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Kreislaufwirtschaft in Dänemark

Strategien, neue Geschäftsmodelle und Initiativen im Bausektor

Zirkularität in Dänemark

Im Jahr 2015 wurde Dänemark für seine weltweit führende Position bei der Nutzung des Potenzials einer Kreislaufwirtschaft mit dem Young Global Leaders Award ‚The Circulars‘ des Weltwirtschaftsforums ausgezeichnet. Seit 2018 besitzt Dänemark eine nationale Strategie für zirkuläre Ökonomie sowie ein Advisory Board. Damit will das Land den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben und Herausforderungen auf nationaler, regionaler und globaler Ebene in Chancen umwandeln. Die Kreislaufwirtschaft ist auch eng mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verknüpft, die Teil der UN 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung sind. Auch hier spiegeln sich die Ambitionen Dänemarks und der anderen nordischen Länder wieder. Im Sustainable Development Report Ranking (SDG Index) nimmt Dänemark, hinter Schweden und gefolgt von Finnland, den zweiten Platz ein. 

Immer mehr dänische Unternehmen setzen auf Circularity und zeigen, wie neue innovative Geschäftsmodelle der Umwelt, dem Klima und der Wirtschaft zugutekommen können. Entscheidend ist, bereits in der Entwurfsphase von Produkten mitzudenken, welchen Nutzern und Mehrwert Kreislaufwirtschaftslösungen bieten können (Stichwort: Circular Design). Dabei geht es sowohl um Ressourceneffizienz und Partnerschaften zwischen verschiedenen Sektoren, aber auch für Materialien, die nicht wiederverwendet werden können, kann ein qualitativ hochwertiges Recycling diese Materialien in wertvolle Sekundärrohstoffe umwandeln. Einige Unternehmen steigern die Ressourceneffizienz und reduzieren ihren ökologischen Fußabdruck, indem sie den Einsatz von Mineralien und Rohstoffen reduzieren, eine verantwortungsvolle Beschaffung ihrer Rohstoffe sicherstellen und/oder den Verbrauch auf erneuerbare Ressourcen verlagern. Andere Unternehmen gestalten ihre Produkte so, dass die Lebensdauer der Produkte verlängert wird und Materialien oder Komponenten zu einem hohen wirtschaftlichen Wert wiederverwendet und recycelt werden können. Außerdem verändern neue Geschäftsmodelle und technologische Innovationen Verhaltens-, Konsum- und Produktionsmuster, z.B. durch die Bereitstellung von Diensten oder das Teilen, anstatt Produkte zu verkaufen.  

Zirkularität im Unternehmen verankern: Workshop Circular Design

Wie lassen sich Prozesse und Produkte ressourcenschonend organisieren? Wie kann der Einsatz von Rohmaterialien und Abfällen reduziert und die Lebensdauer verlängert werden und wie kann Design Thinking dabei helfen? Diese und andere Fragen standen am Anfang unseres Ende 2020 abgehaltenen virtuellen Workshop ‚Circular Design‘. In einer Zusammenarbeit mit dem Danish Danish Design Center konnten sich österreichische Firmen zwei Tage intensiv mit dem Thema Kreislaufwirtschaft auseinandersetzen und lernten Modelle und Werkzeuge kennen mit Circular Design zu arbeiten. In Break-out Sessions konnten sich die Firmen vertiefen, ihre eigene Rolle im wertsteigernden System bzw. im Lebenskreislauf erforschen und gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, negative Auswirkungen zu minimieren und positive Effekte zu maximieren. Inspiration sowie Einblicke in neue Geschäftsmodelle, Möglichkeiten der Kooperation und Toolkits lieferten Lightning Talks dänischer Vorreiter im Bereich zirkulären Denkens, wie Really, Paboco und Skagerak.  

Initiativen im Bausektor

Bau und Abbruch machen rund 30% der in der EU anfallenden Abfälle aus. Der größte Teil des Wertes von Baumaterialien geht nach dem Abriss verloren. Das Kreislaufwirtschaftspotenzial für den Bau- und Immobiliensektor ist daher enorm. In einem Demonstrationsprojekt zur strategischen Wiederverwertung von Materialien - ‚Building a Circular Future‘ (u.a. von 3XN Architects und seinem grüner Think Tank GXN) wurde das in den prognostizierten Materialpreisen berechnete Gesamtpotenzial für das gesamte Gebäude auf bis zu 16% der gesamten Baukosten geschätzt. Das Projekt beleuchtet überdies Ansätze, wie die Branche optimierte, kreisförmige Baupraktiken umsetzen kann und durch ‚design for disassembly‘ hochflexible Gebäude entstehen, die schneller zu errichten und für den Betrieb und die Wartung optimiert sind. 

Dabei geht es nicht nur um die Verwendung von ungiftigen und nachhaltigen Materialien, sondern auch um das Mitdenken von Kreislaufwirtschaft bereits in der Planungsphase, Design für Demontage und Abfallvermeidung. Unternehmen entwickeln Geschäftsmodelle, Gebäude und Produkte, die flexibel sind und das Recycling von Komponenten und Produkten ermöglichen. Dabei spielt ein verbesserter Zugang zu diesem Wissen, insbesondere durch die Verwendung digitaler Gebäudedaten, einschließlich ihres Materialinhalts und Details zu ihrer Konstruktion, genauso eine Rolle, wie die verstärkte Zusammenarbeit über Lieferketten und neue Geschäftsmodelle hinweg, um den gesamten Zyklus eines Gebäudes und seiner Komponenten zu optimieren. Ein Element ist dabei auch die Aufbereitung von Abfallstoffen für den Bausektor. Die Firma Gamle Mursten (‚Alte Ziegel‘) ist eine Cleantech-Produktionsfirma, die im großen Stil mittels patentierter Reinigungstechnologie und ohne Verwendung von Chemikalien alte Ziegelsteine wiederaufbereitet. Dabei wird mehr als 95% der Energie eingespart, die sonst zur Herstellung neuer Ziegel verwendet wird. Weitere Beispiele für Upcyclingung und neue Geschäftsmodelle sind NÆSTE und GENTRÆ, die u.a. die Circular Construction Challenge gewonnen haben. Auch die Verwendung von Sekundärrohstoffen aus anderen Sektoren, wie beispielsweise biologische Materialien aus der Landwirtschaft oder Abfallprodukte spielen eine wichtige Rolle. So verwendet Rockwool in Kooperation mit einer Abfallaufbereitungsfirma in seiner Produktion u.a. alte Porzellan- und Sanitärartikel sowie alte Dämmstoffe. 50% der produzierten Steinwolle basiert auf Upcycling, 500.000 Tonnen Abfall werden jährlich wiederverwertet. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Anzahl der Gebäude mit Umweltzertifizierung wie dem nordischen Umweltzeichen Svanemærket und DGNB. 

Ein führender Akteur im Bereich Zirkularität in der Bauindustrie in Dänemark ist die Lendager Group, die mit innovativer Ressourcennutzung, Upcycling und Produktentwicklung in der Bauindustrie arbeitet und erst kürzlich ein White Paper mit dem Titel ‚Drivers and Demands for Circular Building Materials‘ veröffentlicht hat. 

Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen? Das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen ist gerne für Sie da und kann Ihnen bei Detailfragen und für die Beurteilung von individuellen Anliegen gerne behilflich sein.

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