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Israel: Branchenprofil Nahrungsmittel und Getränke

Exportwissen, Marktchancen und Trends

Branche und Marktsituation

Wenn man an Israel und Nahrungsmittel denkt, so denkt man unwillkürlich zuerst an die Jaffa-Orangen. Israel verfügt auch über eine leistungsfähige Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie. Insgesamt beträgt der israelische Export an Nahrungs- und Genussmitteln ca. USD 2 Mrd. jährlich. Die Ausfuhren an Obst und Gemüse betragen ca. USD 1.102 Mio. pro Jahr, davon ca. USD 165 Mio. an Zitrusfrüchten.

Israel ist aber auch ein interessanter Markt für Lebensmittelexporteure. Immerhin beträgt der Umsatz des Lebensmittelhandels in Israel jährlich ca. 16 Mrd. USD. Der israelische Import von Agrarprodukten und Lebensmitteln betrug im Jahr 2015 über fünf Mrd. USD. Besonders Getreide, Fleisch, Fisch, Zucker, Kakao sowie eine breite Palette an zubereiteten Lebensmitteln werden eingeführt.

Konkurrenzsituation

Israel verfügt über eine eigene leistungsstarke Lebensmittelindustrie. In diesem Bereich gibt es eine starke Konzentration. Wenige Firmengruppen erzeugen fast 40 % der israelischen Lebensmittelproduktion. Neben den einheimischen Produkten gibt es auch eine breite Palette an importierten Lebensmitteln. In Israel sind die bekannten großen europäischen und auch viele amerikanische Markenprodukte erhältlich.  

Noch vor einigen Jahren waren Private Label Produkte in Israel nahezu unbekannt. Zwischenzeitlich hat sich dies geändert. Die beiden großen Ketten Shufersal und Mega haben mittlerweile einen starken Eigenmarkenanteil. Shufersal z.B. bietet über 1.400 Private Label Produkte an, insgesamt schon knapp 15% des gesamten Angebots.

Gesetzliche und sonstige Rahmenbedingungen

Für den Import von bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln verlangt das israelische Gesundheitsministerium die Ausstellung eines Gutachtens über die Verkehrsfähigkeit oder eines so genannten Free Sale Certificates des Herkunftslandes (zuständig in Österreich: Bundesministerium für Gesundheit und Frauen

Für den Import von Lebensmitteln muss durch den israelischen bzw. palästinensischen Importeur beim israelischen Gesundheitsministerium/Abteilung Lebensmittelregistrierung ein Antrag für die Ausstellung einer Importlizenz eingereicht werden.

Die Erbringung eines Koscherzertifikats für importierte Nahrungs- und Genussmittel ist nur in Ausnahmefällen zwingend vorgeschrieben, wie etwa bei der Einfuhr von tiefgefrorenem Fleisch und Fleischprodukten. Dies ist gleichzusetzen mit einem Importverbot von nicht-koscherem Fleisch und Fleischprodukten. Der israelische Bedarf an nicht-koscherem Fleisch, z.B. Schweinefleisch, wird durch einheimische Produktion gedeckt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Chancen ergeben sich in fast allen Bereichen, mit Ausnahme von nicht-koscheren Fleischprodukten. Einige Warengruppen, wie z.B. Molkereiprodukte, sind immer noch mit teilweise recht hohen Zollsätzen belegt, was den Endverbraucherpreis in die Höhe treibt. Der Trend zu gesunden Lebensmitteln ist in Israel noch nicht so stark ausgeprägt wie in Westeuropa, das Bewusstsein dafür ist aber, besonders in der Mittelschicht, im Steigen begriffen. Leichter wird es natürlich, wenn ein Koscher-Zertifikat erbracht werden kann.

Seit 2015 versucht das Wirtschaftsministerium Quoten für den Import von Lebensmitteln  an mehr und neue Importeure zu vergeben. Ziel ist, dass die Quoten effizienter ausgenutzt werden und mehr Waren zu einem günstigen Zolltarif importiert werden können. Hier ergeben sich vor allem für Hartkäseproduzenten gute Geschäftschancen.  

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Österr. Lebensmittel sind in Israel gefragt