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EuroAfrica: Unterwasserkabel soll ägyptisches Stromnetz mit Europa verbinden

2-Milliarden-Euro-Deal zwischen zypriotischer Firma und Ägypten

Das in Nikosia ansässige Unternehmen EuroAfrica unterzeichnete mit Ägypten ein 2-Milliarden-Euro-Abkommen über die Verlegung eines 500 Kilometer langen Unterseekabels. Dadurch entsteht erstmals eine Stromverbindung zwischen Afrika und Europa. Eine Anbindung an den europäischen Kontinent soll über Kreta an das griechische Festland erfolgen. Die zypriotisch-ägyptische Vereinbarung sieht die Entwicklung einer Stromverbindungsleitung unter Verwendung von Hochspannungs-Gleichstromkabeln mit einer Übertragungskapazität von 2.000 MW vor. Das Abkommen wurde am 22. Mai in Kairo von Nasos Ktorides, CEO von EuroAfrica Interconnector und Sabah Mohamed Mashal, Vorsitzender des ägyptischen Stromübertragungsunternehmens, in Anwesenheit des ägyptischen Premierministers Moustafa Madbouly unterzeichnet. Der ägyptische Präsident Abdel Fatah El-Sisi soll das Kabelprojekt persönlich überwachen.

Der ägyptische Elektrizitätsminister El-Markabi sagte, das Unternehmen werde Kairo zu einem wichtigen Strom- und Energiepartner für die Europäische Union machen. 

Die Projektumsetzung soll ab Baubeginn 36 Monate dauern, wobei der tiefste Punkt 3.000 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. In Phase 1 verfügt der Interkonnektor über eine Kapazität von 1.000 MW, die zu einem späteren Zeitpunkt auf 2.000 MW aufgerüstet werden kann. 

Die Gasförderung aus den vier neu entdeckten Offshore-Blöcken in der ägyptischen AWZ hatte bereits im vergangenen Jahr begonnen. Die Produktion reicht mittlerweile aus, um den Inlandsbedarf zu decken. Das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt ist nun bestrebt, die Infrastruktur für den Export seiner Gasvorkommen zu entwickeln, und zwar in Form von Flüssigerdgas als auch als Strom. 

Ägypten ist auch bestrebt, Gas aus Feldern vor Zypern und Israel zu importieren, um die Rentabilität seiner Verflüssigungs- und Exportanlagen, die es an seiner Mittelmeerküste stehen, zu steigern. Die Pläne haben zu engeren Beziehungen zum östlichen Mittelmeerraum geführt, wobei Zypern, Ägypten, Griechenland und Israel regelmäßig hochrangige Treffen abhalten. Bereits im September unterzeichnete Ägypten einen Vertrag mit Zypern über den Bau einer Unterwasserpipeline. Dadurch soll zypriotisches Offshore-Gas in Ägypten für den Export nach Europa verarbeitet werden.  

Ägypten und Zypern haben an der Stärkung ihrer regionalen politischen, militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen mitgewirkt, wobei die Energiezusammenarbeit ein wesentlicher Motor ist. Kairo strebt an, das Land zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt für Stromübertragung und Energieversorgung zwischen Afrika und dem Nahen Osten zu machen und durch Zypern zu einem wichtigen Stromanbieter für Europa zu werden.  

Der Vorsitzende von EuroAfrica, Ioannis Kasoulides bezeichnete das Abkommen als wegweisend. "Mit der historischen Unterzeichnung wurde das erste große Stromverbindungsprojekt zwischen Afrika und Europa realisiert. Das nationale Stromnetz Ägyptens wird über Zypern an das europäische Stromnetz angeschlossen und zur Energieversorgungssicherheit beitragen. Zypern wird jetzt zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Übertragung von Strom aus Afrika nach Europa, und Ägypten etabliert sich zudem als regionaler Energieknotenpunkt für die Übertragung von Strom aus Afrika auf die arabische Halbinsel".