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Österreichische Firmen holen sich Tech-Knowhow aus Israel

Israelische Startups gründen im Gegenzug auch vermehrt in Österreich

Etliche österreichische Firmen, von KMUs bis zu Multinationalen Konzernen, haben bereits erfolgreich mit israelischen Startups zusammengearbeitet. Wir zeigen Ihnen im folgenden Artikel erfolgreiche Beispiele dieser Zusammenarbeit und präsentieren Ihnen eine Auswahl israelischer Startups, die im Gegenzug auch in Österreich eine Niederlassung gründen und Mitarbeiter beschäftigen.

Im Oktober 2021 gewann das israelische Startup-Unternehmen Holoarch im Rahmen der ersten, von der WKÖ in Kooperation mit der FFG organisierten  înno up: Startup Collaboration Challenge die Herausforderung der in Oberösterreich ansässigen und international im Bereich Bau und Immobilien tätigen Unternehmensgruppe Delta. Holoarch ist auf die Entwicklung von Indoor-Robotik und Drohnen für die Inspektion von Gebäuden spezialisiert und in den Bereichen Elektronik, Drohnen, Robotik, Software-Engineering, maschinelles Lernen und 3D/Bild-KI-Verarbeitung aktiv.

Im Jahr 2017 schloss Andritz ein Joint-Venture-Abkommen mit Otorio, einem israelischen Startup, das von ehemaligen Cyber-Experten der israelischen Armee gegründet wurde, um gemeinsam eine innovative industrienative Cybersicherheitsplattform zu entwickeln. 2019 präsentierten Andritz und Otorio auf der Hannover-Messe gemeinsam ihre neue, internetgestützte Digitalisierungsplattform sowie ein umfangreiches, unter der Technologiemarke Metris zusammengefasstes Produktportfolio mit innovativen, digitalen Produkten und Lösungen. Das innovative Cybersecurity-Konzept für den Schutz digitaler industrieller Prozess kann sowohl bei den Kunden von ANDRITZ als auch bei anderen Unternehmen und branchenunabhängig eingesetzt werden.

Das in Tel Aviv gegründete Startup Keepers Child Safety konnte die Blueminds Investorengruppe der ersten Stunde gewinnen. Keepers ist seit einigen Jahren mit seiner KI-gestützten App aktiv, die Kinder und Jugendliche vor Belästigungen im Internet und Cybermobbing schützen soll. Seit April 2021 betreiben die beiden Gründer Hanan Lipskin und Aviad Meshel auch eine GmbH in Wien am Blueminds-Standort. Die App wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen des Horizon 2020 Programms als besonders innovatives Produkt gefördert und erhielt im Vorjahr von der FFG eine Förderung von über 1 Mio. EUR. Der Mobilfunkanbieter Drei fungiert als exklusiver Partner für das Rollout der App in Österreich. 

Das israelische Startup-Unternehmen FSIGHT wurde von Amos Lasker, dem ehemaligen CEO der staatlichen Israel Electric Corporation zusammen mit Evelyne Steinberger-Kern gegründet, um ein umfassendes End-to-End-System für das intelligente Management des Energiesektors der Zukunft zu entwickeln. Nach dem erfolgreichen Leuchtturmprojekt, das 2019 in Maale Gilboa, einem Kibbutz im Norden Israels startete und an dem neben anderen internationalen Partnern auch Andritz und Verbund teilnahmen, ist das von FSIGHT entwickelte Softwarepaket  inzwischen bei der Mehrheit der wichtigsten unabhängigen industriellen Stromerzeuger in Israel im Einsatz. Zu den österreichischen Kunden zählen u.a. Holzindustrie Schweighofer und Energie Burgenland. Das Unternehmen verfügt außerdem über Technologiepartnerschaften mit Branchenriesen wie SAP und ABB. FSight hat kürzlich eine Finanzierungsrunde von knapp 2 Mio. EUR abgeschlossen. Als neuer Investor mit an Bord ist die BBH Hotelbetriebs GmbH von Bernd Hinteregger.

Die österreichische  ZKW Group ist auf die Entwicklung innovativer Premium-Lichtsysteme und Elektronik spezialisiert und als  Systemlieferant ein weltweit präsenter Partner der Automobilindustrie. Nachdem das israelische Startup Newsight Imaging den ZKW Innovationswettbewerb Drive Light & Sight gewonnen hatte, formalisierten beide Unternehmen im Juni 2019  ihre Zusammenarbeit. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung innovativer Lösungen zur Sicherheits- und Fahrerüberwachung, die ZKW seinen OEM-Kunden im Automobilmarkt anbieten wird. Durch die Integration der flexiblen CMOS-Bildsensor-Technologie des israelischen Startups sollen gemeinsam intelligente Lichtsysteme entwickelt und damit die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Das österreichische Startup-Unternehmen Emarsys wurde im Jahr 2000 in Wien vom  Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Ahorner sowie den „Austro-Israelis“ Hagai Hartman und Daniel Harari gegründet.  Emarsys entwickelte ursprünglich ein E-Mail-Marketing-Tool, das sich im Laufe der Jahre zu einer “Omnichannel Customer Engagement Plattform” wandelte. 2020 bekundete der internationale Software-Riese SAP Interesse an einer Übernahme des Unternehmens, das sich zu dem Zeitpunkt bereits als führenden Anbieter für Kundenbindung etabliert hatte. Anfang November 2020 schloss SAP die Übernahme von Emarsys ab. Medienberichten zufolge betrug der Kaufwert mehr als 500 Mio. US-Dollar. Nach eigenen Angaben generiert Emarsys im Auftrag seiner Kunden mehr als zehn Milliarden personalisierte Aktionen pro Monat.

In Kooperation mit dem Flughafen Wien testet Wien Energie die weltweit erste Ladestation mit der vom israelischen Startup Chakratec entwickelten Schwungmassenspeichertechnologie, die im Jahr 2019 vorgestellt wurde. Obwohl die Netzanschlussleistung an der Ladestation bei nur 40 kW liegt, sorgt der innovative Bewegungsspeicher dafür, dass ein E-Auto mit 100 kW geladen wird und damit schon in 20 Minuten wieder voll ist. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen begann bei einer Innovation Challenge der Wien Energie im Jahr 2016, die Chakratec für sich entscheiden konnte. Im Februar 2022 gab Chakratec bekannt, dass das Unternehmen einen Vertrag für die Installation drei weiterer E-Auto-Highspeed-Ladestellen in Deutschland unterzeichnet hat.

Das israelische Unternehmen FibroLAN ist Spezialist auf dem Gebiet der Glasfaser Accesstechnologie und Carrier Ethernet Dienste. Fibrolan hat eine eigene Niederlassung in Österreich gegründet, die Firma  FibroLAN CEE GmbH in Oberwaltersdorf in der Nähe von Wien. Kernmärkte von FibroLAN sind Netz- und Mobilfunkbetreiber, Energieversorger, kommunale Einrichtungen, Verkehr (Straßen und Bahnen), die Verteidigungsindustrie und Großunternehmen.

Das israelische Startup REE Automotive hat in den vergangenen Jahren eine flexible Plattform für Elektroautos entwickelt. Im April 2021 gab das Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit dem Automobilzulieferer und Auftragsfertiger Magna International bekannt. Die innovative Plattform, bei der alle kritischen Fahrzeugkomponenten zwischen Fahrgestell und Rad in den Ecken des Fahrzeugs verbaut werden, schafft mehr Platz für Batterie, Fracht und Fahrgäste. Das israelische Unternehmen sichert sich durch die Zusammenarbeit mit Magna deren Expertise im Bereich der Fahrzeugsystemintegration und Fertigungskapazitäten. Gemeinsam will man vollwertige modulare Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen, die nach Kundenspezifikationen des jeweiligen Auftragsgebers individuell gestaltet werden können. Außerdem untersuchen REE Automotive und Magna derzeit Möglichkeiten, gemeinsame Mobilitätsdienstleistungen ("Mobility-as-a-Service", MaaS) auf Basis der REE-Technologie im Bereich leichter Nutzfahrzeuge zu realisieren.

Das israelische Startup-Unternehmen Aquarius Engines stellte im Mai 2021 einen innovativen Wasserstoffmotor vor, nachdem er zuvor von  AVL Schrick GmbH, einem Tochterunternehmen der österreichischen AVL List GmbH, eingehend getestet worden war. Die erfolgreiche Prüfung ergab, dass der von Aquarius Engines entwickelte Linearmotor tatsächlich mit Wasserstoff betrieben werden kann. Primär ist der Linearmotor für den Einsatz in stationären Energieerzeugern vorgesehen. Da er durch seine kompakte Bauweise nur eine Länge von knapp einem Meter hat und mit 10,5 Kilogramm auch nur wenig Gewicht auf die Waage bringt, kann er auch als Generatorantrieb direkt in Elektroautos integriert werden. Der Motor lässt sich auf verschiedenste Treibstoffe anpassen und kann außer mit Wasserstoff auch mit Normalbenzin, LPG oder CNG betrieben werden.

Mada Analytics, ein israelisches Startup, das Software zur Optimierung der Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten, entwickelt, wurde im Rahmen des Accelerator-Programms von TECHHOUSE in Graz im vergangenen Jahr als einer von 5 internationalen Innovation-Excellence-Partnern von der Raiffeisen Landesbank Steiermark für den sogenannten Topic-Track ausgewählt. Inzwischen hat Mada Analytics eine eigene Vertriebsniederlassung in Wien eröffnet.

Am 1. März 2022 startete der Verkehrsverbund Tirol VVT in Kooperation mit dem israelischen Mobility-Startup Via das innovative Shuttle-Service RegioFlink. RegioFlink ist ein technologiebasierter On-Demand-Transportdienst, der nur dann läuft, wenn und wo er benötigt wird, und die Lücken in der bestehenden öffentlichen Verkehrsinfrastruktur schließt. RegioFlink ergänzt und erweitert das öffentliche Verkehrsnetz von VVT flexibel und nachhaltig. Das Shuttle kann per App oder telefonisch bestellt werden und fährt zum kostensparenden Öffi-Tarif. Nach Abschluss der einjährigen Testphase in Wattens soll der innovative Fahrdienst auch in weiteren Städten und Gemeinden in Tirol angeboten werden.  

Diese und weitere Beispiele finden Sie in komprimierter Form auf der kürzlich vom European Institute of Technology veröffentlichen Technologie-Landkarte israelischer Tech-Firmen in Europa. Darauf sind derzeit in Österreich 37 israelische Startups verzeichnet, die insgesamt 301 Mitarbeiter beschäftigen.

Die israelische Innovationsbehörde gab am Im März 2022 die Gewinner der Ausschreibung für den Betrieb von fünf neuen Technologie-Inkubatoren bekannt, die Startups in der Frühphase unterstützen sollen und mit einem Gesamtbudget von rund 140 Mio. EUR ausgestattet sind. Die Technologie-Inkubatoren werden von Risikokapitalgebern sowie lokalen und internationalen Unternehmen eingerichtet und betrieben.

Die ausgewählten Tech-Inkubatoren werden in verschiedenen Sektoren aktiv sein und sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre 150 neue innovative Technologieunternehmen gründen. Eines der neuen Inkubatorprogramme für Klima-Technologien ging unter anderem an die österreichische Blue Minds Gruppe. Weitere Tech-Inkubator sollen in den Bereichen der Gesundheit, Lebensmittel, Pharma sowie Raumfahrt entstehen.

Sind auch Sie an neuen Technologien Israelischer Startups interessiert? Dann melden Sie sich zu unserem virtuellen „Scouting Day Israel 2022“ am 26. April 2022 an!

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