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Schweden: Langlebige Textilien für alle

Drei Giganten wollen mehr Demokratie am Markt

Unter dem Motto Nachhaltige Textilien für alle haben sich das Bekleidungsunternehmen H&M, der Möbelgigant IKEA und der Forstriese Stora Enso mit der Investmentgesellschaft LSCS Invest zu einem Joint Venture vereint. Unter dem Namen Tree to Textile sollen umweltfreundliche Textilfasern in großem Umfang hergestellt und für alle zugänglich gemacht werden. Mittels neuer Technologie und großflächiger Fertigung sollen Produktionskosten gesenkt und damit die Wahl für umweltfreundliche Produkte erleichtert werden.

Der Markt für nachhaltig produzierte Textilien erfüllt bislang nur eine Nischenfunktion und richtet sich an eine spezifische Verbrauchergruppe. Der schwedische Staat und die drei Giganten H&M, Stora Enso und IKEA investieren 35 Millionen Euro in den Bau einer Testanlage in Südschweden. Nach mehreren Jahren der Geheimhaltung sind sie nun bereit zu enthüllen, wie, wo und wann das Projekt durchgeführt wird.

Die Bekleidungsindustrie - ein großer Umweltsünder

Laut einem Bericht der UN-Umweltagentur UNEP übersteigen die Kohlendioxidemissionen aus der Bekleidungsindustrie die der Luft- und Schifffahrt zusammengenommen. Ohne beschränkende Maßnahmen ist mit einem Anstieg der Emissionen aus der Industrie um weitere 50 % bis 2030 zu rechnen. Zur Herstellung eines Paars Baumwoll-Jeans werden 8.000 Liter Wasser benötigt, für ein Baumwollhemd sind gar 13.000 Gläser Wasser erforderlich. Die gesamte Textilindustrie benötigt dringend umweltfreundlichere Alternativen zur energie- und wasserintensiven Baumwollproduktion und zur Herstellung von synthetischen Materialien auf Erdölbasis.

Warum also in die Ferne schweifen, wenn die Lösung so nah liegt ? Die Testanlage von Tree to Textile wird den Großteil des nötigen Rohmaterials von Laub- und Nadelbäumen aus schwedischen und finnischen Wäldern anwenden. Die Herstellungstechnologie von Tree to Textile unterscheidet sich in zwei wichtigen Punkten von der herkömmlichen Viskoseproduktion. Einerseits wird der giftige und übelriechende Schwefelkohlenstoff nicht zum Auflösen der Cellulose verwendet. Andererseits werden die Chemikalien so wiederverwertet, dass kein Abfall entsteht. Berechnungen zufolge würde das Verfahren im Vergleich zur herkömmlichen Viskoseherstellung mit einem Drittel weniger Energie und rund 80 Prozent weniger Wasser auskommen, außerdem mindestens 70 Prozent weniger Chemikalien benötigen. Anfangs wird die Faser mit anderen Fasern gemischt, aber langfristig ist vorgesehen, das neue Material nur aus selbst hergestellten, nachhaltigen Fasern zu fertigen.

Die große Testphase

Die Testanlage im südschwedischen Nymölla befindet sich derzeit im Aufbau und wird voraussichtlich im Frühjahr 2022 in Betrieb genommen. Hier wird die Technologie getestet und perfekt abgestimmt um dann auf industrielle Produktion hochgefahren zu werden. Zunächst wird eine bescheidene Produktion von rund 1.500 Tonnen Fasern pro Jahr erwartet. Laut Tree to Texile wird es einige Jahre dauern, bis die neue Technologie kommerziell und in großem Umfang eingesetzt werden kann.

Stora Enso
Ein schwedisch-finnisches Forstunternehmen, das in den letzten Jahren stark in den Ersatz von Erdölprodukten durch Holzprodukte investiert hat.

IKEA
Das schwedische Möbelunternehmen IKEA hat zum Ziel, alle Produkte innerhalb von zehn Jahren aus erneuerbaren oder recycelten Materialien herzustellen.

H&M
Das schwedische Bekleidungsunternehmen investiert bis 2030 in die Herstellung aller Kleidungsstücke aus recycelten oder nachhaltigen Materialien. Bereits heute zählen 57 % aller Artikel von H&M zu dieser Kategorie.

Haben Sie Fragen oder Ideen für den schwedischen Markt, dann wenden Sie sich bitte jederzeit unter stockholm@wko.at an das Team des AußenwirtschaftsCenters Stockholm.

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