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Zero-Covid bremst Chinas Wirtschaft aus

Mit einer baldigen Besserung ist nicht zu rechnen

Nachdem Chinas Wirtschaft im ersten Quartal 2022 noch mit +4,8% dynamisch ins neue Jahr gestartet ist, so ist die Wirtschaftsleistung des Landes in den Folgemonaten teils drastisch eingebrochen. Grund dafür ist Chinas Zero-Covid Politik, die seit dem Auftreten der Omikron Variante im März mit zunehmend drastischen Methoden nicht nur den Alltag, sondern auch die Wirtschaft großteils lahmgelegt hat. So wurden über mehrere Städte drakonische, mehrwöchige Lockdowns verhängt – u.a. auch über die Wirtschaftsmetropole Shanghai, wo erst kürzlich ein zweimonatiger harter Lockdown geendet hat und seitdem immer wieder neue lokale Infektionscluster auftreten. Auch in der Hauptstadt Peking wurde teils zu drastischen Eingriffen (Sperre von öffentlichen Verkehrsmitteln, mehrwöchige bis dato anhaltende Schulschließungen) in das Alltagsleben gegriffen, um lokale Ausbrüche in den Griff zu bekommen. In zahlreichen chinesischen Großstädten gehören reguläre Massentestungen mittlerweile zum Alltag.

Dabei hatte Chinas Regierung erst Anfang März im Rahmen der heurigen Volkskongresssitzung verkündet, künftig flexiblere, weniger rigorose Pandemiemaßnahmen verordnen zu wollen, nachdem im Vorjahr über manche Millionen-Städte aufgrund von teils weniger als 10 Infektionsfällen wochenlange Ausgangssperren verhängt wurden. Ebenso wurde anlässlich der Volkskongresssitzung für heuer ein Wirtschaftswachstumsziel von 5,5% ausgegeben. Die Erreichung dieses ursprünglich schon sehr ehrgeizigen Ziels ist nun in weite Ferne gerückt. Die meisten Analysten rechnen mit einem Wachstum von maximal 4% - abhängig davon wie rigoros China seine Zero-Covid Strategie im verbleibenden Jahr weiter umsetzen wird.

Wenig überraschend kam es vor allem im Konsumverhalten zu drastischen Einschnitten: im April und Mai verzeichneten Chinas Einzelhandelsumsätze einen Einbruch von -11,1% bzw. -6,7% und erholen sich seitdem nur langsam. In manchen Industriesparten ist der Schaden besonders hoch. Die Verkaufsumsätze von Privat PKWs gingen im April und Mai um -11% bzw. -47,6% im Vergleich zum Vorjahr drastisch zurück. Auch Investitionen im Immobiliensektor verzeichneten in diesem Zeitraum Einbußen von -2,7% bzw. -4%. Während zwar bei zahlreichen Dingen gespart wurde, gaben Chinas Konsumente jedoch in anderen Bereichen mehr Geld aus als noch im Vorjahr. So wuchsen die Onlinekäufe für Nahrungsmittel im April und Mai um 12,9% bzw. 16%, nachdem sich Millionen Haushalte für wochenlange Ausgangssperren mit ausreichend Verpflegung eindecken mussten. 

Zwar befinden sich mittlerweile nur noch wenige Städte in flächendeckenden Lockdowns. Mit einer baldigen Lockerung von Chinas Zero-Covid Strategie ist jedoch nicht zu rechnen, insbesondere in Anbetracht bevorstehender Infektionscluster aufgrund des Sommers und der chinesischen Nationalfeiertage Anfang Oktober – zwei Zeitpunkte, die von Chinesen traditionell verstärkt zum Reisen genutzt werden. Immerhin liegt für den Großteil der Bevölkerung die letzte Urlaubsreise bereits geraume Zeit zurück. Zusätzlich steht im Herbst der Parteitag der Kommunistischen Partei bevor, auf dem Präsident Xi Jinping entgegen Chinas politischem Usus eine dritte Amtszeit anstrebt. Obwohl Beobachter davon ausgehen, dass Xi diese dritte Amtszeit gewährt wird, ist es dennoch im Interesse der chinesischen Regierung bis dahin sämtliches soziales Konfliktpotenzial – wie z.B. eine Gesundheitskrise aufgrund einer zu lockeren Covid-Politik – auf ein Minimum zu reduzieren.

Daher ist auch bis auf Weiteres nicht mit einer Lockerung der rigorosen Einreisepolitik Chinas zu rechnen. Zwar gab es in den vergangen Monaten einige Erleichterungen bzgl. der Beantragung von Geschäfts- oder Arbeitsvisen. Dennoch müssen Reisende vor dem Abflug strenge Covid-Testvorgaben erfüllen und sich nach der Ankunft in China einer mehrwöchigen Quarantäne in zentralen Einrichtungen unterziehen. Hinzu kommt ein Engpass bei verfügbaren Flugtickets nach China, so dass Flüge (die nicht mit voller Sitzplatzauslastung nur einmal pro Woche fliegen dürfen) oft schon Monate im Vorhinein ausgebucht sind. Für österreichische Unternehmen bedeutet dies, dass Geschäftsreisen nach China bis auf Weiteres nur mit einem erhöhten Zeit- und Kostenaufwand möglich sind.

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Sollten Sie Unterstützung bei der Planung Ihrer Geschäftsreise nach China bzw. mehr Informationen zu den derzeit gültigen (und sich regelmäßig ändernden) Einreise- bzw. Quarantänebestimmungen benötigen, melden Sie sich unter peking@wko.at oder telefonisch unter +86 10 8527 5050 bei uns!