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Ein Unternehmen in Algerien gründen / Vertretungsvergabe

Auch bei Investition und Firmengründung im Ausland stehen wir mit Fachwissen und unseren Kontakten an Ihrer Seite

Firmengründung in Algerien

Die Gründung von Gesellschaften und Niederlassungen in Algerien wird durch das Handelsgesetzbuch (Code de Commerce, Artikel 544-820) und das Bürgerliche Gesetzbuch (Code Civil, Artikel 416-449) geregelt. Zusätzlich unterliegt die Gründung von Gesellschaften auch Sonderregelungen, wie beispielsweise spezifischen Vorschriften zur Genehmigung von Bankfilialen, Versicherungen, und Ähnlichem. Die Firmenstatuten definieren die Beziehungen zwischen den Gesellschaftern, die Verwaltung und die Geschäftsführung des Unternehmens.

Die Gründung von ausländischen Niederlassungen algerischen Rechts oder algerischen Firmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung hängt seit der Budgetgesetznovelle von 2009 (Loi de Finances Complémentaire) von einer algerischen Mehrheitsbeteiligung am Firmenkapital (51%) ab. Die Voraussetzung einer algerischen Mehrheit im Firmenkapital betrifft sowohl Produktionsunternehmen als auch Handelsfirmen.

Daher sind neue ausländische Direktinvestitionen nur mehr bis zu einem Kapitalanteil von 49 % möglich. Dies gilt auch im Fall von Privatisierungen und Firmenübernahmen. Auch wenn bestehende Tochterfirmen ausländischer Unternehmen ihre Kapitalstruktur ändern oder ihre Anteilshaber wechseln, müssen diese Tochterfirmen zu insgesamt mindestens 51 % algerische physische Personen am Kapital beteiligen. Änderungen im Firmenbuch sind ohne Nachweis der Anteilsstruktur nicht möglich.

Eine weitere Form Ihrer Firmenpräsenz auf dem algerischen Markt besteht in der Handelsvertretung. Auf dem algerischen Markt sind gute Beziehungen zu Geschäftspartnern und ein regelmäßiger Kontakt mit den zuständigen Behörden notwendig. Daher ist es ausländischen Firmen, die in Algerien erfolgreiche Geschäfte abschließen wollen, zu empfehlen, den Markt über einen lokalen Handelsvertreter zu bearbeiten.

Algerier werden als Vertriebspartner leichter akzeptiert; aber auch Tunesier und Marokkaner haben sich für manche Firmen als Handelsvertreter bewährt. Angehörige anderer arabischer Länder sprechen ein völlig anderes Arabisch und können kein Französisch! Zu beachten ist, dass die Geschäftssprache in Algerien Französisch ist. Englisch wird nur gelegentlich und in bestimmten Bereichen (Energie, Erdöl) benutzt!

Um wirklich zu überzeugen, muss auch der Europäer regelmäßig selbst Termine wahrnehmen bzw. mit dem Handelsvertreter zusammen Stammkunden und Neukunden besuchen.

Investitionsschutzabkommen: Algerien hat 45 Abkommen zum gegenseitigen Schutz von Investitionen abgeschlossen, die zu den bereits existierenden multilateralen Vereinbarungen hinzukommen. Das Abkommen mit Österreich ist seit 2004 in Kraft.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Algier für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Wir unterstützen bei Gründung und Investition

Damit Ihre Investition im Ausland kein Sprung ins kalte Wasser wird, beraten Sie unsere AußenwirtschaftsCenter bei Gründung und Investition in Ihrem Zielmarkt. Dazu gibt es Startgeld für Mutige: Das Förderprogramm go-international  erleichtert Ihnen Markteintritt, Marktbearbeitung und die Gründung einer Niederlassung im Ausland und ist Teil der Internationalisierungsoffensive des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich.

Investitionsberatung

Irgendwann ist es soweit. Oft erst später, wenn es richtig gut läuft und die Umsätze stimmen. Manchmal gleich, weil man mit sechs Stunden Zeitverschiebung keine zwölf Vertriebspartner an der Leine führen kann. Oft, weil der Markt ein Produkt verlangt, das vor Ort gewartet, assembliert oder mit Ihrem Know-how produziert werden muss.

Die eigene Niederlassung ist immer teuer, aber auch immer Ihr bester Vertriebspartner in einem Exportmarkt. Wenn es so weit ist, dann wissen wir, wie es geht. Firmengründung, Rechtsform, Steuern, Visa für entsandtes Personal, Arbeitsrecht, Versicherungen, Standortwahl, Förderungen, Finanzierungen – wir bereiten Sie vor und helfen Ihnen durch.

Wir haben vor Ihnen in Ihrem Zielmarkt viele andere Unternehmen bei Investitionsentscheidungen begleitet und können deren Erfahrungen an Sie weitergeben. Und das Wichtigste: Unser Netzwerk an kompetenten Dienstleistern kann sich überall sehen lassen und erspart viele leere Kilometer.

Sind Sie bereit? Kontaktieren Sie einfach das AußenwirtschaftsCenter Algier

Förderungen

Wer sich in einem Auslandsmarkt niederlassen will, muss erst in die Kasse greifen – daran ändern auch guter Service und Beratung nichts. Marketing, Rechtsberatung, Partnersuche: Alles kostet, bevor es etwas bringt. Auch bei guter Vorbereitung gibt es keine Erfolgsgarantie, wenn man Investitions-Neuland betritt.

Die Direktförderungen aus der Internationalisierungsoffensive go-international federn Risiken ab und entlasten Unternehmen. Förderbar sind unter anderem Reise- und Marketingkosten, Honorare lokaler Branchenexpertinnen und –experten, Messe und Kongressteilnahmen, Rechts- und Steuerberatung zum Thema Unternehmensgründung sowie Marktanalysen.

Darüber hinaus bestehen natürlich auch noch andere Förderstellen und Fördermöglichkeiten: Unsere Expertinnen und Experten in den Landeskammern haben den Überblick über viele Fördermaßnahmen und helfen Ihnen, sich im Förderdschungel zurechtzufinden!

Investitionsschutz

Österreich hat im Laufe der Zeit über 60 bilaterale Investitionsschutzabkommen abgeschlossen, um österreichische Unternehmen, die im Ausland investieren, vor Benachteiligung und entschädigungsloser Enteignung zu schützen. Insbesondere für kleine Betriebe, die den Schritt ins Ausland wagen, sind diese Abkommen von großer Bedeutung: Sie erhöhen die Rechtssicherheit für im Ausland investierende Unternehmen.

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft veröffentlicht eine Liste aller bilateralen österreichischen Investitionsschutzabkommen, einschließlich solcher, die mit anderen EU-Staaten bestehen (Intra-EU-BITs).

Seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Dezember 2009 ist die Zuständigkeit für ausländische Direktinvestitionen auf die Europäische Union übergegangen (Artikel 207 AEUV). Seither verhandelt auch die EU über Investitionsschutz als Teil von Freihandelsabkommen oder über reine Investitions- und Investitionsschutzabkommen. Dabei dürfen die Mitgliedstaaten weiterhin bilaterale Abkommen mit Drittstaaten abschließen, sofern mit diesen Staaten keine europäischen Abkommen verhandelt werden oder geplant sind.

Wir geben Ihnen einen Überblick über die Handels- und Investitionsabkommen der EU mit Drittstaaten. 

Vertretungsvergabe

Auf dem algerischen Markt sind gute Beziehungen zu Geschäftspartner und regelmäßiger Kontakt mit den zuständigen Behörden notwendig. Daher ist es ausländischen Firmen, die in Algerien Geschäfte machen wollen, zu empfehlen, den Markt über einen lokalen Vertreter zu bearbeiten. Algerier werden leichter akzeptiert, aber auch Tunesier und Marokkaner haben sich für manche Firmen als Vertreter bewährt. Angehörige anderer arabischer Staaten sprechen ein völlig anderes Arabisch und sind weniger gern gesehen. Um wirklich zu überzeugen, muss auch der Europäer regelmäßig selbst Termine wahrnehmen.

Arten von Vertretern

Die Arten von Vertretern sind nicht handelsrechtlich geregelt.

Vertretungsvertrag

In einem Vertretungsvertrag sollen die folgenden Punkte unbedingt klar definiert werden, weil ansonsten erfahrungsgemäß immer wieder Probleme auftreten: 

  • Wird der Vertrag mit der Person oder mit der Firma des Vertreters abgeschlossen?
  • Genaue Aufgaben des Vertreters (darf dieser auch andere Firmen vertreten, eventuell sogar Konkurrenten). Hat er Exklusivität in Algerien oder für eine bestimmte Region?
  • Ist der Vertrag bei einem eventuellen Inhaberwechsel übertragbar oder nicht?
  • Sollte der Vertretungsvertrag in zwei Sprachen abgefasst werden, ist festzulegen, welcher als Originaltext gilt.
  • Gültigkeit des Vertrages für die bestehende Produktpalette bzw. automatische Erweiterung auf neue Produkte oder nicht.
  • Festlegung und Definition der Provision (üblich sind 3-5% des Nettogeschäfts). Provision nur für Aufträge, die der Vertreter einfädelt oder für alle Aufträge aus dem Vertretungsbereich? Provision nur bei Eingang der Bezahlung der Ware oder bei Geschäftsabschluss?
  • Berechnungsbasis für die Provision: Einschluss der Transport- und Versicherungsspesen oder nicht?
  • Bei Konsignationslagern abklären, wer die Spesen trägt, insbesondere bei Versicherungspflicht.
  • Genaue Bestimmungen, welche Spesen der Vertreter aus seiner Provision und welche die vertretene Firma zu tragen hat.
  • Kündigungsfristen, eventuelle Vertragsdauer, Probezeiten, Verlängerungsmodalitäten, etc.

Mustervertrag

Das AußenwirtschaftsCenter Algier kann ihnen gerne einen Mustervertrag zuschicken, der allerdings durch spezifische Bedingungen zu ergänzen wäre. Wir empfehlen, sich von einer Rechtsanwaltskanzlei beraten zu lassen.

Das AußenwirtschaftsCenter Algier unterstützt Sie individuell bei der Suche nach Handelsvertretern oder Fachmedien, wo Sie für Ihre Branche gezielte Schaltungen durchführen können: Schicken Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an