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Die rumänische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Bukarest hat die wichtigsten Informationen zur rumänischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Rumänien erfreute sich in den letzten Jahren eines dynamischen Wirtschaftswachstums und lag damit stets im Vorfeld innerhalb der EU: Im Jahr 2017 „überholte“ Rumäniens Volkswirtschaft jene Griechenlands, 2018 jene Portugals und 2019 jene Tschechiens und liegt damit aktuell an 13. Stelle innerhalb der EU.

Problematisch dabei war aber die mehrheitliche Generierung des Wachstums der letzten Jahre durch erhöhte – und zunehmend auch kreditfinanzierte – Konsumausgaben.

Nach Zuwächsen um 4,4 % im Jahr 2018 bzw. 4,1 % im Jahr 2019 wird dieser Trend im heurigen Jahr aufgrund der COVID-19-Krise nicht mehr fortgesetzt werden können.

Nach einem Zuwachs im Q1 2020 von immerhin 2,7 %, musste im Q2 ein Rückgang um 10,5 % verzeichnet werden, was für erste Halbjahr einen Rückgang um 3,9 % bedeutet. Prognosen für das Gesamtjahr 2020 gehen von einem Minus von rund 6,0 % aus. Das bedeutet, dass die nächsten Quartale weniger stark fallen werden als Q2 und somit eine technische Rezession vermutlich verhindert werden kann.

Rumänien dürfte jedoch aufgrund seiner resilienten Wirtschaftsstruktur relativ gut vom erwarteten Wiederaufschwung profitieren können, sodass für 2021 wieder mit Zuwächsen um die 4 % gerechnet wird. 

Besondere Entwicklungen

Kommunal- und Parlamentswahlen 2020: Das Jahr 2020 bleibt nach wie vor politisch spannend, denn die Kommunalwahlen wurden von Mai 2020 auf 27. September verschoben. Die Parlamentswahlen sollen am 6. Dezember 2020 stattfinden.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Die österreichische Wirtschaft ist in Rumänien seit vielen Jahren ein bedeutender Investor. Österreich belegt mit knapp 9,0 Mrd. Euro hinter den Niederlanden und Deutschland den dritten Rang. Anders würde sich das Bild darstellen, wenn die Investitionen dem echten Ursprungsland zugerechnet würden (die Niederlande würde weit abfallen) und auch Reinvestitionen von ausländischen Investoren auch gezählt würden, diese sind im Falle Österreichs mehr als doppelt so hoch, wie die ursprünglichen Investitionen.

Derzeit ist Österreich Rumäniens zwölftgrößter Exportmarkt und zehntgrößter Importpartner. Umgekehrt ist Rumänien die 15.-wichtigste Destination österreichischer Exporte und 20.-wichtigster Importpartner.

Im Jahr 2019 konnten die hohen Export-Zuwachsraten der letzten Jahre (2017 um +9,5 % bzw. 2018 um 12,4 % auf den Rekordwert von 2,56 Mrd. Euro) vorerst nicht erreicht werden: Es kam zu einem moderaten Rückgang um 1,8 % gegenüber 2018 auf 2,51 Mrd. Euro. Dieses Ergebnis liegt aber immer noch deutlich – nämlich um 10,4 % – über dem im Jahr 2017 erreichten damaligen Rekordwert. Angesichts der allgemeinen Konjunkturlage kam es wie erwartet im ersten Halbjahr 2020 zu stärkeren Einbußen bei den Ausfuhren in Höhe von -16,1 %.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Rumänien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Bukarest für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Rumänien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive 

Der Automotive-Sektor ist einer der wichtigsten Bereiche der rumänischen Industrie, sowohl im Rahmen der KFZ-Produktion, als auch im Bereich der Zulieferindustrie. Der Umsatz hat sich im letzten Jahrzehnt verdreifacht und repräsentierte im Jahr 2019 laut Regierungsangaben 14 % des BIP bzw. 27 % der Gesamtexporte. Neben den Automobilproduzenten Dacia und Ford gibt es landesweit über 600 Zuliefer-Produktionswerke. Insgesamt beschäft der Sektor über 200.000 gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Produziert wird eine breite Reihe an Komponenten und Systemen: Reifen, Kabel, Drähte, Getriebe, elektronische Komponenten, Kfz-Leuchten, Batterien, Kunststoffteile und vieles mehr. Der Produktionswert von Automobilen und Komponenten betrug im Jahr 2019 insgesamt rund 30 Mrd. Euro. Die Produktion von Automobilen lag bei 490.412 Einheiten, was einem Anstieg von 2,9 % gegenüber 2018 entspricht.

Mit einer Motorisierungsrate von 332 KFZ pro 1.000 Einwohner bildet Rumänien zwar noch das Schlusslicht innerhalb der EU, der Markt entwickelt sich jedoch dynamisch.

Mehr über die lokale Produktion, aktuelle Entwicklungen, Trends, die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf den Sektor und mehr erfahren Sie in unserem „fact sheet – Automotive Industry“, das Sie gleich unter bukarest@wko.at bei uns anfordern können!

IT, Software & Telekommunikation

Rumänien gilt schon seit mehreren Jahren als fest etablierter Standort für die Entwicklung von Forschungs- und BPO (Business Process Outsourcing) Zentren und Diensten der IKT-Branche. In den letzten Jahren hat sich das Volumen verfünffacht. Investitionen können hier weiterhin auf hochqualifizierte und, im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten, relativ günstige Arbeitskräfte und Arbeitsbedingungen bauen. Auch die Mietkosten für Büroflächen sind – trotz Zunahme in den letzten 2-3 Jahren – immer noch tragbar und somit vorteilshaft. Internationale Großkonzerne haben seit längerer Zeit Rumänien als Investitionsstandort entdeckt und hier Entwicklungs- und Unterstützungszentren eröffnet, in denen Tausende von Mitarbeitern beschäftigt sind. 

Der Telekommunikationssektor trägt mit rund 3,4 Mrd. Euro Gesamtumsatz mit 2 % zum rumänischen BIP bei. Der Ausbau des 5G-Netzes stockt jedoch derzeit aus verschiedenen Gründen. 

Wollen Sie mehr wissen? Fordern Sie gleich bei uns unser kostenloses „fact sheet“ zum Thema Software, IT & Telekommunikation in Rumänien unter bukarest@wko.at an. Vom 19. bis 22.10.2020 planen wir auch einen Austria Showcase zum Thema Nearshoring von IT-Dienstleistungen in Rumänien.

Energie, Erdöl & Erdgas 

Auf Tradition stützend und trotz schwankender Marktbedingungen entwickelt Rumänien die Sektoren Erdöl, Erdgas und Petrochemie als stabile Eckpfeiler der Wirtschaft des Landes weiter und zielt darauf ab, diese Bereiche auch in nächster Zukunft strategisch intensiv zu fördern. Mit einer über 150-jährigen Tradition in der Gewinnung von Rohöl und Erdgas ist Rumänien der einzige bedeutende Produzent von Kohlenwasserstoffen in Südosteuropa. Die traditionellen Festland-Reserven Rumäniens sind jedoch in den letzten Jahren stetig geschrumpft, was zu einer Verminderung der durchschnittlichen Jahresproduktion führte. Das durch OMV und ExxonMobil entdeckte rund 42 - 84 Milliarden Kubikmeter große Gasfeld im Schwarzen Meer stellt die größte Chance und Herausforderung für Investoren sowie für die Regierung Rumäniens dar. Sollte der gesetzliche Rahmen ein für Investoren sicheres und gewinnbringendes Klima gewährleisten, ist auch in Zukunft in diesem Sektor mit einem hohen Entwicklungspotential zu rechnen. 

Wollen Sie mehr über den Sektor und Ihre Chancen als Zulieferer wissen? Dann fordern Sie gleich unser „fact sheet – Erdöl & Ergas“ unter bukarest@wko.at bei uns an!

Forst-und Holzwirtschaft 

Rumänien hat die achtgrößte Waldfläche in der EU. Derzeit hat Rumänien etwa 6,4 Mio. ha Waldfläche (davon 51 % in Privatbesitz oder öffentlich-privat) und etwa 14 Mio. ha landwirtschaftliche Flächen. Das Verhältnis der Landkategorien ist 1 : 2,1. Es gibt ungefähr 830.000 Waldbesitzer und ungefähr 4 Millionen Besitzer von landwirtschaftlichen Flächen. Der Verhältnis ist hierbei bereits 1 : 5 und zeigt die kleinflächige Aufteilung der lnadwirtschaftlichen Flächen. Der Anteil des Forstwirtschaftsektors (Forstwirtschaft und Holzverarbeitung) am BIP beträgt 3,5 %. Holz ist die einzige Ressource in vielen Berggebieten und eine wichtige Ressource für die ländliche Entwicklung. In der gemeinsamen Politik auf EU-Ebene sollte die Unterstützung für den Bereich Wälder durch das Nationale Forstprogramm für Ländliche Entwicklung (NRDP) kommen. In Rumänien wird das NRDP vom Landwirtschaftsministerium verwaltet und Waldgebiete stehen demgegenüber unter der Aufsicht des Umweltministeriums, weshalb Waldgebiete leider praktisch aus der Finanzierung ausgeschlossen sind.

Es gibt ca. 11.300 Unternehmen, die sich in Rumänien mit Holz beschäftigen und knapp 7.000 davon sind holzverarbeitende Betriebe. Im diesem Sektor sind 128.000 Direktangestellte und 186.000 Personen in verwandten Sektoren. Die holzverarbeitende Industrie befindet sich vor allem in den Kreisen Suceava (Nord-Ost Region), Alba, Braşov und Covasna (Zentral), Cluj (Nord-West Region) und Bukarest. In der rumänischen holzverarbeitenden Industrie ist Österreich vor allem durch die Unternehmen Holzindustrie Schweighofer, Egger, Kronospan und JFFournir (JF Frischeis) vertreten.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Obwohl die rumänische holzverarbeitende Industrie aus technologischer Hinsicht an die Marktnachfrage und –gegebenheiten ausreichend ausgestattet ist, erreicht die Arbeitsproduktivität in diesem Sektor nicht das Produktivitätsniveau der Europäischen Union. Es gibt eine lange Tradition der Holzverarbeitung und damit auch ausreichende Arbeitskraft mit der notwendigen Qualifikation, ausreichend Rohstoffe in guter Qualität, eine immer besser werdende Infrastruktur mit einem besonders dichten Bahnnetz und ein dichtes Netz österreichischer Firmen, die seit Jahren in Rumänien in allen nur vorstellbaren Bereichen tätig sind. 

Haben wir Ihr Interesse an der rumänischen Holz- & Forstwirtschaft geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr erzählen. Schreiben Sie uns unter bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900. 

Stahl & Metallbearbeitung 

Vor der politischen Wende im Jahr 1990 verfügte Rumänien noch über eine bedeutende Stahlproduktion zur Versorgung der damaligen staatlichen Industrien. Im Zuge der Dezentralisierung und Privatisierung der Wirtschaft wurden Überkapazitäten abgebaut, sodass die Produktion kontinuierlich gesunken ist und derzeit bei rund 3,7 Mio. Tonnen Rohstahl jährlich liegt.

Nach wie vor gibt es Bedarf bei der Modernisierung bestehender Anlagen, andererseits befinden sich unter den kleineren bis mittleren rumänische Metall verarbeitenden Firmen durchaus auch potentielle Kooperationsparter für österreichische Unternehmen.

Nähere Informationen zum Sektor und wie Sie auf dem Markt erfolgreich tätig werden, finden Sie unserem „fact sheet“ zum Thema Metallbearbeitung in Rumänien, das Sie gleich unter bukarest@wko.at anfordern können.

Mode & Textilien 

Rumänien ist längst nicht mehr nur die „Schneiderei Europas“. Natürlich existieren nach wie vor eine Vielzahl für eine Produktions-Kooperation in Frage kommende Unternehmen in den Bereichen Textilien, Bekleidung sowie Leder / Schuhe, zunehmend gewinnt Rumänien aber auch als Markt für hochwertige internationale und somit auch österreichische Artikel an Attraktivität. 

Sie suchen geeignete Lieferanten für Ihr Unternehmen oder Kunden für Ihre österreichischen Produkte? Dann fordern Sie als ersten Schritt gleich unser aktuelles fact sheet „fashion industry – Rumänien“ an. 

Kunststoffe 

Die rumänische Kunststoffindustrie verfügt bereits über eine lange Tradition und manche Firmen sind z.B. schon seit fast 80 Jahren tätig. Heute umfasst der Kunststoff- und Kautschuk verarbeitende Industrie rund 3.100 Unternehmen, die etwa 62.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt beschäftigten. Der Jahresumsatz der Branche liegt bei 3,3 Mrd. Euro. Auch eine Reihe österreichischer Unternehmen sind mit eigener Produktion im Land präsent. 

Nähere Informationen finden Sie unserem „fact sheet“ zum Thema Kunststoffe in Rumänien, das Sie gleich unter bukarest@wko.at anfordern können.

Nahrungsmittel/Softdrinks 

Mit knapp 20 Mio. Einwohnern ist Rumänien das siebtgrößte Land in der EU und das größte in SEE. Nach wie vor ist es in erster Linie als Agrarproduzent und Lieferant von Lebensmittel mittlerer Verarbeitungsstufe bekannt, wobei diese auch zu einem guten Teil von lokalen Niederlassungen internationaler und natürlich auch österreichischer Unternehmen stammen.

Durch die über die letzten Jahre anhaltend positive Wirtschaftsentwicklung, die zu einer konstanten Erhöhung der Einkommen, einer niedrigen Arbeitslosenrate und zu höheren Konsumausgaben im Allgemeinen führte, wurde Rumänien zunehmend auch als Absatzmarkt für verarbeitete Produkte aus dem Ausland von Interesse.

Rumänien exportiert vorwiegend landwirtschaftliche Produkte, Bier und Honig und importiert hauptsächlich Schweinefleisch, Tierfutter, Süßigkeiten, Delikatessen und weitere Produkte mit höherem Verarbeitungsgrad.

Näheres zu den hier im Markt tätigen lokalen und internationalen Unternehmen, Verbrauchszahlen und Chancen für Ihr Unternehmen erfahren Sie in unserem „fact sheet | Nahrungsmittel & Getränke“, das Sie unter bukarest@wko.at anfordern können.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Rumänien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Bukarest anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Rumänien

Das AußenwirtschaftsCenter Bukarest berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Rumänien haben.

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