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Die pakistanische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Abu Dhabi hat die wichtigsten Informationen zur pakistanischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die Folgen der Corona-Beschränkungen und des eingetrübten wirtschaftlichen Ausblicks führen in Pakistan im Fiskaljahr 2020/21 zu einem leichten Rückgang des BIP um 2,8 %. Für 2021/22 wird ein Wachstum von 1,7 % erwartet, was bei Erreichung eine wesentlich weniger dramatische Situation als in einigen europäischen Ländern bedeuten würde. 

Entgegen der Tendenz der Vorjahre und trotz Corona–Pandemie erwirtschaftet Pakistan einen geringen Leistungsbilanzüberschuss von 200 Mio. USD. In den kommenden Jahren wird jedoch mit einem Leistungsbilanzdefizit von mindestens 3 Mrd. USD gerechnet. 

Die Tatsache, dass das Bevölkerungswachstum stark ist und die Wirtschaftsleistung des Landes nicht ausreicht um die Armut effizient einzudämmen bleibt jedoch. Nachdem die Wirtschaft bereits vor Corona schwächelte, die soziale Vorsorge schwach ausgebaut, das Gesundheitssystem unzureichend ist und eine steigende Arbeitslosigkeit hinzukommt, ist mit größerer politischer Instabilität zu rechnen. Aufgrund der prekären Zahlungsbilanz und des hohen Staatsdefizits für 2020/21 sind der Regierung die Hände gebunden. Eine neuerliche Senkung des Leitzinses auf 7 % soll die wirtschaftlichen Folgen von Corona abfedern.

Besondere Entwicklungen

Pakistan wurde als eines von sieben Ländern von der Weltgesundheitsorganisation hervorgehoben, dessen Reaktion auf das neuartige Coronavirus Lehren für den Rest der Welt bietet. Die bereits entwickelte Infrastruktur zur Bekämpfung von Polio wurde auch zur Bekämpfung von COVID-19 genutzt. Darüber hinaus trugen sog. Smart-Lockdowns zu einer Strategie der Aufrechterhaltung der Wirtschaft bei.

Gleichzeitig wurde ein Hilfs- und Konjunkturpaket von 1,2 Billionen PKR (ca. 7 Mrd. Euro) auf den Weg gebracht, das von der Regierung für die Industrie, aber auch für die armen Bevölkerungsgruppen bereitgestellt wurde. 

Der vor Jahren existierende transnationale Güterzug der Pakistan über den benachbarten Iran mit der Türkei verbinden soll, nimmt seit März 2021 wieder seinen Betrieb auf. Im Vergleich zum Seeweg, der bis zu 45 Tage dauert, soll der

„Istanbul-Teheran-Islamabad-Zug“ die Strecke zwischen Istanbul und Islamabad in 12 Tagen absolvieren und 750 Tonnen Handelsgüter transportieren. 

Pakistan beabsichtigt den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 30 % zu erhöhen und hat nun einen Auftrag über 8 neue Windparks mit einer Gesamtleistung von 410 MW an Siemens Gamesa erteilt. Von den 8 Projekten befinden sich bereits 2 im Bau, bis Ende 2021 sollen alle Windparks den Betrieb aufgenommen haben und den Jahresbedarf von bis zu 600.000 lokalen Haushalten decken. Siemens Gamesa übernimmt im Bereich Windenergie in Pakistan somit eine Führungsrolle. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

In 2020 beliefen sich die österreichischen Ausfuhren nach Pakistan auf 123,7 Mio. EUR und gingen damit im Vergleich zur Vorperiode um 12 % zurück.  

Wichtigste Exportgüter Österreichs bleiben weiterhin synthetische Stapelfasern für die Textilindustrie mit 37,3 Mio. EUR (-18,1 %), gefolgt von mechanischen Geräten im Wert von 27,4 Mio. EUR (+34,8 %), elektrischen Anlagen um 24,9 Mio. EUR (-41,3 %), und optischen Geräten mit 5,8 Mio. EUR (-11,1 %) und Holzwaren mit 5,3 Mio. EUR (+74,4). Weitere wichtige Warengruppen sind Zucker, Getränke und Milcherzeugnisse, Kunststoffe, synthetische Filamente und verschiedene chemische Erzeugnisse. 

Weiterhin stammen rund 73 % der Lieferungen aus den Kategorien konfektionierte Spinnstoffwaren, Bekleidung und –zubehör, sowie Lederwaren, Schuhe und Baumwolle (zusammen Rückgang um 2,0 %). Luftfahrzeuge und Teile davon sind mit 48,6 Mio. EUR (-59,5 %) die zweitstärkste Importwarengruppe, danach folgen Zement (3,0 Mio. EUR, -22,4 %), Spielwaren (2,1 Mio. EUR, -14,1 %) und Getreide (2,1 Mio. EUR, +76,9 %). 

Andritz und Voith Hydro sind bedeutende Akteure im Wasserkraftwerksgeschäft, ILF ist unter anderem in die Planung der Eisenbahnverbindungen durch den gebirgigen Nordosten des Landes eingebunden. Erfreulich ist auch die Präsenz von TÜV Austria in Lahore (Niederlassung seit 2014 in der Hauptstadt der bevölkerungsreichsten Provinz Punjab) an der indischen Grenze. Aufgabe des Unternehmens ist die Zertifizierung pakistanischer Exportprodukte zahlreicher Kategorien. Auch die Tiroler Rohre GmbH trat in den pakistanischen Markt ein. Als Spezialisten für Pfahlsysteme baute das Unternehmen zwei (nach ÖNORM gesicherte) Brücken für die sechsspurige Autobahn zwischen Lahore und Sialkot.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Pakistan

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Abu Dhabi für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Pakistan der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Metalle/Verarbeitung, Chemie/Kunststoffe

Für die Sparte Maschinenbau ist Pakistan ein interessanter Zuliefermarkt. Nachgefragt werden Anlagen für die Energieerzeugung und –übertragung, darunter auch für erneuerbare Energien, Erdgas ebenso wie für Wasserkraft und Solarenergie bzw. Kunststoffproduktion und -verarbeitung. Im Anlagenbau besteht Bedarf nach industriellen Anlagen unter anderem für die Herstellung von Zement, Zucker, Chemie, Baumaterialien, Textilien (Färbereien, Zwischenprodukte u.a.), Fahrzeugteilen und in anderen Bereichen. Weiterhin wichtig bleibt der Erdöl- und Erdgassektor sowie der Bergbau, wo entsprechende Nachfrage nach Ausrüstungen und Anlagen besteht.

Der Anteil der pakistanischen Kunststoffexporte beträgt rund 15 %. Die Regierung konzentriert sich zunehmend auf die Entwicklung von nicht-traditionellen Gütern wie Kunststoff, um die Polymerindustrie zu stärken. 

Mit zahlreichen österreichischen Unternehmen im Kunststoffsektor, ist die Plastikindustrie in Pakistan ein sehr lukrativer Markt. In den kommenden Jahren wird die Plastikindustrie aufgrund des China - Pakistan Economic Corridor (CPEC) voraussichtlich schnell wachsen.

Die Kunststoffindustrie Pakistans besteht aus der vorgelagerten Industrie der Rohplastikhersteller und der nachgelagerten kunstoffverarbeitenden Industrie, welche mit 5700 Organisationen vertreten ist. Die Gesamtinvestitionen der vorgelagerten Kunststoffindustrie liegt bei rund PKR 5.677 bn (EUR 35.7 Mrd). Schätzungsweise PKR 10 Mrd (EUR 63 Mrd) wurden von der nachgelagerten Kunststoffindustrie in Pakistan investiert. Mehr als USD 260 Mrd wurden in die Plastikindustrie investiert, die Hälfte hiervon durch ausländische Direktinvestitionen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreich ist einer der wichtigsten Exportpartner für Pakistan im Bereich Maschinenbau, insbesondere sind Maschinen im Hydro-, Wasser- und Abwassersektor, gefolgt von Industriemaschinen für Textilien, Pharma und Bau sehr gefragt. Mit dem Entwicklungsboom, der die CPEC begleitet, werden entlang der CPEC-Route wichtige Industriezonen eingerichtet, hier wird der Bedarf an großen Maschinen zunehmend steigen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Pakistan? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsBüro Karachi.

Hochbau/Baustoffe

Der Bausektor ist einer der aussichtsreichsten Wirtschaftsbereiche Pakistan’s und trägt jährlich rund 3 % zum BIP bei. Die Bauindustrie verzeichnete zuletzt eine Wachstumsrate von 9 Prozent, vor allem basierend auf niedrigeren Preisen für Baumaterial, den Beginn öffentlicher Projekte, Voranschreiten des China Pakistan Economic Corridor, hohem Bedarf an Wohnbauten und wegen neu entstehender Industriezonen. Für die Jahre bis 2025 wird mit einem jährlichen Wachstum von zwischen 9 und 12 % gerechnet. Bedarf besteht vor allem an Maschinen für die Erdbewegung und für den Hochbau, Baumaterial für die rasche und günstige Schaffung von Wohnraum für einkommensschwache Familien und alle mit diesen Bereichen verbundenen Dienstleistungen wie Straßen- und Gebäudeplanung.

Chancen für österreichische Unternehmen

Mit der Aufnahme öffentlicher Projekte und dem hohen Bedarf an Wohnraum bestehen gute Zuliefermöglichkeiten die von österreichischen Firmen zum Teil bereits genutzt werden. Dazu zählen Bauholz, keramische Bauteile, Aluminiumerzeugnisse sowie Eisen und Stahl.

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Pakistan? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsBüro Karachi.

Nahrungsmittel/Softdrinks

Pakistan ist ein Markt mit 200 Mio. Konsumenten, auf dem 44 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig sind. Gleichzeitig ist Pakistan eines der größten muslimischen Länder und gilt als Hub zwischen dem Mittleren Osten und Südasien für Halal- und andere Erzeugnisse. Mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum und steigender Kaufkraft nimmt auch die Nachfrage nach Lebensmitteln wie Getreide, Hülsenfrüchte, Milcherzeugnisse, Zucker, Fleisch und Gemüse aber auch Erfrischungsgetränken beständig zu. Für die kommenden 2 Dekaden wird mit einem Verbrauchsanstieg um jährlich 2 Prozent gerechnet.

Auch für den Einzelhandel verfügt Pakistan über ein hohes Marktpotenzial, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung aufgrund der ländlichen Lage abseits moderner Einzelhandelsgeschäfte lebt. Supermärkte können von Zollsenkungen und einer erhöhten Transparenz der Einfuhrbestimmungen profitieren, um die steigende Nachfrage nach importierten Produkten zu decken.

Chancen für österreichische Unternehmen

Neben den Lieferungen der eigentlichen Lebensmittel sorgen auch die Investitionen multinationaler Unternehmen für eine Entwicklung der lokalen Produktion qualitativer Lebensmittel Und damit einhergehend den Bedarf an hochwertiger Ausrüstung und Produktions- sowie Verpackungsmaschinen.

Der Bedarf in der Erfrischungsgetränkeindustrie ist noch lange nicht gedeckt. Sowohl für Neueinsteiger als auch für neue Produkte im Bereich der Erfrischungsgetränke gibt es noch bedeutende Wachstumschancen.

Mehrere österreichische Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor sind bereits in Pakistan vertreten. Unter der neuen Regierung werden neue Investitionsmöglichkeiten für lokale Niederlassungen umfassend gefördert und hierdurch gute Voraussetzungen für einen Markteintritt geboten. Der Industrie wird prognostiziert, dass der Verkauf von alkoholfreien Getränken im laufenden Jahr 2019 um 10% steigen wird. Bis 2022 wird ein Anstieg um 10,3% auf rund USD 6 Mrd im Jahresdurchschnitt angenommen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Pakistan? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsBüro Karachi.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Pakistan

Das AußenwirtschaftsCenter Abu Dhabi berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Pakistan haben.

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