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Hybrit: In Schweden startet die weltweit erste Pilotanlage für fossilfreien Stahl

Riesiges Potential zur Einsparung von Treibhausgasemissionen

Die weltweit einzigartige Pilotanlage zur Herstellung von fossilfreiem Eisenschwamm wurde im Rahmen des Joint Ventures HYBRIT (Hydrogen Breakthrough Ironmaking Technology) Ende August diesen Jahres im nordschwedischen Luleå in Betrieb genommen. Mit HYBRIT soll eine vollständig fossilfreie Wertschöpfungskette von der Mine bis zum fertigen Stahl geschaffen werden. Dazu wird eine völlig neue Technologie entwickelt, um den Sauerstoff aus Eisenerz mit fossilfreiem Wasserstoff anstelle von Kohle und Koks zu reduzieren. Somit wird das Nebenprodukt zu gewöhnlichem Wasser anstelle von Kohlendioxid. Hinter HYBRIT stecken die beiden Eisenerz- bzw. Stahlgiganten LKAB und SSAB sowie Vattenfall, Schwedens größte Stromproduzent. 

„Unser Ziel ist es, bereits 2026 das erste fossilfreie Stahl auf den Markt zu bringen. Wir haben die Möglichkeit, eine ganze Branche zu revolutionieren und zu zeigen, dass Netto-Null-Emissionen möglich sind.“, sagt Martin Lindqvist, CEO von SSAB. 

In der Pilotanlage werden Tests in mehreren Stufen der direkten Reduktion von Eisenerz mit Wasserstoffgas durchgeführt. Das Wasserstoffgas wird in der Pilotanlage durch Elektrolyse von Wasser mit fossilfreiem Strom erzeugt. Die Tests werden zwischen 2020 und 2024 zunächst mit Erdgas und dann mit Wasserstoff durchgeführt, um die Produktionsergebnisse vergleichen zu können. Die Vorbereitungen für den Bau einer Versuchsanlage zur Speicherung von fossilfreiem Wasserstoff haben ebenfalls begonnen und zwar in unmittelbarer Nähe der Pilotanlage in Luleå. 

Vor dem Hintergrund des Plans der schwedischen Regierung, bis 2045 CO2-neutral werden zu wollen, strebt also auch die schwedische Stahlindustrie große Veränderungen in Richtung einer nachhaltigeren Primär-Stahlproduktion mit Wasserstoff an. 

Der Plan sieht vor, die bestehenden Anlagen bis 2045 auf Nullemissionen zu bringen und zwar indem man die bestehenden Hochöfen und Kokereien abschaltet und neue Anlagen auf Basis des Direktreduktionsverfahrens mit Wasserstoff baut. Der erste Schritt soll 2026 im Werk in Oxelösund geschehen, der zweite dann ab ca. 2040 in Luleå, nachdem der Hochofen dort erst vor kurzem renoviert wurde. Noch dazu soll auch das Stahlwerk von SSAB im finnischen Raahe Ende der 2030er-Jahre umgebaut werden. Die für die Herstellung des Wasserstoffs notwendige Energie soll umweltfreundlich produziert werden. Hier werden sich biepsielsweise für österreichische Zulieferer von Windkraftanlagen Chancen auftun, die v.a. im Norden des Landes entstehen werden bzw. zum Teil bereits am entstehen sind. 

Der schwedische Premierminister sieht in der Eröffnung der Pilotanlage in Luleå einen entscheidenden Schritt in Richtung fossilfreier Stahlproduktion. „Im Moment haben wir die historische Gelegenheit, die Dinge zu tun, die hier und jetzt Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig gut für das Klima sind. Heute wird der Grundstein dafür gelegt, dass die schwedische Stahlindustrie in 20 Jahren vollständig fossil- und kohlendioxidfrei ist. Gemeinsam können wir Schweden zum ersten fossilfreien Wohlfahrtsstaat der Welt machen.“, sagte er bei der Eröffnungsfeier. 

Weltweit macht die Stahlindustrie heute 7 Prozent der gesamten Kohlendioxidemissionen aus. Die Umstellung auf Wasserstoff würde 10% aller schwedischen und 7% der finnischen Treibhausgasemissionen einsparen und hätte damit enorme positive Auswirkungen auf das Klima.  

Die übrigen 11 schwedischen Stahlwerke sind (mit einer Ausnahme) übrigens Stahlrecycler, d.h. sie verwerten Schrott und schmelzen diesen mithilfe von Elektrizität ein. Da der Strom in Schweden so gut wie CO2-frei ist, sind die Emissionen dieser Werke von vorne herein um einiges niedriger als die der Primärproduzenten (primär = aus Eisenerz).  

Benötigen Sie mehr Informationen zum Projekt HYBRIT? Brauchen Sie Kontaktdaten und Hintergrundinformationen zur schwedischen Stahlindustrie? Kontaktieren Sie jederzeit das AußenwirtschaftsCenter Stockholm, E stockholm@wko.at mit Ihren Anfragen. 

Folgen Sie uns auch gerne auf Twitter, dort berichten wir fortlaufend über aktuelle Entwicklungen bei diesen und anderen Projekten.

Hybrit
© Åsa Bäcklin/Hybrit

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