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Israel ist das Powerhouse des alternativen Proteinsektors

40% der weltweit getätigten Investitionen gehen 2021 nach Isreal 

Fleisch ist seit Anbeginn der Menschheit ein fester Bestandteil unserer Kultur. Wir sehnen uns nach Fleisch und feiern es. Die weltweite Fleischproduktion ist jedoch nicht mehr nachhaltig. Die Tierhaltung verbraucht über 80 % der bewohnbaren Fläche der Welt, 30 % unserer Süßwasserversorgung und ist eine der Hauptursachen für die Entwaldung. Bevölkerungswachstum und Ernährungsumstellung werden voraussichtlich zu Knappheit und steigenden Preisen führen.

Daher wird seit einigen Jahren weltweit nach alternativen Eiweißquellen gesucht. Unter dem Begriff Alternative Proteine werden sowohl Substitute für tierische Proteine und deren Ursprung verstanden, z. B. von Milch, Eiern, Fleisch und daraus hergestellten Produkten, aber auch neue Quellen wie Pflanzen, Pilze und Insekten. Neuartige Proteinquellen und proteinangereicherte Lebensmittel sind Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte und teilweise bereits im Handel erhältlich.

Israel entwickelt sich zunehmend zu einem „Powerhouse“ des alternativen Proteinsektors. Zu den mehr als 100 Unternehmen, die in Israel in diesem Bereich aktiv sind, zählen über 40% Startups, die teilweise bahnbrechende innovative Technologien entwickeln.

Der israelische Startup Aleph Farms ist das erste Unternehmen für kultiviertes Fleisch, das Steaks direkt aus nicht gentechnisch veränderten tierischen Zellen züchtet. Plantish  stellte Anfang Jänner sein Vorzeigeprodukt, ein  innovatives Lachsfilets auf pflanzlicher Basis vor, das gekochtem Lachs in Textur, Geschmack, Aussehen und Struktur ähnelt. Pluristem , ein führendes israelisches Biotechnologieunternehmen, und die Tnuva Group, Israels größter Lebensmittelhersteller, gaben Anfang Jänner eine innovative Kooperation zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung kultivierter zellbasierter Produkte für die Lebensmittelindustrie bekannt. Das israelische Start-up Redefine Meat, das veganes Fleisch im 3D-Drucker herstellt, hat kürzlich in einer neuen Finanzierungsrunde 135 Mio. US-Dollar eingesammelt, die das Unternehmen zum Aufbau von Produktionsstätten in Israel und Holland nutzen will.

Das weltweit erste Restaurant, das kultiviertes Fleisch serviert, The Chicken, wurde Ende 2020 in Israel eröffnet, und im April 2021 sammelte das israelische Start-up MeaTech 25 Millionen US-Dollar durch seine Notierung an der NASDAQ und war damit das erste Unternehmen auf diesem Sektor, das an einer amerikanischen Börse notiert wurde.  

Der Kapitalfluss in die Kulturfleischindustrie hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen und erreichte in den letzten 12 Monaten etwa 1,0 Mrd.  US-Dollar. Die Investitionen im Jahr 2020 beliefen sich auf über 360 Mio. US-Dollar und übertrafen damit die Investitionen des Vorjahres um das sechsfache.

Im Jahr 2021 fanden die bisher größten Investitionsrunden der Branche statt, darunter eine rekordverdächtige B-Runde im Wert von 347 Mio. US-Dollar des in Israel ansässigen Unternehmens Future Meat Technologies. Das bedeutet, dass etwa 40 % der weltweiten Investitionen in kultiviertes Fleisch im Jahr 2021 in Israel getätigt wurden! Future Meat Technologies hat tierische Zelllinien geschaffen, die ohne genetische Veränderungen für immer wachsen.

Die Zahl der Start-ups, die sich auf die Entwicklung von kultiviertem Fleisch und den erforderlichen Zellkulturmedien, Nahrungsergänzungsmitteln und Methoden zu ihrer Herstellung konzentrieren, steigt Jahr für Jahr. Mittlerweile gibt es weltweit beeindruckende 99 Unternehmen (11 davon in Israel), die kultivierte Fleischkomponenten, Dienstleistungen und Endprodukte entwickeln, verglichen mit nur vier im Jahr 2016.

Die israelische Kulturfleischindustrie hat auch F&E-Fördermittel des öffentlichen Sektors aus den USA und der EU erhalten, während China einen Vertrag über 300 Mio. US-Dollar zum Kauf von in israelischen Laboren gezüchtetem Fleisch unterzeichnet hat. Bis 2040 werden voraussichtlich 60 % der weltweiten Fleischversorgung aus Zellen gedeckt, die in Bioreaktoren gezüchtet werden. Aktuelle Umfragen zeigen, dass fast 50 % der Verbraucher keinerlei Vorbehalte gegenüber kultiviertem Fleisch haben. In den nächsten 10 bis 20 Jahren wird der Markt für kultiviertes Fleisch den Markt für konventionelles Fleisch stark in Unruhe versetzen