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Coronavirus: Situation in Vietnam

Aktuelle Lage und Info-Updates

Das AußenwirtschaftsCenter Ho Chi Minh City informiert österreichische Unternehmen über Auswirkungen des neuartigen Coronavirus (COVID-19) auf Geschäftstätigkeit und Wirtschaft in Vietnam.

Stand: 10.07.2020

Aktuell & Wichtig

Vietnam hat sich für den internationalen Personenverkehr aus Furcht vor Einschleppung des Coronavirus derzeit weitgehend abgeschottet und vertraut in der ersten wirtschaftlichen Erholungsphase auf die Resilienz der eigenen Wirtschaft. Angetrieben von Bauwirtschaft, öffentlichen Investitionen und einem einigermaßen intakten Produktionssektor wird das Land 2020 eine Rezession  vermeiden und ein moderates Wachstum von 2 bis 3,5 % aufweisen.

Es gibt im Moment praktisch keine Möglichkeit, ohne Sondergenehmigung der vietnamesischen Regierung aus Europa nach Vietnam zu reisen. Derzeit finden nur Sonder- und Repatriierungsflüge nach Vietnam statt.

Angesichts des gesundheitspolitischen Erfolgs im Umgang mit der Krise und der hohen Zustimmung der Bevölkerung zu den Grenzschließungen handhabt die Regierung die weitere Grenzöffnung sehr restriktiv. Dies steht in einem Gegensatz zur allgemein liberalen und investorenfreundlichen Wirtschaftspolitik des Landes. Aktuell werden selektive Öffnungsschritte unter Auflagen diskutiert, wobei zunächst Flugverbindungen und Erleichterungen beim Grenzübertritt für ausgewählte Länder im asiatisch-pazifischen Raum, in denen es eine längere Historie ohne Neuinfektionen gibt, in Aussicht gestellt werden. 

Österreichischen Unternehmen wird geraten, mit dem Risiko zu planen, dass die Einreise bis auf weiteres verunmöglicht ist. Es besteht derzeit keine Gewissheit, ob die Einreise zu Geschäftszwecken im Herbst oder Winter 2020 wieder ohne Beschränkungen möglich sein wird. Es empfiehlt sich, Montage- und andere Dienstleistungen, soweit irgend möglich und haftungsrechtlich machbar, durch lokale Experten mit Video- oder telefonischer Unterstützung abzuhalten. Reguläre Geschäftstermine sollten nach Möglichkeit virtuell abgehalten werden.

Einreise und Reisebestimmungen

Seit 18.3.2020 werden ausländischen Staatsbürgern generell keine Sichtvermerke mehr ausgestellt. Ausgenommen sind Visa in besonderen Fällen, in denen eine Ausnahmegenehmigung erwirkt werden kann. Für Experten, Manager oder Hochqualifizierte, die aus wichtigen Gründen nach Vietnam einreisen müssen, kann zwar um eine derartige Genehmigung im Wege der Vietnamesischen Botschaft oder über Antrag eines vietnamesischen Geschäftspartners angesucht werden. Die Vorschrift wird allerdings restriktiv ausgelegt. Prüfung und Entscheidung erfolgen durch das Immigration Department in Zusammenspiel mit anderen Behörden, teilweise auch auf Provinzebene, die den konkreten Anlassfall befürworten müssen (politische Entscheidung).

Seit 1.7.2020 ist es für 80 Länder, darunter auch Österreich, prinzipiell wieder möglich, ein elektronisches Visum zu beantragen. Dies hat aber keine unmittelbaren Auswirkungen auf die in Kraft befindlichen Einreiserestriktionen.

Dies hat aber keine unmittelbaren Auswirkungen auf die in Kraft befindlichen Einreiserestriktionen.

In Vietnam befindliche Ausländer können ihre Sichtvermerke verlängern lassen.

Seit 22.3.2020 wird ausländischen Staatsbürgern generell bis auf wenige Ausnahmefälle die Einreise nach Vietnam verweigert. 

Alle Personen, denen die Einreise nach Vietnam erlaubt wird, d.s. insbesondere Personen mit vietnamesischer Staatsbürgerschaft, Ausnahmegenehmigung (siehe oben) oder Diplomatenstatus, müssen sich einer 14-tägigen Quarantäne gemäß den aktuellen Vorschriften des Gesundheitsministeriums unterziehen. Diese kann in bestimmten Fällen als Heimquarantäne oder in einem Hotel(zimmer), sonst in einer Quarantänefazilität absolviert werden und wird von den Lokalbehörden überwacht. Zudem sind zwei SARS-CoV-2 Tests nach Einreise bzw. am Ende der Quarantäne zu absolvieren.

Durch die Einstellung des internationalen Flugverkehrs und die Schließung der Landgrenzen zu Kambodscha, Laos und China für den Personenverkehr ist die Anreise nach Vietnam jedoch praktisch fast unmöglich. Derzeit dürfen nur Repatriierungsflüge und Sonderflüge in Vietnam einfliegen.

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise und Reiseempfehlungen.

Regelungen für den Güterverkehr

  • Internationaler Frachtverkehr weitgehend normal
  • Luftfrachtkapazitäten knapp
  • Fallweise Verzögerungen bei Transporten über Drittländer

Schutzmaßnahmen und Geschäftsleben

  • Mundschutzpflicht im öffentlichen Raum
  • Inlandsreisen ohne besondere Auflagen möglich
  • Weltweite Reisebeschränkungen beeinträchtigen die Ankunft von Gastarbeitern, Technikern und Schlüsselkräften in (ausländischen) Betrieben
  • Bereitschaft zu digitalen Geschäftsmeetings am ehesten bei Großbetrieben und Jungunternehmen ausgeprägt, gering im staatlichen Sektor und in traditionellen Betrieben
  • Tourismus- und Transportwirtschaft, Agrarwirtschaft, Unterhaltungsbranche sowie Handel und Dienstleister besonders hart von der Krise getroffen; fallweise Betriebsschließungen und Kündigungen
  • Einige Exportbetriebe, vor allem in Sektoren mit globalem Nachfrageeinbruch, laufen mit reduziertem Schichtbetrieb oder sind temporär geschlossen

Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft

  • Steuererleichterungen, Steuerstundung, Stundung von Landnutzungsgebühren
  • Kreditausweitung und Zinssenkungen
  • Stundung der Abfuhr von Sozialversicherungsabgaben
  • Reduzierung behördlicher Gebühren
  • Ankurbelung öffentlicher Ausgaben (Investitionen)
  • Unterstützung von Personen, die infolge der Krise arbeitslos werden
  • Aufruf der Regierung zu Inlandstourismus und Inlandskonsum

Empfehlungen für österreichische Unternehmen

  • Generell: Informationseinholung zur aktuellen Situation im Betrieb des Geschäftspartners (Betriebseinschränkung, Branchen- und Auftragssituation); Verwendung digitaler Kommunikationswege
  • Supply Chain und Logistik: Enge Kontakthaltung mit Lieferanten, Review und Kontrolle der Lieferfähigkeit, Erhöhung der Lagerhaltung, Kalkulation mit Lieferverzögerungen, Definition von force majeure Klauseln, Vorsicht vor unqualifizierten Lieferanten
  • HR: Investition in Personal (Priorität auf Sicherheit und Wohlbefinden), Beachtung arbeitsrechtlicher Vorgaben für Mitarbeiter in Vietnam (z.B. bei Arbeitsniederlegung, Freistellung), Vorbereitung auf künftige HR Trends
  • Markt: Neuausrichtung der Geschäftstätigkeit (Vertriebswege, Geschäftsfelder, Marketing, Partner), Readjustierung von M&A-Strategie und Kooperationspartnerschaften, Due diligence im veränderlichen Marktumfeld
  • Finanzen: Revision der Umsatz- und Gewinnplanung, Kostenreduktionen
  • Krisenmanagement/Geschäftskontinuität: Organisationell (Set-up von Team und Kommunikation, Sicherheitsbestimmungen), Infrastrukturell (IT-Backup, Softwareanpassung, Online-Arbeit, Fernwartung)

Neue Geschäftschancen in Vietnam lassen sich etwa anhand gesteigerter öffentlicher Investitionen (Infrastruktur, Gesundheit, Sicherheit) oder regulatorischer Neuerungen (Energie, Handelsliberalisierung) ausmachen. Die Veränderung globaler Lieferketten und unternehmerische Diversifizierungsbemühungen stärken Vietnams Attraktivität als Standort in Asien. Geändertes Konsumverhalten und Digitalisierung bergen weitere Geschäftschancen. Bestehende Trends, wie Sourcing oder Produktion (China+1 Strategie) in Vietnam, werden durch die Corona-Situation mittelfristig verstärkt.

Das AußenwirtschaftsCenter Ho Chi Minh City unterstützt österreichische Unternehmen tatkräftig, um das Vietnam-Geschäft durch die Krise zu bringen oder neu aufzusetzen. Kontaktieren Sie uns unter hochiminhcity@wko.at.

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