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Kolumbien: Branchenprofil Energiewirtschaft und Erneuerbare Energien

Exportwissen, Marktchancen und Trends

Branche und Marktsituation 

Derzeit besteht Kolumbiens heimische Energieproduktion zu 67% aus Wasserkraft, zu 30% aus thermischen Kraftwerken sowie zu 3% aus erneuerbaren Energien. Per Gesetz zählen in Kolumbien nur kleinere Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von weniger als 20 MW zu den erneuerbaren Energien. Von den 634 MW an erneuerbaren Energien stammen 84% aus Klein-Wasserkraftwerken, 13% aus Biomasse und 3% aus Windenergie. Ziel der Regierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 6,5% zu erhöhen.

Der Energiebedarf soll bis 2029 um 61% steigen. UPME (Unidad de Planeación Minero Energética - Planungsbehörde für Bergbau und Energie) erwartet für 2029 in ihrem Basisszenario einen Energiebedarf von 102.483 GWh. Dies entspricht einer jährlichen Zunahme von 3,1% zwischen 2015 und 2029. Darin ist auch der prognostizierte Bedarf der größten Verbraucher (Ecopetrol, Pacific Rubiales, Drummond, Hafenbehörden) sowie zukünftige Stromexporte nach Panama berücksichtigt. 

Gesetzliche und sonstige Rahmenbedingungen 

Seit 1. August 2013 ist das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kolumbien in Kraft. Durch das Abkommen werden europäische Investitionen, grenzüberschreitende Dienstleistungen, sowie Exporte in den kolumbianischen Markt erheblich erleichtert. Der Fokus liegt vor allem auf dem Abbau von Barrieren im Handel mit Waren. Weitere neue Regelungen betreffen Dienstleistungen, Niederlassungen, E-Commerce, Kapital-Verkehr, öffentliches Auftragswesen, geistiges Eigentum und Wettbewerb. Sowohl Einfuhrzölle als auch nicht-tarifäre Handelshemmnisse wurden bereits und werden weiterhin über die nächsten Jahre signifikant abgebaut.

Sämtliche Ausschreibungen von öffentlichen Institutionen werden im „Sistema Electrónico de Contratación Pública“ (www.contratos.gov.co) veröffentlicht. Voraussetzung für eine Bewerbung für öffentliche Projekte ist eine lokale Präsenz in Kolumbien, mindestens in Form eines Kontaktbüros. 

In ihrem Plan zur Ausweitung der Energieerzeugung und -übertragung 2014-2028 (siehe http://www.upme.gov.co/Docs/Plan_Expansion/2015/Plan_GT_2014-2028.pdf) geht die nationale Energieplanungsbehörde UPME (Unidad de Planeación Minero Energética) bis 2019 von keinen Energieengpässen aus. Dies wird erreicht, da allein im Jahr 2015 die Wasserkraftwerke Hidrosogamoso (820 MW) und El Quimbo (400 MW) sowie das Wärmekraftwerk Gecelca 3 (150 MW) ihren Betrieb aufgenommen haben. Bis zum Jahr 2018 kommen zudem folgende große Kraftwerke hinzu: Tasajero 2 (Wärmekraft, 160 MW), Gecelca 32 (Wärmekraft, 250 MW), Porvenir 2 (Wasserkraft, 352 MW) und das Megaprojekt Hidroituango (Wasserkraft, 2.400 MW). 

Langfristig müsse laut UPME die installierte Kapazität allerdings zwischen 2019 und 2028 um 3.450 MW erhöht werden. In einem optimalen Szenario empfiehlt sie dabei einen Mix aus konventionellen und unkonventionellen Energiequellen. Dazu gehören große Wasserkraftwerke (1.350 MW), Gas- und Kohlekraftwerke (600 MW), Windkraft (474 MW), kleine Wasserkraftwerke (360 MW), Geothermie (275 MW), Kogeneration (248 MW) und Photovoltaik (143 MW). 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Diese sind die fünf Bereiche, in denen kurz- bis mittelfristig besondere Chancen für erneuerbare Energien in Kolumbien bestehen: 

1. Windenergie: Die Planung und Entwicklung von Windparks in Gebieten mit hohem Potenzial, angefangen mit dem Departamento La Guajira.

2. Solarenergie: Die massive Entwicklung von kleinen und mittelgroßen PV-Projekten auch in La Guajira.

3. Biogas und Biomasse: Die Planung und Entwicklung von Kogenerationsanlagen auf Basis von Biomasse wie Biogas und Kompostierung (z.B. in Antioquia und Cauca).

4. Geothermie: Die Planung und Entwicklung von Geothermiekraftwerken in Gebieten mit hohem Potenzial wie die Umgebung des Vulkans Nevado del Ruiz.

5. Fernnetzanlagen: Die Entwicklung und Verbreitung von Hybridanlagen in den Gebieten außerhalb des Hauptstromnetzes. 

Neue gesetzliche Änderungen in den FNCE sind abzuwarten für noch zwei Bereiche von Interesse für die österreichischen Unternehmen: 

1. Autogeneration, lokale Produktion und Smartgrids.

2. Unabhängige Erzeuger mit bilateralem Vertrag zum Verkauf an große oder private Anbieter (z.B. im Bereich Industrie). 

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