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Syrien: Informationen zu Wirtschaft, Recht und Steuern sowie Reisen

Sie wollen in Syrien erfolgreich sein? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen und Ansprechpersonen

Die syrische Wirtschaft

Wirtschaftslage

Der Krieg in Syrien dauert mittlerweile 8 Jahre an und hat massive Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung, die Sicherheitslage und die humanitäre Lage im Land. Die Regierung Syriens sieht sich mit internationalen Sanktionen, einer breiten Zerstörung der Infrastruktur, geringen Devisenreserven, der weiterhin nicht vollständigen territorialen Kontrolle aller Landesteile, einer hohen Anzahl an Binnenflüchtlingen sowie der Präsenz kleinerer terroristischer Gruppen konfrontiert.

Dies führte in weiterer Folge zu einem massiven Verlust der Wirtschaftsleistung, dem Verfall des Syrischen Pfundes und einem allgemeinen Mangel an finanziellen Ressourcen.

Seit Monaten kämpft die Regierung gegen steigenden Treibstoffmangel, der den Pfund weiter geschwächt hat und die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe hat schnellen lassen. Öffentliche Dienstleistungen werden nur noch eingeschränkt erbracht und für die Bevölkerung wird es immer schwieriger über die Runden zu kommen. 

An dieser Stelle ist es wichtig anzumerken, dass es zu Syrien kaum verlässliche Zahlen gibt und die Auswirkungen des Konflikts auf die Wirtschaft schwierig zu quantifizieren sind. Die Regierung in Damaskus gibt offizielle Zahlen heraus und auch einige Organisationen, Institutionen und Think Tanks veröffentlichen diverses Zahlenmaterial, es ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese Zahlen zum Teil auf Schätzungen beruhen oder auf Statistiken basieren, die regionale Disparitäten missachten, vom Umfang der Untersuchung her nicht flächendeckend sind oder zu Propagandazwecken veröffentlicht werden.

Daher sind jegliche Daten mit Vorsicht zu genießen. 

Laut Angaben des syrischen Statistikamtes schrumpfte die syrische Wirtschaft 2017 um 1,46 %. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufstände im Jahr 2011. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung war in den Jahren 2012 und 2013 mit jeweils 26% besonders stark. Laut Schätzungen der Economist Intelligence Unit (EIU) wuchs das BIP 2018 hingegen um ca. 6%, für 2019 sind ca. 9% prognostiziert, danach wird allerdings ein konsistenter Rückgang auf durchschnittlich 3,7% in den Jahren 2020-23 erwartet. 

Besondere Entwicklungen  

Die im November 2018 und März 2019 veröffentlichten Verschärfung der Sanktionen seitens der hierfür zuständigen US-amerikanischen Behörde (Office of Foreign Assets Control - OFAC), richten sich gegen alle Akteure (Transportunternehmen, Versicherungen, Banken, Häfen etc.), die im Rahmen eines Ölgeschäfts mit Syrien involviert wären. Dies hat zu einem massiven Versorgungsengpass an Öl geführt. Laut Angaben der syrischen Regierung hat zwischen Oktober 2018 und April 2019 kein einziger Öltanker in Syrien angelegt. Hinzu kommt, dass die 2013 eingeräumte Kreditlinie des Iran, welche hauptsächlich für Ölimporte herangezogen wurde, im Oktober 2018 auslief und nicht mehr erneuert wurde.

Diversen Berichten zufolge sollen im Mai 2019 zwei Tanker mit je 1 Mio. barrels iranischem Öl im Banias Ölterminal angelegt haben. Diese Lieferungen haben den Druck auf dem Markt etwas entspannt, doch benötigt die Regierung eine langfristige Lösung.

Russland hat bereits signalisiert im Bereich der Öllieferungen nicht helfen zu können. Die Importe privater syrischer Geschäftsmänner werden durch die Sanktionen erschwert und tragen nur mit geringen Mengen bei. Anscheinend richtet man das Augenmerk auf den Irak, dessen Parlament Anfang Mai 2019 einen Gesetzesentwurf zum Export von Öl nach Syrien ankündigte.

Der Treibstoffmangel hat zur Einführung einer sogenannten Smart Card geführt. Nur mit dieser hat man Zugang zu Benzin, Gaszylinder zum Kochen und noch „Mazut“ (eine Art Heizöl) zu präferentiellen Preisen. Derzeit erhält jeder Fahrzeughalter max. 100 Liter Benzin pro Monat, Motorradfahrer max. 25 Liter und Taxilenker sowie andere öffentl. Transportmittel max. 350 Liter pro Monat. Der präferentielle Preis liegt bei SYP 225 (ca. 0,4 USD), für Käufe über diesen Limits müssen SYP 375 gezahlt werden.

In Damaskus kommt es zu langen Schlangen vor den Tankstellen, Taxifahrer haben ihre Preise um 50% erhöht, was u.a. dazu geführt hat, dass alternative Fortbewegungsmittel wie Fahrräder oder sogar Pferde werden immer öfter gesichtet werden.

Hinzu kommen massive Preissteigerungen von 50% bis zu 250%, v.a. bei Grundnahrungsmitteln wie Brot, Kartoffeln, Reis oder Gemüse. Auch Medikamente wurden teurer mit bis zu 30%. Dies hat erstmals zu Protesten in den von der Regierung kontrollierten Gebieten geführt: von Taxifahrern, Busfahrern aber auch von Veteranen.

Laut Angaben des syrischen Statistikamtes geben syrische Haushalte im Durchschnitt monatlich SYP 115,900 aus (ca. 181 EUR), von denen zw. 57% (Damaskus) und 64% (Hassakeh, im Nordosten Syriens) Nahrungsmitteln zuzuordnen sind. Je höher die Ausgaben für Nahrungsmittel, desto ärmer wird eine Bevölkerung eingestuft. Ferner gab das syrische Statistikamtes im März 2019 bekannt, dass ein durchschnittlicher Haushalt in Syrien über SYP 325.000 (ca. 507 EUR) verfügen sollte, um ein würdiges Leben führen zu können. Die Disparität zw. dem im Durchschnitt ausgegebenen bzw. verfügbaren Einkommen und dem für ein würdiges Leben geschätzten notwendigen Betrag, unterstreicht die finanziellen Herausforderungen syrischer Familien.   

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Österreichs Exporte nach Syrien beliefen sich 2018 auf 9,65 Mio. EUR (vorläufige Zahlen), eine Steigerung um 26,5% im Vergleich zum vorherigen Jahr.

Der Import syrischer Waren stieg 2018 auf 0,98 Mio. EUR, was einem Plus von 9% zum Vorjahr entspricht. Die Handelsbilanz weist weiterhin einen hohen Überschuss von rund 8,7 Mio. EUR für Österreich aus.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Syrien.

Wir empfehlen vor geplanten Exporten nach Syrien in jedem Fall eine Kontaktaufnahme mit dem AußenwirtschaftsCenter Amman/Damaskus.

Einen Überblick über die wichtigsten Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Syrien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Amman/Damaskus für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Recht und Steuern in Syrien

Das Team des AußenwirtschaftsCenter Amman/Damaskus hat ein breites Fachwissen und Erfahrung bei lokalen Rechts- und Steuerfragen, das Ihnen für eine juristische und steuerliche Erstberatung gerne zur Verfügung steht. Sollte Ihre Anfrage einer rechtsanwaltlichen Expertise bedürfen, haben wir ein großes Netzwerk an deutsch- und landessprachigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Beachten Sie bitte den aktuellen Stand der Sanktionen gegen Syrien.

Die bilateralen Handelsbeziehungen der EU zu Syrien basieren auf dem Kooperationsabkommen aus 1977, welches aufgrund der politischen Situation 2011 und 2012 teilweise suspendiert wurde. Nach jahrelangen Verhandlungen wurde ein Assoziierungsabkommen der EU mit Syrien 2008 paraphiert und vom Rat der EU am 27. Oktober 2009 angenommen, aber nicht unterzeichnet.

Darüber hinaus hat Österreich mit zahlreichen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Diese regeln, welchem Staat das Besteuerungsrecht gegenüber einem Unternehmen zukommt, womit eine doppelte Besteuerung bei grenzüberschreitenden Aktivitäten verhindert wird.

Das Bundesministerium für Finanzen stellt weitere wichtige Informationen sowie eine Liste aller österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen zur Verfügung.

Nach Syrien reisen

Derzeit ist für das gesamte syrische Staatsgebiet eine Reisewarnung aufrecht. Reisen nach Syrien sind aber nicht nur sicherheitstechnisch bedenklich und schwierig planbar, auch Visa sind schwer verfügbar. Kontaktieren Sie jedenfalls das AußenwirtschaftsCenter Amman, sollten Sie planen, aus geschäftlichen Gründen nach Syrien zu reisen.

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