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Die libysche Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Kairo hat die wichtigsten Informationen zur libyschen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Positive Trendwenden in Libyen sind weiterhin nur Teil der bekannt volatilen Gesamtsituation. Ich konnte zwei erfolgreiche Reisen nach Tripolis im April und Juli 2018 machen. Sämtliche Termine haben wie am Schnürchen geklappt und die Lage war sehr ruhig. Wie immer waren/sind viele sehr optimistisch und machen Druck, dass Firmen retour kommen und Geschäftsaktivitäten wieder verstärkt werden. Zumindest im Ölbereich (Produktion u. Export) hat sich die Lage ja deutlich zu 2015 und 2016 verbessert. Ende 2017 Anfang 2018 konnte man von einer gewissen Stabilität sprechen. Dass sich die Situation schnell ändern kann, wurde immer wieder offensichtlich (Bombenanschlag auf die Wahlbehörde im Frühjahr, diverse Attacken auf den Flughafen inkl. temporären Flughafenschließungen). Die Kampfhandlungen Ende August/Anfang September bestätigen leider einmal mehr, dass das Ringen um Geld, Einfluss, Macht und politische Posten jederzeit eskaliert werden kann (inkl. bewaffneter Kämpfe auf der Straße und Erklärung des Ausnahmezustandes).

Libyens Wirtschaft ist durch die angespannte politische Situation stark unter Druck gekommen. Auf Grund vorherrschender Kampfhandlungen etc. wird Rohöl seit 2014 sehr mangelhaft gefördert und exportiert. Laut CBL hat das in den 2014-2017 direkte und indirekte Verluste von USD 160 Mrd. gekostet. Insgesamt sanken die Exporte seit 2012 (USD 62 Mrd.) um fast 90% auf USD 6,8 Mrd. 2016. 2017 und 2018 kam es zwar zu einem Exportzuwachs, Exporte von USD 18,4 u. 24,8 Mrd. sind jedoch für Libyen nicht ausreichend.

Zum Schutz der Devisenreserven lässt die Zentralbank kaum einen Devisenhandel zu und somit können ausländische Unternehmen die exportieren, momentan auf keine sicheren Zahlungsmethoden zurückgreifen.

Besondere Entwicklungen

Per 12. September 2019 gab es quasi eine Abwertung des libyschen Dinars – LYD. Die Einheitsregierung und Zentralbank verabschiedeten ein sogenanntes wirtschaftliches Reformprogramm. Dieses inkludiert eine Bankgebühr auf Fremdwährungswährungsverkäufe zu kommerziellen oder privaten Zwecken und somit die Schaffung eines dritten Wechselkurses. Die Höhe der Gebühr wurde vorerst mit 183% festgesetzt. Das heißt, dass der USD anstatt des bisherigen offiziellen (u. nach wie vor für die Regierung gültigen) Wechselkurses von USD 1 = LYD 1,4 nunmehr ca. LYD 3,9 kostet. Am Parallelmarkt erholte sich seither der LYD auf USD 1 = LYD 4,25. Die Auswirkungen sind wie in Libyen üblich noch nicht absehbar, da wie immer die Frage bleibt, ob bzw. wie die Umsetzung erfolgt. Es gab in den letzten Jahren mehrere Dekrete die mehr oder weniger ausformuliert waren und in der Praxis dann keine/kaum Anwendung fanden. (Bsp. gab es schon einmal eine 100% Gebühr für Importe die keine Umsetzung fand).

Im September 2016 hat die libysche Armee (Libyan National Army – LNA) unter General Haftar diverse Ölterminals im Golf von Sidra von der Petroleum Facilities Guard (PFG) übernommen. Die NOC hat daraufhin sofort den Force Majeure Status aufgehoben und seither gab es Exporte. Zwischenzeitlich nahmen auch die großen westlichen Ölfeldern Sharara und El Feel Ihre Produktion wieder auf und plötzlich förderte das Land im März 2017 wieder über 700.000 Fass. Im Juli 2017 sorgte das Überschreiten der 1 Mio. Fass pro Tag Grenze Ölproduktion einen Vierjahres-Höchstwert. Libyen produzierte laut Bloomberg 2017 durchschnittlich 828.000 Fass pro Tag. Für 2018 hat die NOC eine durchschnittliche Ölproduktion von 1,1 Fass pro Tag verkündet. Dies schürte wieder Hoffnung, dass auf Basis einer wirtschaftlich stabilen Lage auch politische Fortschritte erzielte werden können. Mustafa A. Sanalla, Vorsitzender der nationalen Ölgesellschaft (National Oil Corporation – NOC), ließ im Rahmen einer Ölkonferenz in Aberdeen, mit seiner Aussage, dass 2022 die 2 Mio. Fass pro Tag Produktionsgrenze erreicht werden soll, aufhorchen. Dass all das von der Sicherheitssituation abhängt, sah man als zeitgleich zum Libyan-European Oil & Gas Summit am 28. und 29. Juni 2018 in Wien die zwei wichtigsten Ölverladehäfen zu einem politischen Macht-Spielball wurden. Seit Februar 2019 stehen auch die großen westlichen Ölfeldern Sharara und El Feel unter der Kontrolle von General Haftar.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Libyen war auch 2018 wieder der zweit wichtigste Lieferant von Rohöl (Erdöle u Öle a bitumin Mineralien roh) für Österreich. Die volatile Situation vor Ort (abhängig von Förder- und Exportmenge) führt zu stark schwankenden Ergebnissen. 2018 wurde mit EUR  896 Mio. ein Rekordwert erzielt.

Die österreichischen Einfuhren aus Libyen übertreffen die Ausfuhren wertmäßig um ein Vielfaches. Nichtsdestotrotz haben österreichische Ausfuhren nach Libyen bis zur Revolution ein starkes Wachstum erlebt. Die Sanktionen der UN und der EU brachten die Geschäfte komplett zum Erliegen. 2012 stiegen die Exporte durch die Euphorie dann wieder an und 2013 (EUR 122 Mio. (+42,6 %)) ist es fast zu einem neuen Exportrekord gekommen. Durch die neuerliche Krise ab Sommer 2014 kam seither jährlich zu einem neuen Exporteinbruch.

Die wichtigsten Exportgüter von 2014 bis 2016 waren Schmelzkäse und Getränke. Investitionsgüter wurden schon 2014 nur noch in geringem Ausmaß geliefert. Grund dafür sind u.a. die unsicheren Zahlungsbedingungen für die Exporteure, der vorherrschende Devisenmangel und die schwierige Sicherheitssituation. Eine Marktbearbeitung vor Ort findet nur noch in Ausnahmefällen statt. Unter diesem Aspekt sind die Exporte 2016 mit 36,3% auf EUR 40,9 Mio. zurückgegangen. 2017 brachen die österreichischen Exporte abermals massiv um 43,3% auf EUR 23,2 Mio. ein.

Parallel mit der stabileren Situation seit Ende 2017 nahmen die österreichischen Exporte 2018 um 76,5% auf EUR 40,9 Mio. zu. Hauptexportprodukte sind Getränke, pharmazeutische Erzeugnisse, Schmelzkäse und Maschinen.

Im Importbereich ist der Ölkonzern OMV für einen Großteil der österreichischen Importe aus Libyen verantwortlich, denn diese bestehen zu knapp 100% aus Rohöl. Die volatile Situation vor Ort (abhängig von Förder- und Exportmenge) führt zu stark schwankenden Ergebnissen. EUR 465 Mio. im Jahr 2013, folgten 2014 EUR 613 Mio., 2015 ein großer Rückgang auf EUR 355 Mio., 2016 ein abermaliger Rückgang auf EUR 319 Mio. und 2017 ein Anstieg auf EUR 370 Mio. 2018 wurde ein Rekordwert erzielt, da Rohöl um EUR  896 Mio. importiert wurde.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Libyen.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kairo für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Libyen der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Energiewirtschaft: Energie und Naturressourcen, Ölindustrie

Libyen besticht durch die größten bestätigten Erdölreserven Afrikas (48 Mio. Barrel). Libyen ist unter den nordafrikanischen Staaten aber auch mit Abstand am meisten vom Ölexport abhängig, denn 62 % der staatlichen Einnahmen (lt. Budget 2015), 60 % des Bruttoinlandsprodukts (Stand 2014) und ca. 72% der Exportumsätze werden mit Erdöl und Erdgas erwirtschaftet (2014 waren es noch knapp 95%). Libyen’s Wirtschaft und der Staatshaushalt sind also auf die Petrodollars angewiesen. Die nationale Ölgesellschaft (National Oil Corporation – NOC) dominiert mit seinen Tochtergesellschaften und Joint Ventures den Ölsektor. Bis zur Revolution 2011 produzierte Libyen beinahe an der Kapazitätsgrenze von 1,6 Mio. Fass pro Tag. Bereits seit vor der Revolution gibt es immer wieder Pläne die eine Produktion von 2 Mio. Fass pro Tag vorsehen. Sowohl für die Revitalisierung als auch den möglichen Ausbau der Produktion sind ausländische Produkte, Technik und Know-how notwendig.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Energie und Naturressourcen - Ölindustrie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kairo. Gerne recherchieren wir Ihre individuellen Marktchancen.

Bau und Infrastruktur: Hochbau, Baustoffe, Verkehrsinfrastruktur und Tiefbau

Der öffentliche Bau- und Infrastruktursektor steht seit der Revolution in Abwesenheit der internationalen Auftragnehmer weitgehend still. Die Flaute betrifft natürlich nicht nur Bauunternehmen, sondern auch diverse Zulieferer. Baumaterial und -maschinen – früher stark nachgefragte Warengruppen – werden derzeit von öffentlicher Hand nur in sehr geringem Umfang importiert. Das starke Wachstum der Nachfrage privater Unternehmer und Haushalte wog dies bis 2014 nur teilweise auf. In den Jahren vor der Revolution hatte der libysche Staat durch Bauaufträge in Milliardenhöhe große Unternehmen aus aller Welt angelockt und viele der Projekte befanden sich zum Zeitpunkt der Suspendierung noch in der Planungs- oder Umsetzungsphase.

Chancen für österreichische Unternehmen

Vorausgesetzt das Land kommt wieder in ruhigere Bahnen (Sicherheit, Politik) und durch den Ölexport kommen entsprechend Gelder ins Land, wird der Bau- und Infrastrukturbereich schnell viele Chancen bringen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Bau und Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kairo. Gerne recherchieren wir Ihre individuellen Marktchancen.

Nahrungsmittel und Softdrinks, Life Science & Pharma

Privater Sektor – Konsumgüter – Nahrungsmittel – Getränke 

Der zu einem großen Teil staatlich finanzierte Privatsektor (34 % des Budgets 2013 = letztes vernünftiges Jahresbudget (ca. LYD 25 Mrd. wurden als Gehälter an die Bevölkerung verteilt, weitere 15% des Budgets 2013 (ca. LYD 9,5 Mrd.) waren Subventionen (Benzin, Strom etc.)) ist nicht zu vernachlässigen. Die Gelder flossen vor allem in die Bereiche privater Bau, Medizin und Konsumgüter. Dieser starke Privatkonsum kommt immer wieder vergleichsweise rasch in Fahrt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Vorausgesetzt das Land kommt wieder in ruhigere Bahnen (Sicherheit, Politik) und durch den Ölexport kommen entsprechend Gelder ins Land, wird der Konsumgüterbereich schnell viele Chancen bringen.

Sie suchen ausführlichere Informationen? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kairo. Gerne recherchieren wir Ihre individuellen Marktchancen.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Libyen

Das AußenwirtschaftsCenter Kairo berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Libyen haben.