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Die norwegische "AS"

Die am häufigsten anzutreffende Gesellschaftsform in Norwegen

Das norwegische Gesellschaftsrecht ist dem österreichischen weitgehend ähnlich und berücksichtigt relevante EU Richtlinien. Auch in Norwegen wird zwischen Personen und Kapitalgesellschaften unterschieden. Als einzige Besonderheit fallen bei den Kapitalgesellschaften zwei Typen von Aktiengesellschaften auf, nämlich die „Aksjeselskap, AS“ („Aktiengesellschaft“), die mit der GmbH vergleichbar ist, und die „Allmennaksjeselskap, ASA“ („allgemeine Aktiengesellschaft“), die einer AG nach österreichischem Verständnis entspricht. Eingehen möchten wir in diesem Artikel auf die norwegische „AS“.

Statue der Justitia
© Tingey Injury Law Firm on Unsplash Norwegisches Gesellschaftsrecht

Aksjeselskap – AS (Aktiengesellschaft) - Eine AS, die am häufigsten anzutreffende Gesellschaftsform in Norwegen, kann von einer oder mehreren Personen gegründet werden. Die Haftung der Aktionäre ist auf die Höhe der Einlagen beschränkt. Das Mindestgrundkapital beträgt NOK 30.000 (rd. EUR 3.000). Vor der Registrierung muss das gesamte Nennkapital eingezahlt worden sein. Der Empfang der Einlagen muss von einem Wirtschaftsprüfer bzw. einer norwegischen Finanzinstitution (nur bei Geldeinlagen) bestätigt werden. 

Innerhalb von drei Monaten nach Unterzeichnung der Gründungsdokumente hat die Gesellschaft mit dieser Bestätigung beim Unternehmensregister zur Eintragung angemeldet zu werden.

Die Haftung der Gesellschafter ist grundsätzlich auf die Höhe des Grundkapitals beschränkt, doch gibt es bei schuldhaftem Verhalten der Organe begrenzte Durchgriffsmöglichkeiten.

Organe

Die Hauptversammlung: 

Sie ist das höchste Organ der Gesellschaft und wählt den Vorstand für einen Zeitraum von normalerweise zwei Jahren – kürzere, längere oder zeitlich unbegrenzte Dienstverpflichtungen können im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden. Die Hauptversammlung kann diesen an die Einhaltung gewisser Geschäftsregeln binden. Obligatorisch ist eine Hauptversammlung innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Rechnungslegungsjahres einzuberufen. Einfache Beschlüsse erfolgen mit Mehrheit der abgegebenen Stimmen; Beschlüsse über Satzungsänderungen jedoch mit 2/3 Mehrheit der abgegebenen Stimmen sowie mit 2/3 Mehrheit des bei der Beschlussfassung repräsentierten Grundkapitals. Bei einigen Beschlüssen, die beispielsweise die Rechte und Pflichten der Aktionäre betreffen, ist auch eine qualifizierte Mehrheit oder sogar Einstimmigkeit erforderlich.

Der Vorstand:

Der norwegische Vorstand ist nicht identisch mit dem Vorstand der österreichischen Aktiengesellschaft. Er sollte daher eher neutral als Verwaltungsrat bezeichnet werden. Dies vor allem auch deshalb, weil der norwegische Verwaltungsrat nicht nur Aufsichts- und Kontrollfunktionen gegenüber der Geschäftsführung übernimmt, sondern diese Funktion auch selbst ausüben kann.

Der Vorstand besteht aus einem oder mehreren Vorstandsmitgliedern und bestimmt selbst einen Vorstandsvorsitzenden, falls dieser nicht von der Hauptversammlung gewählt wurde. Besteht der Vorstand aus nur einem Mitglied, wird dieser als Vorstandsvorsitzender betrachtet. Bei Bestehen einer Betriebsversammlung bedarf es mindestens fünf Vorstandsmitglieder. Mindestens die Hälfte der Vorstandmitglieder sowie der Geschäftsführer müssen in Norwegen wohnhaft oder die Staatsbürgerschaft eines anderen EWR-Staats oder von Großbritannien besitzen und in diesem oder einem anderen solchen Staat wohnhaft sein. Im Einzelfall kann durch die Regierung eine Ausnahme verfügt werden.

Der Geschäftsführer:

Ein Geschäftsführer kann vom Vorstand bestellt werden. Ein Unternehmen kann auch mehrere Geschäftsführer haben, was allerdings selten anzutreffen ist; dies muss im Gesellschaftsvertrag geregelt sein, aus dem hervorgehen muss, inwieweit diese als kollektives Organ funktionieren sollen. Gibt es eine Betriebsversammlung, kann der Gesellschaftsvertrag festlegen, dass diese den Geschäftsführer bestellt.

Hauptaufgabe des Geschäftsführers ist die Abwicklung der laufenden Geschäfte unter Einhaltung der vom Vorstand vorgegebenen Richtlinien.

Die Betriebsversammlung:

In Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten ist eine Betriebsversammlung mit 12 Mitgliedern oder mehr (die Anzahl der Mitglieder muss durch 3 teilbar sein) zu bestellen. Diese besteht zu 2/3 aus von der Generalversammlung gewählten Personen und zu 1/3 aus und auch von diesen gewählten Mitarbeitern des Unternehmens. Der Verzicht auf eine Betriebsversammlung kann mit den Mitarbeitern vereinbart werden. Eine Betriebsversammlung auch bei geringer Mitarbeiterzahl kann in dem Gesellschaftsvertrag der Gesellschaft festgelegt werden.

Weitere Informationen rund um das Thema "Recht und Steuern in Norwegen" finden Sie auf unserer WKÖ-Webseite.

Zudem steht Ihnen auch unser AußenwirtschaftsBüro in Oslo für Rückfragen jederzeit zur Verfügung!