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Die libysche Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Kairo hat die wichtigsten Informationen zur libyschen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Seit 10.3.2021 gibt es eine neue Übergangsregierung (Government of National Unity – GNU). Der Bürgerkrieg ist vordergründig beendet und neue politische Akteure sollen Libyen in stabile Bahnen lenken. Der neue libysche Präsidialrat (Presidency Council -PC) wird von Mohamed al-Menfi angeführt. Neuer Premierminister ist Abdul Hamid Dbeibah. Diese Kompromisskandidaten gingen aus einer Art Wahlforum (Libyan Political Dialogue Forum - LPDF), einem 75-köpfigen Gremium, welches von United Nations Support Mission in Libya – UNSMIL zusammengestellt wurde, als Sieger hervor. Das Ende dieser Übergangsregierung ist bereits per 24.12.2021 (nationale Wahlen) festgeschrieben. Abermals sind viele sehr optimistisch und machen Druck, dass Firmen retour kommen und Geschäftsaktivitäten wieder verstärkt werden.  

Positive Trendwenden in Libyen sind in den letzten Jahren erfahrungsgemäß nur Teil der bekannt volatilen Gesamtsituation. Es bleibt abzuwarten wie die Übergangsregierung die momentanen Herausforderungen (Ölproduktion, ausländische Kämpfer im Land, Covid-19, div. Partikularinteressen) meistert, die Wahlen vorbereitet und dann eine entsprechende Übergabe durchführt. Die Entwicklungen seit September 2020 zeigen abermals, dass es in Libyen schnell gehen kann. Ein halbwegs friedliches Miteinander kann schnell eine wirtschaftlich stabile Basis legen, auf der entsprechend aufgebaut werden kann. Ein dauerhaftes Ende der volatilen Lage ist jedoch noch nicht zu erwarten. Das Ringen um Geld, Einfluss, Macht und politische Posten kann jederzeit eskaliert werden (inkl. bewaffneter Kämpfe auf der Straße und Erklärung des Ausnahmezustandes). 

Die neue Regierung erbt die Auswirkungen eines wirtschaftlichen Katastrophenjahres. Der Ölbereich (Produktion u. Export) dominiert die Wirtschaft wie in kaum einem anderen Land. Mangels ausreichender Produktion waren 2015 und 2016 sehr schlecht. Im Juli 2017 erreichte die Ölproduktion durch das Überschreiten der 1 Mio. Fass pro Tag Grenze einen Vierjahres-Höchstwert. Libyen produzierte 2017 durchschnittlich 828.000 Fass pro Tag. Für 2018 hat die NOC eine durchschnittliche Ölproduktion von 1,1 Mio. Fass pro Tag und für 2019 1,17 Mio. Fass pro Tag verkündet. Das entspricht dem höchsten Durchschnittswert der letzten fünf Jahre. Dies schürte wieder Hoffnung, dass auf Basis einer wirtschaftlich stabilen Lage auch politische Fortschritte erzielte werden können. Aber, die Ölinfrastruktur wird nach wie vor als Faustpfand in Verhandlungen verwendet. So kommt es immer wieder zu diversen Abschaltungen von Ölfeldern und –pipelines und entsprechenden Force Majeure Status Verkündungen. Politisch motivierte Abschaltungen der Produktion / Blockaden der Ölverladehäfen zwischen Jänner und September 2020 führten laut Weltbank Analysen zu einer Ölproduktion von lediglich 405.000 Fass pro Tag.  

Die Zentralbank ließ und lässt zum Schutz der Devisenreserven kaum einen Devisenhandel zu und somit können ausländische Unternehmen die exportieren, momentan auf keine sicheren Zahlungsmethoden zurückgreifen.

Besondere Entwicklungen

Laut CBL verlor Libyen alleine 2020 durch mangelnde Ölproduktion und –exporte USD 11 Mrd. Die Staatseinnahmen fielen auf LYD 23 Mrd. Das entspricht gerade einmal 40% von den Einnahmen 2019. Laut EIU sanken die Devisenreserven um mehr als ein Drittel, von USD 115,4 Mrd. (Ende 2013) auf USD 73,9 Mrd. Ende 2020.  

Als Ergebnis gab die libysche Zentralbank (Central Bank of Libya – CBL) am 16.12.2020 die Abwertung des libyschen Dinars – LYD per 3.1.2021 bekannt. Seither soll der offizielle Wechselkurs bei USD 1 = LYD 4,48 liegen. Auswirkungen auf die Praxis bleiben abzuwarten. Der bisherige offizielle Wechselkurs von USD 1 = LYD 1,4 war de-facto nur einigen wenigen Importen der Regierung (nach Genehmigung der Zentralbank) vorbehalten. Der Großteil der Geschäfte wurde durch eine Bankgebühr auf Fremdwährungswährungsverkäufe von 163% mit USD 1 = LYD 3,68 verrechnet. Der Privatsektor hatte selbst hierfür kaum Zugriff und musste oftmals auf den Parallelmarkt zurückgreifen und bis zu LYD 6,6 für den USD bezahlen. Durch die Abwertung erhofft sich die Zentralbank den Parallelmarkt entsprechend einzudämmen und die eklatante Kluft zwischen dem offiziellen Wechselkurs und dem Parallelmarktkurs zu schließen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Libyen war 2020 erstmals seit 2013 nicht mehr der zweit wichtigste Lieferant von Rohöl (Erdöle u Öle a bitumin Mineralien roh) für Österreich. Die volatile Situation vor Ort (abhängig von Förder- und Exportmenge) führt immer wieder zu stark schwankenden Ergebnissen. 2018 wurde mit EUR 896 Mio. ein Rekordwert erzielt. Mit EUR 831 Mio. reiht sich 2019 als zweithöchster Wert ein. Mit lediglich EUR 121 Mio. gab es 2020 einen Negativrekord.   

Die österreichischen Einfuhren aus Libyen übertreffen die Ausfuhren wertmäßig um ein Vielfaches. Nichtsdestotrotz haben österreichische Ausfuhren nach Libyen bis zur Revolution ein starkes Wachstum erlebt. Die Sanktionen der UN und der EU brachten die Geschäfte komplett zum Erliegen. 2012 stiegen die Exporte durch die Euphorie dann wieder an und 2013 (EUR 122 Mio. (+42,6 %)) ist es fast zu einem neuen Exportrekord gekommen. Durch die neuerliche Krise ab Sommer 2014 kam seither jährlich zu einem neuen Exporteinbruch. Grund dafür sind u.a. die unsicheren Zahlungsbedingungen für die Exporteure, der vorherrschende Devisenmangel und die schwierige Sicherheitssituation. Eine Marktbearbeitung vor Ort findet nur noch in Ausnahmefällen statt. Unter diesem Aspekt sind die Exporte 2016 mit 36,3% auf EUR 40,9 Mio. zurückgegangen. 2017 brachen die österreichischen Exporte abermals massiv um 43,3% auf EUR 23,2 Mio. ein.

Parallel mit der stabileren Situation seit Ende 2017 nahmen die österreichischen Exporte 2018 um 76,5% auf EUR 40,9 Mio. und 2019 um +56,4% auf EUR 64,0 Mio. zu.  

Die Krise im Land gepaart mit Covid-19 führte 2020 zu einer Reduktion um -20,6% auf EUR 50,8 Mio. Hauptexportprodukte bleiben Getränke, Schmelzkäse, Maschinen und pharmazeutische Erzeugnisse.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Libyen.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kairo für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Libyen der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Energiewirtschaft: Energie und Naturressourcen, Ölindustrie

Libyen besticht durch die größten bestätigten Erdölreserven Afrikas (48 Mio. Barrel). Libyen ist unter den nordafrikanischen Staaten aber auch mit Abstand am meisten vom Ölexport abhängig, denn 62 % der staatlichen Einnahmen (lt. Budget 2015), 60 % des Bruttoinlandsprodukts (Stand 2014) und ca. 72% der Exportumsätze werden mit Erdöl und Erdgas erwirtschaftet (2014 waren es noch knapp 95%). Libyen’s Wirtschaft und der Staatshaushalt sind also auf die Petrodollars angewiesen. Die nationale Ölgesellschaft (National Oil Corporation – NOC) dominiert mit seinen Tochtergesellschaften und Joint Ventures den Ölsektor. Bis zur Revolution 2011 produzierte Libyen beinahe an der Kapazitätsgrenze von 1,6 Mio. Fass pro Tag. Bereits seit vor der Revolution gibt es immer wieder Pläne die eine Produktion von 2 Mio. Fass pro Tag vorsehen. Sowohl für die Revitalisierung als auch den möglichen Ausbau der Produktion sind ausländische Produkte, Technik und Know-how notwendig.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Energie und Naturressourcen - Ölindustrie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kairo. Gerne recherchieren wir Ihre individuellen Marktchancen.

Bau und Infrastruktur: Hochbau, Baustoffe, Verkehrsinfrastruktur und Tiefbau

Der öffentliche Bau- und Infrastruktursektor steht seit der Revolution in Abwesenheit der internationalen Auftragnehmer weitgehend still. Die Flaute betrifft natürlich nicht nur Bauunternehmen, sondern auch diverse Zulieferer. Baumaterial und -maschinen – früher stark nachgefragte Warengruppen – werden derzeit von öffentlicher Hand nur in sehr geringem Umfang importiert. Das starke Wachstum der Nachfrage privater Unternehmer und Haushalte wog dies bis 2014 nur teilweise auf. In den Jahren vor der Revolution hatte der libysche Staat durch Bauaufträge in Milliardenhöhe große Unternehmen aus aller Welt angelockt und viele der Projekte befanden sich zum Zeitpunkt der Suspendierung noch in der Planungs- oder Umsetzungsphase.

Chancen für österreichische Unternehmen

Vorausgesetzt das Land kommt wieder in ruhigere Bahnen (Sicherheit, Politik) und durch den Ölexport kommen entsprechend Gelder ins Land, wird der Bau- und Infrastrukturbereich schnell viele Chancen bringen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Bau und Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kairo. Gerne recherchieren wir Ihre individuellen Marktchancen.

Nahrungsmittel und Softdrinks, Life Science & Pharma

Privater Sektor – Konsumgüter – Nahrungsmittel – Getränke 

Der zu einem großen Teil staatlich finanzierte Privatsektor (34 % des Budgets 2013 = letztes vernünftiges Jahresbudget (ca. LYD 25 Mrd. wurden als Gehälter an die Bevölkerung verteilt, weitere 15% des Budgets 2013 (ca. LYD 9,5 Mrd.) waren Subventionen (Benzin, Strom etc.)) ist nicht zu vernachlässigen. Die Gelder flossen vor allem in die Bereiche privater Bau, Medizin und Konsumgüter. Dieser starke Privatkonsum kommt immer wieder vergleichsweise rasch in Fahrt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Vorausgesetzt das Land kommt wieder in ruhigere Bahnen (Sicherheit, Politik) und durch den Ölexport kommen entsprechend Gelder ins Land, wird der Konsumgüterbereich schnell viele Chancen bringen.

Sie suchen ausführlichere Informationen? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kairo. Gerne recherchieren wir Ihre individuellen Marktchancen.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Libyen

Das AußenwirtschaftsCenter Kairo berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Libyen haben.

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