th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Studierenden-Sozialerhebung 2016

Ergebnisse der Studierenden-Sozialerhebung des Institut für Höhere Studien

Vizekanzler und Wissenschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner hat die Ergebnisse der Studierenden-Sozialerhebung präsentiert, welche vom Institut für Höhere Studien durchgeführt worden ist.

Mehr als 47.000 Studierende haben sich an der Befragung beteiligt.

Hier sind die für die Wirtschaft relevantesten Ergebnisse aufgelistet:

1. Studierenden-Anzahl und Studienrichtung:

  • Im Sommersemester 2015 studierten etwas mehr als 300.000 ordentliche Studierende (ohne Doktorats-und Incoming-Mobilitätsstudierende) an österreichischen Hochschulen, davon
    • 236.000 an öffentlichen Universitäten (78%),
    • 42.300 an Fachhochschulen (14%),
    • 15.200 an Pädagogischen Hochschulen (5%) und
    • 7.200 an Privatuniversitäten (2%).
  • In den letzten zehn Jahren erhöhte sich diese Zahl um mehr als 100.000 Studierende. Sie ist an Fachhochschulen und Privatuniversitäten in den letzten Jahren besonders schnell angewachsen.
  • Die am häufigsten begonnenen Studiengruppen, sind Geistes- und Kulturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Rechtswissenschaften und Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an öffentlichen Universitäten sowie Technik und Wirtschaftswissenschaften an Fachhochschulen. Während die Inskriptionszahlen im letzten Jahrzehnt in Lehramts-, ingenieurwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Studien an öffentlichen Universitäten stark gestiegen sind, sind sie in sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studien unter anderem aufgrund seit 2013/14 geltender Zugangsregelungen gesunken.


2. Weg zum Studium und Motivation:

  • Der typische Weg zum Studium in Österreich führt nach wie vor über die Matura (90%) an einer höheren Schule (AHS, BHS). Fast 10% kamen über den zweiten Bildungsweg an die Hochschule (Berufsreifeprüfung)
  • Das wichtigste Motiv bei der Entscheidung für das Studium ist das Interesse am Fach (95%). Zwei Drittel nennen die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten ein relevantes Motiv. Weitere Überlegungen sind gute Einkommensmöglichkeiten, Nachfrage/Bedarf am Arbeitsmarkt, höheres Ansehen und bessere Möglichkeiten im Beruf.


3. Arbeit, Praktika, Finanzierung und Vereinbarkeit:

  • Die durchschnittlichen Gesamteinnahmen eines Studierenden in Österreich betragen derzeit ca. € 1.130 monatlich. Damit liegt das Einkommen über dem Durchschnitt aller 29 Eurostudent-Länder (€ 885). Trotzdem waren im Sommersemester 2015 rund 26% aller Studierenden stark von finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Angehörige aus „niedrigen Schichten“ sind davon doppelt so häufig wie Angehörige „hoher Schichten“ (29% vs. 16%) betroffen. Weiters sind auch Studierende mit nicht deutscher Erstsprache (48%) und Alleinerziehende (47%) betroffen.
  • 61% der Studierenden waren im Sommersemester 2015 erwerbstätig (Ø 19,9h pro Woche). Das Erwerbsausmaß ist unter erwerbstätigen Studierenden aus niedriger Schicht mit 23,6 Stunden am höchsten.
  • 54% der erwerbstätigen Studierenden haben Schwierigkeiten, Studium und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren. Je höher die Erwerbstätigkeit ist, desto eher haben Studierende Schwierigkeiten damit.
  • In einer typischen Semesterwoche beträgt die Zeit für Studium und Erwerbstätigkeit 42,2 Stunden. Davon investieren Studierende im Schnitt 30,3 Wochenstunden in den Besuch von Lehrveranstaltungen (12,1 h/Woche) und sonstige Studienaktivitäten (18,2 h/Woche) sowie 11,9 Stunden in Erwerbstätigkeit.
  • 65% der erwerbstätigen Studierenden sehen sich in erster Linie als Studierende, die nebenbei jobben, 35% als Erwerbstätige, die nebenbei studieren. Diese sind im Schnitt 34 Wochenstunden erwerbstätig, sie sind älter, häufiger verzögert an die Hochschule gekommen und waren daher auch häufig bereits vor Studienbeginn erwerbstätig. Zudem stammen sie hauptsächlich aus niedriger Schicht.
  • Einer Vollzeitbeschäftigung gehen 18% der erwerbstätigen Studierenden nach, das entspricht 11% aller Studierenden. Studentische Erwerbstätigkeit hängt stark mit dem Alter der Studierenden zusammen: Jüngere Studierende sind häufiger in Gelegenheitsjobs tätig, weshalb auch das Erwerbsausmaß im Vergleich zu älteren geringer ist.
  • Die beiden Hauptgründe für finanziell notwendige Erwerbstätigkeit sind „finanzielle Unabhängigkeit“, welche für Studierende bis 29 Jahre dominierend ist, und „Verlust des Anspruchs auf staatliche Transferleistungen“, welcher ab 23 Jahren stark zunimmt und ab 29 Jahren zum häufigsten genannten Grund wird.
  • Im Sommersemester 2015 berichten 44% aller Studierenden, dass sie im Laufe ihres bisherigen Studiums in Österreich bereits mindestens ein Praktikum absolviert haben. 25% haben Praktikumserfahrung im Rahmen eines im Studienplan vorgesehenen verpflichtenden Praktikums gesammelt, 28% haben ein freiwilliges Praktikum absolviert. (Jede/r zehnte sogar beides). Im Schnitt dauerte das zuletzt absolvierte Praktikum rund drei Monate. 12% aller Studierenden haben Praktikumserfahrung im Ausland gesammelt.
  • So zeigt sich, dass Studierende in Österreich zu einem vergleichsweise geringen Teil von ihrer Familie finanziert werden (33%), während die Einnahmen aus eigener Erwerbstätigkeit relativ bedeutend sind (45%). Dies liegt auch daran, dass der Anteil von älteren Studierenden in Österreich sehr hoch ist. Bezüglich des Anteils von öffentlichen Mitteln am Budget befindet sich Österreich mit 14% in der betrachteten Gruppe von Ländern im Mittelfeld.


4. Unterstützungen und Stipendien:

  • Die wichtigste Unterstützung stellt die Studienbeihilfe dar, 2015 wurden rund 190 Millionen Euro für 40.368 Studierende (56% Frauen, 44% Männer) aufgewendet.
  • Die Studienabschlussquote ist bei Beziehern von Studienbeihilfe oder eines Selbsterhalterstipendiums doppelt so hoch und auch die Abbruchquote der Geförderten ist deutlich geringer als bei anderen Studierenden.
  • Der Anteil der Selbsterhalterstipendien beträgt 31,5%. Auch das Leistungsstipendium wird in Anspruch genommen.
  • Es gibt Schwerpunkte für finanzielle Unterstützung für Studierende aus kinderreichen Familien, Studierende mit Sorgepflichten und Auslandsförderung.
  • Auch ältere Studierende (über 27 Jahre) werden besser abgesichert, da diese Gruppe mit speziellen Erschwernissen konfrontiert ist, weil sie sämtliche Begünstigungen verlieren (Mitversicherung mit den Eltern, Waisenpension, sonstige freiwillige Sozialleistungen). Unter anderem: Festlegung eines monatlichen Zuschlags für die betreffenden Studierenden, höheren Studienbeihilfe aufgrund der Entfernung für "auswärtige Studierende" und Kostenzuschüsse für Kinderbetreuung.


5. Soziale Durchmischung:

  • Neben den finanziellen Aspekten zeigt die vorliegende Sozialerhebung vor allem eine im europäischen Vergleich relativ gute soziale Durchmischung. In allen Bereichen stellen Frauen die Mehrheit aller Studierenden (54%), außer bei berufsbegleitenden FH-Studiengängen (44%). Es kommen etwa gleich viele Studierende aus der „niedrigen Schicht“ (17%) wie aus der „hohen Schicht“ (18%), 64% stammen aus der „mittleren Schicht“. Rund 5,5% aller Studierenden (ca. 8.700 Personen) haben Migrationshintergrund (1. und 2. Generation). Von BildungsinländerInnen, die nicht in Österreich geboren wurden (1.Gen.) sind 23% aus Deutschland, 14% Bosnien und Herzegowina und 13% kommen aus Ländern außerhalb der EU. Am häufigsten haben BildungsinländerInnen der zweiten Generation bosnischen (1/5), türkischen Migrationshintergrund (1/6) oder einen außereuropäischen Migrationshintergrund (1/6).
  • Von allen BildungsinländerInnen sind 30% „AkademikerInnen-Kinder“, d.h. dass 70% so genannte „first generation students“ sind, also Studierende aus deren Familie zuvor noch niemand studiert hat.
  • Kinder von AkademikerInnen sind also die kleinste Gruppe unter den StudienanfängerInnenn. Im Vergleich zur Bevölkerung sind sie allerdings (vor allem an Universitäten) überrepräsentiert.
Bitte wählen Sie oben ein Bundesland aus, um Kontakte und Serviceangebote des Bundeslandes zu erhalten.