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Israel wird verflüssigtes Gas über Ägypten nach Europa exportieren

Wegweisende Absichtserklärung in Kairo unterzeichnet

Seit der russischen Invasion in der Ukraine sucht die EU mit zunehmender Dringlichkeit nach alternativen Energiequellen, um die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu verringern. Am 15.06.2021 unterzeichneten die israelische Energieministerin Karine Elharrar und der ägyptische Erdölminister Tarek el-Molla unter der Schirmherrschaft von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kairo eine Absichtserklärung über die Lieferung von Erdgas von Israel in die EU. Für die europäische Seite unterschrieb EU-Energiekommissarin Kadri Simson.

Israel verfügt über zwei in Betrieb befindliche Gasfelder vor seiner Mittelmeerküste, die zusammen ca. 690 Milliarden Kubikmeter Erdgas enthalten. Eine dritte Offshore-Anlage ist in Arbeit. Israel unterhält bereits seit Jahren Gasexportvereinbarungen mit den Nachbarländern Ägypten und Jordanien. Das Abkommen sieht vor, dass Israel das Erdgas über bestehende Pipelines zum ägyptischen LNG-Terminal am Mittelmeer leitet. Dort soll es verflüssigt werden, bevor es mit Tankschiffen an die europäischen Küsten transportiert wird. Die Vereinbarung gilt zunächst für drei Jahre.

Energieministerin Karine Elharrar erklärte, die Unterzeichnung des Abkommens habe Israels Rolle auf der globalen Energiebühne gefestigt und nannte das Abkommen "historisch", auch im Hinblick auf die israelisch-ägyptische Zusammenarbeit. Von der Leyen sagte, das Abkommen werde dem Block helfen, sich von seiner Abhängigkeit von Russland zu lösen. "Das ist ein besonderer Moment", sagte sie. "Ich begrüße die Unterzeichnung dieses historischen Abkommens von ganzem Herzen.". El-Molla bezeichnete das Abkommen als einen "wichtigen Meilenstein" für die Zusammenarbeit zwischen Ägypten, Israel und der EU. Er sagte, es werde zu einer weiteren Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern des Gasforums für den östlichen Mittelmeerraum führen, dem Jordanien, Israel, Zypern, Griechenland, Ägypten, die Palästinensische Behörde, Frankreich und Italien angehören.

Die Vereinbarung erkennt die Schlüsselrolle an, die Erdgas in der Energiewirtschaft der EU-Länder bis 2030 spielen wird. Danach soll der Erdgasverbrauch bis 2050 allmählich zurückgehen, um dem Null-Emissionsziel, das sich die EU und mehrere Länder, darunter auch Israel, gesetzt haben, gerecht zu werden. Im Vergleich zu den russischen Importen dürften die erwarteten Mengen aus Israel allerdings kaum ins Gewicht fallen: Durch die Kairoer Einigung rechnet die EU-Kommission für 2023 mit Lieferungen von rund 10 Milliarden Kubikmetern Gas. Aus Russland führte die EU vergangenes Jahr dagegen mehr als das 15-Fache ein.

Die am 15.6. unterzeichnete Vereinbarung berücksichtigt auch Umweltbelange, indem sie Bestimmungen zur Bindung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre enthält. In der Erklärung des israelischen Energieministeriums heißt es, dass alle an dem Abkommen Beteiligten an der Verringerung der Methanemissionen arbeiten und fortschrittliche Technologien zur Emissionsminderung testen werden. Die Vereinbarung sieht auch vor, dass die Möglichkeiten der Kohlenstoffabscheidung als Teil eines allgemeinen Plans zur Emissionsreduzierung und zur Dekarbonisierung des Erdgassektors gemeinsam geprüft und Wege gefunden werden sollen, in die Entwicklung von Technologien zu investieren, um diese Ziele zu erreichen. Es wurden keine weiteren Einzelheiten genannt.

Das Abkommen enthält auch eine Klausel, nach der die EU europäische Unternehmen dazu ermutigen wird, sich an Ausschreibungen und Investitionen in Projekte zur Exploration und Förderung von Erdgas sowohl in Israel als auch in Ägypten zu beteiligen.

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