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Entwicklung des finnische Online-Handels in Zeiten der Coronakrise

Niederlagen und Erfolge innerhalb der Märkte 

Online-Handel im Wandel 

Der Online-Handel hat in Finnland während der Corona-Krise, genauso wie in anderen Ländern Europas, zugenommen. Im Jahr 2020 wird der Gesamtumsatz des finnischen Online-Handels auf 11,8 Mrd. Euro geschätzt. Laut einer Studie von Paytrail waren die E-Commerce Einkäufe in Finnland trotz des durch die Corona-Krise gestiegenen Gesamtumsatzes im Vergleich zu Österreich (Gesamtumsatz 23,2 Mrd. Euro) um insgesamt 11,4 Mrd. Euro niedriger.

Trotz der wachsenden Beliebtheit des Online-Shoppings belief sich der Gesamtumsatz des E-Commerce in Finnland auf 2 Mrd. Euro weniger als im Jahr 2019. Maßgeblich dafür sind vorallem der unvorhergesehene Einbruch von Online-Dienstleistungen im Tourismussektor, sowie die gesunkene Nachfrage von Online Verkehrsdienstleistungen.

Im außergewöhnlichen Jahr 2020 haben die Online-Händler sehr ungleiche Umsätze eingefahren. Mehr als die Hälfte des Gesamtzumsatzes im E-Commerce Sektor, 6,8 Mrd. Euro, stammte aus dem Warenhandel. In den Vorjahren betrug der Anteil des Warenhandels am gesamten Onlinehandel nur etwa ein Drittel. Der Tourismus machte lange Zeit knapp die Hälfte des finnischen Onlinehandels aus, 2020 sank der Anteil jedoch auf 1,9 Mrd. Euro, also auf rund 16 Prozent. Im Dienstleistungsbereich wiederum wurden steigende Zahlen verzeichnet.

Anteile der Sektoren

  • Warenhandel: 6,8 Mrd. Euro (58%)
  • Dienstleistungsanteil: 3,6 Mrd. Euro (26%)
  • Tourismus: 1,9 Mrd. Euro (16%) 

Die Mehrheit der Finnen bevorzugten im Jahr 2020 inländische Online-Shops. Nur 33% der Finnen gaben an, im Ausland eingekauft zu haben, und 62% waren nur in inländischen Online-Shops geblieben. Die Antworten zeigen sehr gut den Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat, nahe und zugunsten lokaler und inländischer Unternehmen aufzukaufen.

Warenhandel

Mit Abstand am besten verkauften sich im finnischen Onlinehandel 2020 Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires. Aber auch andere Produkte, wie Lebensmittel und Lebensmittelportionen als Take-Away (Gericht was vom Restaurant mitgenommen wird) waren online sehr beliebt. Die Onlinebestellung von Fertiggerichten (z.B. Pizza etc.) wurde eher von der jüngeren Generation in Anspruch genommen. Schönheitsprodukte wurden großteils von Frauen erworben und im Bereich Heimelektronik wurden die meisten Einkäufe von Männern getätigt.

Dienstleistungen

Im Bereich der Online Dienstleistungen waren im Vorjahr insbesondere Freizeitangebote sehr beliebt. An erster Stelle standen dabei Streaming-Dienste und monatliche Abos. Musik, Filme, Fernsehsendungen oder Hörbücher wurden vor allem von Personen unter 50 Jahren konsumiert. Neben Streaming Diensten haben immer mehr Finnen auch Zeitungen und E-Books als Online-Service abonniert. Bei den 30-65 Jährigen waren nach den Streaming Diensten Online-Glückspiele und Wettdienste die beliebtesten Dienstleistungen. Des Weiteren gaben 9% der Finnen an, andere Online-Spiele oder Konsolen Spiele gekauft zu haben. Ein Drittel der Männer spielte online, bei den Frauen waren es nur eine von zehn.

Tourismus

Im Zusammenhang mit Reisen kauften die Finnen zu einem Großteil Reisetickets und Dauerkarten online. Auch Parkgebühren wurden häufig mit Hilfe mobiler Anwendungen bezahlt. Des Weiteren ist ein Unterschied zwischen Frauen und Männern beim Kauf von Reisetickets und Parkgebühren, sprich den öffentlichen Verkehr und das private Auto betreffend, sichtbar: Frauen kauften mehr Reisetickets als Männer (18% Frauen, 14% Männer), während Männer vermehrt Parkgebühren bezahlten (12% Männer, 8% Frauen). Hotels waren für die Finnen im Coronajahr 2020 offensichtlich die sicherste Art zu verreisen, denn die Hotelübernachtungen lagen an der dritten Stelle der Online Einkäufe im Tourismus.

Einkaufs- und Zahlungsmethoden

Die beliebtesten Zahlungsmethoden für das Einkaufen bei Online-Shops sind das den Finnen wohlvertraute Onlinebanking (38%), sowie Kreditkartenzahlungen (26%). Einkäufe über mobile Geräte sind mittlerweile noch vor dem Computer die beliebteste Form, Online Shopping zu betreiben. Mehr als die Hälfte der Finnen gibt an, auf einem Smartphone oder Tablet online einzukaufen. Bei den Finnen unter 30 Jahren verwendet ein Großteil ein mobiles Endgerät für den Onlineeinkauf. In dieser Altersgruppe erfreuen sich auch einfache und schnelle Zahlungsmethoden wie MobilePay steigender Beliebtheit.

Lebensmittel Einkäufe umdenken

Im Lebensmittelbereich macht der E-Commerce in Finnland nur 2% des gesamten Lebensmittelumsatzes aus, jedoch wandelt sich auch in Finnland die Art und Weise, wie die Menschen einkaufen. Die sogenannten Dark Stores (Lagerhaus/Sammelladen) von Transportunternehmen wie Foodora, fordern Online-Shops der großen Einzelhandelsketten heraus.

Das Unternehmen Wolt kooperiert mit Supermarktketten, was ermöglicht, in vielen finnischen Städten sehr schnell zu operieren. Durch die Kooperationspartner und deren Nähe zur nächsten Supermarktfiliale wird es möglich, den Kunden die Produkte in kurzer Zeit nach Hause zu liefern.

Für die beiden größten Akteure im finnischen Lebensmittelhandel, S-Gruppe und K-Gruppe, hat sich der Online-Lebensmittelverkauf verdreifacht (S-Gruppe), beziehungsweise sogar verfünffacht (K-Gruppe). Lidl Finnland setzt derzeit noch auf das traditionelle Geschäft.

Die Popularität des Lebensmittel E-Commerce ist in Finnland explodiert und die Branche braucht neue Akteure und mehr Wettbewerb. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Gesamtumsatz des E-Commerce nur geringfügig zurückging, jedoch die Veränderungen innerhalb des Online-Marktes als radikal bezeichnet werden können. Der Tourismus- und Tickethandel, der traditionellerweise den finnischen E-Commerce anführte, verlor viel an Volumen. 

Haben Sie Produkte, die für Online-Shops gut geeignet sind? Einige österreichische Unternehmen haben bereits Geschäftschancen in Finnland im Bereich Onlinehandel verwirklicht. Unternehmen wie FEELING und Niceshops GmbH, welches auf die Entwicklung von Online-Shops für verschiedene Produktgruppen spezialisiert ist, haben finnischsprachige Online-Shops gegründet. 

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