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Lehrvertrag

Abschluss - Anmeldung - Inhalt - Berufsschulpflicht - Weiterverwendungszeit

Lehrlinge sind Personen, die aufgrund eines Lehrvertrages zur Erlernung eines Lehrberufes bei einem Lehrberechtigten fachlich ausgebildet und im Rahmen dieser Ausbildung verwendet werden.

Das Lehrverhältnis wird durch den Eintritt des Lehrlings in die fachliche Ausbildung und Verwendung begründet und durch den Lehrvertrag geregelt. Ein Lehrvertrag kann nur zur Ausbildung in einem in der Lehrberufsliste angeführten Lehrberuf abgeschlossen werden. Die Lehrberufsliste ist in einer Verordnung enthalten. Für jeden Lehrberuf gibt es ein eigenes Berufsbild.

Mehr Infos: Lehrvertrag - Was muss ich tun, wenn ich den richtigen Lehrling gefunden habe?

Abschluss des Lehrvertrages

Der Lehrvertrag ist schriftlich abzuschließen. Der Abschluss des Lehrvertrages mit einem minderjährigen Lehrling bedarf der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters des Lehrlings. Die Minderjährigkeit endet mit der Vollendung des 18. Lebensjahres.


Tipp!

Bestehen bezüglich der Vertretungsbefugnis Zweifel, sollte eine Anfrage an die zuständige Lehrlingsstelle gerichtet werden. In jedem Bundesland ist bei der Wirtschaftskammer eine Lehrlingsstelle eingerichtet. Die Zuständigkeit der Lehrlingsstelle richtet sich nach dem Sitz des Ausbildungsbetriebes.

Anmeldung des Lehrvertrages

Binnen drei Wochen nach dem Beginn des Lehrverhältnisses hat der Lehrbetrieb den Lehrvertrag bei der zuständigen Lehrlingsstelle zur Eintragung (Protokollierung) anzumelden und den Lehrling davon zu informieren. Der Anmeldung sind 4 Ausfertigungen des Lehrvertrages anzuschließen.


Tipp!

Verwenden Sie die Lehrvertragsformulare der Lehrlingsstellen, da diese den Vorgaben des Berufsausbildungsgesetzes entsprechen!

Vorsicht!

Die Lehrlingsstelle kann bei Verletzung gesetzlicher Bestimmungen die Protokollierung des Lehrvertrages ablehnen. Mit Rechtskraft dieser Entscheidung wird das Lehrverhältnis automatisch beendet.

Bei bloßen Formmängeln des angemeldeten Lehrvertrages (z.B. fehlende Unterschriften) hat die Lehrlingsstelle zur Behebung des Mangels aufzufordern.

Bei Verletzung der Anmeldeverpflichtung durch den Lehrberechtigten können Verwaltungsstrafen verhängt werden. Für solche Fälle ist vorgesehen, dass der Lehrling bzw. für minderjährige Lehrlinge der gesetzliche Vertreter die Anmeldung bei der Lehrlingsstelle  selbst vornehmen können.

Nach der Protokollierung des Lehrvertrages bleibt eine Ausfertigung bei der Lehrlingsstelle, eine wird an den Lehrberechtigten retourniert, eine erhält der Lehrling oder sein gesetzlicher Vertreter und eine weitere erhält die Arbeiterkammer.

Inhalt des Lehrvertrages

Der Mindestinhalt des Lehrvertrages ist im Berufsausbildungsgesetz vorgegeben. Da der Lehrvertrag ein befristeter Vertrag ist, muss insbesondere der Beginn und das Ende des Lehrverhältnisses festgelegt sein. Es können aber zusätzliche Regelungen in den Lehrvertrag aufgenommen werden (z.B. für die Weiterverwendungszeit, siehe dazu unten!).

Berufsschule

Der Lehrling ist vom Lehrberechtigten binnen zwei Wochen ab Beginn des Lehrverhältnisses in der Berufsschule anzumelden. Bei vorzeitiger Beendigung des Lehrverhältnisses ist eine Abmeldung vorzunehmen. Der Lehrberechtigte muss dem Lehrling die zum Schulbesuch erforderliche Zeit frei geben und ihn zum Schulbesuch anhalten. Die Schulzeit gilt als Arbeitszeit.

Arbeitsrechtliche Ansprüche

Der Lehrling hat Anspruch auf Lehrlingsentschädigung in der Höhe, die dem Lehrjahr laut Kollektivvertrag entspricht.

Der Lehrling hat 5 Wochen Urlaub im Jahr. Die Fortzahlung des Krankenentgelts ist im Berufsausbildungsgesetz abweichend von Arbeitern und Angestellten geregelt (siehe dazu unsere Info "Krankenentgelt bei Lehrlingen“!). Für Lehrlinge bis zum 18. Lebensjahr sind die Bestimmungen des Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes einzuhalten (siehe dazu unsere Info "Beschäftigung von Jugendlichen“!).

Weiterverwendungszeit

Der Lehrberechtigte ist verpflichtet, nach Abschluss der Lehre den Lehrling 3 Monate im Betrieb im erlernten Beruf weiterzubeschäftigen (Behaltezeit).

Hat der Lehrling nicht mehr als die Hälfte der Lehrzeit in dem Betrieb absolviert, reduziert sich die Behaltezeit auf 1,5 Monate. Für die Weiterverwendungszeit kann ein befristetes Arbeitsverhältnis abgeschlossen werden.

Vorsicht!

Einzelne Kollektivverträge sehen eine Verlängerung der Weiterverwendungszeit vor!


 

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