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Lumi: der Supercomputer aus Finnland

Leistungsfähigster europäischer Rechner

Am 13. Juni wurde im finnischen Kajaani der Supercomputer LUMI in Betrieb genommen. Er steht in einer ehemaligen Papierfabrik, die heute eines der umweltfreundlichsten Datenzentren der Welt beherbergt, und war seit der Investitionsentscheidung 2019 in konkreter Planung. Dabei handelt es sich um ein europäisches Gemeinschaftsprojekt: Am European High Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) sind zehn Länder (darunter auch Schweden, Dänemark und Norwegen), die EU und Partner aus der Privatwirtschaft beteiligt. Die Initiative soll die Forschung, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit in Finnland und ganz Europa verbessern. LUMI gilt als der schnellste Supercomputer in Europa und der drittschnellste weltweit.

Die Gesamtkosten des LUMI-Projekts belaufen sich auf etwa 202 Millionen Euro, wovon die Hälfte von der Europäischen Union und die andere Hälfte von den zehn Ländern des Konsortiums getragen wird. Während Finnland 50 Millionen Euro beigesteuert hat, haben die restlichen Länder zusammen den Rest aufgebracht.

Enorme Leistung und erneubare Energie

Die gewaltige Rechenleistung des Computers beträgt 550 Petaflops – das entspricht ungefähr 1,5 Millionen Laptops. LUMI hat schon die ersten wissenschaftlichen Durchbrüche gemacht und beschäftigt sich mit Computerchemie, Weltraumphysik, Biomedizin und Biophysik. Sollte eine neue Pandemie ausbrechen, könnte LUMI den Forschern wertvolle Informationen liefern, beispielsweise über die Eigenschaften des Virus. Ein Hauptinteressengebiet des Hochleistungsrechnens ist jedoch der numerische Globus. Deswegen ist Lumi auch bald daran beteiligt, das Erdklima vom digitalen Zwilling mit einiger Präzision zu senken. So kann die Wissenschaft mit dem digitalen Zwilling verschiedene klimawirksame Maßnahmen und deren Kosten testen.

LUMI ist nicht nur ein überaus leistungsfähiger, sondern auch ein außergewöhnlich umweltfreundlicher Supercomputer: Er wird mit 100 % erneubarer Wasserkraft betrieben, nutzt freie Kühlung und verfügt über ein fortschrittliches Wärmerückgewinnungssystem, dessen Abwärme für lokale Fernwärme in der ca. 37.000 Einwohner starken Stadt Kajaani wiederverwendet wird. Denn LUMI erzeugt viel Abwärme: Etwa ein Fünftel der Fernwärme von Kajaani kommt vom Supercomputer. Dank des effizienten Kreislaufs hat die Maschine eine potenziell negative CO₂-Bilanz, soll also mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen, als wir verursachen.

Wie geht’s weiter?

Die zweite Pilotphase von LUMI beginnt im August 2022, und das System soll Ende September 2022 für Benutzer allgemein verfügbar sein. Die ersten Berechnungen werden in der künstlichen Intelligenz unter anderem dabei genutzt, die finnische Sprache besser zu verstehen. Zurzeit besteht ein großer Bedarf an der Entwicklung künstlicher Intelligenz, da es viele praktische Anwendungen gibt, die ein Verständnis der Sprache erfordern, wie z. B. bei Chatbots, Übersetzungsmaschinen und im digitalen Kundenservice.

LUMI bietet eine führende Plattform für die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und wird der ICT-Branche den Weg weisen, in dem es ehrgeizige Klimaziele erreichen wird und die Gesamtkosten energieintensiver Industrien weiter optimieren wird. Die Lebensdauer des Computers ist jedoch nicht lange: LUMI wird in einigen Jahren von einem neuen Supercomputer ersetzt werden müssen, da sein Lebenszyklus voraussichtlich 2026/2027 endet.

sehr großer Computer in einem Datenzentrum
© CS/ Fade Creative Gesamtkosten des LUMI-Projekts belaufen sich auf etwa 202 Millionen Euro.