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Coronavirus: Infos zur Berufsschule und Kurzarbeit für Lehrlinge sowie zu Prüfungsterminen

Lehrlingsausbildung, Berufsschulunterricht, Kurzarbeit für Lehrlinge und Pflichtpraktika

In Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium finden derzeit Lehrabschlussprüfungen sowie Prüfungen der Meisterprüfungsstellen statt. Bei allen diesen Prüfungen wird auf die besondere Situation im Zusammenhang mit der Corona-Krise Rücksicht genommen.

Beachten Sie daher bitte:

Es gelten besondere Hygienemaßnahmen und Auflagen, wie die Einhaltung eines Mindestabstandes von einem Meter zwischen Personen, das Tragen von Mund- und Nasenschutz und die Möglichkeit zur Desinfektion.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Prüfungsstelle.


Übersicht


Informationen zur Lehrlingsausbildung

Darf ich einen Lehrvertrag auf Grund des behördlich auferlegten oder faktischen Betriebsstillstandes beenden/auflösen?

Nein das ist kein zulässiger Beendigungsgrund nach dem Berufsausbildungsgesetz (BAG) für eine Auflösung durch den Lehrbetrieb. Eine Auflösung ist möglich in der Probezeit, durch den Lehrling oder einvernehmlich. Bei Kurzarbeit ist auch die einvernehmliche Lösung nicht möglich.

Verlängert sich die Lehrzeit auf Grund des behördlich auferlegten oder faktischen Betriebsstillstandes?

Nein, die Lehrzeit verlängert sich nicht. Das Berufsausbildungsgesetz sieht vor, dass bis zu vier Monate pro Lehrjahr ohne Verlängerung der Lehrzeit versäumt werden können. Dies gilt, wenn das Versäumnis den Lehrling ohne Pflichtverletzung betrifft, also z.B. bei Krankheit. Im Fall des Betriebsstillstandes liegt das Versäumnis nicht beim Lehrling, dann könnten es auch mehr als vier Monate sein.

Hat der Lehrling auch im Betrieb zu erscheinen und was darf er tun?

Lehrlinge haben wie alle anderen Mitarbeiter ihren Dienstverpflichtungen nachzukommen. Dabei sind alle Vorschriften betreffend Sicherheit und Gesundheit einzuhalten. Darüber hinaus sollte im Sinne der Fürsorgepflicht im Rahmen des Ausbildungsverhältnisses auch die empfohlenen Verhaltensweisen wie Vermeidung von Gruppenbildung, Einhaltung eines Mindestabstandes etc. eingehalten werden. Auch bei Einsatz des Lehrlings in versorgungskritischen Branchen müssen die Tätigkeiten, zu welchen der Lehrling herangezogen wird, im Zusammenhang mit dem Berufsbild im Lehrberuf stehen. 


Informationen zum Berufsschulschulunterricht

Für eine Berufsschulklasse/eine Berufsschule bzw. einen Berufsschulstandort wurde ortsungebundener Unterricht angeordnet. Müssen Lehrlinge dann in den Betrieb?

Nein, sie lernen zu Hause.

Grundsätzlich ist für das Schuljahr 2020/21 Präsenzunterricht an Berufsschulstandorten vorgesehen. Sollte jedoch aufgrund der Corona-Ampelphase „Orange“ oder „Rot“ ortsungebundener Unterricht angeordnet werden, findet der Unterricht nicht am Schulstandort, sondern – wie teilweise auch im vergangenen Schuljahr – in Form eines eigenverantwortlichen Lern- und Arbeitsprozesses der Berufsschüler/innen von zu Hause aus statt, der durch die Lehrkräfte unter Nutzung unterschiedlicher Medien begleitet wird. Es handelt sich dabei nicht um eine unterrichtsfreie Zeit.

Die Berufsschülerinnen und -schüler bearbeiten Arbeitsaufträge der Berufsschule, erarbeiten neue bzw festigen und vertiefen bereits erworbene Lerninhalte, wobei sie grundsätzlich der Schule und dem Betrieb fernbleiben. Mit diesen Zeiten wird die Berufsschulpflicht erfüllt. Es erfolgt für die durch den ortsungebundenen Unterricht abgedeckte Berufsschulzeit keine neuerliche Einberufung der Lehrlinge.

» BMBWF-Info zu Berufsschulen


Kurzarbeit für Lehrlinge

Kann ich Corona-Kurzarbeit auch für Lehrlinge beantragen?

Ja. Das Covid-19-Kurzarbeitmodell ist auch für Lehrlinge anwendbar. Wenn ein Lehrling im Betrieb keine oder keine geeignete Tätigkeit ausüben kann, gibt es für den Betrieb die Möglichkeit für den Arbeitszeitausfall Kurzarbeitsbeihilfe zu beantragen.

Unternehmen werden in der Regel die Kosten für die Ausfallsstunden sowie die erhöhten DN- und DG-SV-Beiträge und die anteiligen Sonderzahlungen abgegolten. Lehrlingen wird eine Nettoersatzrate von 100% zugesichert. D.h., dass das Lehrlingsentgelt (Lehrlingsentschädigung) ungekürzt weiterläuft. Es gelten die Regeln des Covid-19-Kurzarbeitmodells. Zwischen 1. Oktober 2020 und 31. März 2021 sind das die Regelen der Corona-Kurzarbeit III. Die Bandbreite der Kurzarbeit beträgt zwischen 30% und 80%. Mindestens 50 % der Ausfallszeit müssen für ausbildungs- bzw. berufsrelevante Maßnahmen genutzt werden.

» Weitere Infos zur Corona- Kurzarbeit

Was ist bei der Corona-Kurzbarbeit für Lehrlinge zu beachten? 

Die Sozialpartner-Vereinbarung (Betriebsvereinbarung oder Einzelvereinbarung) muss auch die Lehrlinge des Betriebs umfassen. Ist dies in der bestehenden Sozialpartner-Vereinbarung nicht der Fall (weil auf Grund der Rechtslage bisher nicht möglich), ist diese entsprechend zu ergänzen. Die Sozialpartner-Vereinbarung ist dem Antrag beizufügen oder ehestmöglich nachzureichen. Wo ein Betriebsrat besteht, ist die Sozialpartner-Vereinbarung auch von diesem zu unterfertigen. Wo es keinen gibt, wird sie von der zuständigen Fachgewerkschaft mitunterfertigt. Ist Ihnen die Fachgewerkschaft nicht bekannt, wenden Sie sich an ihre Fachgruppe oder ihren Fachverband in ihrer Wirtschaftskammer. 

Verlängert sich auf Grund der Kurzarbeit die Lehrzeit?

Nein. Eine Verlängerung der Lehrzeit aufgrund der Kurzarbeit ist nicht erlaubt. 

Können Berufsschultage in einen Abbau von Urlaubsansprüchen eingerechnet werden?

Nein. Beim Verbrauch des Urlaubs zählen Berufsschultage nicht. Auch dann nicht, wenn der Berufsschulunterricht, wie aktuell, zu Hause stattfindet. 

In welcher Höhe ist das Lehrlingseinkommen bei Kurzarbeit zu bezahlen?

In voller Höhe. Die Kurzarbeitsbeihilfe deckt das ab. 

Weitere Informationen zur Corona-Kurzarbeit 


Informationen über Pflichtpraktika auf Grund der COVID-19 Krise

So wie dies auch in Fällen zu handhaben ist, in denen keine Praktikumsplatz verfügbar und keine Kürzung der Praktikumsdauer möglich ist, kommt auch bei Corona-bedingten Ausfällen § 11 Abs. 10 des Schulunterrichtsgesetzes zur Anwendung und die Verpflichtung zur Absolvierung des Praktikums entfällt: „Macht ein Schüler glaubhaft, daß er ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum oder Praktikum nicht zurücklegen kann, weil keine derartige Praxismöglichkeit bestand, oder weist er nach, daß er an der Zurücklegung aus unvorhersehbaren oder unabwendbaren Gründen verhindert war, so entfällt für ihn die Verpflichtung zur Zurücklegung des Pflichtpraktikums bzw. Praktikums." 

Wegen des Corona-Virus und seiner Folgen kann es notwendig sein, Pflichtpraktika gegebenenfalls in gekürzter Form zu absolvieren. Dahingehend sollte seitens der Schüler Kontakt mit dem Betrieb aufgenommen werden. Sollte der Arbeitgeber (bereits) vom Vertrag zurückgetreten sein, sollte versucht werden, einen neuen Praktikumsplatz zu finden.

Die Pflichtpraktika als eine sinnvolle Ergänzung zum fachpraktischen und fachtheoretischen Unterricht an berufsbildenden Schulen können wie folgt absolviert werden: 

  • Facheinschlägiges Praktikum in der gesamten gemäß Lehrplan vorgesehenen Dauer
  • Facheinschlägiges Praktikum verkürzt (mindestens die Hälfte der gemäß Lehrplan vorgesehenen Dauer soll absolviert werden),
  • „Breitere Facheinschlägigkeit“ des Praktikums.

Sollten keine Praktikumsplätze verfügbar sein oder unvorhersehbare bzw. unabwendbare Gründe der Absolvierung eines Pflichtpraktikums entgegenstehen und eine Zurücklegung während der schulfreien Zeit während des folgenden Schuljahres nicht möglich sein, so hat die Schulleitung den Schüler/die Schülerin von der Verpflichtung der Zurücklegung des Pflichtpraktikums zu befreien.

Als Gründe für die Befreiung sind insbesondere anzuführen:

  •  in der Person gelegene Gründe (z.B. Risikogruppe, Schwangerschaft, Krankheit, psychische Gründe),
  • Bestimmungen in einschlägigen COVID-19 Maßnahmengesetzen des BMSGPK,
  • Pflege- oder Betreuungsbedarf von im gleichen Haushalt lebenden Personen,
  • Gänzlich fehlende Facheinschlägkeit beim Praktikumsplatz

Aufgrund der durch die Schulleitung erfolgten Befreiung gibt es keine negativen Auswirkungen betreffend Aufstieg in die nächsthöhere Schulstufe, Zulassungen zu abschließenden Prüfungen sowie hinsichtlich allfälliger Karriereverläufe nach Beendigung der Schullaufbahn. Gleiches gilt für eine verkürzte Praktikumsdauer (mindestens die Hälfte der gemäß Lehrplan vorgesehenen Dauer).

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