th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close icon-window-edit icon-file-download icon-phone xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin Google-plus facebook pinterest skype vimeo snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram

Nachhaltige Technologien aus Israel

Drei Beispiele für Innovationen, die uns in Zukunft begleiten werden 

In Israel existieren ungefähr 9000 Technologiefirmen, von denen ein Großteil im Bereich Nachhaltigkeit tätig sind. Nachstehend präsentieren wir Ihnen drei Beispiele für bahnbrechende Technologien aus diesem Sektor:   

Climate-Tech

Solarbetriebene Wolkenkratzer -Wortwörtlich ein Fenster der Möglichkeiten

Halbtransparentes Glas, das Energie aus der Sonne gewinnt, könnte innerhalb der nächsten fünf Jahre auf dem Markt erhältlich sein. Schon heute wird eine Technologie entwickelt, die jede Glasscheibe eines Wolkenkratzers in ein vom Boden bis zur Decke reichendes Photovoltaik-Paneel verwandeln könnte, das schätzungsweise ein Sechstel des Strombedarfs des Gebäudes deckt. Superdünne Nanobeschichtungen lassen einen Teil des Lichts durch und wandeln den Rest in Energie um. Solche Solarzellen der dritten Generation verwenden ein Mineral namens Perowskit, das billiger, effizienter und anpassungsfähiger ist als das Silizium, mit dem heute fast alle Solarzellen beschichtet sind.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Photovoltaik-Paneelen funktionieren Solarfenster auch dann, wenn sie der Sonne abgewandt sind, so dass sie an allen Fassaden eines Gebäudes angebracht werden könnten. Muster-Solarfenster eines Forschungsteams um Prof. Lioz Etgar von der Hebräischen Universität, die bis zu 20cm groß sind, lassen bereits etwas mehr als ein Viertel des Lichts durch und sind etwa zwei Drittel so effizient wie herkömmliche Paneele. Die Herausforderung besteht darin, das Ganze zu kommerziellen Kosten zu vergrößern und ein Maximum an Effizienz und Transparenz zu erreichen. Das Team hat die letzten sieben Jahre damit verbracht, patentierte Methoden zu entwickeln, um die Molekülstruktur von Perowskit voll auszunutzen. Bis jetzt wurden neun verschiedene ultradünne Schichten zu einer "druckbaren Tinte" verarbeitet, mit der das Glas beschichtet werden soll.

Die Untersuchungen deuten bereits auf zwei weitere bahnbrechende Möglichkeiten hin. Die erste besteht darin, Perowskit so zu "tunen" oder zu synthetisieren, dass es sowohl aus künstlichem Licht als auch aus Sonnenlicht Energie erzeugt. Hierdurch sind einzigartige Anwendungen möglich. Außerdem wird das Material selbst erforscht, indem es auf molekularer Ebene synthetisiert wird, um zu verstehen, wie Nanopartikel andere Eigenschaften haben als größere Partikel desselben Materials. So könnten die Glühbirnen, die Innenräume beleuchten, in Zukunft teilweise die Solarfenster mit Strom versorgen, die wiederum einen Teil des Stroms erzeugen, mit dem dieselben Glühbirnen betrieben werden. Die zweite mögliche Anwendung ist der Einsatz auf Gewächshausdächern. Herkömmliche Sonnenkollektoren würden den Pflanzen einen Großteil des Sonnenlichts nehmen, während mit Perowskit beschichtetes Glas das Sonnenlicht durchlässt.

Der Leiter des Forschungsteams gründete mit einem Partner das Startup-Unternehmen „Trans/Sol“, dessen Ziel die Herstellung von Solarfenstern als "Vorhangfassade" ist - die nichttragende Außenverkleidung eines Gebäudes, die in der Regel aus Glas, Metallplatten oder dünnem Stein besteht. Bei Trans/Sol ist man sich sicher, dass diese Erfindung die Welt verändern wird, und dass, sobald Solarverglasung verfügbar ist, die herkömmliche Verglasung stark an Bedeutung verliert. Gebäude sind für 36 Prozent der weltweiten Kohlenstoffverschmutzung verantwortlich sind. Da weltweit so viel Gebaut wird, wird in den nächsten 40 Jahren jeden Monat das Äquivalent einer ganzen Stadt New York zur Welt hinzugefügt. Aus diesem Grund werden neue Gebäude, die ihren eigenen Strom erzeugen, einen großen Unterschied machen. Als nächster Schritt plant man bei Trans/Sol die Zusammenarbeit mit Marktführern wie Glasunternehmen, Herstellern von Vorhangfassaden, Ingenieuren und Architektengeplant, um ein System zu entwickeln, das sich an Gebäuden anbringen lässt.

Green-Tech:

Israelisches Startup-Unternehmen entwickelt vollständig kompostierbare Plastikverpackungen

Das israelische Start-up-Unternehmen „Tipa“ hat ein bahnbrechendes Verfahren entwickelt, das Lebensmittel- und Kleiderverpackungen buchstäblich in Gartenkompost umwandelt. Sie zerfallen in winzige Teile, die von Bakterien gefressen und in normale Erde verwandelt werden. Zum Vergleich: Gewöhnliches Plastik braucht 500 Jahre, um biologisch abgebaut zu werden, und selbst dann verbleiben die mikroskopisch kleinen Partikel für immer in unserer Umwelt.

Andere kompostierbare Kunststoffe fühlen sich oft fettig an oder haben eine milchige Farbe. Und nicht nur das: Eine kürzlich durchgeführte zweijährige Studie ergab, dass 60 Prozent der Kunststoffe, die im Vereinigten Königreich als kompostierbar für den Hausgebrauch zertifiziert waren, sich in der heimischen Komposttonne nicht vollständig auflösten.

Die Kunststoffe von Tipa haben die gleiche Elastizität, Haltbarkeit, Optik und Haptik wie herkömmliche Kunststoffe. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie mit einer Handvoll (geheimen) Zusatzstoffen produziert wurden, und dadurch unter den richtigen Bedingungen vollständig kompostierbar sind.

Tipa konzentriert sich speziell auf die Herstellung vollständig kompostierbarer flexibler Verpackungen, d. h. Verpackungen, deren Form sich beim Befüllen oder während des Gebrauchs leicht verändern lässt, wie Folien und Laminate. Solche Verpackungen können normalerweise nicht recycelt werden.

In seinem Labor im Zentrum Israels, testet das Unternehmen ständig neue Rohstoffe (sobald sie zu Kunststofffolien und Laminatmustern verarbeitet sind), u. a. auf ihre Elastizität, ihr Gewicht und ihre Beständigkeit gegenüber Wasser und Sauerstoff. Die Musterlaminate und -folien werden auch intern getestet, indem Fetzen von ihnen in Kammern gelegt werden, um ihre Kompostierbarkeit zu überprüfen.

Die Verpackungen von Tipa, eigentlich für den Kompost bestimmt, werden unter bestimmten Bedingungen auch biologisch abgebaut, wenn sie auf einer gewöhnlichen Mülldeponie landen.

Tipa arbeitet bereits mit einer Reihe von Verpackungsherstellern zusammen, z. B. mit Altapac, einem Verpackungs- und Beutelhersteller in den USA, wo sich Tipas Verfahren nahtlos in die Maschinen von Altapac integrieren lässt. Tipa verkauft seine Kunststoffverpackungen auch an eine Reihe von Marken und lässt seine Produkte vor Ort herstellen. Das Unternehmen liefert seine Verpackungen an Jane's Dough und Sunrays Grapes, an den Augentropfen-Lieferanten MTHK und an Bekleidungsunternehmen wie Pangaia, den britischen Herrenausstatter L'estrange und den Fahrradbekleidungshersteller Isadore.

Sustainability-Tech:

Aus der Luft abgeschiedenes CO2 kann zu grünem Treibstoff verarbeitet werden

Das israelische Start-up „Carbonade“ plant, überschüssigen Kohlenstoff in nützliche Produkte wie Baumaterial oder Waschmittel umzuwandeln. Der CEO von Carbonade, Raanan Shelach, erklärt, dass Carbonade im Prinzip kopiert, was Pflanzen seit Millionen von Jahren praktizieren - die Photosynthese.

Die neuartige Technologie, von Prof. Ronny Neumann am Weizmann Institute of Science in Rehovot entwickelt, verwendet eine elektrochemische Zelle, um abgeschiedenes CO2 mit Wasser, Strom und kostengünstigen Metallen zu mischen. Dabei kommt es zu einer chemischen Reaktion, bei der die Kohlenstoff- und Sauerstoffmoleküle voneinander getrennt werden. Die freigesetzten Kohlenstoffmoleküle werden dann flüchtig und suchen sich andere Verbindungen, mit denen sie sich binden können. Shelach erklärt, dass man so Kohlenstoffprodukte erzeugen kann, die im Wesentlichen aus Luft bestehen. Der Prozess ähnelt dem einer Batterie oder Brennstoffzelle, nur dass man, statt Strom zu erzeugen, Strom aufnimmt, idealerweise aus erneuerbaren Quellen, so Shelach. Daher bleibt der Prozess kohlenstoffneutral.

Carbonade hat in zwei Bereichen das Potenzial, den Planeten zu retten. Erstens entzieht es der Luft einen Teil der 40 Gigatonnen Kohlenstoff, die für einen Großteil der globalen Erwärmung verantwortlich sind. Zwei Drittel dieses Kohlenstoffs werden auf natürliche Weise von Wäldern und Ozeanen gebunden. Das verbleibende Drittel ist die Ursache für die aufgeheizte, wettermäßig unberechenbare Erde. Zweitens, indem der abgeschiedene Kohlenstoff in Produkte umgewandelt wird, für deren Herstellung sonst noch mehr Kohlenstoff verbraucht werden würde - und der nicht unbedingt aus einer nachhaltigen Quelle stammt.

Carbonade trennt die CO2 -Komponenten ab, fängt das CO2 jedoch nicht aus der Luft auf. Dieser erste Schritt kann mit einer Vielzahl von Technologien erreicht werden. Eine der Methoden, die direkte Abscheidung aus der Luft, wird in der Regel dazu verwendet, CO2 abzuscheiden, um es im Boden zu vergraben. Das hilft der Atmosphäre, verschwendet aber den gesamten Kohlenstoff.

Yehuda Borenstein, Gründer des israelischen Start-ups RepAir, ist Vorsitzender von Carbonade. Die Synchronisation der beiden Unternehmen stellt sicher, dass der abgeschiedene Kohlenstoff nicht verloren geht, sondern in neue Produkte umgewandelt wird. RepAir, das seine erste kommerzielle Anlage bis 2025 in Island errichten will, nutzt Strom, um CO2 durch eine selektive Membran von der Luft zu trennen. Die saubere Luft wird in die Atmosphäre zurückgeführt, während das CO2 zur Speicherung oder Nutzung durch ein Unternehmen wie Carbonade ausströmt. Der CEO von RepAir, Amir Shiner, erklärt, dass die Ursache für den Klimawandel die technologische Entwicklung ist, und deshalb auch nur neuere technologische Entwicklungen diese Problem lösen werden.

Carbonade ist gerade dabei, eine Pre-Seed-Runde zu finanzieren, und verfügt über eine Laborversion der Technologie. Shelach hofft, in 12 bis 18 Monaten über einen vollständigen Prototyp zu verfügen. Danach soll mit der Durchführung von Pilotprojekten begonnen und die Zusammenarbeit mit potenziellen Partnern und Kunden vertieft werden. Die Kunden von Carbonade werden aus jeglicher Branche sein, dazu gehören Akteure im Energiesektor ebenso wie Anlagen zur Herstellung von Chemikalien und Metallfabriken.

Letztendlich könnte die Technologie von Carbonade auch jenseits des Planeten Erde Anwendung finden: Die Atmosphäre des Mars besteht zu 95 % aus CO2. Wenn die Menschen also eines Tages den Roten Planeten besiedeln wollen, könnte die Erzeugung von Kohlenstoff fern der Erde alles von Energie bis hin zu Proteinen und Baumaterialien ermöglichen. Das mag zwar noch Zukunftsmusik sein, aber der Anreiz, aus überschüssigem CO2 etwas Positives zu machen, ist jetzt schon relevant. „Wir können nicht darauf warten, dass die Regierung oder Politiker Initiativen ergreifen“, sagt Shelach. „Wenn es um den Klimawandel geht, möchte ich, dass die Menschen wissen, dass die Zeit zum Handeln jetzt gekommen ist.“

Geschäftschancen/Kooperationsmöglichkeiten

Bereits jetzt gibt es etliche Kooperationen österreichischer Corporates mit israelischen Startups im Energie- und Nachhaltigkeitsbereich.

Von 15.-18. Jänner 2023 findet in Israel die Zukunftsreise zum Thema Nachhaltigkeit als Business Opportunity statt. Wir laden Sie herzlich ein, die Personen hinter verschiedenen faszienierenden Technnologien persönlich kennenzulernen und sich vor Ort vom Potential der Kooperationsmöglichkeiten überzeugen zu lassen!   

Stand: