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Israel entwickelt sich zum neuen High-Tech-Mekka für autonomes Fahren

Starke Nachfrage nach Mobilitätslösungen beflügelt die Branche

Es gibt Orte, an denen man Cluster von Autoherstellern erwartet, wie beispielsweise im Südosten von Michigan, in Norditalien oder in der Nähe des Nürburgrings in Deutschland. Israel ist zwar in Ermangelung einer eigenen Fahrzeugproduktion ein eher unwahrscheinlicher Kandidat für einen Automobilcluster, doch in den vergangenen Jahren strömte eine beträchtliche und wachsende Anzahl von Autoherstellern in das Land, um gemeinsam mit lokalen Tech-Firmen intelligente Mobilitätslösungen zu entwickeln.  

In den vergangenen Jahren wurden in Israel zahlreiche Tests mit autonomen Fahrzeugen vorgenommen, aber sie hatten immer einen "Kontrollfahrer" hinter dem Lenkrad, falls menschliches Eingreifen erforderlich war. Um die Durchführung fortgeschrittener Tests in autonomen Fahrzeugen ohne menschlichen Fahrer zu ermöglichen, befasst sich ein neuer Gesetzesentwurf mit der Befugnis des Transportministers, diesbezügliche Richtlinien festzulegen. Damit soll die Erprobung autonomer Kraftfahrzeuge massiv ausgebaut und die Attraktivität des Standorts für F&E-Zentren internationaler Kfz-Hersteller und Technologieunternehmen in diesem Bereich gesteigert werden.   

In Relation zur Bevölkerungsgröße ist Israel mit 84 aktiven Unternehmen auf dem Sektor Autonomes Fahren weltweit führend und wird nur in absoluten Zahlen von der USA übertroffen. Unternehmen wie Mobileye (von Intel für USD 15,3 Mrd. übernommen), Waze (von Google für USD 966 Mio. übernommen) und Argus (von Continental AG für USD 430 Mio. übernommen) haben die Führungsrolle Israels in Bereichen wie autonome Fahrzeuge, Navigation und Cybersicherheit hinreichend unter Beweis gestellt.  

Das erst kürzlich offiziell vorgestellte Elektrofahrzeug der Premiummarke Zeekr, das Tesla die Stirn bieten soll, ist im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group mit dem israelischen Entwickler von Fahrerassistenzsystemen Mobileye bereits auf Israels Straßen zu sehen. Im Rahmen der Kooperation wird das israelische Unternehmen Geely ein aus Sensoren, Chips und Algorithmen bestehendes, innovatives Gesamtsystem für autonomes Fahren entwickeln und bereitstellen. Einige Jahre nach der Übernahme von Volvo im Jahr 2010 gründete Geely die China Euro Vehicle Technology AB (CEVT) in der Heimatstadt des schwedischen Autoherstellers Göteborg. CEVT arbeitet seit 2018 mit lokalen Startups zusammen und hat im August 2020 ein Innovationszentrum in Tel Aviv eröffnet.

General Motors begann 1995 mit israelischen Startups zu arbeiten. Heute beschäftigt das GM Advanced Technical Center in Herzliya rund 400 Softwareentwickler, Elektrotechniker und Datenwissenschaftler und ist der einzige Außenposten in Übersee für GM Ventures, dem Investment-Arm des Autoherstellers.
Das 2016 von Ford übernommene israelische Startup SAIPS kooperiert mit Argo AI und entwickelt mithilfe von künstlicher Intelligenz ein innovatives visuelles Erkennungssystem für selbstfahrende Autos, mit dem Fahrzeuge oder Fußgänger selbst bei Unwetter und schlechten Lichtverhältnissen identifiziert werden können. Im Jänner 2021 kündigte Ford an, den fahrerlosen Ford Fusion in Israel zu testen. Das Unternehmen plant bis Ende 2022 die Einführung von Robotaxis in einigen amerikanischen Städten.

Auch deutsche Autohersteller sind seit langem vor Ort aktiv. Volkswagen verfügt über mehrere Niederlassungen im Land, darunter Einzelbüros der Divisionen Seat, Skoda und Porsche sowie einen Konzern-Knotenpunkt. Mercedes-Benz beschäftigt 25 Mitarbeiter in seinem F&E-Zentrum in Tel Aviv und BMW hat im vergangenen Sommer ein eigenes Büro im selben Gebäude wie CEVT eröffnet.

In den letzten Jahren haben Ford, die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz und der in Shanghai ansässige Rivale von Geely, SAIC Motor Corporation, Tech-Büros in Israel eröffnet. Honda und Hyundai haben lokale Ableger ihrer Silicon-Valley-Startup-Accelerator-Programme im Land etabliert.

Navya, das französische Unternehmen für Autonome E-Shuttles, hat im Jänner 2021 erstmals einen komplett automatisierten Shuttle-Dienst in Israel in Betrieb genommen. Die elektrisch angetriebenen und sensorgesteuerten Shuttle-Fahrzeuge verkehren auf dem weitflächigen Gelände des Sheba Medical Campus in der Nähe von Tel Aviv. Das Pilotprojekt ist Teil der Smart Mobility Intitiative der israelischen Regierung und wird in Kooperation mit dem Transportministeriums sowie der Innovationsbehörde und dem Spezialisten ST Engineering durchgeführt. Mit an Bord ist zudem das Start-up für automatisierte Anwendungen Blue White Robotics (BWR). 

Im Mai 2020 bekräftigte Intel seine Ambitionen im Verkehrsgeschäft der Zukunft mit dem Kauf des israelischen Startups Moovit für USD 900 Mio. Die gleichnamige Mobilitäts-App berechnet Fahrtrouten mit Öffis, Fahrdiensten und anderen Verkehrsmitteln wie E-Scooter. Mit dem Zukauf soll die bisher vor allem auf Fahrassistenz-Systeme und Technologielösungen für Roboterautos ausgerichtete Tochterfirma Mobileye zu einem umfassenden Mobilitätsanbieter ausgebaut werden.

Im April 2021 kündigte Mobileye an, dass es ab 2023 in Kooperation mit dem amerikanischen Unternehmen Udelv einen vollständig fahrerlosen Lieferservice einführen will. Zwischen 2023 und 2028 sollen 35.000 kabinenlose Fahrzeuge namens The Transporter produziert werden. Seit Mitte 2020 testet Mobileye selbstfahrende Autos in Deutschland. Im kommenden Jahr will Mobileye in Jerusalem, dem Hauptsitz des Unternehmens, einen komplett automatischen Robotaxi-Service anbieten. 

Erfahren Sie mehr rund um die Welt des autonomen Fahrens anlässlich der Veranstaltung EcoMotion von 19-20. Mai 2021. Wir haben für österreichische Firmen etliche Tickets reserviert. Melden Sie sich hier an.

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