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Chance Wissenstransfer

Eine Anleitung für mehr Klarheit und Effizienz

Zur Lösung der technischen und marktseitigen Aufgaben benötigen die damit betrauten Mitarbeiter vielfältiges Wissen. Im Falle einer Innovation bewirkt der Neuheitsgrad des Vorhabens, dass notwendiges Wissen nur zum Teil in der Organisation vorhanden ist, genauer gesagt, dass das der Organisation bekannte Wissen nicht ausreicht, um die notwendigen Aktivitäten abarbeiten zu können. Daher muss die jeweilige Person mit geeigneten Maßnahmen das notwendige Wissen aufbauen oder beschaffen.

Ein Ansatz zur Schließung der Wissenslücke ist die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten, zum Beispiel mit Experten von Forschungseinrichtungen. Dabei geht man vom Grundgedanken aus, Wissen, welches außerhalb des eigenen Unternehmens vorhandenen ist, in selbiges zu transferieren. In Österreich sind rund 65.000 Personen im Bereich Forschung und Entwicklung tätig, wobei sich die Verteilung zwischen Unternehmen und Hochschulsektor in etwa die Waage hält (Quelle: Statistik Austria, F&E-Datenbank). Zusätzlich zu den wissenschaftlich Tätigen stellen die in Ausbildung befindlichen eine wertvolle Wissensressource dar. So gab es 2012/13 rund 324.000 Studierende an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen, sowie 36.000 Absolventen an diesen Ausbildungsstätten (Quelle: BMBF, Zahlenspiegel 2013). Alleine an den drei Technischen Universitäten (Graz, Leoben und Wien) gibt es 43.000 Studierende und 4.500 Abschlüsse (Quelle: TU Austria, Infobroschüre 2014).

Dieses Denk- und Wissenspotenzial sollten Unternehmen bei ihren Innovationsvorhaben nützen. Dazu muss zunächst eine grobe Projektskizze erstellt, fachlich geeignete Forschungseinrichtungen recherchiert und mit einer entsprechenden Vorlaufzeit (drei bis sechs Monaten) der Kontakt mit der gewünschten Organisation aufgenommen werden. Dabei behilflich sind Servicestellen der Wirtschaftskammern, die die Mitglieder mit ihrem Wissen und Kontakten unterstützen.

Damit solche Kooperations- und Transferaktivitäten zum gewünschten Erfolg führen, ist bei der Vorbereitung und Umsetzung einiges zu beachten. Das nachfolgend beschriebene Gedankenspiel soll das verdeutlichen.


Die Aufgabenstellung: Schreiben Sie die Zahl DREI mit einem Bleistift auf ein A4 Papier.

Überlegen Sie nun einige Zeit unter welchen Bedingungen die Aufgabenstellung erwartungsgemäß gelöst wird und schreiben Sie diese Gedanken in die nachfolgenden Zeilen.

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Vergleichen Sie die Antworten mit den nachfolgenden Punkten. 
  • Ich weiß, was ich vom anderen will (Klarheit über die Aufgabenstellung) 

    Hinweis:
    Ich möchte, dass der andere eine Drei malt.
  • Der andere kann die Aufgabenstellung interpretieren und verfügt über die Fähigkeit und Fertigkeit um diese zu lösen (Lösungswissen)

    Hinweis:
    Die Information „Zahl DREI“ kann verschieden interpretiert werden. Viele werden die Ziffer 3 aufmalen, ein Geschichteinteressierter wird vielleicht eine römische III zu Papier bringen und ein Pädagoge möglicherweise „befriedigend“ hinschreiben.
  • Ich kann die dargestellte Information richtig interpretieren, bewerten und weiterverarbeiten (Kompetenz zur Ergebnisverarbeitung)


Was kann man aus diesem Gedankenspiel für die Zusammenarbeit mit anderen Personen und damit für einen erfolgreichen Wissenstransfer lernen?

  • Die Zusammenarbeit bei „nicht Routineaufgaben“ braucht hohen persönlichen Einsatz, da es für Missverständnisse viele Möglichkeiten gibt und diese zunächst erkannt und danach ein gemeinsames Verständnis erarbeitet werden muss.
  • Streng genommen kann Wissen nicht transferiert werden, sondern es werden Informationen ausgetauscht, die das jeweilige Individuum mit seinen persönlichen Fähigkeiten zu Wissen umwandelt (siehe Gedankenspiel, Interpretation der Zahl DREI). Damit steht der Informationsgeber vor der Herausforderung, seine Informationen so weiter zu geben, dass der Informationsempfänger dieser möglichst richtig interpretiert. Dazu bedarf es einer intensiven Kommunikation zwischen den beiden und somit eines entsprechend persönlichen Einsatzes. Daraus erklärt sich unter anderem, weswegen die Abgabe eines Berichts selten zum erwarteten Wissenszuwachs führt.
  • Der Wissenssuchende sollte sich möglichst früh darüber im Klaren werden, wie ein Ergebnis sein sollte, damit er und seine Organisation darauf aufbauen können. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass zum Beispiel ein funktionierender Prototyp vom Kooperationspartner entwickelt wurde, jedoch der Wissenssuchende zu wenig Zeit oder auch Geld hat, um daraus eine verkaufsfähige oder im Unternehmen nutzbare Lösung zu formen.


Wenn auch die Chancen zum Scheitern groß sind, gilt gleichwohl auch, dass es ohne Scheitern kaum Chancen für Großes gibt.

In Österreich können Personen aus dem unternehmerischen Umfeld auf ein breites Service-Angebot durch die Länder und Wirtschaftskammer zurückgreifen. Die dort beheimateten Experten befassen sich tagtäglich mit der Begleitung und Optimierung von Wissenstransfer. Viele Fehlerquellen können dadurch vermieden werden. Die eigentliche Aufgabe kann im Vergleich zu einer selbstständigen Herangehensweise oft rascher erledigt werden.


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