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Coronavirus: Situation in Spanien

Aktuelle Lage im Überblick

Stand: 11.9.2020


Aktuell & Wichtig

Bei der Einreise aus Festland Spanien und den Balearen nach Österreich muss ein gültiger PCR-Test und ein Gesundheitszeugnis vorgewiesen werden. Ausgenommen von dieser Bestimmung bleiben die Kanarischen Inseln (Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote, La Gomero, El Hierro). Näheres dazu unter „Einreise nach Österreich“.

Seit Ende des Lockdowns am 21.Juni steigt in ganz Spanien die Anzahl der Neuinfektionen kontinuierlich an. Am stärksten betroffen ist mit Abstand die Region Madrid, gefolgt von La Rioja, dem Baskenland und Navarra.

Zusätzlich zu den spanienweiten Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 gelten regional verschärfte Regelungen, darunter die Beschränkung von Versammlungen auf max. 10 Personen (Madrid, Katalonien, Balearen, Baskenland und La Rioja) bzw. 6 Personen (Murcia), Kapazitätsbeschränkungen in der Gastronomie (Madrid, Katalonien, Aragón), Abriegelung einzelner Gemeinden (Kastilien-León und Aragón), Verbot in öffentlichen Verkehrsmitteln Lebensmittel zu verzehren und damit verbunden den MNS abzunehmen (in mehreren Regionen).

Generell ist Folgendes zu beachten:

  • Allgemeine Maskentragepflicht im gesamten öffentlichen Raum (in geschlossenen Räumen sowie im Freien) in allen autonomen Regionen.
  • Allgemeine Maskentragepflicht in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, inkl. Flug- und Schiffsverkehr, sowie auch in privaten Verkehrsmitteln, sofern die Personen nicht im selben Haushalt leben. 
  • Bei Nichteinhaltung drohen Strafen bis zu 100 Euro.
  • Die Ausnahme von der Maskentragepflicht gilt bei Personen, bei denen medizinische Gründe dagegen sprechen, sowie bei Sport im Freien. Ebenfalls ausgenommen von der Maskentragepflicht sind Kinder bis zum Alter von 6 Jahren.
  • Rauchverbot auch im Freien (auf den Straßen, in Gastgärten von Cafés und Restaurants), wenn ein Mindestabstand von 2 Metern nicht garantiert werden kann.
  • Schließung von Diskotheken, Tanzlokalen, Cocktailbars; Verbot von Trinkgelagen im Freien.
  • In Restaurants sind max. 10 Pers/Tisch zulässig; es gilt ein Mindestabstand von 1,5m zwischen den Tischen; Vorverlegung der Sperrstunde auf 01:00 Uhr; keine neuen Gäste ab 24:00 Uhr.
  • Für Arbeitsstätten: Maßnahmen, die die Sicherheit der Arbeitnehmenden und Kunden gewährleisten (Sicherheitsabstand, Hygienemaßnahmen und wenn notwendig Schichtbetrieb). Meldepflicht bei Auftreten von Symptomen.

  • Für Gesundheitseinrichtungen: Maßnahmen, die die Sicherheit des Personals und der Patienten gewährleisten (Hygienemaßnahmen, Ausstattung mit Schutzmaterial)
  • Verpflichtende Hygienevorschriften für Geschäfte, Hotellerie, Gastronomie, Kulturbetrieb und Sportveranstaltungen, sofern der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann.
  • Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung mit wichtigen Medikamenten
  • Einstufung von COVID-19 als „dringend meldepflichtige Erkrankung“ 
  • Verpflichtung zur Durchführung von PCR-Tests bei allen Verdachtsfällen und Meldung an das Gesundheitsministerium 
  • Verpflichtende Meldung der in öffentlichen und privaten Labors durchgeführten PCR-Tests
  • Gesundheitskontrollen bei Einreise an Flughäfen
  • Erfassung der Kontaktdaten von Reisenden zum Zweck der Nachverfolgung und Aufbewahrung für mindestends 4 Wochen
  • Verpflichtende Erstellung von Notfallsplänen durch die autonomen Regionen für den Fall eines neuerlichen Ausbruchs

Sollten Sie eine Geschäftsreise planen, kontaktieren Sie uns vorab - wir informieren Sie gerne, welche Vorschriften am Ziel Ihrer Reise gelten.


Reisebestimmungen

Einreise nach Österreich

Für das Festland-Spanien und die Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera) gilt derzeit die Reisewarnstufe 5. Für die Kanarischen Inseln gilt vorerst weiterhin die Reisewarnstufe 4.

Eine Einreise nach Österreich aus dem Festland Spanien bzw. den Balearen ist nur mit einem negativen PCR und zusätzlich einem ärztlichen Gesundheitszeugnis, das einen negativen PCR-Test bestätigt, möglich.

Vorlagen für das Gesundheitszeugnis sind auf Deutsch und auf Englisch verfügbar. Die Testung darf nicht länger als 72 Stunden zurückliegen.

» Auswahl an Testlabors in Spanien

Von der Firma GESMEDI besteht das Angebot für PCR-Tests zum Preis von 99€ für alle Kunden, die sich unter Hinweis auf das AC Madrid bzw. die österreichische Botschaft anmelden. Die Kosten für das Gesundheitszeugnis belaufen sich auf zusätzliche 30 €. Termine können auch auf Englisch vereinbart werden unter: T +34 91 113 87 75; WhatsApp +34 622 462 266; E-Mail: citas@gesmedi.com

Ist die Testung im Ausland nicht möglich, kann die Einreise trotzdem gewährt werden und der PCR-Test muss innerhalb von 48 Stunden in Österreich durchgeführt werden. Bis zum Vorliegen eines negativen Testergebnisses ist eine selbstüberwachte (Heim-)Quarantäne anzutreten.

Seit 22. August müssen Einreisende außerdem ein Formular mitführen, in dem die Aufenthaltsorte der letzten 10 Tage, eine Quarantäne-Adresse etc. abgefragt werden. Die Formulare sind auf Deutsch und auf Englisch verfügbar. 

Einreise nach Spanien

Für Spanien gilt derzeit die Sicherheitsstufe 5, also eine partielle Reisewarnung. Die Grenzen für den gesamten EU- & Schengen-Raum sind wieder geöffnet. Es gibt auch keine 14-tägige Quarantänepflicht für Einreisende. 

Bis 16.09.2020 gilt ein Einreiseverbot für Drittstaatsangehörige mit Ausnahme der 10 Länder gem. Positivliste der EU, d.h. dass die Einreise nach Spanien aus Australien, Georgien, Japan, Kanada, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay derzeit möglich ist.

Alle Flughäfen sind wieder für internationale Ankünfte geöffnet, es bestehen keine Flug- oder Transitverbote. Die spanischen Häfen bleiben aber für Kreuzfahrtschiffe auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Wichtige Informationen für Flugreisende:

Die spanische Regierung hat das Programm Spain Travel Health (SpTH) eingeführt, in dessen Rahmen an den spanischen Flughäfen ab dem 1. Juli 2020 ein Protokoll zur Gesundheitskontrolle für alle Personen, die aus anderen Ländern nach Spanien fliegen, etabliert wird. Dieses betrifft alle Fluggäste, die aus anderen Ländern nach Spanien reisen, unabhängig von Nationalität, Alter oder sonstigen Faktoren.

Alle jene, die aus einem anderen Land nach Spanien fliegen, sind verpflichtet, das Formular zur Gesundheitskontrolle FCS (steht für „Formulario de Control Sanitario“) 48 Stunden vor der Abreise auszufüllen. Nach dem Ausfüllen wird ein QR-Code zugeschickt, der bei der Ankunft vorzuweisen ist. Jede Person muss über einen eigenen, mit der Reise verbundenen QR-Code verfügen, da dieser persönlich und nicht übertragbar ist.

Das Formular kann über diese Website heruntergeladen werden, oder man nutzt die ebenfalls über die Webseite verfügbare mobile App SpTH. Folgende Schritte sind erforderlich:

  • Sobald die Flugdaten vorliegen, kann das FCS-Formular erstellt werden. Bestimmte Fragen können jedoch erst 48 Stunden vor der Abreise beantwortet werden. 

  • 48 Stunden vor der Abreise muss das Formular komplettiert und abgeschickt werden. In der Folge wird ein QR-Code per E-Mail oder über das Mobiltelefon zugeschickt, der ausgedruckt oder auf dem Mobiltelefon bei der Einreise vorzuweisen ist. 

Welche Informationen muss man im Formular angeben?

  1. Nummer des Ausweisdokuments (Reisepass, Personalausweis usw.)
  2. Informationen zum Flug
  3. Informationen zum Aufenthalt in Spanien
  4. E-Mail-Adresse

Die übermittelten Informationen werden ausschließlich von den spanischen Gesundheitsbehörden gemäß den in der spanischen Gesetzgebung festgelegten Zwecken der Gesundheitsüberwachung genutzt, immer mit dem Ziel, die Gesundheit, die der übrigen Fluggäste und die der Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Die Webseite ist sehr umfassend. Wir empfehlen, sich diese gut durchzulesen.

Im Fall des Verdachts auf eine Covid-19 Infektion sind je nach Region diese spanischen Notrufnummern zu wählen.

Bei Auftreten von Coronavirus-Symptomen während des Aufenthalts in Spanien bzw. sollte ein durchgeführter PCR-Test positiv ausfallen, erfolgt die Behandlung je nach Schweregrad im Krankenhaus oder durch ein Gesundheitszentrum in Spanien. Während des Verlaufs der Krankheit ist die Ausreise aus dem Land nicht erlaubt.

Reisen für Montagen, Wartungs- und Inbetriebnahmearbeiten durch österreichisches Personal in Spanien

Es gibt derzeit keine Beschränkungen für die Einreise nach Spanien zum Zweck von Montagearbeiten durch österreichisches Personal. 

Bei der Rückkehr vom Festland Spanien sowie von den Balearen nach Österreich besteht jedoch die Nachweispflicht eines negativen PCR-Tests. Nähere Informationen dazu finden Sie unter „Einreise nach Österreich“. 

Zu beachten sind:

  • Allgemeine Maskentragepflicht im öffentlichen Raum in ganz Spanien und Rauchverbot auch im Freien, wenn ein Mindestabstand von 2 Metern nicht garantiert werden kann. 
  • Bei der Einreise nach Spanien mit dem Flugzeug muss ein Formular zur Gesundheitskontrolle (FCS) ausgefüllt werden (ausführliche Informationen dazu unter dem Kapitel „Einreise nach Spanien“).
  • Aufgrund von örtlich oder regional auftretenden Clustern können in betroffenen Orten Quarantänemaßnahmen verhängt werden. Vor einer geplanten Entsendung in die betroffenen Regionempfehlen wir Ihnen die Kontaktaufnahme mit den AußenwirtschaftsCentern in Spanien – sie informieren Sie konkret über mögliche Einschränkungen.
  • Im Falle des Auftretens von Symptomen oder sollte ein durchgeführter PCR-Test vor Ort positiv ausfallen, ist eine Ausreise aus Spanien nicht möglich und die medizinische Betreuung muss in Spanien erfolgen.

Regelungen für den Güterverkehr

Seit Ende des Alarmzustands am 21.06. gelten grundsätzlich wieder die Fahrbeschränkungen für Katalonien, Baskenland und Restspanien. Abgesehen davon gelten seit 20.08. die im neuen EU-Mobilitätspaket festgesetzten Lenk- und Ruhezeiten.

Das Tragen von Masken ist in LKW zwingend vorgeschrieben, wenn mehr als eine Person mitfährt.

Aufgrund von lokalen Eingrenzungen infolge eines Neuinfektionsherds kann es zu gewissen Einschränkungen kommen (wie vorübergehende Sperrung von Autobahnausfahrten), obwohl der Warentransport auch in den Sperrgebieten grundsätzlich erlaubt und die freie Zirkulation auf Autobahnen oder Schnellstraßen gegeben ist.

Momentan gilt in der Autonomen Region Galizien die Regelung, dass Reisende und Fernfahrer, die sich in den letzten 14 Tagen vor ihrer Einreise nach Galizien in Madrid, Aragonien, Katalonien, Navarra, Baskenland und einer Reihe von anderen europäischen Ländern (ausgenommen Portugal) aufgehalten haben, sich binnen 24 Stunden bei der regionalen Gesundheitsbehörde melden und ihre Kontaktdaten bekannt geben müssen. Dies kann online über die Webseite oder telefonisch unter der Nummer 881 00 20 21 erfolgen. 


Wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen

Die spanische Wirtschaft ist nun offiziell in Rezession. Während das spanische BIP im ersten Quartal 2020 ein Minus von 5,2 % im Jahresvergleich verzeichnete, war der Rückgang im zweiten Quartal im Jahresvergleich bei 22,1%, das sind 18,5% weniger als im Quartal davor. Erst für das dritte Quartal wird wieder ein Plus von 16,1 % erwartet.

Der Konsum der privaten Haushalte ging im zweiten Quartal um 21,2% zurück, die Investitionen ebenfalls um mehr als 20%. Nach Sektoren sind Handel, Transport und Gastronomie mit einem Rückgang von 40,4 % besonders betroffen, die Bauwirtschaft verzeichnete -29,9 %, die Industrie -23,8 %. Gestiegen sind hingegen die Ausgaben der öffentlichen Verwaltung um 0,4 %. 

Für das Gesamtjahr 2020 sagen Experten derzeit beim BIP ein Minus von 10,8 % voraus, bevor es 2021 wieder ein Plus von 7,2% geben soll. Mit der Erreichung des Vorkrisenniveaus wird jedoch nicht vor Sommer 2022 gerechnet.

Unabhängig von Ausmaß und Tempo der Erholung, die dem beispiellosen vertikalen Niedergang der spanischen Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte folgen wird, sind sich die Ökonomen einig, dass die wirtschaftliche Erholung von Unsicherheit und der anhaltenden Bedrohung durch die Pandemie geprägt sein wird. Neuerliche Virusausbrüche stellen das Hauptrisiko dar, egal ob sie in Spanien oder in anderen Ländern erfolgen, denn neuerliche Restriktionen werden sich auf jeden Fall auswirken, sei es durch weniger Tourismus, eine Hemmung bei den Exporten oder die Unterbrechung von Lieferketten. Andererseits befinden sich derzeit auch noch etwa zwei Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit und es ist derzeit unklar, ob sie in die Arbeitslosigkeit gehen werden oder nicht. Auch das Modell der Telearbeit führt zu einem Paradigmenwechsel und in weiterer Folge vermutlich zur Schließung von Geschäftslokalen und Büros.

Angesichts dieses Szenarios ist in Spanien die Erleichterung groß über die Verabschiedung des europäischen Konjunktur- und Investitionsprogramms gegen die Folgen der Pandemie-Krise. Spanien wird aus diesem Finanzpaket 140 Mrd. Euro erhalten, etwas mehr als die Hälfte davon (72,7 Mrd. Euro) in Form von Transferleistungen, den Rest als Darlehen. Das bedeutet Entlastung für den spanischen Staatshaushalt im Hinblick auf die Schritte, die zur Krisenbewältigung noch gesetzt werden müssen.

Die spanische Regierung hat seit März mittels mehrerer Königlicher Gesetzesdekrete Maßnahmen zur Abfederung sozialer und wirtschaftlicher Auswirkungen der COVID-19-Epidemie, zum Schutz von ArbeitnehmerInnen, Familien, KonsumentInnen, zur Unterstützung von Wirtschaft und Beschäftigung verabschiedet. Der gesamte Schutzschirm beinhaltet ein Paket an steuerliche Maßnahmen, Staatsgarantien und Darlehen im Ausmaß von 200 Mrd. Euro, wovon bisher rund 150 Mrd. Euro in Form von Bürgschaften bereitgestellt worden sind.

Ein großer Teil der Finanzhilfen sind ausschließlich für Klein- und Mittelbetriebe (mit weniger als 250 Angestellten) sowie Selbständige vorgesehen. Außerdem gibt es Förderungen für Investitionsprojekte von Unternehmen (insbesondere Investitionen in ökologische Nachhaltigkeit und Digitalisierung), für den Tourismussektor und andere strategische Sektoren (wie der Sicherheit, Gesundheit, Infrastruktur, Kommunikation oder der Automobilindustrie), sowie für exportorientierte Unternehmen.


Arbeitsrechtliche Aspekte

Mit Ende des Alarmzustands per 21. Juni und Beginn der „neuen Normalität“ ist eine allgemeine Rückkehr an den Arbeitsplatz möglich, wenn auch die Empfehlung gilt, wo immer es geht, den Home Office Betrieb vorerst aufrechtzuerhalten.

Die Regierung bereitet derzeit ein Tele-Working-Gesetz vor, das zwei wesentliche Punkt enthält. Zum einen soll es den ArbeitnehmerInnen, die von zu Hause aus arbeiten, ermöglicht werden, unter Berücksichtigung bestimmter Voraussetzungen ihre Arbeitszeiten mit dem Arbeitgeber auszuhandeln, und zum anderen muss das Unternehmen alle Kosten tragen, die durch die Tätigkeit von zu Hause aus verursacht werden. Der Gesetzesentwurf muss allerdings erst mit den Sozialpartnern abgestimmt werden. 

Für diejenigen ArbeitnehmerInnen, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, sind entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen (siehe weiter unten).

Zeitweilige Entlassung oder Reduzierung der Arbeitszeit

Das Königliche Gesetzesdekret 8/2020 sieht mehrere Maßnahmen vor, um Angestellte zeitweilig als arbeitslos zu melden oder Kurzarbeit anzumelden. Bei der zeitweiligen Entlassung oder Reduzierung der Arbeitszeit, den sogenannten ERTE, muss zwischen zwei Arten unterschieden werden:

  • Beim ERTE aufgrund von höherer Gewalt (ERTE por causa mayor) muss das Unternehmen den Nachweis erbringen, dass die Voraussetzung aufgrund der durch COVID-19 verursachten Einschränkungen gegeben ist. Die Arbeitsbehörde muss innerhalb von 5 Tagen entscheiden, ob der ERTE gerechtfertigt ist.

Wird der ERTE genehmigt, so müssen Unternehmen mit weniger als 50 Angestellten während dieser Zeit keine Sozialversicherungsbeiträge und auch keine Gehälter zahlen. Wichtig ist, dass jene Unternehmen, die einen solchen ERTE beantragen, sich dazu verpflichten, die Arbeitsplätze für einen Zeitraum von sechs Monaten ab der Wiederaufnahme der Betriebstätigkeit weiter zu erhalten.

  • Weiters gibt es den ERTE aufgrund von wirtschaftlichen, technischen, organisatorischen und produktionsbedingten Gründen, der oft Kurzarbeit bedeutet. Hier muss der arbeitgebende Betrieb die Sozialversicherungsbeiträge weiterhin bezahlen, aber die Frist, um diesen ERTE mit der Belegschaftsvertretung zu besprechen, wurde auf 7 Tage verkürzt.

Das Königliche Dekret 18/2020 vom 12. Mai brachte für die ERTEs aufgrund von höherer Gewalt verursacht durch COVID-19 u.a. folgende Neuerungen:

  • Möglichkeit eines teilweisen ERTE ,d. h. wenn bei einer schrittweisen Rückkehr zur Geschäftstätigkeit nicht die gesamte Belegschaft gleichzeitig zurückkehren kann, so können Teile davon noch zu Hause bleiben, andere nur einige Stunden an ihren Posten zurückkehren.
  • Unterstützungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen für Betriebe, die einen Teil der Belegschaft wieder an ihren Arbeitsplatz bestellen
  • Bei Konkursrisiko eines Unternehmens entfällt die Verpflichtung, die Angestellten mindestens sechs Monate nach Beendigung des ERTE weiterhin unter Vertrag zu haben.
  • Auch Unternehmen, deren Tätigkeit je nach Saison sehr stark fluktuiert, können vom sechsmonatigen Kündigungsverbot ausgenommen werden.

In den letzten Monaten sind über 550.000 ERTEs genehmigt und damit bis zu 3,7 Mio. ArbeitnehmerInnen unterstützt worden.

Am 26. Juni wurden mittels königlichem Dekret 24/2020 folgende Neuerungen verabschiedet:

  • die ERTEs und damit die Befreiungen von den Beitragszahlungen und Aufrechterhaltung des Schutzes für die Betroffenen wurden bis 30.September verlängert.
  • Ebenso erfolgte die Verlängerung der Beihilfen für Selbständige.
  • jenen Unternehmen, die ihre Tätigkeit noch nicht wieder aufnehmen können, wird es ermöglicht, alle betroffenen ArbeitnehmerInnen zu behalten, wenn auch mit etwas geringeren Beitragssenkungen als bisher.
  • hinzu kommt die Option eines ERTE aufgrund höherer Gewalt, verursacht durch lokale neue COVID-19 Krankheitsherde 

Angestellte mit COVID-19 oder in Quarantäne

Sollten sich Angestellte mit dem COVID-19 angesteckt haben oder in Quarantäne sein müssen, dann werden diese Zeiten als Arbeitsunfall klassifiziert und auch dementsprechend bezahlt. Die Krankschreibungen werden vom Hausarzt ausgestellt, die betroffenen ArbeitnehmerInnen müssen jedoch vorab auch die dafür eingerichteten Stellen der Autonomen Region, wo sie wohnhaft sind, telefonisch davon unterrichten. Diese Stellen entscheiden dann, ob eine Ansteckung gegeben ist und ob es notwendig ist, dass die Person zu Hause bleibt (auch im Falle einer Quarantäne). Danach setzt diese Stelle das zuständige Gesundheitszentrum und damit den Hausarzt davon in Kenntnis.

Betriebsurlaub

Grundsätzlich müssen Urlaube vorab zwischen dem Unternehmen und den MitarbeiterInnen vereinbart werden, und es ist nicht legal, MitarbeiterInnen zu einem Betriebsurlaub zu verpflichten.

Betreuungsdienst

Trotz Ende des Alarmzustandes ist das Angebot an geeigneten Betreuungseinrichtungen und Dienstleistungen momentan noch sehr eingeschränkt, um Neuinfektionen zu vermeiden. Die spanische Regierung hat daher bereits während des Alarmzustandes den später genannten Plan „MECUIDA“ ins Leben gerufen. Firmen sind demnach verpflichtet, ihren Angestellten zu ermöglichen, die Arbeitszeit zu reduzieren, wenn diese nachweisen können, dass sie sich zu Hause um pflegebedürftige Personen kümmern müssen, die aufgrund der derzeitigen Situation nicht wie gewohnt in die Schule, in die Tagesstätten etc. gehen können. Diese Reduzierung geht mit der entsprechenden Reduzierung des Lohns einher.

Die Gültigkeit dieses Plans wurde verlängert und gilt nun bis drei Monate nach Beendigung des Alarmzustandes.

Implementierung von Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Infektionen am Arbeitsplatz

Um die Arbeitnehmer möglichst effektiv vor einer Infektion mit COVID-19 zu schützen, sind die Arbeitgeber dazu aufgerufen, geeignete Schutzmaßnahmen im Betrieb einzuführen. Dabei kommen den betriebsinternen Sicherheitsbeauftragten (dem sog. Servicio de Prevención), oder eben dem dafür beauftragten externen Servicedienstleister, eine entscheidende Rolle zu, denn diese müssen diese Maßnahmen festsetzen. Das spanische Gesundheitsministerium hat dafür einen sehr umfassenden Leitfaden (Procedimiento para los servicios de prevención de riesgos laborales frente a la exposición al SARS-CoV-2 (COVID-19)) erstellt.

Zu diesen Maßnahmen zählen:

  • Protokoll für den Fall einer Ansteckung des eigenen Personals oder Subunternehmen/Selbständige, die im Unternehmen mitarbeiten oder mit ihm zusammenarbeiten
  • Sicherheitsabstand von 2 m (in Katalonien 1,5 m)
  • Falls erforderlich: Schutzausrüstung wie Schutzmasken, Handschuhe
  • Abschirmungsmaßnahmen wie Plexiglasabtrennungen
  • Hygienemaßnahmen am Arbeitsplatz müssen verstärkt werden, besonders die Oberflächen, die sehr oft verwendet werden, müssen besonders sorgfältig gereinigt werden

Neben diesen Maßnahmen müssen für besonders gefährdete Personengruppen verstärkte Schutzmaßnahmen getroffen werden. Zu diesen Personengruppen gehören:

  • Diabetes-Kranke
  • Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen, inkl. Bluthochdruck
  • Chronische Leber-, Nieren- oder Lungenerkrankungen
  • Immunschwächeerkrankungen
  • Personen in aktiver Krebsbehandlung
  • Schwangere
  • Arbeitnehmer ab 60 Jahren

Sollten die Schutzmaßnahmen nicht ausreichend sein, werden diese Arbeitnehmer krankgeschrieben.

Service der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA für österreichische Unternehmen in Spanien

Die AußenwirtschaftsCenter Madrid und Barcelona beobachten die Entwicklung im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in Spanien und die möglichen Einschränkungen, die daraus resultieren, weiterhin genau.

Der aktuelle Status von Veranstaltungen kann auf der Spanienseite auf wko.at abgefragt werden.

Alle als Teilnehmer angemeldeten Firmen werden über Änderungen direkt informiert. Bei Veranstaltungsabsage aufgrund des Corona-Virus fällt keine Teilnahmegebühr an, Sachkosten müssen jedoch weiterverrechnet werden. Bei Veranstaltungsverschiebungen bleiben die Teilnehmenden an ihre Anmeldung gebunden. Reise- und Aufenthaltskosten werden in keinem Fall ersetzt. Wir empfehlen den Abschluss einer Reise- bzw. Rücktrittsversicherung.

Alle Informationen zur Lage in Spanien finden Sie immer auf der Spanienseite auf wko.at, solche zu neuen Geschäftschancen in Spanien und auf den Weltmärkten tagesaktuell auch über das WKÖ-Exportradar


Kontaktstellen für österreichische Unternehmen in Spanien

AußenwirtschaftsCenter Madrid
Wirtschaftsdelegierter Dr. Ernst Kopp
Orense, 11 - 6°, 28020 Madrid
T +34 91 55 64 358
E madrid@wko.at 

AußenwirtschaftsCenter Barcelona
Wirtschaftsdelegierter Dr. Andreas Schmid
Av. Diagonal, 420/3/2, 08037 Barcelona
T +34 93 29 22 378
E barcelona@wko.at

Österreichische Botschaft Madrid
Botschafter Mag. Christian Ebner
Paseo de la Castellana 91, 28046 Madrid
T +34 91 55 65 315
E madrid-ob@bmeia.gv.at

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