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Die isländische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Kopenhagen hat die wichtigsten Informationen zur isländischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Aufgrund ihrer Kleinheit, ihrer Abhängigkeit von der internationalen Nachfrage und ihrer Währungs- und Zinsrisiken bekommt die isländische Volkswirtschaft globale Krisen besonders zu spüren.  

Die isländische Bank Landsbankinn erwarte für heuer die größte BIP-Kontraktion seit der Gründung der isländischen Republik. Die Wiederbelebung der Wirtschaft dürfte langsam von Statten gehen. Aufgrund der Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Corona-Situation wird das zweite Halbjahr eher verhaltenes Aufholen bringen. 

Insbesondere der internationale Reiseverkehr, von dem man wirtschaftlich stark abhängig ist, wird lange nicht an die vergangene Dynamik anschließen können. Landsbankinn rechnet damit, dass es bis zu drei Jahre dauern könnte, bis das 2019er Niveau an Ankünften von internationalen Gästen wieder erreicht werden kann. Die Kontraktion selbst sollte aber kurzlebig sein. Für 2021 rechnet Landsbankinn mit einem BIP-Wachstum von 5% dank eines Turnarounds bei Exporten, vor allem beim Tourismus. Das BIP-Level von 2019 wird aber wohl auch in der krisenerprobten isländischen Wirtschaft frühestens Ende 2022 wieder erreicht werden.

Besondere Entwicklungen

Bereits vor Ausbruch der Corona-Krise war der Tourismus in Island deutlich rückläufig. Die Anzahl der Übernachtungen in Hotels, Hostels sowie Airbnbs hatte im Oktober 2018 bei 497.600 gelegen, ging im selben Zeitraum 2019 aber um ca. 5% auf 458.400 zurück. 2019 verzeichnete Island  14,2% weniger Gäste als 2018; insgesamt etwas weniger als zwei Millionen. Der Flughafen Keflavik registrierte 2019 einen beträchtlichen Rückgang von 13% in der Anzahl der ankommenden Passagiere. Hintergrund war v.a. Kollaps der Airline WOWair. 

Die Corona-Pandemie bedeutet aber naturgemäß einen wesentlich größeren Schock. Ersten Schätzungen der Islandsbanki sowie der Icelandic Travel Industry Association vom April 2020 zufolge wird die isländische Tourismusindustrie mehr als ISK 200 Milliarden (ca. EUR 1,3 Milliarden im Mai 2020) im Zeitraum Mitte März bis Ende August 2020 einbüßen, wobei diese Schätzungen naturgemäß mit einer großen Unsicherheit behaftet sind. Der Ausblick geht davon aus, dass die Erträge von ausländischen Reisenden in diesem Zeitraum praktisch beinahe bei 0 liegen. Die EIU rechnet in ihren Prognosen mit einem Rückgang des Tourismus von 75% für 2020, Analysen von SA Business Iceland und der Icelandic Chamber of Commerce gehen gar von einem Rückgang von 80% aus. 

Island reagierte relativ schnell auf die Corona-Krise. Die isländischen Behörden warnten bereits Anfang März vor Reisen in Hochrisikogebiete und führte  früh strikte Reisebeschränkungen ein. Der Flugverkehr ist seit Krisenbeginn stark eingeschränkt. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus ist man bemüht, die Einreise von Touristen wieder zu attraktivieren, diese aber mit Quarantäne und einer intensiven Teststrategie zu verbinden. 

Island zeichnete sich im Zuge der Corona-Krise durch umfassende Testaktivitäten aus. Das isländische biopharmazeutische Unternehmen deCode Genetics hat es sich zum Ziel gemacht, einen Ausschnitt der isländischen Bevölkerung auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen um feststellen zu können, wie verbreitet die Infektion im Land ist. Getestet wurden Freiwillige ohne Krankheitssymptome. Durch diese Strategie hatte Island den höchsten Anteil der Bevölkerung, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet wurden, als jedes andere Land auf der Welt. 

Um die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzuschwächen, verabschiedete das isländische Parlament Mitte März ein umfassendes Hilfspaket in Höhe von ISK 230 Milliarden (ca. EUR 1,5 Milliarden im Mai 2020), das Ende März nochmal um ISK 26 Milliarden (ca. EUR 164 Millionen im Mai 2020) aufgestockt wurde. Es beinhaltet Investitionen in den Tourismussektor, die Industrie und die Infrastruktur. Auch für die Krankenhäuser Landspitali und Akureyri sowie für weitere COVID-19 Testmaßnahmen wurden finanzielle Mittel einberechnet. 

Am 22. April wurde ein Hilfspaket 2.0 vorgestellt, mit dem Island weitere knappe ISK 60 Mrd. (ca. EUR 378 Millionen im Mai 2020) für die Wirtschaft zur Verfügung stellte. Insbesondere KMUs sollen unterstützt werden. Unternehmen, die den Betrieb COVID-bedingt einstellen mussten, werden kompensiert, KMUs wird mit Unterstützungskrediten geholfen. Spezieller Fokus liegt auf der Stützung von Tourismusunternehmen, auf Innovation mittels Hilfsmaßnahmen für Start-Ups und auf Hilfe für den Arbeitsmarkt. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Aufgrund der überschaubaren Größe des isländischen Marktes (rund 360 Tsd. Einwohner) ist der bilaterale Warenaustausch mit Österreich stark schwankungsanfällig. Einzelne Großprojekte oder Warenlieferungen beeinflussen die Statistik signifikant. In den letzten Jahren waren die Handelsvolumina dank der boomenden Wirtschaft in Island und einer guten Nachfrage in Österreich deutlich angestiegen. Zwar waren die österr. Einfuhren aus Island 2018 leicht und 2019 mit einem deutlich negativ, das aber nach Jahren mit Wachstumsvolumina von zig- bis teilweise sogar hunderten von Prozent. Die Ausfuhren Österreichs in den Nordatlantik konnten 2019 hingegen zulegen, um +5,8% auf beinahe 42 Mio. EUR (vorläufiges Ergebnis).

2020 wird Corona-bedingt einen deutlichen Rückgang im bilateralen Austausch von sowohl Waren- als auch Dienstleistungen mit sich bringen.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Island.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Island der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Island.

Das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Island haben.

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