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Engineering und Maschinenbau im Iran

Marktsituation und Trends

Der Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Nuklearabkommen JCPOA und die Wiedereinfürung der Sanktionen haben die iranische Wirtschaft vor große Herausforderungen gestellt. Durch die starke Erdölabhängigkeit des Landes - mehr als 85% der Einkommen in Devisen stammen aus dem Verkauf von Erdöl – hat der erzwungene Rückgang des Erdölexports zu großen Problemen geführt. Damit einher geht allerdings das Bemühen, den Ausbau der anderen Wirtschaftszweige voranzutreiben, um die Wirtschaft stabiler und von äußeren Einflüssen unabhängiger zu machen

Neben Irans riesigen Gasreserven (16% der weltweiten Vorkommen; 34 Bill. m³) gibt es noch weitere, aber bisher wenig ausgebeutete Vorkommen an Bodenschätzen wie Kupfer, Chrom, Eisenerz, Blei, Zink, Aluminiumphosphate, Gold. Auch die geographische Lage mit Zugang zum Persischen Golf und dem Kaspischen Meer sowie die vorhandene Infrastruktur tragen zur wirtschaftlichen und politischen Bedeutung des Landes bei.

Der Iran verfügt über ein vergleichsweise diversifizierte industrielle Basis, er gehört zu den 10 größten Produzenten von Stahl und Zement weltweit. Vor der Wiedereinführung der Sanktionen war die iranische Automobilindustrie die größte der Region.

Trotz der wiedereingeführten US-Sanktionen seit November 2018 konnte bei der Mehrheit der Produktkategorien ein Anstieg in Exporten nach Warenwert verzeichnet werden. Dies weist stark darauf hin, dass diese Produkte in den stärkeren Industriebereichen Irans verankert sind. Deutlich geringer ist der Anteil der prozentuell gesunkenen Exporte.

Industrietrends 

Das Fachgebiet Maschinenbau umfasst viele verschiedene Industriebereiche wie etwa die Lebensmittelindustrie, die Metallindustrie und die Schwerindustrie. Daher ist die Abgrenzung des Industriezweiges schwierig, der den höchsten Bedarf an Maschinen und Anlagen hat bzw. die höchsten Steigerungsraten aufweist.

Als Indiz für einen Trend kann die Anzahl der ausgestellten Genehmigungen für Fabriksgründungen im iranischen Jahr 1397 (März 2018 – März 2019) verwendet werden. Der Großteil an Genehmigungen wurde für die Sektoren Nahrungsmittel und Getränke sowie Metall- und Chemieprodukte ausgestellt, was auch mit den Import- und Exporttrends übereinstimmt. Sowohl organisch-chemische Erzeugnisse als auch Agrarprodukte wie Getreide oder genießbare Früchte und Nüsse finden sich unter den wichtigsten Import- sowie Exportgütern. Daher kann angenommen werden, dass diese Industriezweige im Trend liegen und die jeweilige Nachfrage nach Maschinen und Anlagen sehr hoch ist oder ansteigen wird.

Konkurrenzsituation 

Derzeit sind wenige iranische Hersteller von Maschinen und Geräten auf dem Markt vertreten. Die meisten lokal produzierten Maschinen verfügen weder über denselben Standard noch dieselbe Qualität und Präzision, wie sie in Europa angeboten werden. Bereiche, in denen lokale Maschinenbauer relativ stark sind, sind der Werkzeugbau und die Metallverarbeitungsindustrie.

Vor Verhängung der Wirtschaftssanktionen bis Juli 2015 gegen den Iran wurden viele Maschinen und Anlagen aus Europa in den Iran geliefert. Diese Anlagen sind mittlerweile veraltet und auch Ersatzteile waren in den vergangenen Jahren nur schwer zu erhalten. Ein Großteil der Maschinen, die in der Sanktionszeit im Iran in Betrieb genommen wurden, stammt aus China. Allerdings werden diese Produkte den Qualitätsansprüchen der Iraner nicht gerecht. Somit besteht derzeit nicht nur ein Bedarf an neuen Anlangen, sondern auch an Ersatzteilen von bereits vorhandenen und oft aus Europa stammenden Maschinen, um die Qualität und Effizienz der Produktion zu steigern.

Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Industriebereichen steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Teheran gerne zur Verfügung.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Aus den bisher genannten Informationen lässt sich zusammenfassen, dass der Iran nicht nur bezogen auf den Nahen Osten, sondern weltweit gesehen eine beträchtliche Marktgröße aufweist. Wie die Daten zu Ein- und Ausfuhr zeigen, sind manche Industriezweige deutlich größer als andere.

Der iranische Maschinenbau ist zurzeit fokussiert auf die drei Industriezweige Lebensmittel, Mineralien und Metalle sowie die petrochemische Industrie.

Zudem liegt der Fokus des Irans klar darauf, Arbeitsplätze zu schaffen und den Export von Produkten abseits von Erdöl und Gas zu steigern.

Dies ist die Chance für Ihr Unternehmen Maschinen, Produkte sowie Dienstleistungen im Iran anzubieten.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es im Maschinen- und Anlagenbau, im Bergbausektor, in den Bereichen Öl, Gas und Petrochemie, welche allerdings momentan seitens der USA sanktioniert sind – und im Lebensmittel- und Getränkesektor Marktchancen gibt. In all diesen Bereichen werden intensive Investitionen vorgenommen, um die Effizienz der bestehenden Betriebe zu steigern und um neue Produktionskapazitäten aufzubauen. Kurzfristiger Bedarf besteht im Bereich von Ersatzteilen und in der Aufrüstung bereits bestehender Anlagen.

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