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Niederlande: Branchenprofil Gesundheit und Medizintechnik

Exportwissen, Marktchancen und Trends

Konkurrenzsituation 

Die Niederlande dienen seit jeher als wichtige internationale Drehscheibe für Produkte im medizintechnischen Sektor. Die inländische Nachfrage wird durch Importe gedeckt. Es gibt in den Niederlanden ca. 300 Importeure/Großhändler im medizintechnischen Sektor.

Der totale Markt für Medizinprodukte beträgt EUR 4,1 Milliarden. Etwas mehr als die Hälfte dieser Ausgaben werden durch Krankenhäuser, Pflege- und Altersheime, dem sogenannten intramuralen Markt getätigt, wobei die Krankenhäuser mit 85 % der Ausgaben den größten Anteil haben. 

Gesetzliche Rahmenbedingungen 

Mit der Gesundheitsreform 2006 wurde das zuvor zersplitterte niederländische Krankenversicherungswesen vereinheitlicht. Der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Versicherung ist entfallen – alle Niederländer sind verpflichtet, einen Vertrag mit einem Versicherungsträger ihrer Wahl abzuschließen. Im sogenannten Basispaket sind notwendige Leistungen enthalten, die jeder Versicherungsträger erbringen muss – abgesehen davon können die Leistungen der verschiedenen Versicherungsträger variieren. 

Da auch die niederländische Bevölkerung stetig älter wird, sind wachsende Ausgaben im medizintechnischen Bereich nicht verwunderlich. Bereits in den kommenden fünf Jahren werden eine halbe Million Niederländer über 65 Jahre alt sein. Für Gesundheit und Pflege wurden 2011 rund EUR 90 Milliarden ausgegeben, bis 2016 stiegen die Kosten auf über EUR 96 Milliarden. Künftig wird mehr in den Markt investiert werden müssen – auch, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. So sollen 2025 schon rund 475.000 Fachkräfte fehlen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Es gibt mehrere Möglichkeiten für Krankenhäuser, sich Kosten für den Kauf von Medizintechnologie rückerstatten zu lassen. Für Gebäude und Inventar wurden 2008 die staatlichen Zuschüsse eingeschränkt und an einen sogenannten Investitionskostenparameter gekoppelt. Zuschüsse sind somit fortan davon abhängig, welche Leistung im zu errichtenden Gebäude erbracht wird. Auf einer Intensivstation werden teurere Leistungen erbracht als in einer Ambulanz – deshalb werden für eine Intensivstation auch mehr Zuschüsse gewährt.

Mit den Reformen im Gesundheitssystem kamen auch Neuerungen bezüglich der Registrierung, des Vertriebs und der Erstattungsfähigkeit von Medizintechnik. Kernpunkt dieser Reformen sind die neuen Zuordnungen von Leistungen zu den oben erwähnten Codes. Wichtig ist außerdem die Unterteilung in Standardtechnik und innovative Produkte. Während letztere der frei verhandelbaren Beschaffung und Preisgestaltung unterliegt, gibt es für Standardtechnik feste Budgetvorgaben.

Die Krankenhäuser der Niederlande sind wegen explodierender Kosten zur Sparsamkeit angehalten. Um dennoch moderne Technologien erwerben zu können, haben sich einige Krankenhäuser nun zusammengeschlossen (z.B. Inkoop Alliantie Ziekenhuizen oder Intrakoop). Durch den Kauf großer Mengen an Produkten sollen Kosten gesenkt werden, genauso wie durch internationale Ausschreibungen von Projekten. Zunehmend wenden sich diese Gemeinschaften an ausländische Hersteller und Händler. Eine wachsende Rolle dabei spielt das Internet – in Onlineportalen werden Auktionen zur Auftragsvergabe durchgeführt.

Zudem scheint der Trend auch dahin zu gehen, dass sich Krankenhäuser vermehrt auf bestimmte Behandlungen spezialisieren – auch hiermit sollen größere Einsparungen erreicht werden. Aufgrund der guten Infrastruktur und der Überschaubarkeit des Landes scheint die Investition in Spezialkliniken eine durchaus vielversprechende Vorgehensweise.

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