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Neue Regelungen im Bauwesen treten ab dem 1. Januar 2022 in Kraft

Neue Grundlagen rund um das ökologische Bauen und die thermische Sanierung

In Frankreich stehen die Zeichen beim energieeffizienten Bauen dank positiver und fördernder Rahmenbedingungen auf Wachstum. Im Jahr 2021 wurden die gesetzlichen Grundlagen für den ökologischen Wandel und die thermische Sanierung im Bausektor fertiggestellt.  

Das AußenwirtschaftsCenter Paris hat nachstehende eine Auswahl der wichtigsten Maßnahmen, die ab dem 1. Januar 2022 für den Bausektor in Frankreich gelten, zusammengestellt: 

1. Im Bereich der thermischen Sanierung 

Reform der Energieleistungsdiagnose (DPE) für die thermische Sanierung

Seit dem 1. Januar 2022 muss in den Anzeigen für die Vermietung oder den Verkauf von Wohngebäuden neben dem Energie- und Klimaetikett auch die Schätzung der theoretischen jährlichen Energierechnung der Immobilie angegeben werden. Außerdem müssen Altbauten zum Beispiel in Immobilienanzeigen als solche dargestellt werden, mit dem Hinweis "Wohnung mit übermäßigem Energieverbrauch: Klasse F / Klasse G". Die Vermietung von Wohnungen, die mit der Kategorie G klassifiziert wurden, wird ab 2023 und jene der Kategorie F ab 2028 verboten. Bis dahin dürfen ihre Mieten nicht mehr erhöht werden.
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Neue Wärmeschutzverordnung 2020

Für Neubauten, für die ab diesem 1. Januar 2022 ein Antrag auf Baugenehmigung oder eine Voranmeldung gestellt wurde, gilt die neue Wärmeschutzverordnung (RE2020). Sie ist der Nachfolger der RT 2012 mit strengeren Anforderungen. Es geht darum, die Energieeffizienz neuer Gebäude zu verbessern und kohlenstofffreie Energiequellen zu fördern. Aber auch die Auswirkungen der Gebäude auf das Klima sollen verringert werden, indem ein niedriger Kohlenstoffgehalt angestrebt wird. 

Im Rahmen des Inkrafttretens der RE 2020 werden die Regeln für die technische und wirtschaftliche Machbarkeitsstudie zur Energieversorgung und die Regeln für die Bescheinigungen über die Berücksichtigung der Anforderungen an die Energieeffizienz und die Umweltverträglichkeit ab dem 1. Januar geändert. Die RE 2020 sieht vor, die Lebenszyklusanalyse neuer Gebäude, die verstärkte Berücksichtigung des Sommerkomforts usw., in die Bescheinigungen aufzunehmen, die dem Baugenehmigungsantrag und den Erklärungen über die Fertigstellung und Konformität der Arbeiten beigefügt werden müssen. 

Die durch die RE2020 gesetzlich vorgeschriebene Bewertung der Umweltverträglichkeit neuer Gebäude benötigt die Verwendung von Umwelterklärungen zur Durchführung der Lebenszyklusanalysen. Diese Umwelterklärungen werden vom Hersteller herausgegeben. Die Regeln für die Umwelterklärungen von Produkten im Bauwesen und deren Prüfung durch unabhängige Dritte werden entsprechend aktualisiert und treten am 1. Januar 2022 in Kraft. 

Energiesparzertifikate

Am 1. Januar 2022 beginnt die fünfte Periode der Energiesparzertifikate, die bis zum 31. Dezember 2025 laufen wird. In diesem Fall müssen Energieversorger in den kommenden Jahren fast doppelt so viele Energiesparzertifikate (Certificats d'Economies d'Energie, CEE) vorweisen wie in den vergangenen Jahren. Die Zunahme an Energiesparzertifikate soll überwiegend durch thermische Sanierung von Gebäuden ermöglicht werden. Die Gesamtverpflichtung zur Energieeinsparung steigt auf 2.500 TWhc, was einer Steigerung um 17% gegenüber dem vorangegangenen Zeitraum entspricht.  

Verlängerung der Steuerregelung "Denormandie"

Investoren haben ein weiteres Jahr Zeit, um alte Immobilien zu renovieren, die sie vermieten möchten. Die Steuerregelung "Denormandie" wird durch das Haushaltsgesetz 2022 um ein Jahr, d. h. bis zum 31. Dezember 2023, verlängert. Sie ermöglicht Investoren eine Steuersenkung für den Kauf einer Altbauwohnung in einem heruntergekommenen Altbauviertel. 

2. Im Bereich der Baumaterialien und deren Verwertung 

Verbesserte Rückverfolgbarkeit für Bauabfall und ausgehobenen Boden

Am 1. Januar 2022 wird die Rückverfolgbarkeit von Bauschutt und ausgehobenem Boden und Sedimenten durch digitale Mittel verbessert.

Die bestehenden Papierregister werden in zentralisierte elektronische Datenbanken umgewandelt. Das "Nationale Abfallregister" und die "Register für Abfälle, ausgehobenen Boden und Sedimente" müssen seit dem 1. Januar 2022 digital bereitgestellt werden. So müssen die Betreiber von Einrichtungen, die Abfälle erzeugen oder entsorgen, Händler, Makler und die Betreiber von Anlagen zur Durchfuhr, Zusammenführung oder Behandlung von Abfällen ihre Daten spätestens sieben Tage nach der Erzeugung, Versendung, Annahme oder Behandlung der Abfälle oder der Produkte und Materialien aus der Abfallverwertung per Teledienst übermitteln.

Zur Verfolgung von gefährlichen Abfällen und organischen Schadstoffen werden zwei weitere Datenbanken eingerichtet, davon eine speziell für asbesthaltige Abfälle. Von nun an müssen sowohl der Transporteur als auch der Empfänger bei der Annahme und Weiterleitung dieser Abfälle einen nunmehr digitalen Begleitschein ausfüllen. 

Strengere Regelungen zu Wiederverwertbarkeit von Bauabfällen

Ab dem 1. Januar 2022 ist die Entsorgung bestimmter Abfälle, die als verwertbar gelten, in Lagereinrichtungen für ungefährliche Abfälle verboten. Betroffen ist insbesondere die Ladung von Mulden oder anderen Behältern, die in der Masse zu mehr als 30 % aus Metall, Kunststoff, Glas, oder Holz besteht. Dieses Verbot wird bis 2028 schrittweise verschärft werden. 

Einige Abfallarten fallen jedoch nicht unter dieses Deponieverbot. Dazu gehören nicht verwertbare Abfälle aus Abfallverwertungsverfahren oder besonderen Produktionsprozessen. Dazu zählen u.a. Abfälle von Materialien auf Glasfaserbasis, Abfälle von Keramikprodukten, Ziegeln, Fliesen oder auch Abfälle aus der Herstellung bestimmter Verbundmaterialien auf Zementbasis.

Ebenfalls seit dem 1. Januar 2022 muss der Abfallerzeuger außerdem die Einhaltung der Sortierpflichten nachweisen, bevor er den restlichen Abfall in einer Deponie oder durch Verbrennung entsorgen lassen kann. Abfälle, die in Deponien zurückgewiesen werden, weil sie diese Bestimmungen nicht erfüllen, müssen im nationalen Abfallregister gemäß Artikel R. 541-43 des Umweltgesetzbuchs nachverfolgt werden. 

Produktdiagnose bei Renovierungen

Bei Abrissarbeiten oder "bedeutenden Renovierungen" von Gebäuden, die nach dem 1. Januar 2022 rechtlich eingeleitet werden, muss der Bauherr nun eine Diagnose der Produkte, Ausrüstungen, Materialien und Abfälle durchführen, die bei diesen Arbeiten entstehen. Dabei sollen insbesondere die Möglichkeiten der Wiederverwendung oder, falls dies nicht möglich ist, der Bewirtschaftung und Verwertung der Abfälle untersucht werden. Eine Abfalldiagnose war bereits bei Abrissarbeiten vorgeschrieben. Der wichtigste Beitrag des Gesetzes über die Kreislaufwirtschaft besteht darin, dass es auf "erheblichen/bedeutenden Renovierungen von Gebäuden" ausgeweitet wurde. Nebenbei wird der Inhalt der Produktdiagnose neugestaltet.

Nach Abschluss des Projekts muss der Bauherr ein Formular für die Bestandsaufnahme erstellen, in dem die wiederverwendeten oder zur Wiederverwendung bestimmten Elemente und die bei den Arbeiten anfallenden Abfälle aufgeführt werden. 

3. Im Bereich der Digitalisierung des Vergabewesens 

Ab dem 1. Januar 2022 werden Stadtplanungsgenehmigungen digital abgewickelt werden. Alle Gemeinden müssen nun in der Lage sein, Anträge auf Städtebaugenehmigungen (Bau- und Erschließungsgenehmigungen, Vorerklärungen, Städtebauzertifikate usw.) in elektronischer Form zu empfangen. Gemeinden mit mehr als 3.500 Einwohnern müssen diese Vorgehensweise durch ein spezielles Televerfahren sicherstellen, aber auch die Anträge auf elektronischem Wege bearbeiten, wie in Artikel L. 423-3 des Städtebaugesetzes vorgesehen.

Der Staat hat Softwares eingeführt, um die Digitalisierung der Verfahren zu ermöglichen: PLAT'AU (Plattform für Stadtplanungsgenehmigungen), AD'AU (Unterstützung bei Anträgen auf Stadtplanungsgenehmigungen), RIE'AU (Empfang, Information und Austausch von Stadtplanungsgenehmigungen) und AVIS'AU (Stellungnahme zu Stadtplanungsgenehmigungen). 

Kompetenzfelder der AUSSENWIRTSCHAFT

Das Außenwirtschaftscenter Paris setzt aktuell einen Branchenschwerpunkt auf das Thema Energieeffizienz und Green Building. Im Rahmen dieser Schwerpunktsetzung organisiert das Außenwirtschaftscenter Paris mehrere Webinare und andere Veranstaltungen (z.B. Wirtschaftsmissionen in Frankreich) zu diesen Themen. Das nächste Webinar zur thermischen Sanierung im Bau als Exportchance für österreichische Unternehmen wird im Laufe des Jahre 2022 stattfinden.
» Serviceangebote vor Ort der Außenwirtschaft Austria

Weitere Fragen?

Das AußenwirtschaftsCenter Paris, Frau Amélie Schäfer, Key Account Managerin, T +33 1 53 23 05 11, E paris@wko.at ist gerne für Sie da. 

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