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Die rumänische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Bukarest hat die wichtigsten Informationen zur rumänischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Im ersten Halbjahr 2019 konnte nach vorläufigen Zahlen des nationalen Statistikinstitutes zwar ein erfreulicher Zuwachs von 4,8 % verzeichnet werden, die zweite Jahreshälfte und das kommende Jahr werden jedoch– bedingt in erster Linie durch niedrigere Konsumausgaben -  deutlich niedriger ausfallen. Im Jahr 2018 stieg die Wirtschaftsleistung noch um 4,1 %, womit die Wirtschaft Rumäniens seit 2011 permanent gewachsen ist und dies seit 2013 konstant mit Raten von über + 3 %. Damit wies Rumänien zwar nicht mehr – wie noch 2017 mit +7,0 % - das höchste Wirtschaftswachstum der EU aus, liegt jedoch deutlich über dem EU-Durchschnitt von 2 %.

Die Hauptgründe für die verbesserte Konjunktur der letzten Jahre waren Steuersenkungen, eine sehr gute landwirtschaftliche Ernte, ein allgemein guter wirtschaftlicher Trend (vor allem von IT & Kommunikation, Wissenschaft & Technik, Einzelhandel und Kfz-Bereich) sowie anhaltend hohe Direktinvestitionen ausländischer Firmen. Einen gewissen, nicht klar abschätzbaren Beitrag bringt seit Jahren auch die immer stärkere Abbildung der wirtschaftlichen Grauzonen aufgrund der geringen Steuerbelastung.

Prognosen für das zweite Halbjahr gehen daher von einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur aus, die Wirtschaftsleistung des Jahres 2019 dürfte mit rund 4,0 % noch relativ hoch ausfallen. 2020 dürfte sich diese Rate dann bei rund 3,3 % zu liegen kommen.

Besondere Entwicklungen  

Bei der Ende Mai 2019 abgehaltenen EU-Wahl erreichte die wichtigste Unterstützer-Partei des am Ticket des „Demokratischen Forum“ angetretenen Präsidenten Klaus Johannis, die PNL, 27 % (Vergleich EU-Wahl 2014: 15 %), gefolgt von der in der Regierungskoalition befindlichen PSD (22,5 %; 2014: 38 %). Nur knapp dahinter auf dem dritten Platz landete USR mit 22,36 % der Stimmen. 

Nicht zuletzt aufgrund dieses Wahlausgangs mussten zahlreiche umstrittene und für die Planbarkeit der Wirtschaftstreibenden in Widerspruch stehende Vorhaben wie die Eilverordnung 114 vom Dezember 2018 zur Erhöhung von Unternehmenssteuern (wie Umsatzsteuer auf Energieunternehmen, „Bank Greed Tax“, gegen EU-Recht verstoßende Gaspreisbeschränkungen, Änderung von Ausschreibungsbedingungen und vieles mehr), bzw. eine noch im Februar 2019 erlassene Eilverordnung, die im Wesentlichen auf eine Lockerung der Anti-Korruptionsbemühungen abzielte und aller Voraussicht nach gegen das EU-Rechtssystem verstoßen hätte, wieder zurückgenommen werden. Die Rechtssicherheit dürfte damit wieder besser werden. 

Für die im November 2019 anstehende Präsidentschaftswahl stehen die wesentlichen aussichtsreichen Kandidaten und Kandidatinnen im Prinzip fest: Dem aktuellen Amtsinhaber, Präsident Klaus Johannis, werden nach aktuellen Umfragen die besten Chancen eingeräumt. Weiters treten an: Calin Popescu-Tariceanu (ALDE), Dan Barna, Präsident der „Union zur Rettung Rumäniens“ (USR) sowie Viorica Dancila, die amtierende Premierministerin. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Im ersten 1. Halbjahr 2019 konnten die hohen Export-Zuwachsraten der letzten Jahre (2017 um +9,5 % bzw. 2018 um +12,4 % auf den Rekordwert von EUR 2,60 Mrd.) vorerst nicht erreicht werden, es kam zu einem Rückgang um 3,6 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018. Dieses Zwischenergebnis liegt aber immer noch deutlich – nämlich um 15 % - über dem im Jahr 2017 erreichten damaligen Rekordwert. 

Die österreichische Wirtschaft ist in Rumänien seit vielen Jahren ein bedeutender Investor. Österreich belegt mit EUR 8,4 Mrd. hinter den Niederlanden und Deutschland den dritten Rang. Anders würde sich das Bild darstellen, wenn Reinvestitionen von österreichischen Firmen auch gezählt würden, diese sind mehr als doppelt so hoch, wie die ursprünglichen Investitionen. 

Derzeit ist Österreich Rumäniens 12.-größter Exportmarkt und 9.-größter Importpartner.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Rumänien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Bukarest für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Rumänien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive 

Der Automotive Sektor ist der wichtigste Bereich der rumänischen Industrie, sowohl im Rahmen der Autoproduktion, als auch im Bereich der Zulieferindustrie. Rumänien hat sich in den letzten Jahren als ein dynamischer Markt der Automobil(zuliefer)produktion in Zentral- und Osteuropa hervorgetan. Der derzeitige Level der Produktion von Automobilen und Komponenten hat das Land auf Platz 10 in der EU gebracht. Die zwei großen Automobilproduzenten in Rumänien sind Automobile Dacia und Ford.

Der Umsatz der rumänischen automotiven Industrie hat sich im letzten Jahrzehnt verdreifacht und repräsentierte 14 % des Bruttoinlandprodukts im Jahr 2017. Landesweit gibt es über 600 Zuliefer-Produktionswerke angeschlossen an die automotive Industrie, Fabriken, die über 200.000 Angestellte und Arbeiter beschäftigen.

Produziert wird eine komplette Reihe an Komponenten und Systemen: Reifen, Kabel, Draht, Getriebe, elektronische Komponenten, Kfz-Leuchten, Batterien, Kunststoffteile und vieles mehr.

Die Produktion von Automobilen und Komponenten ist auf 23,5 Mrd. Euro gestiegen, davon 6 Mrd. Euro für Automobile und 17,5 Mrd. Euro für Komponenten.

Die Produktion der Fabrik von Automobile Dacia – Renault beträgt in den ersten 11 Monaten des Jahres 2018 311.422 Automobile und bedeutet eine Steigerung von + 6,4 % im Vergleich zur gleichen Periode des Jahres 2017 mit 292.789 Automobilen.

Eine bemerkenswerte Steigerung in der Produktion erzielte Ford in den ersten 11 Monaten des Jahres 2018. Das Gesamtvolumen der Automobilproduktion erreichte 132.159 Einheiten, eine Verdreifachung (+ 201,9 %) im Gegensatz zu den ersten 11 Monaten des Jahres 2017. Unter diesen Bedingungen hat sich auch der Automobilexport von Ford im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. 

Die rumänische automotive Industrie verfügt über qualifizierte Arbeitskräfte, die zu 90 % aus Mitarbeitern mit Sprachkenntnissen in Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und/oder Italienisch besteht.

Rumänien befindet sich auf dem dritten Platz der niedrigsten Gehälter der EU und hat auch ein günstiges Steuersystem (Platz 4), niedrige Kosten und Betriebskosten (Platz 6), ein Netzwerk an guten technischen Universitäten, sowie steuerliche Anreize für die Forschung. 

Die kommenden Projekte der rumänischen automotiven Industrie sind:

  • Daimler plant die Produktion von neuen, hochmodernen Getrieben in Rumänien einzuführen, wobei dies am bereits bestehenden Standort in Sebes/Mühlbach geschehen wird.
  • Automobile Dacia möchte die Anzahl der lokalen Zulieferanten steigern, um für die Fabrik in Mioveni, deren Expansion schon gestartet wurde, eine bessere Effizienz erreichen.
  • Ford hat angekündigt 2018 weitere 200 Mio. Euro in Craiova zu investieren, wo die Produktion eines neuen Models starten soll. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Rumänien ist als attraktiver Standort für die österreichische Automobilzulieferindustrie und als großer Absatzmarkt in der Region anzusehen. Einerseits verfügt Rumänien mit Renault-Dacia über einen aufstrebenden, traditionsreichen Automobilproduzenten mit großer Beschaffungskapazität und andererseits ist zu erwarten, dass die Investition der Firma Ford, die verdeutlicht, dass Rumänien ein hervorragender Standort für internationale Automobilhersteller ist, zur Steigerung der Produktionskapazität und dadurch zum Wachstum der inländischen Produktion führt. 

Haben wir Ihr Interesse am rumänischen automotiven Markt geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr erzählen. Schreiben Sie uns unter E bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900. 

Energiewirtschaft

Mit Erdölreserven von rund 0,6 Milliarden Barrel – d.s. laut der rumänischen Bergbaubehörde ANRM über 2 Mrd. Tonnen, wovon rund 60 Mio. Tonnen derzeit lokalisiert bzw. förderbar sind - und nachgewiesenen Erdgasvorkommen von ca. 0,1 Billionen Kubikmeter im Jahr 2017 ist der Öl- und Gassektor nach wie vor ein extrem wichtiger Bestandteil der rumänischen Wirtschaft.

Die Geschichte des rumänischen Erdölsektors geht bis zum Jahr 1857 zurück, als Rumänien – zwei Jahre vor den USA – offiziell die erste Erdölproduktion registrierte. Die 1.960 Barrel wurden damals in der weltweit einzigen Raffinerie in der Stadt Ploiesti (60 km nördlich von der Hauptstadt Bukarest) produziert. In den 80er Jahren waren in Rumänien zehn Raffinerien in Betrieb. Heutzutage wird Erdöl nur mehr in vier Raffinerien verarbeitet, allerdings verfügen diese über große Bearbeitungskapazitäten. Alle 4 Raffinerien befinden sich in privater Hand. Im Ölsektor wird der Markt auch heute noch von ausländischen Konzernen dominiert, allen voran natürlich von der OMV, die 2004 die Mehrheit an der ehemals staatlichen Petrom übernahm.

1975 wurde die erste offshore Gewinnungsanlage im Schwarzen Meer in Betrieb gesetzt. In den vergangenen Jahren wurde eine Reihe von Lizenzen für die Öl- und Gasförderung im küstennahen Bereich des Schwarzen Meeres vergeben, wo vor allem die OMV Petrom, aber auch andere Marktteilnehmer Erkundungen durchführen und von einer Förderung der Gasvorkommen profitieren können. Die Erdölproduktion in Rumänien belief sich im Jahr 2017 auf rund 3,6 Millionen Tonnen, davon entfallen ca. 8 % auf die Offshore Gewinnung.

Eine ähnliche Entwicklung erfuhr später auch der Gassektor. 1914 wurde die erste Gaspipeline Europas mit einer Länge von 55 km und einem Durchmesser von 153 mm zwischen Sarmasel und Turda (Zentralrumänien) eröffnet. Ein Anteil von 31 % der Produktion von Primärenergie entfällt heutzutage auf den Erdgassektor. Im Jahr 2017 betrug die Erdgasförderung in Rumänien rund 10,3 Milliarden Kubikmeter. Leider befindet sich die onshore Gewinnung im Rückwärtsgang und man sucht nach neuen Feldern. Im Oktober 2015 gaben die Unternehmen Lukoil, PanAtlantic und Romgaz (im Eigentum des rumänischen Staates) bekannt, ein Erdgasvorkommen von über 30 Mrd. Kubikmeter entdeckt zu haben.

Im offshore Bereich hat bereits im Jahr 2012 OMV Petrom im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mit ExxonMobil eine Lagerstätte im Schwarzen Meer mit einem geschätzten Potenzial von 42 – 50 Mrd. Kubikmeter Erdgas entdeckt, ausreichend, um den gesamten rumänischen Markt für rund vier Jahre zu versorgen. Zu bemerken ist, das im Erdgasbereich Rumänien weitestgehend autonom ist. Die Realisierung des BRUA-Korridors, einer Gaspipeline, die Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich verbindet und damit die Abhängigkeit europäischer Märkte von russischem Gas reduziert, läuft wie geplant an, die Anbindung der BRUA ans Schwarze Meer ist ebenso im Gange. 2019 sollen damit bis zu 1,75 Mrd. Kubikmeter Gas transportiert werden können und nach Fertigstellung der zweiten Stufe in 2022 bis zu 4,4 Mrd. Kubikmeter. 

Laut Brancheninsidern wird die Gewinnung von Erdöl und Erdgas bis 2022 einen Umsatz von rund EU 2,4 Mrd. generieren.

Zur Förderung der bestehenden Öl- und Gasreserven benötigen Unternehmen einen Konzessionsvertrag, der von der ANRM ausgeschrieben und mit den bestbietenden Unternehmen unterzeichnet wird. Diese Verträge treten erst nach einem zustimmenden Beschluss der Regierung in Kraft. Die Vertragsdauer beträgt höchstens 30 Jahre, wobei eine Verlängerung um 15 Jahre möglich ist. Die fördernden Unternehmen zahlen für jede geförderte Einheit Öl oder Gas Abgaben an den rumänischen Staat.

Chancen für österreichische Unternehmen 

In den rumänischen Markt einzusteigen ist oftmals eine herausfordernde Aufgabe. Besonders der attraktive Öl- und Gassektor hat die internationale Konkurrenz auf den Plan gerufen. Für einen erfolgreichen Markteintritt ist es fast zwingend, eine gute Beziehung zu den – ohnehin überschaubar wenigen – großen Unternehmen in den genannten Bereichen aufzubauen.

Für österreichische Anlagenbauer bietet das Land den Vorteil, dass es kaum rumänische Anlagenbauer gibt, die in der Lage sind, komplexe Projekte abzuwickeln und die geforderten Qualitätsstandards zu erfüllen. 

Haben wir Ihr Interesse am rumänischen Öl & Gas Sektor geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr berichten. Schreiben Sie uns unter E bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900. 

Forst-und Holzwirtschaft 

Rumänien hat die achtgrößte Waldfläche in der EU. Derzeit hat Rumänien etwa 6,4 Mio. ha Waldfläche (davon 51 % in Privatbesitz oder öffentlich-privat) und etwa 14 Mio. ha landwirtschaftliche Flächen. Das Verhältnis der Landkategorien ist 1 : 2,1. Es gibt ungefähr 830.000 Waldbesitzer und ungefähr 4 Millionen Besitzer von landwirtschaftlichen Flächen. Der Verhältnis ist hierbei bereits 1 : 5 und zeigt die kleinflächige Aufteilung der lnadwirtschaftlichen Flächen. Der Anteil des Forstwirtschaftsektors (Forstwirtschaft und Holzverarbeitung) am BIP beträgt 3,5 %. Holz ist die einzige Ressource in vielen Berggebieten und eine wichtige Ressource für die ländliche Entwicklung. In der gemeinsamen Politik auf EU-Ebene sollte die Unterstützung für den Bereich Wälder durch das Nationale Forstprogramm für Ländliche Entwicklung (NRDP) kommen. In Rumänien wird das NRDP vom Landwirtschaftsministerium verwaltet und Waldgebiete stehen demgegenüber unter der Aufsicht des Umweltministeriums, weshalb Waldgebiete leider praktisch aus der Finanzierung ausgeschlossen sind.

Es gibt ca. 11.300 Unternehmen, die sich in Rumänien mit Holz beschäftigen und knapp 7.000 davon sind holzverarbeitende Betriebe. Im diesem Sektor sind 128.000 Direktangestellte und 186.000 Personen in verwandten Sektoren. Die holzverarbeitende Industrie befindet sich vor allem in den Kreisen Suceava (Nord-Ost Region), Alba, Braşov und Covasna (Zentral), Cluj (Nord-West Region) und Bukarest. In der rumänischen holzverarbeitenden Industrie ist Österreich vor allem durch die Unternehmen Holzindustrie Schweighofer, Egger, Kronospan und JFFournir (JF Frischeis) vertreten.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Obwohl die rumänische holzverarbeitende Industrie aus technologischer Hinsicht an die Marktnachfrage und –gegebenheiten ausreichend ausgestattet ist, erreicht die Arbeitsproduktivität in diesem Sektor nicht das Produktivitätsniveau der Europäischen Union. Es gibt eine lange Tradition der Holzverarbeitung und damit auch ausreichende Arbeitskraft mit der notwendigen Qualifikation, ausreichend Rohstoffe in guter Qualität, eine immer besser werdende Infrastruktur mit einem besonders dichten Bahnnetz und ein dichtes Netz österreichischer Firmen, die seit Jahren in Rumänien in allen nur vorstellbaren Bereichen tätig sind. 

Haben wir Ihr Interesse an der rumänischen Holz- & Forstwirtschaft geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr erzählen. Schreiben Sie uns unter E bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900. 

Mode und Textilien 

Der rumänische Mode-Fashionsektor bestehend aus, Bekleidungs- Schuh und Textilindustrie entwickelt sich dynamisch. Aktuell ist dieser Sektor für Rumänien die zweitwichtigste verarbeitende Industrie nach der Automobilbranche mit einem Exportvolumen von 5,2 Mrd. Euro und knapp 10 % Exportanteil. Insgesamt gibt es in Rumänien mehr als 9.700 Betriebe mit mehr als 250.000 fachlich ausgebildeten Mitarbeitern, die vor allem in den Sektoren Damen Ober- und Unterbekleidung sowie Hemden und Hosen für Herren internationales Niveau erreicht haben.

Seit mehr als 10 Jahren ist Rumänien unter den Top 15 Exporteuren in Leder- und Schuhindustrie. Der rumänische Schuhmarkt wird gegenwärtig zu ca. 65 % mit Waren aus heimischer Produktion beliefert. Der Umsatz am lokalen Markt ist für ca. 1 % des Gesamtumsatzes verantwortlich. Mehr als 70 % der Textilproduktion läuft über kontinuierlich zunehmende Lohnaufträge, die direkt zur Erhöhung der Exportquote in Rumänien beitragen. 

Rumänien wird oft als „Schneiderei Europas” bezeichnet, da im Land die Bekleidung berühmter internationaler Modeunternehmen mit niedrigen Kosten und qualifiziertem Personal produziert wird. Einer der größten Vorteile Rumäniens ist die räumliche Nähe zum europäischen Absatzmarkt, denn dadurch ergeben sich deutlich kürzere Lieferzeiten im Vergleich zu Ländern in Fernost. Darüber hinaus hat die Textil- und Schuhbranche eine lange Tradition im Land und bietet somit qualifizierte Arbeitskräfte und eine hohe Qualität der Produkte. Im rumänischen Mode- und Fashionsektor bestehend aus Textil-, Bekleidungs- Schmuck- und Schuhindustrie ist Österreich durch Unternehmen, wie HERVIS SPORTS, HUMANIC, Swarovski, das Luxusschmuckunternehmen FREYWILLE und auch über die Wiener Zentralen z. B. mit Deichmann oder Peek & Cloppenburg vertreten. 

In den letzten Jahren sind die Exporte von Österreich nach Rumänien in der Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie stetig angestiegen. Damit ist speziell die Hauptstadt Bukarest als einkommensstärkste Region Rumäniens durchaus interessant für österreichische Unternehmen, die nach neuen Absatzmärkten suchen. Steigende Kaufkraft und ausgeprägtes Modebewusstsein verstärken die guten Voraussetzungen für den Vertrieb von als hochwertig wahrgenommenen, österreichischen Textilprodukten in Rumänien. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

In den rumänischen Markt einzusteigen ist eine Herausforderung. Rumänien ist zwar ein junges EU-Mitglied, aber die hohe Bevölkerungszahl, das in weiten Landeskreisen nach wie vor fehlende Angebot europäischer Standards und die steigende Kaufkraft haben bereits die internationale Konkurrenz auf den Plan gerufen. Für einen erfolgreichen Markteintritt ist es erforderlich zu bestimmen, welche Regionen des Landes Tradition in der Herstellung von Schuhen, Bekleidung und Textilien haben. 

Haben wir Ihr Interesse am rumänischen Mode-Fashionsektor Markt geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr erzählen. Schreiben Sie uns unter E bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900.

Nahrungsmittel/Softdrinks 

Rumänien ist trotz seiner beeindruckenden landwirtschaftlichen Kapazität stark von Lebensmittelimporten abhängig. Die größten Importeure im Lebensmittelbereich sind die Lebensmittelhandelsketten wie Lidl, Kaufland, Rewe, Selgros, Metro sowie internationale Konzerne wie Mondelez oder Nestle. Aufgrund des niedrigen Einkommensniveaus wird ca. 25 % des verfügbaren Haushaltseinkommens in Rumänien für den Einkauf von Lebensmitteln aufgewendet.  

Der Einfluss internationaler Unternehmen, die in Rumänien lokal Lebensmittel produzieren ist in den vergangenen 20 Jahren insbesondere im Getränkebereich stark gestiegen. Lokale Abfüllbetriebe internationaler Unternehmen versorgen den Markt mit zahlreichen alkoholfreien Getränken, die rumänischen Brauereien wurden praktisch zur Gänze an internationale Konzerne verkauft.  

Milch - und Molkereiprodukte

Der rumänische Markt für Milch und Milchprodukte stieg fast kontinuierlich und erreichte 2018 ein Jahresvolumen von EUR 1,1 Mrd.  

In Rumänien werden nur wenige Arten von Käse produziert, meist Weichkäse mit nur geringfügigen Unterschieden zwischen den Produkten. Sehr häufig im Regal zu sehen ist hingegen geräucherter Kuhmilchkäse („cascaval afumat“). Insgesamt werden ca. 85 % der Käseproduktion aus Kuhmilch hergestellt. Käsespezialitäten mit diversen Geschmacksrichtungen werden großteils importiert, das Angebot und der Umsatz sind in den vergangenen Jahren merklich gestiegen. 

Weitere beliebte Produkte sind Butter, Sauerrahm und Kefir. Pflanzliche Margarine wird wegen ihres geringeren Fettanteils und des niedrigeren Preises der Butter bevorzugt. 2018 wurde ein Konsum von 1,57 kg/Monat/Person verzeichnet.  

Fleisch- und Fleischwaren

Rumänen essen traditionell viel und gerne Fleisch. 2018 lag der monatliche Pro-Kopf-Konsum von Fleisch bei ca. 3,7 kg. Fast die Hälfte des Fleischkonsums entfällt auf Schweinefleisch und etwa ein Viertel auf Geflügelfleisch, Lamm- und Rindfleisch und deren Produkte bilden den Restverbrauch.  

Da die Inlandsproduktion den heimischen Bedarf nicht abdecken kann, ist das Land auch auf Importe angewiesen. Fleisch und Fleischprodukte machen einen Großteil der Nahrungsmittelimporte aus.  

Die großen Produzenten haben ihre eigene Distributions- und Vertriebsstruktur sowie ihre eigenen Ladenketten, vermarken ihre Produkte aber auch in den modernen Handelsketten.  

Alkoholfreie Getränke & Mineralwasser

2018 lag der allgemeine Konsum von Mineralwasser & nichtalkoholischen Getränken bei 6 Liter/Monat/Person und bei alkoholischen Getränken bei ca. 2,8 Liter/Monat/Person. 

Ein wichtiges Segment des rumänischen Getränkemarkts ist Mineralwasser. In Rumänien befindet sich mehr als ein Drittel des gesamten europäischen Mineralwasseraufkommens. Der Markt wuchs in den letzten Jahren jährlich konstant um 3 - 4 %: 2016 boomten die Absätze der größten Abfüller aufgrund vieler Investitionen in die Modernisierung der Technologien. Mit einem Konsum von ca. 12 Mio. Hektoliter in 2018 liegt der Markt trotzdem unter dem durchschnittlichen europäischen Konsum, hat dementsprechend aber großes Wachstumspotenzial. Der Markt wird großteils von rein rumänischen Unternehmen beherrscht.  

Alkoholische Getränke

…davon Bier:  2018 lag der Konsum von Bier bei rund 16,11 Mio. Hektolitern, bzw. bei ca. 85 Litern pro Kopf. Dies entspricht einem Verkaufsumsatz von rund EUR 1,5 Mrd.

…davon Wien: Rumänien hat eine 4.000 Jahre alte Weintradition und ist heute der zwölftgrößte Weinproduzent weltweit mit einer Anbaufläche von 245.000 ha. Die Handelsbilanz mit Wein bleibt für Rumänien trotzdem negativ: Rumänien führte 2014 Wein im Wert von etwa EUR 25 Mio. aus, importiert wurde Wein für fast EUR 45 Mio. Der Pro-Kopf-Weinkonsum lag 2018 bei ca. 27 Liter. 

Mehl, Brot- und Backwaren

Der rumänische Markt der Mehl- und Backwarenprodukte wird beherrscht von rund einem Dutzend großer Produzenten und am anderen Ende von tausenden Kleinstbetrieben (etwa 1.000 Mühlen und 5.000 Bäckereien) mit meist nur einer Produktionsstätte bedient. Diese Kleinsbetriebe versorgen den lokalen Markt mit elementaren Produkten. Einen Mittelbau von kleineren Produzenten mit mehreren Verkaufsniederlassungen gibt es praktisch nicht.

Laut Schätzungen liegt der Markt von Mehl, Brot- und Backwaren bei ca. EUR 10 Mrd. und machte ca. ¼ des Gesamtmarktes der Nahrungsmittel aus.

Monatlich wurden 2016 folgende Konsumniveaus verzeichnet: Maismehl = 0,8 kg, Mehl = 0,7 kg, Reis = 0,42 kg und Brot = ca. 8 kg.  

Öl- und Fettmarkt

Rumänien ist eines der europäischen Länder mit dem höchsten Speiseölverbrauch. Sonnenblumenöl deckt ca. 75 % des Bedarfes, gefolgt von Olivenöl mit 15 % und sonstigen Ölen. Bei Olivenöl wird Premiumqualität bevorzugt, die allerdings fast ausschließlich bei Konsumenten mit höherer Kaufkraft Absatz findet. Der Markt von Speiseölen lag 2018 bei ca. EUR 255 Mio. 2018 lag der Binnenkonsum an Speiseöl bei ca. 0,88 Liter/Monat/Person.   

Bioprodukte (Lebensmittel) verzeichneten Ende 2018 Umsätze von ca. EUR 20 Mio., der Markt ist sehr stark importorientiert. Im Allgemeinen machen die Verkäufe von Bioprodukten in Rumänien ca. 2 % des Verkaufsvolumens aller Lebensmittel aus.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreich hat mit Qualitätsprodukten der höheren Verarbeitungsstufe in Rumänien gute Chancen. In den Regalen der Lebensmittelgeschäfte finden sich viele Produkte österreichischer Unternehmen wie Red Bull, Rauch, Pfanner, Agrana, Kotanyi, Julius Meinl, Wine & Commerce, Ottakringer, Zotter, Heindl, Ölz, Auer, Sorger, Schlumberger, Maresi und vielen mehr. Österreichische Produkte werden als Qualitätsprodukte bzw. als Delikatessen wahrgenommen und sind für die Konsumenten sehr attraktiv. Mit Ausnahme einiger Zucker-, Brot- und Mehlprodukte, die in Rumänien produziert werden, werden fast alle diese Produkte importiert. 

Die Mehrzahl der österreichischen Produkte wird in internationalen Lebensmittelketten oder in Delikatessengeschäften vermarktet, welche grundlegend nur in Ballungszentren und größeren Städten vertreten sind, wo die Kaufkraft der Bevölkerung höher, als der Landesdurchschnitt, ist. Gegenwärtig liegt der Pro-Kopf-Konsum in fast allen Branchen unter dem EU-Durchschnitt. Mit der erwarteten wachsenden Kaufkraft wird auch in Rumänien die Nachfrage nach Qualitätsprodukten steigen, wobei Eigenmarken und Bioprodukte die stärksten Zuwächse verzeichnen. 

Haben wir Ihr Interesse am rumänischen Nahrungsmittel- und Getränkemarkt geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr erzählen. Schreiben Sie uns unter E bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Rumänien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Bukarest anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Rumänien

Das AußenwirtschaftsCenter Bukarest berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Rumänien haben.