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Kasachstan: Branchenprofil Medizintechnik, Laborbedarf und Pharma

Exportwissen, Marktchancen und Trends

Branche und Marktsituation

Seit der Erlangung seiner Unabhängigkeit im Jahr … hat Kasachstan große Anstrengungen unternommen, sein Gesundheitssystem zu modernisieren und für seine 18 Millionen Einwohner zu verbessern. Dies gelang u.a. mit den Programmen „Reformierung und Entwicklung des Gesundheitswesens (2005 – 2010)“ und „Salamatty Kasachstan“ (2011 – 2015). Seit 2016 ist das Programm Densaulyk“ (2016-2020) in Kraft. Der Akzent wird nach wie vor auf die Vorbeugung gesetzt. Krankheiten sollen in einer möglichst frühen Phase diagnostiziert und behandelt werden. Weiterhin soll das Gesundheitsmanagement effizienter, der Privatsektor weiterentwickelt, die medizinische Ausbildung modernisiert, die gesetzliche Krankenversicherung aufgebaut und die Digitalisierung der Medizin vorangetrieben werden. 

Konkurrenzsituation

Der größte Anteil importierter Medizintechnik stammte 2018 aus Deutschland, gefolgt von China, den USA, Japan, Südkorea und Russland. Mit 0,6% steuerte Österreich in diesem Jahr einen verhältnismäßig kleinen Beitrag bei. Im Bereich der Medizintechnik, des Laborbedarfs und Pharma ist die kasachische Eigenproduktion noch relativ schwach ausgeprägt. Die kasachische Regierung unterstützt im Zuge des Reformplans ausländische Geldgeber, die im Bereich der medizinischen Hochtechnologie in den Standort Kasachstan investieren. Langfristig bietet der kasachische Markt großes Potenzial. 

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Medikamente, medizinische Produkte und Medizintechnik, die nach Kasachstan eingeführt werden, müssen in ein Register eingetragen sein. Für die ganze Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) gelten einheitliche Registrierungsregeln. Nach der erstmaligen Registrierung in einem EAWU-Land, kann der Prozess der Anerkennung in anderen Ländern der Union gestartet werden. Dieses Prozedere ist trotz der Vereinheitlichung zeit- und arbeitsaufwendig. Es ist ratsam, sich bei der Fülle an Dokumenten und bürokratischen Abläufen von spezialisierten Unternehmen vor Ort unterstützen zu lassen. 

Derzeit findet in Kasachstan eine Revision des Kodex „Über Gesundheit der Bevölkerung und das Gesundheitssystem“ aus dem Jahr 2009 statt. Im Fokus steht die Verschiebung von stationären zu ambulanten Behandlungen. Geschehen soll dies u.a. durch die Früherkennung von Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Lebererkrankungen. Weitere Schwerpunkte sind: Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals, schrittweise Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung und Digitalisierung der Medizin. 

Momentan wird ebenfalls an der Entwicklung des staatlichen Programms zur Entwicklung des Gesundheitswesens für 2020-2025 gearbeitet. Hervorgehoben wird nach wie vor die Bekämpfung von Krebs. Es werden in Kasachstan jährlich 35.000 Krebsfälle diagnostiziert. 179 000 Personen sind Anfang 2019 als krebskrank gemeldet. Das Gesundheitsministerium meldet Fortschritte in der Krebsbekämpfung: die Frühdiagnostik hat sich verbessert, die Sterberate ist zurückgegangen. Geplant ist ein Nationales Onkologisches Forschungszentrum in Nur-Sultan.  

Der Gesundheitstourismus gewinnt in Kasachstan an Bedeutung. Laut dem Republikanischen Center für E-Health besuchten 1 947 Patienten im Jahre 2018 Kasachstan. Sie gaben für ihre Behandlung 1,2 Mrd. Tenge (ca. 2 950 868,04 EUR) aus. Außerdem haben sich 23,5 Tausend Personen in den Kurorten Kasachstans aufgehalten. Das Ziel der kasachischen Regierung ist es, die Anzahl der Patienten aus dem Ausland nach Kasachstan zu erhöhen. 

Parallel zur Entwicklung des Medical Tourismus nach Kasachstan steigt die Zahl wohlhabender Kasachen, die Diagnosen und Behandlungen im Ausland vornehmen lassen. Es gibt nur wenig zuverlässige Studien, die Zahlen zum Gesundheitstourismus ins Ausland bieten. Eine von der Stadtverwaltung Almaty in Auftrag gegebene Studie belegt, dass die Einwohner Almatys 400 Mio. USD pro Jahr für Behandlungen im Ausland ausgeben. Behandelt werden oftmals Krankheiten aus den Bereichen Kardiochirurgie, Neurochirurgie, Organ-Transplantation oder Onkologie. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Für österreichische Anbieter von Medizintechnik bieten sich in Kasachstan interessante Marktchancen. Österreichische Produkte haben wie viele aus Europa ein gutes Image. Kasachstan ist fast vollständig auf den Import von Medizintechnik und Verbrauchsmaterialien angewiesen. Finanzielle Mittel und der politische Wille sind vorhanden um umfangreiche Investitionen zu tätigen, das Gesundheitssystem des Landes zu modernisieren und neue Behandlungskapazitäten zu schaffen. 

Sie suchen weitere Informationen zu den Branchen Medizintechnik, Laborbedarf und Pharma? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Almaty