, Handlungshilfen zur Erstellung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung für Beschäftigte finden Sie auf der Website der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft:


Damit die Mitarbeiter/innen während der Pausen die Sicherheitsabstände einhalten können, sollten entsprechende Pausenregelungen geschaffen werden. Kontrollorgane sind auch in diesem Bereich die Ordnungsämter der Kommunen sowie die Polizei. 

Auftragsverzögerungen: Höhere Gewalt ohne Schadenersatzanspruch des Auftraggebers?

Auch in der Corona-Krise kann eine pauschale Beurteilung und vorschnelle Berufung auf die berechtigte Verzögerung der Leistung wegen „höherer Gewalt“ zur Vermeidung von Schadenersatzansprüchen des Auftraggebers nicht vorgenommen werden. Die gilt insbesondere auch für Unternehmen, die die Geltung der VOB/B (deutsche Vertragsbedingungen im Baubereich) wirksam vereinbart haben.

Es gilt noch immer der Grundsatz: Verträge sind einzuhalten. Das heißt, Leistungserbringer müssen sich fragen, welche Schritte möglich und nötig sind, um ihre Leistung zeitgerecht erbringen zu können. 

Die Einreise (und Rückeinreise nach Österreich) ist mühsamer geworden, aber nicht unmöglich. Auf der Baustelle ist fraglich: Wie ist die Situation? Wird im Innenbereich gearbeitet oder im Außenbereich? Ist die Unterschreitung des empfohlenen Sicherheitsabstands für die Durchführung der Arbeiten unerlässlich oder bedarf es zwar Anstrengungen, aber der Sicherheitsabstand ist einhaltbar? Kann man die Sicherheit der Arbeiter gegebenenfalls mit Schutzausrüstung gewährleisten, wo die Unterschreitung des Sicherheitsabstands unerlässlich ist? Handelt es sich um einen zeitlich dringenden Auftrag, bei dessen Verzögerung Schäden drohen – wie beispielsweise Produktionsausfall? 

All dies sind Fragen, die sich Unternehmer stellen sollten, bevor sie sich allzu großzügig auf die Verschiebung beziehungsweise Verzögerung wegen „höherer Gewalt“ berufen. 

Gleichwohl führte die Verhängung der Ausgangsbeschränkungen und das Kontaktverbot sicherlich eher zu einer Verschiebung der Argumentation zu Gunsten des Vorliegens „höherer Gewalt“.

Auch bei Tätigkeiten auf Baustellen oder sonstigen Einsatzorten – die nicht per se von der Ausgangssperre betroffen sind, schließlich ist es weiterhin erlaubt zur Arbeit zu gehen – werden (unbeschadet der vorherigen Ausführungen) ganz sicher notwendiger Weise zu viele Kontakte stattfinden. In diesen Zeiten wäre unseres Erachtens auch die nachgewiesene Ansteckung eines Mitarbeiters mit Covid-19 (andere „übliche“ Krankheiten wiederum nicht) ein Argument für „höhere Gewalt“.

Unsere klare Empfehlung für Unternehmen lautet: Nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Auftraggeber auf und treffen Sie eine einvernehmliche Regelung zur zeitlichen Verlegung der Ausführung der Arbeiten, soweit möglich. Grundsätzlich sind die Vorgaben seitens des jeweiligen Bundeslandes resp. Kommunen zu den Ausgangssperren zu verfolgen.


Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft

Das Wichtigste zu Kurzarbeit und Vertragsrecht: Rechtliche Hinweise zum Betriebsablauf in der Corona-Krise in Deutschland erhalten Sie in der Aufzeichnung des Webinars des AußenwirtschaftsCenter München.

Telearbeit/Home Office

In Deutschland bedarf es für die Zulässigkeit von Telearbeit – insbesondere bei Fehlen eines Betriebsrats oder anzuwendenden Tarifvertrags - einer individualvertraglichen Vereinbarung. Dies gilt auch für die bedarfsabgestimmte, rechtlich „alternierende Telearbeit“. 

Gewähren Sie Homeoffice - insbesondere wenn dies nicht zur Dauereinrichtung werden soll - dieser Tage nicht ohne schriftliche Vereinbarung, gegebenenfalls könnte sonst der Arbeitnehmer zukünftig einen Anspruch (unter den ungeregelten Bedingungen) darauf erheben. 

Es stellen sich Fragen insbesondere zu

  • Arbeitsort + Arbeitsschutz (vgl. auch die Hinweise der Berufsgenossenschaft VBG (Ausführung der deutschen gesetzliche Unfallversicherung erfolgt durch die Berufsgenossenschaften) unter vbg.de und unter sifa-news.de.
  • Arbeitszeit–Erfassung
  • Zutrittsrecht des Arbeitgebers zu den Privaträumen, vgl. etwa unter anwaltskanzlei-online.de und unter bfdi.bund.de 
  • Kostentragung, gerade bezüglich laufender Kosten.

Eine allgemeine Mustervereinbarung finden Sie auf der Website der IHK Frankfurt/Main.

Da hier für Arbeitsverträge einerseits die AGB-Regelungen zur Anwendung kommen, so dass der strenge Prüfungsmaßstab für formularmäßige Vereinbarungen anzulegen ist, und andererseits die im Einzelnen zu regelnden Punkte problematisch sein könnten, raten wir zur Beratung durch einen Fachanwalt.

Kurzarbeit

Für in Deutschland sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer kommt bei betrieblichem Arbeitsausfall mit Entgeltausfall unter weiteren Voraussetzungen ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld rückwirkend ab März 2020 in Betracht. Die Voraussetzungen gemäß §§ 95 ff. SGB III werden wegen Corona zwar erleichtert (beispielsweise müssen nur noch 10% der Beschäftigten vom Entgeltausfall betroffen sein, Leiharbeiter werden erfasst, Arbeitgeber bekommen Sozialbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden erstattet) und gegebenenfalls großzügiger zugunsten Arbeitgebern ausgelegt, müssen aber vorliegen. 

Der erste Schritt wäre die bloße Anzeige (für Anspruch ab März 2020: Anzeige bis Ende des Monats) von Arbeitsausfall an die für Ihre Mitarbeiter regional zuständige Agentur für Arbeit.

Auf die sodann folgende Mitteilung seitens der Arbeitsagentur, wäre der Antrag zu stellen – alle Informationen. Dieser Antrag kann nur von Unternehmen mit Betriebsstätte in Deutschland beantragt werden.


Weitere Informationen und Notfallnummern

Treten bei Mitarbeiter/innen Symptome einer Erkrankung mit COVID-19 auf, sollten Sie sich unmittelbar an das lokal zuständige deutsche Gesundheitsamt wenden. Das Gesundheitsamt ist dann sowohl für den Meldeweg als auch für die Verhängung von weiteren Maßnahmen zuständig. Zudem wird Sie das Gesundheitsamt darüber informieren, wie Sie sich zu verhalten haben. 

Auf der Website des Robert-Koch-Instituts finden Sie die Kontaktdaten des zuständigen deutschen Gesundheitsamts durch Eingabe der Postleitzahl des jeweiligen Aufenthaltsortes. 

Weitere wichtige Telefonnummern:

  • 112: Rettungsdienst für medizinische Notfälle
  • 116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  • 0800 0117 722: Unabhängige Patientenberatung Deutschland
  • 030 3464 65100: Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums