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Gesundheitsmarkt Israel

Kennzahlen, Trends und Geschäftschancen

Israel verfügt über ein modernes Gesundheitssystem. Seit der Verabschiedung des Krankenversicherungsgesetzes im Jahr 1995 ist jeder Einwohner bei einer der vier Krankenkassen des Landes versichert. Die vier Krankenkassen sichern die medizinische Grundversorgung und verfügen über Kliniken, Labors, Apotheken und eigene Krankenhäuser. Zusatzleistungen, die nicht über die Grundversorgung der Pflichtmitgliedschaft in der Krankenkasse abgedeckt werden, werden über Zusatzversicherungen finanziert, die sowohl von den Krankenkassen selbst als auch von privaten Versicherungsträgern angeboten werden. Die privaten Ausgaben für die Gesundheitsversorgung liegen mit ca. 36% weit über dem OECD-Durchschnitt von 28%. Die Krankenkassen importieren einen Teil der benötigten Medizintechnik und Pharmaerzeugnisse selbst und kaufen einen Teil der Ausrüstung von auf diesen Bereich spezialisierten Importfirmen.

Mehr Informationen zu den einzelnen Krankenkassen und ihren Leistungen finden Sie auf den nachstehenden Webseiten (in englischer Sprache)

2020 beliefen sich die Ausgaben für die gesundheitliche Versorgung in Israel auf ca. EUR 34,23 Mrd. Die Gesundheitsausgaben steigen infolge des hohen Bevölkerungszuwachses von 2% jährlich und dem steigenden Seniorenanteil konstant. Trotz der Corona-Krise lagen sie 2020 mit 8% des BIP immer noch deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 9,9%. 34% der staatlichen Gesundheitsausgaben entfielen dabei auf die Dienstleistungen und Forschungstätigkeiten von Krankenhäusern, 44% auf die Dienstleistungen öffentlicher Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsvorsorge, 12% auf Zahnmedizin und Privatärzte.

Die Gesamtimporte von Medizintechnik beliefen sich 2020 auf ca. EUR 1,1 Mrd. Hauptlieferanten waren Deutschland und USA , gefolgt von China, der Schweiz und Holland.

Israelische Hersteller von Medizintechnik exportierten 2020 Waren im Wert von EUR 2,4 Mrd., wobei die USA mit einem stattlichen Anteil von 39,3% der medizintechnischen Gesamtexporte das wichtigste Abnehmerland war, gefolgt von China, Deutschland, Holland und Japan.

Israel verfügt über eine sehr lebendige Life Science- und Medizintechnikindustrie und Global Players wie Johnson & Johnson, Kyphon, GE Healthcare und Philips Healthcare haben in den letzten Jahren zahlreiche israelische Startups aufgekauft bzw. eigene F&E Zentren in Israel eröffnet.

Durch die Kombination von einer starken IT- und Kommunikationsindustrie mit einem gut ausgebauten Gesundheitssystem ist Israel bestens in der Healthcare IT Branche verankert.

Die vier israelischen Krankenkassen haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten Datenbanken mit digitalisierten Krankenakten aufgebaut, die die Daten von mehr als 98 Prozent der Bevölkerung umfassen. Unter Verweis auf diesen "riesigen Schatz" genehmigte die israelische Regierung 2018 einen mit 300 Mio. EUR dotierten nationalen Plan für digitale Gesundheit, um eine digitale Datenbank mit diesen medizinischen Akten zu erstellen und sie Forschern und Unternehmen in anonymisierter Form zur Verfügung zu stellen.

In Israel gibt es mehr als 1.500 Unternehmen im Bereich der Biowissenschaften, der in der Regel in vier große Untersektoren unterteilt ist: digitale Gesundheit, medizinische Geräte, Biotechnologie und pharmazeutische Therapeutika.

Auf dem Sektor der Digitalen Gesundheit sind derzeit ca. 700 israelische Unternehmen aktiv. Eine große Anzahl der innovativen technologischen Lösungen basieren auf künstlicher Intelligenz, bei der Israel zur Weltspitze gehört. 2021 brachten israelische Digital-Health-Startups Kapital im Wert von 1,9 Mrd. EU auf und verbuchten damit einen Anstieg von 121 % gegenüber dem Vorjahr.

Israel ist außerdem ein attraktiver Standort für medizinischen Tourismus. Als besondere Stärke Israels wurden das hohe fachliche Niveau der Ärzte und die medizinischen Einrichtungen genannt.

Ausländische Patienten nehmen vor allem Leistungen im Bereich onkologische Behandlungen und Herzoperationen sowie komplizierter Operationen anderer Art, aber auch die Behandlung von Diabetes und von Unfruchtbarkeit in Anspruch. Israel gilt als eines der führenden Länder auf dem Sektor der Fruchtbarkeitsbehandlungen.

Führende israelische Krankenhäuser haben den medizinischen Tourismus zu einer bedeutenden Einkommensquelle entwickelt und die Zahl ausländischer Patienten nimmt ständig zu. Jährlich werden ca. 30.000 ausländische Medizintouristen in Israel behandelt.

Gesundheitssystem Israel Kennzahlen

  • Anzahl der Universalkrankenhäuser: 44, davon 13 staatlich, 11 Clalit, 11 private, 10 von gemeinnützigen Trägern betrieben
  • Die staatlichen Ausgaben für die Gesundheitsversorgung bei konstanten Preisen stiegen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 5,2%
  • 21% der staatlichen Ausgaben für die Gesundheitsversorgung wurden 2020 durch die Gesundheitssteuer finanziert; 49% entstammen dem Staatshaushalt.
  • Die öffentlichen Ausgaben für die Gesamtgesundheitskosten beliefen sich 2020 auf 71%, während die privaten Gesundheitsausgaben 29% betrugen.
  • 40% der Gesundheitsausgaben entfallen auf Universalkrankenhäuser
  • Gesundheitsausgaben 8% des BIP, OECD-Durchschnitt ist 9,9%
  • Pro-Kopf Gesundheitsausgaben 3.326$, EU-Durchschnitt 4.055$ (2019)
  • Anzahl der Spitalbetten pro 1000 Einwohnern: 2,2 , OECD-Durchschnitt ist 3,6
  • Anzahl der KrankenpflegerInnen pro 1000 Einwohner: 5, OECD-Durchschnitt ist 9,3
  • Anzahl der MRI-Geräte pro Mio. Einwohner: 5,1, OECD-Durchschnitt ist 17
  • Spitalbettenbelegungsrate ist 94%, OECD-Durchschnitt ist 75%
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung der israelischen Bevölkerung liegt bei 82,9 Jahren und ist damit eine der höchsten in den OECD-Ländern.
  • Entlastung der Spitäler durch Ausbau der medizinischen Dienste auf Gemeindeebene, Telemedizin und Krankenbetreuung zuhause
  • Erhöhung der Bettenzahl in den bestehenden Krankenhäusern, Bau neuer Krankenhäuser

Geschäftschancen/Kooperationsmöglichkeiten

Obwohl das israelische Gesundheitswesen grundsätzlich gut entwickelt und effizient ist, besteht in vielen Bereichen großer Nachholbedarf. Auch vor der Corona-Pandemie gerieten die israelischen Spitäler besonders in den Wintermonaten regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen und Patienten wurden auf den Fluren untergebracht. Die Aufstockung der bestehenden Bettenkapazitäten und der Bau neuer Krankenhäuser ist daher ein dringendes Anliegen. Weitere Engpässe bestehen bei den langen Wartezeiten für bestimmte Untersuchungen und Termine bei Fachärzten, besonders außerhalb der Ballungsgebiete.

Die meisten israelische Hersteller von Medizintechnik sind kleine, forschungsintensive Unternehmen, die weltmarktorientiert sind. Hier bieten sich sowohl für österreichische Startups als auch etablierte Hersteller Kooperationsmöglichkeiten, sowohl im Rahmen europäischer Forschungsprogramme als auch durch direkte Zusammenarbeit. Auch die vier israelischen Krankenkassen sind an kostensparenden Innovationen interessiert und kooperieren mit in- und ausländischen Partnern bei der Entwicklung und Erprobung medizintechnischer Produkte. Kooperationen mit israelischen Unternehmen können auch in Bezug auf die Erschließung des amerikanischen Markts von Vorteil sein, da die meisten israelischen Medtech-Firmen in Richtung USA expandieren.