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Slowakei: Rekord bei Autoproduktion 2018

Schlüsselbranche Automotive steht trotz Wachstum vor Herausforderungen

Das Automotive-Land Slowakei hat im letzten Jahr einen neuen Rekord aufgestellt: 2018 wurden in den 4 OEM-Werken des Landes 1.080.000 PKW hergestellt. Damit bleibt die Slowakei weiterhin die Weltspitze bei der Autoproduktion pro Kopf: Je 1000 Einwohner wurden hier im Jahr 2018 198 Fahrzeuge hergestellt.

Die Automobilindustrie ist damit weiterhin das Rückgrat der slowakischen Wirtschaft. Auf sie entfallen 44 % der gesamten industriellen Produktion und 40 % der industriellen Exporte. Über 145.000 Jobs hängen direkt von dieser Branche ab, die inzwischen mit einem Fachkräftemangel konfrontiert ist. Im Jahr 2015 wurden erstmals mehr als 1 Million PKW hergestellt.

OEMs auf Wachstumskurs

2019 könnte wiederum ein neuer Produktionsrekord aufgestellt werden, der slowakische Automobilverband schätzt 1,15 Mio. Fahrzeuge. Dies liegt nahe, da der „Neuzugang“ unter den OEMs, Jaguar Land Rover, erst seit Ende Oktober 2018 als erstes Modell den Land Rover Discovery im Werk in Nitra produziert und damit erst 2019 seine volle Produktionskapazität erreichen wird. 2020 soll ein weiteres Modell zur Produktionspalette des slowakischen Werks des Konzerns hinzugefügt werden, Medienberichten zufolge handelt es sich um den Land Rover Defender.

VW in Bratislava bleibt der größten OEM der Slowakei, die Plätze zwei und drei nehmen die PSA Gruppe (Peugeot Citroën Slovakia, 352 007 produzierte Autos im Jahr 2018) und knapp dahinter Kia Motors Slovakia (333.000 produzierte Autos) ein. PSA hat 2018 einen neuen Produktionsrekord für ihr Werk in Trnava aufgestellt. Seit 2006 wird in Trnava produziert, die letzten sieben Jahre sind die Produktionsvolumina stetig gewachsen. Aktuell werden im slowakischen Werk der Citroën C3 Picasso (seit 2016 ausschließlich in der Slowakei produziert) sowie der Peugeot 208 gefertigt, wobei 2019 eine neue Generation des letzteren herauskommen soll.

Kia betreibt in der Slowakei bei Zilina das einzige Europa-Werk des Konzerns. 2018 blieb die Produktion fast konstant gegenüber dem Vorjahr. Der marginale Rückgang hing damit zusammen, dass gleich für zwei Modelle neue Generationen herausgekommen sind (Kia Ceed 3. Generation und Kia Sportage PE) und die Produktionslinien hierfür adaptiert werden mussten. Aktuell wird die Produktion der 5. Generation des Kia Sportage vorbereitet.

Volkswagen ist mit seinem Werk in Bratislava der größte und älteste unter den OEMs in der Slowakei. Seit 1991 wird hier produziert, im Jahr 2018 verließen über 400.000 Autos das Werk: SUV Modelle der Marken VW, Audi und Porsche sowie Modelle aus der New Small Family Reihe. In den letzten sechs Jahren sind gewaltige Investitionen von mehr als EUR 2 Mrd. in das Werk in Bratislava geflossen, es wurden kontinuierlich neue Modelle ins Portfolio aufgenommen und die Mitarbeiterzahl wuchs bis 2018 auf über 14.000 Personen an. VW ist aktuell der einzige OEM, der Elektroautos in der Slowakei produziert, nämlich die elektrische Variante des VW up!. 2019 soll nach Medienberichten auch der Skoda e-Citigo hinzukommen.

Konsolidierung bei VW Bratislava

Nachdem jahrelang nur Expansionsmeldungen aus dem VW Werk Bratislava gekommen sind, ist man nun auf Konsolidierungskurs: Schichten und Mitarbeiter, die in den letzten Jahren aufgrund der stetigen Erweiterung der produzierten Modelle hinzugefügt werden mussten, werden leicht reduziert. Insgesamt hat sich der gesamte VW-Konzern das Ziel gesetzt, bis 2025 seine Produktivität um 30% anzuheben, wovon natürlich auch das Werk in Bratislava nicht ausgenommen ist. Ziel ist es, so massive Investitionen in die Elektromobilität, die in den kommenden Jahren getätigt werden müssen, zu finanzieren. Die Kosten, die bei VW Bratislava in der Phase der Expansion angehäuft wurden, insbesondere mit der Ausweitung der SUV-Produktion, müssen jetzt zurückgefahren werden. Auch der Produktionsstruktur stehen mittelfristig Veränderungen bevor: Die New Small Family Modelle (VW up!, Skoda Citigo, Seat Mii) könnten mittelfristig auslaufen, da die strengen Emissionsgrenzwerte der EU nur zu hohen Kosten einhaltbar sind, die diese preissensiblen Modelle unrentabel machen. Was die SUVs betrifft, die aktuell mehr als die Hälfte der Produktion in Bratislava ausmachen, so werden weiterhin steigende Absatzzahlen erwartet, das rasante Wachstum der letzten Jahre wird sich aber verlangsamen.

Herausforderung Elektromobilität

Um die Erfolgsgeschichte der slowakischen Automobilproduktion fortzusetzen, kommt man am Thema Elektromobilität nicht vorbei. Neben VW bereitet auch PSA die Produktion von E-Autos vor: Nach Medienberichten soll die neue Generation des Peugeot 208 im Laufe des Jahres 2019 sowohl mit Verbrennungsmotor als auch als Elektroauto ins Werk Trnava kommen. Diese sollen auf der von PSA für Kompaktwagen entwickelten CMP Plattform hergestellt werden, die die Produktion von Autos mit konventionellem sowie mit E-Antrieb auf einer Produktionslinie ermöglicht.

Welche Rolle die Elektromobilität im VW-Werk Bratislava in Zukunft spielen wird, ist noch unklar: Zwar soll zum VW e-up!, der seit 2013 dort vom Band läuft, 2019 auch der Skoda e-Citigo hinzugefügt werden. Aber erst die neue Plattform, der modulare Elektrifizierungsbaukasten (MEB), der aktuell entwickelt wird, soll der E-Mobilität bei VW Flügel verleihen und in Zukunft die Basis für die E-Modelle des Konzerns werden. Die MEB Plattform setzt neue Produktionslinien voraus, welche aktuell für das Werk in Bratislava nicht vorgesehen sind.

Chancen für österreichische Firmen

Parallel zu den vier OEMs hat sich in der Slowakei eine breite Zulieferstruktur mit rund 350 Produktionsbetrieben, überwiegend in der westlichen Hälfte des Landes, entwickelt. Die Lokalisierung der Zulieferkette ist für einige OEMs in der Slowakei ein Thema, woraus sich Chancen für Zulieferer in der ganzen Region, auch in Österreich ergeben: So startete Kia Motors Slovakia im Jahr 2018 erstmals eine Offensive, um lokale Alternativen für jene 30-40% seiner Zulieferteile, die immer noch aus Korea kommen, zu prüfen. PSA ist ebenfalls für zukünftige Projekte an einer vermehrt lokalen Zulieferstruktur interessiert. Ziel ist es, den CEE Anteil der Zulieferer von über 70% auf 95% zu steigern. JLR hat derzeit rund 400 Zulieferer in einem Radius von 500km rund um das Werk in Nitra, die Lokalisierungsstrategie soll fortgesetzt werden.

Es gibt bereits zahlreiche namhafte österreichische Investitionen im Automotive-Sektor in der Slowakei. Ein Grund ist sicher die Nähe zu den lokalen OEMs, allerdings können von der Slowakei auch andere Fertigungsstätten v.a. in Tschechien und Ungarn beliefert werden. Zu den größten gehören unter anderem der Produzent von Lichtsystemen ZKW, der mit rund 2500 Mitarbeitern seit 2007 in Krušovce produziert, sowie Miba Sinter und Miba Steeltech, mit insgesamt 1750 Mitarbeitern an zwei Standorten.

Veranstaltungsempfehlung

Zweimal jährlich trifft sich die slowakische Automotive-Branche zu großen Konferenzen, die nächste steht bereits unmittelbar bevor:

NEWMATEC 2019 | 26. - 27. März 2019

  • Themen: Aktuelle und zukünftige Trends in der Automobilindustrie
  • Veranstaltungsort: Slowakei | Šamorín (bei Bratislava), X-BIONIC SPHERE

Die Automobilkonferenz NEWMATEC wird bereits zum 5. Mal vom Verband der Automobilindustrie der Slowakischen Republik organisiert. Die Veranstaltung findet heuer bei Bratislava in Šamorín statt und wird von den Wirtschaftsministern der Visegrad-Gruppe eröffnet. Das Programm bietet Vorträge und Diskussionen zu den technologischen Themen, die die Branche derzeit bewegen, sowie zahlreiche Networking-Möglichkeiten. Es werden bis zu 300 Teilnehmer erwartet, darunter Vertreter aller in der Slowakei produzierenden OEMs.

Österreichische Unternehmen und ihre Niederlassungen können mit unserem Promo-Code um 10% vergünstigt teilnehmen – bei Interesse melden Sie sich beim AußenwirtschaftsCenter Bratislava unter bratislava@wko.at