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Die äthiopische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Nairobi hat die wichtigsten Informationen zur äthiopischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Äthiopien zählt nach Nigeria und Südafrika mit einem BIP von USD 95,9 Mrd. zu den drei größten Volkswirtschaften in Sub-Sahara-Afrika. Über das vergangene Jahrzehnt betrachtet steigt der Wohlstand beständig, auch die Entwicklung im Human Development Index ist beachtlich (2005: 0,346, 2019: 0,485). Es leben allerdings ca. 27 Mio. Äthiopier, d.s. ca. 24% der Bevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze (USD 1,90/Tag). Der Unterschied Stadt-Land ist besonders groß, dennoch liegt die Urbanisierungsrate erst bei ca. 20%. Hier ist über die nächsten Jahre mit einem Ausbau zu rechnen, damit einhergehend zahlreiche Infrastruktur- sowie Wohnbauprojekte, um den wachsenden Herausforderungen, u.a. in der städtischen Wasserversorgung, standzuhalten.  

Zum BIP trägt der Agrarsektor 33,5%, die Industrie 24,8% und der Dienstleis-tungssektor, besonders durch Tourismus, 37,1% bei.   

Die Regierung setzte bisher auf Fünfjahrespläne, um Ihre Entwicklungsprioritäten zu definieren und umzusetzen. Um dem Growth and Transformation Plan II (GTP II 2016-2020) zu ersetzen, wurde im Juni 2020 der 10-Jahres-Wirschaftsentwicklungsplan (2021-2030) „Ethiopia 2030: The Pathway to Prosperity“ vorgestellt. Dieser soll laut Premier Abiy Ahmed ein qualitätsbasiertes Wirt-schaftswachstum ermöglichen. U.a. sollen die Produktion und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert sowie der Aufbau einer grünen und klimaresistenten Wirtschaft ermöglicht werden. Zu den wichtigsten Entwicklungssektoren des 10-Jahresplan zählen die Landwirtschaft, verarbeitende Industrie, Bergbau, Tourismus, Stadtentwicklung, Innovation und Technologie.

Besondere Entwicklungen 

Die Regierung setzte bisher auf Fünfjahrespläne, um Ihre Entwicklungsprioritäten zu definieren und umzusetzen. Um dem Growth and Transformation Plan II (GTP II 2016-2020) zu ersetzen, wurde im Juni 2020 der 10-Jahres-Wirschaftsentwicklungsplan (2021-2030) „Ethiopia 2030: The Pathway to Prosperity“ vorgestellt. Seine Umsetzung soll zur Armutsminderung sowie Äthiopiens Ziel ein middle-income country bis 2025 zu werden, beitragen.  

Zu den Schwerpunkten zählen die Landwirtschaft, verarbeitende Industrie, Berg-bau, Tourismus, Stadtentwicklung, Innovation und Technologie. Der Plan soll eines vom privaten Sektor geleitetes Wachstum garantieren. Im Gegensatz zum vorigen GTP II, ist der aktuelle Entwicklungsplan laut dem Premierminister in allen Sektoren hoch erforscht. Der Plan besteht aus sechs Pfeilern: Die Sicherstellung eines Qualitätswachstums, die Verbesserung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, die Verwirklichung der institutionellen Transformation, die Gewährleistung der Wirtschaftsführerschaft der Privatsektors sowie die Gewährleistung einer gerechten Beteiligung von Frauen und Kindern und der Aufbau einer klimaresistenten grünen Wirtschaft. 

Spannungen gibt es mit Ägypten und dem Sudan. Äthiopien baut seit 2011 den Grand Ethiopian Rennaissance Staudamm (GERD). Davon erhofft sich das Land Energiesicherheit und auch Stromexport in benachbarte Staaten. Ägypten befürchtet, dass die Befüllung des Dammreservoirs mit Wasser aus dem Blauem Nil, dessen Ursprung in Äthiopien liegt, zu Wasserknappheit im unteren Lauf des Nils in Ägypten zu einer humanitären Katastrophe führen wird. 

Trotz Mangel eines Abkommens mit Ägypten und dem Sudan entschied sich die äthiopische Regierung im Juli 2020 dazu, mit der Befüllung des Damms zu beginnen. Dadurch erreichten die Spannungen mit den Nachbarländern einen erneuten Höhepunkt. Unter Vermittlung der USA konnten bisher auch nach monatelangen Verhandlungen keine Einigung über die Bewirtschaftung des GERDs erzielt werden. Dies führte zur Entscheidung der USA, einen Teil ihrer finanziellen Hilfe für Äthiopien auszusetzen. Sie befürchten ernsthafte Risiken für die Bevölkerung der nachgelagerten Länder.  

Am 5. Juni 2021 sollen die aufgrund der Pandemie verschobenen (ursprünglicher Termin August 2020) sechsten Parlamentswahlen stattfinden. Aufgrund der Nichteinigung mit der äthiopischen Regierung auf die Bedingungen bzw. Nichterfüllung der Mindeststandards einer unabhängigen Wahlmission, wird die Europäische Union keine Wahlbeobachter an die anstehenden Wahlen schicken 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

2020 sind die österreichischen Exporte nach Äthiopien von EUR 16,6 Mio. auf EUR 14,7 Mio. gesunken. Dies entspricht einen Rückgang von 11,2 %. Nur eine sehr kleine Anzahl an österreichische Unternehmen liefert regelmäßig nach Äthiopien. Das Exportvolumen ist daher stark von größeren Einzellieferungen abhängig, wie z.B. Zulieferungen für den Aufbau von Eisenbahnen u. Wasserkraftwerken.  

Beachtliche Zuwächse verzeichneten u.a. Kupfer und Waren daraus mit einem Wert von 0,06 Mio. EUR (+132951,1%) und Leder- u. Sattelwaren (Reiseartikel, Handtaschen) mit einem Wert von 0,01 Mio. EUR (+3671.7%). Auch die Ausfuhren von Schienenfahrzeugen, Gleismaterial u. Signalgeräte haben mit 0,6 Mio. EUR (+2785%) deutlich zugenommen. Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Apparate u. mechanische Geräte trugen 8,3 Mio. EUR zum Exportvolumen bei, zusätzlich wurden optische, photographische Geräte sowie Mess- u. Prüfinstrumente im Wert von 0,8 Mio. EUR verkauft.. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Besondere Chancen für österreichische Unternehmen bestehen im Infrastrukturausbau (generelle Beratung u. Engineering, Wasserversorgung u. -aufbereitung, Abwasserbehandlung, Umwelt-, Informations- u. Kommunikationstechnologien), im Gesundheitsbereich (Bau u. Ausstattung von Klinken sowie Krankenhäusern, Medizintechnik u. Spitalausrüstung), sowie im Energie- und Umweltsektor. Letzteres umfasst alternative Energiequellen (Geothermalenergie, Wind u. Photovoltaik, Climate-Smart Agriculture) sowie Einrichtungen für Energieeinsparungen und -effizienz.

Des Weiteren werden laufend Maschinen (Arbeits-, Bau- u. Industriemaschinen), Nutzfahrzeuge (Trucks) und (elektronische) Ausrüstungen für äthiopische Produktionsbetriebe im Bereich der Landwirtschaft und Textilindustrie benötigt. Da die Regierung Äthiopien zum führenden Manufacturing Hub Afrikas ausbauen möchte und in diesem Bereich gezielt auf Auslandsinvestitionen setzt (z.B. durch den Bau von Industrial Parks), gibt es  auch in der Herstellung und im Export von Textilien, Lederprodukten und Schuhen gute Chancen für österreichische Unternehmen.  

Im Bereich New Technologies könnten österreichische und äthiopische Technologie-Start-ups in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten und spezielle Lösungen für den äthiopischen Markt entwickeln (z.B. frugale Innovation), welcher auch aufgrund der wachsenden Mittelschicht als Zukunftsmarkt zu sehen ist.

Abschließend ist ein starkes Wachstum des Tourismussektors, auch dank der exzellenten Luftverkehrsanbindung zu Europa, zu vermerken. Trotz der Quarantänevorschriften werden Touristen de facto unbehelligt ins Land gelassen.  

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Äthiopien

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Äthiopien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in in unserem Länderreport Äthiopien

Das AußenwirtschaftsCenter Nairobi berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Äthiopien haben.

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