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Die peruanische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Santiago hat die wichtigsten Informationen zur peruanischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Peru gehörte in den letzten zehn Jahren zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Lateinamerikas. Die Prognosen für 2019 sind durchwegs positiv und gehen von einem Wachstum von circa 3,7 % aus, nachdem die Wirtschaft im Jahr 2018 bereits ums 3,9 % gewachsen ist. Auch für die kommenden Jahre gehen Analysten von einem vergleichsweise geringen Wachstum um die 3,5 % aus.  

Besondere Entwicklungen 

Der Korruptionsskandal rund um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht hat auch in Peru große Wellen geschlagen. Odebrecht hat zugegeben, im Zeitraum 2005 bis 2014 Schmiergeldzahlungen in Höhe von 29 Millionen USD an hochran-gige Politiker geleistet zu haben, um sich öffentliche Aufträge zu sichern. Bisher wurden etwa die Arbeiten Odebrechts an der 1000 km-Gaspipeline Gasoducto del Sur im Süden des Landes gestoppt sowie ein internationaler Haftbefehl gegen den früheren Präsidenten Alejandro Toledo (2001–2006) erlassen. 

Bisher gab es in Peru das Problem, dass der Großteil des Jahresbudgets an Lima verteilt wurde. Dieses Problem war ein großes Thema bei den Wahlen der neuen Regierung, welche nun mit der Herausforderung konfrontiert sind, 40 % des Bud-gets (ca. 51 Mrd. USD) auf 25 Regionen Perus aufzuteilen. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren konnte sich Peru als verlässlicher Handelspartner Österreichs in Lateinamerika etablieren. 2018 stiegen die Exporte Österreichs im Vergleich zum Vorjahr um 36,8 % auf EUR 82,08 Mio. stark an. Die wichtigsten Exportgüter waren Maschinen mit einem Volumen von EUR 15,6 Mio. Große Zuwächse konnten bei folgenden Produktgruppen erzielt werden: Elektrische Maschinen, insbesondere Stromerzeugungsaggregate (EUR 9,2 Mio.; +216 %), Glücksspielautomaten (EUR 8,3 Mio.; +17 %) und Waren aus Eisen und Stahl, insbesondere Schalungsmaterial (EUR 4,6 Mio.; +111 %).

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Peru.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Santiago für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Peru der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Metalle/Verarbeitung, Chemie/Kunststoff

Chemische Industrie 

Die peruanische metallverarbeitende Industrie und der Sektor Metallurgie wächst in den letzten drei Jahren stetig, mit einer Steigerung von rund 24%, bzw. 3% im Jahr 2018. Auch die chemische Industrie, die vermehrt exportorientiert ist, ist im letzten Jahr um 4% gewachsen.  

Peru ist auf regionaler Ebene ein wichtiger Exporteur von Chemikalien, Tendenz steigend. Die Industrie der Petrochemie und der Polymeren dient als Ausgangspunkt für die Entwicklung wichtiger Industrieketten wie Textilien, Kunststoffe, Düngemittel und chemische Produkte, für die wiederum Maschinen und Anlagen importiert werden.  

Chancen für österreichische Unternehmen 

Für österreichische Unternehmen bieten sich Geschäftsmöglichkeiten in der Zulieferung von Edelstahlerzeugnissen für Großprojekte im Bergbau und Erdöl-und Erdgassektor.  

Absatzchancen bestehen auch für österreichische Anlagen- und Maschinenbauer diverser, im Aufschwung befindlicher, Bereiche (Kunststoffe und Recycling, Verpackungsindustrie, Lebensmittel- und Pharmaindustrie). 

Im Bereich der chemischen Industrie bestehen gute Exportchancen für Österreich u.a. für Zulieferer von synthetischen Fasern.  

Durch die stetig steigenden peruanischen Exporte landwirtschaftlicher Produkte, ist auch der Markt für chemische Erzeugnisse im Agrarbereich interessant.  

Erneuerbare Energien

Umweltschutz 

Peru ist einst der aktivsten Länder in Südamerika im Bereich erneuerbare Energien. Strom aus erneuerbaren Energiequellen macht jedoch erst 5 % der Gesamtsumme der Energiematrix aus, wobei die größte Erzeugung aus Wasserkraft (42,97 %), Wind (40,42 %), Biomasse (11,62 %) und Photovoltaik (4,99 %) stammt. Angestrebt ist eine jährliche Steigerung des Anteils aus erneuerbaren Energien um 5 %. Österreichische Firmen, insbesondere im Bereich Wasserkraft und Kleinwasserkraftwerke, haben Potential ihre Geschäfte mit Peru auszubauen.  

Ende 2018 wurde in Peru das Gesetz beschlossen, den Gebrauch von Einwegplastik zu reduzieren, Plastikstrohalme und Plastiksackerl sollen in 3 Jahren zur Gänze verboten werden. Recycling, Mehrweg und Bio sind zunehmend interessante Betätigungsfelder und bieten gute Marktchancen. 

Deklariertes Ziel der jetzigen Regierung ist es, die Wasseraufbereitung landesweit auszubauen und der gesamten Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Neben den Bereichen Trinkwasser und Abwasser, wird auch die Abfallentsorgung zunehmend eine wichtige Rolle spielen.  

Chancen für österreichische Unternehmen 

Das Umweltbewusstsein in Peru ist erst in den letzten Jahren erwacht und der Trend zeigt dass die Bedeutung erneuerbarer Energien und aktiver Umweltschutz bei der Regierung und Bevölkerung vermehrt zunimmt, was auch Chancen für österreichische Unternehmen bringt. 

Für österreichische Firmen bieten sich zahlreiche Zulieferchancen und gute Möglichkeiten, für Dienstleistungsexporte sowie Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Wasserkraft und Kleinwasserkraftwerke, Biomasseanlagen, Windparks und Photovoltaik.  

Großen Aufholbedarf gibt es in Peru bei Recyclinganlagen und der fachgerechten Abfallentsorgung. Auch hier können österreichische Unternehmen punkten.  

Verkehrs-Infrastruktur/Tiefbau

Infrastrukturprojekte  

Auf Grund des anhaltenden Wachstums, des großen Nachholbedarfs und der zu erwartenden Großprojekte, bestehen Marktchancen für österreichische Waren, Dienstleitungen und Know-how in den Bereichen Straßen- und Tunnelbau, Schienenverkehr, Seilbahnen, Aus- und Neubau von Flughäfen und Hafenanlagen, Energiegewinnung und –versorgung sowie Trink- und Abwasserleitungen.  

Für 2019 sind die größten Investitionen im Erdgasbereich (Transport für eine landesweite Versorgung der peruanischen Haushalte), Kläranlagen, Umspannwerke und Überlandleitungen. 2020 folgen weitere Großprojekte in der Trinkwasserversorgung und im Bereich Straßenbau.   

Chancen für österreichische Unternehmen 

2019 sollen 16 Projekte u.a. in den Bereichen Bergbau, Infrastruktur, Wasser/Abwasser vergeben werden, im Wert von insgesamt USD 2.466 Mio. In den Jahren 2019 bis 2021 plant die Behörde ProInversion insgesamt 58 Projekte - Gesamtinvestition über USD 10 Milliarden -  zu erteilten.  

Für österreichische Unternehmen bieten sich gute Geschäftsmöglichkeiten im Bereich Verkehrsinfrastruktur, vom Ausbau der Metrolinien in Lima, über neue Schienennetze für Nahverkehrszüge, bis hin zu urbanen Seilbahnsystemen. Österreichische Firmen können mit ihren Produkten und Know-how punkten. 

Auch im Bereich Smart Cities gibt es zahlreiche Geschäftschancen für Technologien „Made in Austria“. Möglichkeiten ergeben sich für Firmen im Kommunikationssektor und für Experten intelligenter Lösungen im Verkehrsbereich. 

Gesundheitssystem & Einrichtungen, Bildung 

Für die nächsten Jahre sind im Gesundheitssektor Krankenhauserweiterungen und Neubauten geplant sowie die Anschaffung und Erneuerung medizinischer Geräte. Um die, für die Region verhältnismäßig hohen, Medikamentenpreise zu senken und das Angebot zu erweitern, ist in den letzten Jahren der Bedarf an importierten Pharmaprodukten kontinuierlich gewachsen. Auch Wellness- und Lifestyle-Produkte erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit.  

Eine von der Weltbank finanzierte Studie des Unterrichtsministeriums weist darauf hin, dass bei 75 % der schulischen Infrastruktur Perus Verbesserungsbedarf besteht, dieser Bereich wird über kurz oder lang auch ein Betätigungsfeld darstellen.  

Chancen für österreichischen Unternehmen 

Gesamtanbieter für Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen sowie Zuliefer- und Dienstleistungsfirmen im Spitalsbereich finden in Peru ein interessantes Bestätigungsfeld.  

Die peruanischen Importe von in Österreich hergestellter Produkte der Pharmaindustrie haben in den letzten Jahren zugenommen und es bestehen gute Wachstumsmöglichkeiten. 

Im Bereich Lehrmittelbedarf für Schulen könnten sich ebenfalls Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Firmen ergeben.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Peru.

Das AußenwirtschaftsCenter Santiago berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Peru haben.