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Berufsakademie: Bildung auf Hochschulebene

WKÖ-Projekt Berufsakademie



Ausgangssituation: Attraktivierung der Berufsbildung

Es wurden zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die Berufsbildung attraktiver zu machen und somit die Entscheidung für die Ausbildungsschiene Berufsbildung bei Jugendlichen und Eltern zu erhöhen. 

Als besonders zielführend hat sich dabei herausgestellt, dass es nach der Berufsbildung auf (Post-)Sekundarstufe auch einen klaren Weg in Richtung hochschulische Ausbildung geben muss. Da die Berufsbildung zur Vermeidung eines großen Fachkräftemangels notwendig ist, kann man sie - neben verschiedenen Maßnahmen der Qualitätssicherung, der Teilnahme an internationalen Wettbewerben, der zahlreichen Marketing und PR-Aktivitäten - auch dadurch wesentlich attraktiver machen, in dem es eine klare Lösung für eine hochschulische Weiterbildung gibt.


Status Quo: Beruflich Qualifizierte als Studierende an Fachhochschulen

Ex lege besteht im Fachhochschul-Studiengesetz die Möglichkeit, dass Fachhochschulen Absolventen des dualen Systems, die keine Studienberechtigung haben, aufnehmen. Dies entspricht auch einem der Grundsätze des Fachhochschul-Studiengesetzes. Fachhochschulen kommen diesem Ziel de facto in unzureichendem Ausmaß nach, nur ein geringer Prozentsatz der Studierenden an Fachhochschulen kommen aus der beruflichen Qualifikation haben keine Studienberechtigung. 

Dies resultiert vor allem daraus, dass Fachhochschulen durch Zugangsbeschränkungen selektieren können, wen sie zum Studium zulassen.


Ziel: Durchlässigkeit für beruflich Qualifizierte

Es soll auch de facto ermöglicht und unterstützt werden, dass Personen, die aus dem dualen System kommen und keine Studienberechtigung haben, nach erfolgreich abgeschlossener Berufsbildung und mehrjähriger facheinschlägiger Berufspraxis einen hochschulischen Abschluss erlangen könnten. Dieser sollte ein Bologna-Degree sein: Der erste Abschluss „Bachelor" und darauf aufbauend „Master". Der Abschluss des Master-Studiums soll zu einem weiterführenden Doktorats- beziehungsweise PhD-Studium berechtigen.

Die Berufsakademie


Die Berufsakademielehrgänge finden als Weiterbildungslehrgänge 1 in Kooperation zwischen der Wirtschaftskammer Österreich, dem WIFI und der FHWien der WKW statt. 

Sie bieten praxisorientierte Aus- und Weiterbildung auf Hochschulebene, die speziell für Lehrabsolventen mit mehrjähriger Berufserfahrung entwickelt wurde. Die FHWien der WKW sichert die akademische Qualität, die WKÖ führt den ständigen Dialog mit den Unternehmen und das WIFI ermöglicht, dass die Berufsakademielehrgänge flächendeckend in ganz Österreich angeboten werden. 

Die ersten Berufsakademie-Lehrgänge „Marketing & Verkauf" und „Handelsmanagement" haben im Herbst 2014 gestartet. Von den Unternehmen und den Studierenden wurde der Berufsakademie-Lehrgang Handelsmanagement besonders stark nachgefragt, da die Branche Handel den größten Bedarf für Top-qualifizierte Fachkräfte zu verzeichnen hat. 

Mit Wintersemester 2015/16 wurde das Studienangebot um drei Lehrgänge erweitert: 

  • MSc Bilanzbuchhalter/-in
  • MSc Integrales Gebäude- und Energiemanagement
  • MSc Unternehmertum für gewerblich/technische KMUs


Derzeit studieren knapp 500 Personen an der Berufsakademie, die erste Sponsionsfeier mit rund 200 Absolventen wird im Herbst 2016 stattfinden. Die Lehrgänge werden flächendeckend in ganz Österreich angeboten. 

Für den technischen Bereich sind ebenfalls Berufsakademie-Lehrgänge geplant, es finden intensive Kooperationsgespräche mit technischen Hochschulen statt. 


Das Potenzial an Studierenden

Die GfK Austria hat im Auftrag der WKÖ im Juni 2012 400 Österreicher im Alter von 17 bis 40 Jahren befragt, von denen ein Großteil entweder in einer Lehrausbildung waren oder diese abgeschlossen beziehungsweise einen Abschluss als Meister oder Werkmeister haben. 

  • Nachdem den Befragten das WKO Projekt „Berufsakademie" vorgestellt wurde, gaben 71 Prozent von jenen mit abschließender Meinung an, dass sie an diesem Weiterbildungsangebot interessiert sind.
  • Für 69 Prozent ist im Zusammenhang mit der Berufsakademie besonders wichtig, dass die Dauer der Ausbildung planbar ist.
  • Für 52 Prozent ist die Anrechenbarkeit ihrer bisherigen beruflichen Ausbildung eine wichtige Voraussetzung für ein Studium an der Berufsakademie.


Weiters wurden durch Ecoquest Market Research & Consulting im Juli 2012 200 Unternehmensverantwortliche mit insgesamt rund 106.257 Mitarbeitern aus Betrieben ab einer Beschäftigtenzahl von mindestens 50 Personen befragt. Jeweils 50 Unternehmen sind den Branchen Handel bzw. Industrie zugehörig.

  • Die Befragten erachten die Berufsakademie als relevant für 12.442 Mitarbeiter, also für 12 Prozent ihrer Mitarbeiter.
  • Eine hohe Wichtigkeit wird auch der Sicherung der Unternehmensnachfolge zugeschrieben: 50 Prozent der Befragten schreiben diesem Aspekt eine beträchtliche Wichtigkeit zu.


Das ibw - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft hat im Juli 2012 anhand von Daten des WIFI Bildungspfade zu folgenden Ausbildungszielen analysiert: Meisterprüfung, Werkmeisterschule, WIFI-Fachakademie und Berufsreifeprüfung.

Das Potential der Studierenden an einer Berufsakademie kann im Vollausbau auf 5.000 bis 6.000 Personen jährlich geschätzt werden.


Evaluierung des Lehrgangsstarts

Das ibw – Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft hat 2015 eine Studierendenbefragung durchgeführt, um den Start der Lehrgänge zu evaluieren.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • 2/3 der Studierenden sind Männer – Studierende sind im mittleren Alter (35-40-Jährige) – viele sind schon lange im aktuellen Betrieb beschäftigt (im Schnitt 10 Jahre) – üblicherweise liegen Wohn-/Arbeitsort und Studienort sehr nahe beisammen (30 Minuten Anfahrtszeit) 
  • Fast ALLE planen den 4-semestrigen Master zu machen 
  • Hohe Zufriedenheit mit bisherigem Kurs (Inhalt, Ablauf … )
  • Fast die Hälfte hat Matura/BRP ⇒ Berufsakademie ist offenbar attraktiv als fachliche Vertiefung (praktisch alle werden in der Branche bleiben)und Höherqualifizierung (viele wollen akademischen Abschluss)
  • Studienangebot ist wirklich vereinbar mit Berufstätigkeit und knüpft bei beruflichem Vorwissen/-kenntnissen an 
  • Insbesondere Praxisnähe (in Kombination mit hochschulischer Einbindung) ist offenbar USP der Berufsakademie 



Forderung der WKÖ: Weiterbildungslehrgänge neu gestalten

Herausforderungen

Es ist zu hinterfragen, welches Qualifikationsniveau mit Abschluss des Weiterbildungs- und Universitätslehrgangs erreicht wird und wie er im NQR eingestuft werden soll. 

Die gesetzliche Grundlage für die Lehrgänge wurde vor der Etablierung des Bologna-Systems eingeführt. Es ist ungeklärt, ob die Abschüsse der Weiterbildungs- und Universitätslehrgänge Bologna-konform sind. Weiters ist offen, ob sie anschlussfähig sind, also ob darauf aufbauend ein Doktorats- oder PhD-Studium begonnen werden kann. 

Dies führt derzeit zu Intransparenz und Unklarheit, vor allem bei den unmittelbar betroffenen Studierenden und Arbeitgebern. 

Weiters auch im Zusammenhang mit der Qualitätssicherung, da ungeklärt ist, welche Qualifikationsanforderungen an die Masterabschlüsse der Weiterbildungs- und Universitätslehrgänge gestellt werden. Die unterschiedliche Handhabung der Qualitätssicherung bringt vor allem für Privatuniversitäten einen Wettbewerbsnachteil.

Ziel

Weiterbildungs- und Universitätslehrgänge, die zu international gebräuchlichen Masterabschlüssen führen, müssen den internationalen Vergleich mit ordentlichen Masterstudiengängen gemäß Bologna bestehen können.

Lösungsansatz

Um die Vergleichbarkeit zu erreichen, sollten Weiterbildungs- und Universitätslehrgänge genauso wie ordentliche Studiengänge mit einem Bachelorgrad und einem darauf aufbauenden Mastergrad abschließen. Diese „Weiterbildungsschiene" soll hinsichtlich des Ablaufs (Bachelor-Master) der „ordentlichen Studiengangsschiene" angepasst werden. Bezüglich der Inhalte sollen sich die beiden Schienen voneinander unterscheiden: Dies einerseits bei den Zugangsvoraussetzungen, das die Weiterbildungsschiene für nicht-traditionelle Personen mit beruflicher Qualifikation offen stehen soll. Andererseits bei der inhaltlichen Ausrichtung der Lehrinhalte, die sich an der Weiterbildung orientieren sollen. 

Die „Weiterbildungsschiene" soll Bologna-konform sein und dazu berechtigen, ein Doktorats- oder PhD-Studium zu beginnen, soweit die aufnehmende Institution dies zulässt.

Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise

§9 FHStG, §56 UG und §3 Abs. 4 PUG sollen dahingehend novelliert werden, dass ein Bologna-konformer Bachelorabschluss und ein darauf aufbauender Masterabschluss vergeben werden. Der Charakter der Weiterbildung soll hinsichtlich der Zugangsvoraussetzungen, der Inhalte und der Qualitätssicherung berücksichtigt werden.


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