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Die rechtlichen Aspekte des Berufsschulbesuchs

Wichtige Fragen und Antworten zur Berufsschulzeit

Ist Berufsschulzeit mit Arbeitszeit gleichgestellt?

Generell ja.

Der Lehrberechtigte muss dem Lehrling zur Erfüllung der Berufsschulpflicht die erforderliche Zeit freigeben. Beginn und Ende der Berufsschulpflicht richten sich nach der im Lehrvertrag vereinbarten Lehrzeit. Für die Unterrichtszeit ist die Lehrlingsentschädigung weiterzuzahlen. Die Unterrichtszeit in der Berufsschule, zu deren Besuch der Jugendliche gesetzlich verpflichtet ist, ist auf die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit anzurechnen. Als Unterrichtszeit gelten:

  • Unterrichtsstunden,

  • Pausen mit Ausnahme der Mittagspause

  • Freigegenstände und unverbindliche Übungen bis maximal zwei Unterrichtsstunden pro Woche

  • Förderunterricht, Förderkurse und Schulveranstaltungen (z. B. Exkursionen).

Ist betriebliche Beschäftigung während der Schulzeit möglich?

Hat der Unterricht an einem Berufsschultag mindestens acht Stunden betragen (das sind in der Regel neun Unterrichtsstunden), so ist danach eine Beschäftigung des Lehrlings im Betrieb nicht mehr zulässig.

Beträgt die Unterrichtszeit jedoch weniger als acht Stunden, so hat der Lehrling nach der Schule zu arbeiten, wenn es ihm auf Grund des Verhältnisses der Wegzeit zur Arbeitszeit zumutbar ist und die gesetzlich zulässige (tägliche und wöchentliche) Arbeitszeit dadurch nicht überschritten wird.

Besucht ein Jugendlicher eine lehrgangsmäßig geführte Berufsschule, darf er während des tatsächlichen Besuches des Lehrganges nicht im Betrieb beschäftigt werden. Beträgt die Unterrichtszeit im Lehrgang mehr als 40 Stunden pro Woche, so hat der Lehrling dem Betrieb gegenüber grundsätzlich keinen Anspruch auf Freizeitausgleich.

Was passiert, wenn Unterrichtszeit entfällt?

Wenn an einer Jahresberufsschule eine oder mehrere Unterrichtsstunden entfallen, so muss der Lehrling nur dann im Betrieb arbeiten, wenn es ihm wegen des Verhältnisses Wegzeit zur verbleibenden Arbeitszeit zumutbar ist, den Betrieb aufzusuchen. Das heißt, wenn die Anreisezeit gleich lang oder länger ist als die noch zu verbringende Arbeitszeit im Betrieb, dann kann die Rückkehr in den Betrieb nicht verlangt werden.

Entfällt bei Lehrgangsberufsschulen der Unterricht an bis zu zwei aufeinander folgenden Werktagen, so hängt die Arbeitsverpflichtung ebenfalls davon ab, ob es dem Lehrling in Bezug auf die Wegzeit zumutbar ist, den Betrieb aufzusuchen. Das wird etwa dann kaum der Fall sein, wenn nur ein Unterrichtstag entfällt und der Lehrling die Berufsschulpflicht in einem Lehrgang außerhalb seines Bundeslandes erfüllt. Bei drei oder mehreren aufeinander folgenden unterrichtsfreien Tagen besteht Arbeitspflicht.

Daraus ergibt sich, dass selbstverständlich Schulferien nicht arbeitsfrei sind.

Wer muss für allfällige Internatskosten aufkommen?

Ist der Lehrling in einem Internat untergebracht, so wird die Lehrlingsentschädigung zur Abdeckung der Internatskosten herangezogen. Übersteigen die Kosten die Höhe der Lehrlingsentschädigung, so muss der Lehrberechtigte dem Lehrling die Differenz ersetzen.

Achtung:
Einige Kollektivverträge sehen eine für Lehrlinge günstigere Regelung vor. So bestimmt etwa der Kollektivvertrag für das Eisen und Metall verarbeitende Gewerbe, dass dem Lehrling 60 Prozent der Lehrlingsentschädigung während seines Internatsaufenthaltes verbleiben müssen.

Eine Verpflichtung des Lehrlings zum Internatsaufenthalt besteht grundsätzlich nur dann, wenn er sonst seiner Berufsschulpflicht nicht nachkommen kann.

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