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Türkei: Anlagenbau / Smart Factory

Exportwissen, Marktchancen und Trends

Branche und Marksituation

Die Maschinenbaubranche stellt einen der wichtigsten und lukrativsten Märkte der Türkei dar und konnte in den letzten Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten im Vergleich zur türkischen Gesamtwirtschaft verzeichnen. Jährlich werden in der Türkei Maschinen im Wert von rund USD 30 Mrd. hergestellt. Hervorzuheben ist zudem, dass die Maschinenbaubranche ca. 420.000 Menschen einen Arbeitsplatz in über 30.000 Betrieben bietet. 

Durch die rasante Entwicklung der Branche und dem hohen Wachstumspotenzial konnten auch die Exportzahlen in jüngster Vergangenheit rapide zunehmen. Trotz der schwierigen Umstände wurden im Pandemiejahr 2020 Maschinen im Wert von USD 18,4 Mrd. (-5,6 % im Vergleich zum Vorjahr) exportiert, welches einen Anteil von 10,9 % am Gesamtexport der Türkei darstellt. Rund 60 % der in der Türkei hergestellten Maschinen werden in das Ausland exportiert. Damit stellt die Maschinenbaubranche den zweitgrößten Exportsektor der Türkei dar.

Konkurrenzsituation

Bemerkenswert, aber gleichzeitig bedenklich, sind die steigenden Importe der Türkei aus China. Sie sind im Vorjahr (2020) gegenüber 2019 um 49,9 % gestiegen. Dies ist weniger auf die Qualität, sondern mehr auf die Preispolitik der chinesischen Unternehmen zurückzuführen. Es gelte zu beobachten, ob sich der Importtrend aus China in 2021 fortsetzt. Allgemein gehen die türkischen Maschinenbauer davon aus, dass China seine offensiven Exportstrategien fortsetzen wird. Diese Situation ist für den heimischen Maschinenbau eine große Herausforderung. Denn obwohl die Türkei vor allem in Vergleich zu Europa billigere Preise durch preiswertere Arbeitskräfte anbieten können, kann China diese Preise durch Außerachtlassung einiger Qualität-Standards noch weiter untergraben.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Europäische Unternehmen in der Türkei haben zunehmend mit Einfuhrkontrollen, Zusatzzöllen und komplizierten Registrierungspflichten zu kämpfen, obwohl die seit 1996 geltende Zollunion zwischen der EU und der Türkei den Warenverkehr erleichtern sollte. Türkische Behörden haben ihre Vorschriften und die Praxis deutlich verschärft. Die Folgen für Unternehmen sind Lieferverzögerungen, hoher administrativer Aufwand und zusätzliche Kosten für doppelte Kontrollen. Obwohl in der Vergangenheit europäische Prüfzertifikate problemlos anerkannt wurden und die Waren technisch einwandfrei sind, leiden die Firmen unter den immer strengeren Einfuhrgenehmigungsverfahren, Registrierungspflichten und Zertifizierungen. Vor allem die strenge Kontrolle der CE-Zeichen bereitet Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten.

In den letzten Jahren mussten die türkischen Unternehmen zwar rückläufige Maschinenexporte in EU-Länder verbuchen, gleichwohl konnten aber neue, lukrative Märkte, wie etwa Ost-Asien, Australien und Ozeanien, erschlossen und hohe Absätze erzielt werden.

Nach der neuen "Vision 2030" der Vereinigung der türkischen Maschinenbauverbände MAKFED soll der Anteil des Maschinenbaus an der verarbeitenden Industrie von 6,2 % (2018) bis 2030 auf 15 % erhöht werden. Zusätzlich soll auch der Anteil der Maschinenbranche an den Gesamtexporten des Landes von 9,2 % auf 15 % zunehmen. Am weltweiten Maschinenhandel soll ein Anteil von 1,02 % - 1,4 % erreicht werden. Weiteres wird ein Ausbau des Anteils der Industrie am BIP von derzeit 15 % auf über 21 % angestrebt. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wird verstärkt auf Automatisierung bzw. Digitalisierung und auf das Zusammenspiel von Maschinen und Elektronik gesetzt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Obwohl die Maschinenbaubranche in der Türkei bereits auf eine lange Tradition zurückschauen kann und sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt hat, gibt es noch großes Potential für österreichische Unternehmen in der Türkei in diesem Wirtschaftssektor. Insbesondere bietet der noch in den Kinderschuhen steckende Umgestaltungsprozess hin zur Digitalisierung/Automatisierung für Hochtechnologieunternehmen attraktive Investitionschancen. Gefragt ist weiterhin das Know-How hochspezialisierter Unternehmen. Da der Großteil der Maschinenbauer in der Türkei KMUs sind, ist die Nachfrage nach mittelständischen Unternehmen in der Branche weiterhing groß, um internationale Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten zu können.

Sie suchen ausführlichere Informationen zum Anlagen- und Maschinenbau? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Istanbul!

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