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Ein Unternehmen im Iran gründen / Vertretungsvergabe

Auch bei Investition und Firmengründung im Ausland stehen wir mit Fachwissen und unseren Kontakten an Ihrer Seite

Firmengründung im Iran

Ausländische Unternehmen bearbeiten den iranischen Markt sehr häufig über Agenten oder Vertreterinnen und Vertreter. Es gibt aber auch die Möglichkeit ein Repräsentanzbüro (Liaison Office) oder eine Zweigniederlassung einzurichten. Die Registrierung hat in beiden Fällen nach den allgemeingültigen iranischen Gesetzen zu erfolgen. Ein Nachweis über die ordnungsgemäße Registrierung der Mutterfirma im eigenen Land ist erforderlich. Repräsentanzbüros sind in der Regel nicht körperschaftssteuerpflichtig, Zweigniederlassungen haben den der Niederlassung zurechenbaren Gewinn zu versteuern. 

Daneben können ausländische Unternehmen seit Anfang 2009 auch Anteile bis zu 100 Prozent an iranischen Unternehmen besitzen. Dies war bis dato nur auf Basis der Vorschriften des Foreign Investment Promotion and Protection Act (FIPPA) aus dem Jahr 2002 möglich. Es empfiehlt sich bei jeder Gründung jedoch nach wie vor, eine so genannte FIPPA-Lizenz zu erwerben, da dadurch Investitionen österreichischer Unternehmen auch durch das österreichisch-iranische Investitionsabkommen von 2004 geschützt sind. 

Unter FIPPA können ausländische Investorinnen und Investoren eine Mehrheitsbeteiligung anstreben: Ausländische Unternehmen können auch Alleineigentum an einer Firma im Iran erwerben. Ausländische Investitionen sind in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht wie inländische zu behandeln.  

Enteignungen können nur auf Grundlage eines Gesetzes durchgeführt werden und verlangen eine Entschädigung in Höhe des tatsächlichen Wertes. Ausländische Investoren und Investorinnen sind nach dem FIPPA gemäß der internationalen Praxis berechtigt, erzielte Nettogewinne umzuwandeln und ins Ausland zu transferieren. 

Die Erstellung eines Joint-Venture-Vertrags nimmt oft lange Zeit in Anspruch. Das Verfassen und Einreichen der benötigten Dokumente durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin wird in der Regel auf Stundenbasis verrechnet. Alles in allem kann davon ausgegangen werden, dass die Gesamtkosten für die Gründung einer Private Joint Stock Company im Iran bei mindestens 5.000 Euro liegen. 

In steuerlicher Hinsicht ergeben sich für österreichische Unternehmen Begünstigungen aus dem bilateralen Doppelbesteuerungsabkommen, das seit 2005 Anwendung findet. Dies gilt auch für Direktinvestitionen im Iran. 

Ausführliche Informationen zu Unternehmensgründung, Investitionen und Steuern finden Sie im Fachreport Iran: Firmengründung und Steuern, den Sie beim AußenwirtschaftsCenter Teheran anfordern können.

Das AußenwirtschaftsCenter Teheran steht Ihnen für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Wir unterstützen bei Gründung und Investition

Damit Ihre Investition im Ausland kein Sprung ins kalte Wasser wird, beraten Sie unsere AußenwirtschaftsCenter bei Gründung und Investition in Ihrem Zielmarkt. Dazu gibt es Startgeld für Mutige: Das Förderprogramm go-international  erleichtert Ihnen Markteintritt, Marktbearbeitung und die Gründung einer Niederlassung im Ausland und ist Teil der Internationalisierungsoffensive des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich.

Investitionsberatung

Irgendwann ist es soweit. Oft erst später, wenn es richtig gut läuft und die Umsätze stimmen. Manchmal gleich, weil man mit sechs Stunden Zeitverschiebung keine zwölf Vertriebspartner an der Leine führen kann. Oft, weil der Markt ein Produkt verlangt, das vor Ort gewartet, assembliert oder mit Ihrem Know-how produziert werden muss. 

Die eigene Niederlassung ist immer teuer, aber auch immer Ihr bester Vertriebspartner in einem Exportmarkt. Wenn es so weit ist, dann wissen wir, wie es geht. Firmengründung, Rechtsform, Steuern, Visa für entsandtes Personal, Arbeitsrecht, Versicherungen, Standortwahl, Förderungen, Finanzierungen – wir bereiten Sie vor und helfen Ihnen durch. 

Wir haben vor Ihnen in Ihrem Zielmarkt viele andere Unternehmen bei Investitionsentscheidungen begleitet und können deren Erfahrungen an Sie weitergeben. Und das Wichtigste: Unser Netzwerk an kompetenten Dienstleistern kann sich überall sehen lassen und erspart viele leere Kilometer. 

Sind Sie bereit? Kontaktieren Sie einfach das AußenwirtschaftsCenter Teheran.

Förderungen

Wer sich in einem Auslandsmarkt niederlassen will, muss erst in die Kasse greifen – daran ändern auch guter Service und Beratung nichts. Marketing, Rechtsberatung, Partnersuche: Alles kostet, bevor es etwas bringt. Auch bei guter Vorbereitung gibt es keine Erfolgsgarantie, wenn man Investitions-Neuland betritt.

Die Direktförderungen aus der Internationalisierungsoffensive go-international federn Risiken ab und entlasten Unternehmen. Förderbar sind unter anderem Reise- und Marketingkosten, Honorare lokaler Branchenexpertinnen und –experten, Messe und Kongressteilnahmen, Rechts- und Steuerberatung zum Thema Unternehmensgründung sowie Marktanalysen.

Darüber hinaus bestehen natürlich auch noch andere Förderstellen und Fördermöglichkeiten: Unsere Expertinnen und Experten in den Landeskammern haben den Überblick über viele Fördermaßnahmen und helfen Ihnen, sich im Förderdschungel zurechtzufinden!

Investitionsschutz

Österreich hat im Laufe der Zeit über 60 bilaterale Investitionsschutzabkommen abgeschlossen, um österreichische Unternehmen, die im Ausland investieren, vor Benachteiligung und entschädigungsloser Enteignung zu schützen. Insbesondere für kleine Betriebe, die den Schritt ins Ausland wagen, sind diese Abkommen von großer Bedeutung: Sie erhöhen die Rechtssicherheit für im Ausland investierende Unternehmen.

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft veröffentlicht eine Liste aller bilateralen österreichischen Investitionsschutzabkommen, einschließlich solcher, die mit anderen EU-Staaten bestehen (Intra-EU-BITs).

Seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Dezember 2009 ist die Zuständigkeit für ausländische Direktinvestitionen auf die Europäische Union übergegangen (Artikel 207 AEUV). Seither verhandelt auch die EU über Investitionsschutz als Teil von Freihandelsabkommen oder über reine Investitions- und Investitionsschutzabkommen. Dabei dürfen die Mitgliedstaaten weiterhin bilaterale Abkommen mit Drittstaaten abschließen, sofern mit diesen Staaten keine europäischen Abkommen verhandelt werden oder geplant sind. 

Wir geben Ihnen einen Überblick über die Handels- und Investitionsabkommen der EU mit Drittstaaten.

Vertretungsvergabe

Um am iranischen Markt erfolgreich zu sein, ist eine eigene Präsenz oder eine Zusammenarbeit mit einem etablierten iranischen Unternehmen/Repräsentant zu empfehlen. Eine indirekte Marktbearbeitung ist erfahrungsgemäß wenig effektiv, darüber hinaus ist die Registrierung eines lokalen Vertreters bei vielen Projekten und Geschäften mit staatlichen iranischen Kunden teilweise auch gesetzlich vorgeschrieben. Der lokale Partner muss sich beim Industrieministerium registrieren, haftet anschließend für die Produkte und ist für den After-Sales-Service verantwortlich.  

Aufgaben des Vertreters

Der iranische Vertreter ist die Schnittstelle zum Kunden, der bei diesem Informationen und Projekte akquiriert, diesem konkrete Angebote der ausländischen Firma unterbreitet und gemeinsam mit dem Lieferanten die Verkaufsgespräche führt. Häufig unterstützt er dabei den Kunden bei Fragen der Finanzierung und der Einholdung staatlicher Genehmigungen. Er ist ferner dem Kunden beim Import und der Projektabwicklung behilflich und fungiert bei Schwierigkeiten als Ansprechstelle für die iranische Seite. Besonders wichtig sind dabei Kontakte zu den wirtschaftsrelevanten staatlichen Stellen (z. B. religiösen Stiftungen, IDRO, IFCO) und Ministerien (Industrieministerium, Handelsministerium, Wirtschafts- und Finanzministerium) oder auch zum iranischen Zoll.  

Arten von Vertretern im Iran

  • Makler (Broker) sind reine Vermittler von Verträgen zwischen Erzeugern und Verbrauchern und handeln nicht im eigenen Namen. Ein Makler erhält eine Provision für abgeschlossene Geschäfte.
  • Kommissionäre (Commission Agents) übernehmen den gewerbsmäßigen Verkauf von Waren im eigenen Namen aber für die Rechnung des Kommittenten und erhalten dafür eine Provision (Kommission).
  • Handelsvertreter (Commercial Agent) sind selbständige Kaufleute, die damit beauftragt sind, für ein anderes Unternehmen (Anbieter) Geschäfte zu vermitteln oder in dessen Namen abzuschließen. Handelsvertreter arbeiten auf fremden Namen und für fremde Rechnung. 

Provision

Die Höhe der Provisionen ist von der Art des Produkts und des Projekts, der Projektgröße, vom Wirtschaftssektor usw. abhängig. Da die Kosten der Aktivitäten des iranischen Vertreters nur schwer abzuschätzen und zu überprüfen sind, ist es üblich, dass lediglich Provisionszahlungen vereinbart werden. Die Provision ist im Regelfall erst nach der Abwicklung des Vertrages inklusive Zahlungseingang fällig. Wird ein abgeschlossener Vertrag nicht realisiert, erfolgt zumeist keine Provisionszahlung. Gemäß Umfragen erreichen Provisionssätze bei Lieferungen von Rohstoffen und Vorerzeugnissen für die lokale Industrie etwa 2% bis 6%. Anders verhält es sich bei Ersatzteilen, wo mit Provisionssätzen von 10% bis 20% zu rechnen ist. Das gleiche gilt für Maschinen. Provisionen für Großaufträge können 5% und mehr ausmachen. Diese Prozentsätze geben ein aktuelles Bild und können sich kurzfristig verändern.  

Vertragsdetails (u. a.)

Meist wird der iranische Partner auf einen Exklusivvertrag pochen. Wir raten dies auch durchzuführen, allerdings konkrete Ziele an die Exklusivität zu binden.

Als Vertragslaufzeit bietet sich ein Jahr mit der möglichen automatischen Verlängerung um jeweils ein weiteres Jahr an, wenn nicht mindestens drei Monate vor Ablauf des Vertrages seitens einer Partei die Kündigung ausgesprochen wird.  

Der Vertrag sollte auch festlegen, dass der iranische Partner einen vom ausländischen Lieferanten zu genehmigenden Marketingplan vorlegt, der auch jene Aktivitäten enthalten muss, bei denen eine Kostenteilung vorgesehen ist. 

Das AußenwirtschaftsCenter Teheran stellt Ihnen gerne ein Vertragsmuster zur Verfügung welches durch rechtskundige Personen mit großer Sorgfalt erstellt wurde, dennoch erfolgt die Zurverfügungstellung desselben ohne Gewähr. Der Mustervertrag ist als Anleitung gedacht und ist den spezifischen Bedürfnissen des Einzelfalls entsprechend anzupassen, die Überprüfung des endgültigen Vertrags durch befugte Rechtsanwälte wird dringend empfohlen.  

Sanktionen

Derzeit sind gegen bestimmte iranische Personen und Organisationen EU – und UN-Sanktionen verhängt. Dies bedeutet, dass mit diesen Entitäten keine Geschäfte durchgeführt werden dürfen. Zudem sind einige Produkte als Dual-Use oder Militärgut gelistet, was eine Ausfuhr erschwert. Das AußenwirtschaftsCenter Teheran empfiehlt Ihnen dringend eine Überprüfung der Abnehmer und Produkten. Diese Sanktionsprüfung kann das AußenwirtschaftsCenter Teheran gerne für Sie durch durchführen. 

Hinsichtlich der von den Vereinigten Staaten gegen den Iran mit zum Teil exterritorialer Wirkung verhängten Sanktionen finden Sie hier den neuesten Stand. 

Das AußenwirtschaftsCenter Teheran unterstützt Sie individuell bei der Suche nach Handelsvertretern oder Fachmedien, wo Sie für Ihre Branche gezielte Schaltungen durchführen können: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.