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Ein Unternehmen in Marokko gründen / Vertretungsvergabe

Auch bei Investition und Firmengründung im Ausland stehen wir mit Fachwissen und unseren Kontakten an Ihrer Seite

Firmengründung in Marokko 

Entsprechend der gesetzten Aufgaben und Ziele einer geschäftlichen Aktivität in Marokko bieten sich verschiedenste rechtlichen Formen an: Unterschieden werden etwa die bloße Geschäftstransaktion ohne rechtliche Präsenz in Marokko, eine Betriebsstätte, eine Repräsentanz oder ein eigener Rechtsträger nach marokkanischem Recht.

Die in den 1990er-Jahren erfolgten großen strukturellen Reformen haben eine Homogenisierung der Gesetzgebung mit sich gebracht. Drei Gesetztestexte regeln im Großen und Ganzen die unterschiedlichen Gesellschaftsformen Marokkos: Das Handelsgesetz, das Gesetz über die Aktiengesellschaft und das Gesetz über die anderen Gesellschaftsformen. 

  • Positive Faktoren einer Unternehmensgründung in Marokko:
  • Gute Anbindung an Europa, Tor und Hub nach Westafrika, Drehscheibe für Handel
  • EU- Assoziierungsabkommen (status avancé), Zollabbau, Zollfreizonen
  • Staatliche Investitionen: Infrastruktur, Bildung, Gesundheit
  • Politische Stabilität, milder Arabischer Frühling
  • Modernisierung und Nachholbedarf
  • geringe Lohnkosten, geringer Urlaubsanspruch und Fehlzeiten von Arbeitern
  • 44-Stunden-Woche, viele billige Arbeitskräfte, zum Teil auch gut qualifiziert
  • Hohe Wirtschaftsfreiheit für Unternehmen
  • Gute Verkehrsinfrastruktur
  • Ausbau der verarbeitenden Industrie, IKT, Offshoring
  • Große Unternehmen (beispielsweise Tanger Med, Renault) locken Investoren

Herausforderungen bei einer Firmengründung in Marokko:

  • Einseitige Ausrichtung der Wirtschaft, nationale Markt ist relativ klein und kaufkraftschwach
  • Anbindung an den deutschsprachigen Raum ist noch nicht ausreichend
  • Hohe Arbeitslosen-, Armuts- und Analphabetenrate und Ausbildungsprobleme
  • Abhängigkeit von Konjunkturentwicklung in Europa
  • Abhängigkeit von Energieimporten und volatiler Einkommen (Landwirtschaft, Tourismus)
  • Wettbewerbsdruck aus Asien und Türkei
  • Schwerfällige Bürokratie, schwierige Durchsetzung von Rechtsansprüchen mangels effizienter Rechtsprechung

Ausführliche Informationen zu Unternehmensgründung, Investitionen und Steuern erhalten Sie beim AußenwirtschaftsCenter Casablanca.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Casablanca für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Wir unterstützen bei Gründung und Investition

Damit Ihre Investition im Ausland kein Sprung ins kalte Wasser wird, beraten Sie unsere AußenwirtschaftsCenter bei Gründung und Investition in Ihrem Zielmarkt. Dazu gibt es Startgeld für Mutige: Das Förderprogramm go-international erleichtert Ihnen Markteintritt, Marktbearbeitung und die Gründung einer Niederlassung im Ausland und ist Teil der Internationalisierungsoffensive des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Österreich.

Investitionsberatung

Irgendwann ist es soweit. Oft erst später, wenn es richtig gut läuft und die Umsätze stimmen. Manchmal gleich, weil man mit sechs Stunden Zeitverschiebung keine zwölf Vertriebspartner an der Leine führen kann. Oft, weil der Markt ein Produkt verlangt, das vor Ort gewartet, assembliert oder mit Ihrem Know-how produziert werden muss. 

Die eigene Niederlassung ist immer teuer, aber auch immer Ihr bester Vertriebspartner in einem Exportmarkt. Wenn es so weit ist, dann wissen wir, wie es geht. Firmengründung, Rechtsform, Steuern, Visa für entsandtes Personal, Arbeitsrecht, Versicherungen, Standortwahl, Förderungen, Finanzierungen – wir bereiten Sie vor und helfen Ihnen durch. 

Wir haben vor Ihnen in Ihrem Zielmarkt viele andere Unternehmen bei Investitionsentscheidungen begleitet und können deren Erfahrungen an Sie weitergeben. Und das Wichtigste: Unser Netzwerk an kompetenten Dienstleistern kann sich überall sehen lassen und erspart viele leere Kilometer. 

Sind Sie bereit? Kontaktieren Sie einfach das AußenwirtschaftsCenter Casablanca.

Förderungen

Wer sich in einem Auslandsmarkt niederlassen will, muss erst in die Kasse greifen – daran ändern auch guter Service und Beratung nichts. Marketing, Rechtsberatung, Partnersuche: Alles kostet, bevor es etwas bringt. Auch bei guter Vorbereitung gibt es keine Erfolgsgarantie, wenn man Investitions-Neuland betritt.

Die Direktförderungen aus der Internationalisierungsoffensive go-international federn Risiken ab und entlasten Unternehmen. Förderbar sind unter anderem Reise- und Marketingkosten, Honorare lokaler Branchenexpertinnen und –experten, Messe und Kongressteilnahmen, Rechts- und Steuerberatung zum Thema Unternehmensgründung sowie Marktanalysen.

Darüber hinaus bestehen natürlich auch noch andere Förderstellen und Fördermöglichkeiten: Unsere Expertinnen und Experten in den Landeskammern haben den Überblick über viele Fördermaßnahmen und helfen Ihnen, sich im Förderdschungel zurechtzufinden!

Investitionsschutz

Österreich hat im Laufe der Zeit über 60 bilaterale Investitionsschutzabkommen abgeschlossen, um österreichische Unternehmen, die im Ausland investieren, vor Benachteiligung und entschädigungsloser Enteignung zu schützen. Insbesondere für kleine Betriebe, die den Schritt ins Ausland wagen, sind diese Abkommen von großer Bedeutung: Sie erhöhen die Rechtssicherheit für im Ausland investierende Unternehmen.

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft veröffentlicht eine Liste aller bilateralen österreichischen Investitionsschutzabkommen, einschließlich solcher, die mit anderen EU-Staaten bestehen (Intra-EU-BITs).

Seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Dezember 2009 ist die Zuständigkeit für ausländische Direktinvestitionen auf die Europäische Union übergegangen (Artikel 207 AEUV). Seither verhandelt auch die EU über Investitionsschutz als Teil von Freihandelsabkommen oder über reine Investitions- und Investitionsschutzabkommen. Dabei dürfen die Mitgliedstaaten weiterhin bilaterale Abkommen mit Drittstaaten abschließen, sofern mit diesen Staaten keine europäischen Abkommen verhandelt werden oder geplant sind.

Wir geben Ihnen einen Überblick über die Handels- und Investitionsabkommen der EU mit Drittstaaten.

Vertretungsvergabe 

Wie in allen afrikanischen Ländern ist auch in Marokko der persönliche Geschäftskontakt und die wiederholte Präsenz vor Ort unumgänglich. Für eine gute und umfassende Marktbearbeitung reicht eine bloße Betreuung des Marktes vom Ausland aus nicht aus. Die Erfahrung zeigt, dass im Besonderen das Beziehungsnetzwerk für den Geschäftserfolg ausschlaggebend ist. Hinzu kommt, dass es sowohl Mentalitätsunterschiede als auch unterschiedliche Geschäftsgepflogenheiten gibt, die man mitunter als Österreicher nicht kennt. Wenn auch die marokkanische Wirtschaft zunehmend transparenter wird, so spielen Beziehungsgeflechte immer noch eine bedeutende Rolle. Vor allem bei den öffentlichen Ausschreibungen von Großprojekten fallen die wahren Entscheidungen im Hintergrund, oft schon vor Ausschreibungsbeginn. Besonders in diesem Bereich ist die Wahl des geeigneten Vertreters ausschlaggebend. Der Suche eines geeigneten Handelsvertreters kann daher in Marokko nicht genügend Bedeutung beigemessen werden. Ein guter Vertreter muss sehr gut eingeführt sein und über entsprechende Kontakte in der Branche und den zuständigen Behörden verfügen.

Arten von Vertreten 

Prinzipiell kann zwischen Importeur, Konzessionär und Repräsentant unterschieden werden. Oftmals kommen Mischformen zur Anwendung, wenn etwa ein marokkanischer Unternehmer als offizieller Repräsentant eingesetzt wird, dieser aber in fremdem Namen importiert und selbst als Großhändler mit einem Verteilungsnetz auftritt. Gerne wird vom marokkanischen Partner die Forderung nach einer Exklusivvertretung gestellt. Wenn diese Forderung auch verständlich ist, so ist bei der Vergabe von exklusiven Vertriebsrechten Vorsicht geboten.

Die Entscheidung über die Art der Vertretung und die damit zusammenhängende bestmögliche Marktbearbeitung hängt im Wesentlichen vom erwarteten Geschäftsvolumen ab. Der Großteil der österreichischen Lieferungen nach Marokko wird über Handelsvertreter vertrieben.

Die Handelsvertretung ist in Absatz II, Artikel 393 bis 404 Code de Commerce geregelt. Das marokkanische Handelsvertreterrecht lehnt sich stark an die EU-Richtlinie über selbständige Handelsvertreter an und zieht dieses Rechtswerk – mit einigen wenigen Abänderungen – als Grundlage heran. Hervorzuheben ist dabei, dass bei einer Handelsvertretung in Marokko zwingend marokkanisches Recht zur Anwendung kommt. Ebenso sieht das Vertreterrecht vor, dass Vertretungsverträge sowie Nebenabreden schriftlich abgefasst sein müssen.

In Artikel 393 wird der Handelsvertreter als jemand definiert, der, ohne durch einen Arbeitsvertrag gebunden zu sein, im Namen und auf Rechnung des Prinzipals Verhandlungen führen und Verträge abschließen kann. Prinzipiell kann der Vertreter auch mehrere Unternehmen vertreten, welche jedoch zueinander nicht in unmittelbarer Konkurrenz stehen dürfen (Artikel 393 Absatz 2).

Von dieser Definition nicht erfasst ist etwa der Vertragshändler, da dieser im eigenen Namen und auf eigene Rechnung tätig wird. Das Vertragshändlerrecht ist im marokkanischen Handelsgesetzbuch nicht geregelt.

Bei einem Vertragshändler handelt es sich um einen selbständigen Gewerbetreibenden, der Waren einkauft und diese im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vertreibt. Die Besonderheit des Vertragshändlers liegt – im Gegensatz zu einem schlichten Importeur – darin, dass der Vertragshändler in die Vertriebsstruktur des Herstellers eingebunden ist.

Der Makler hat im Gegensatz zum Handelsvertreter niemals Vertragsabschlussvollmacht, sondern vermittelt diese nur (Artikel 405).

Der Kommissionär schließt zwar selbst Verträge, tut dies jedoch im Gegensatz zum Handelsvertreter im eigenen Namen auf Rechnung des Prinzipals (Artikel 422). 

Suche nach Vertretern 

Bei der Suche nach Handelsvertretern steht das österreichische AussenwirtschaftsCenter Casablanca unterstützend zur Verfügung. Nach einer ersten Selektion potentieller Handelspartner über lokale Firmendatenbanken, Interessensvereinigungen und Verbände, wird das allgemeine Interesse der marokkanischen Firma an den zu vertretenden Produkten abgeklärt. In weiterer Folge kann in persönlichen Gesprächen vor Ort der geeignete Vertreter gewählt werden.

Der Weg über Anzeigen in Fachmedien kann zwar hilfreich sein, führt jedoch zumeist zu einer Fülle von Anfragen von vollkommen branchenfremden Kleinstunternehmern, die auf der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten sind. Die Überprüfung und die Nachselektion dieser Interessenten nimmt viel Zeit in Anspruch.

Auch Fachmessen eignen sich durchaus zur Vertretersuche. Bis vor wenigen Jahren hatte die staatliche Messeorganisation „Office des Foires et Expositions de Casablanca“ die Monopolstellung für die Organisation inne. Nunmehr treten verschiedene private Messeveranstalter auf, die eine Fülle von Fachmessen organisieren. Oftmals sind diese jedoch sehr klein und besucherschwach, weshalb es sich empfiehlt, vor einer Teilnahme Rücksprache mit dem AussenwirtschaftsCenter zu halten. Sehr gut besucht werden von den marokkanischen Fachleuten die Fachmessen in Europa.

Die jährliche Wirtschaftsmission Maghreb bietet sich gleichfalls für die Vertretersuche an. Diese findet im Herbst, zwischen Oktober und November, statt.

Ausführliche Informationen zur Vertretungsvergabe in Marokko erhalten Sie beim AussenwirtschaftsCenter Casablanca: Schicken Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an.