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Location Based Services

Die Technologie bringt neue Geschäftsmodelle hervor

Location Based Services nennt man Dienste im Internet und auf Smartphones, die auf der GPS-Ortungsfunktion der Endgeräte basieren. Durch das Erkennen des Standortes eines Users eröffnen sich viele Möglichkeiten und neue Geschäftsmodelle.

 

Die Technik

Ein im Netz eingewähltes modernes Mobiltelefon oder Tablet kann über mehrere Wege lokalisiert werden. Der gängigste und präziseste Ortungsvorgang läuft über den Global Positioning Service (GPS)-Sensor. Dadurch ist das Endgerät über Satellitenortung mit einer Genauigkeit von unter einem Meter aufzufinden. Der GPS-Empfänger sendet laufend seine Standortdaten in standardisierter Form an einen Server, auf den weiterführende Apps dann zugreifen dürfen.

Ältere Modelle, die über keine GPS-Funktion verfügen können über die Funkzellen des Mobilfunknetzes geortet werden. Jeder Mobilfunkmast trägt solche Funkzellen, die alle mit einer eindeutigen Nummer erfasst sind. Die Reichweite einer Zelle ist im dicht verbauten Gebiet meist 300-500 Meter, auf dem freien Land mehrere Kilometer.

 

Die Geschäftsmodelle

Interessante Anwendung findet man in erster Linie immer dort, wo Fahrzeuge oder Güter über einen längeren Zeitraum unterwegs sind. Also zum Beispiel:

  • Fahrzeugnavigation
  • Routenplanung (z.B. Warenanlieferung in großen Häfen)
  • Einsatzplanung mit Standortbestimmung von Außendienst-Mitarbeitern
  • Verfolgung von Lieferungen (Tracking von Postpaketen)
 

Viele dieser Anwendung lassen sich auf mehreren Ebenen ansteuern. Die App auf dem Mobiltelefon dient beispielsweise als Navigationsgerät im Fahrzeug. Die Desktop-Anwendung in der Firmenzentrale ermöglicht eine lückenlose Verfolgung eines Firmen-LKWs. Auch das automatisierte Führen eines Fahrtenbuchs ist dadurch möglich. Einige Versicherungen bieten Ihren Kunden bereits Rabatte an, wenn diese ihre Fahrten lückenlos tracken lassen. Dadurch bekommt die Versicherung ein genaues Risikoprofil des Autofahrers und kann ihre Produkte dementsprechend anpassen.

 

Location Based Services können aber auch in Notfällen eine entscheidende Rolle spielen.

  • Notruflokalisierung
  • Standortbestimmung einer hilfsbedürftigen Person durch Rettungskräfte
  • Standortbestimmung von Kindern oder Demenzkranken, z.B. Verlassen eines Zielkorridors
  • Automatische Abschaltung eines Fahrzeugs bei Übertreten einer vorher definierten Landesgrenze als Diebstahlschutz.
 

Im Freizeitbereich gibt es ebenfalls eine Menge Anwendungsgebiete. Für Urlaubsreisende gibt es Apps als Reiseführer. Besonders erwähnenswert ist hier die Verknüpfung mit Augmented Reality, wie es zum Beispiel Wikitude ermöglicht. Hier erhält der User über die Kamera seines Smartphones positionsbezogene Informationen eingeblendet. Hält er die Kamera beispielsweise auf eine belebte Straße, können so „live“ bestimmte Services wie Taxistandplätze, Bankomaten, Museen, Tankstellen, Restaurants, beliebte Sehenswürdigkeiten, Shopping Tipps und mehr eingeblendet werden.

 

In weiterer Folge kommt dem Bereich „location based advertising“ in Zukunft mit Sicherheit größere Bedeutung zu. Das Einblenden von ortsbezogener Werbung ist viel weniger eine technische denn eine juristische Herausforderung.

 

Die soziale Komponente

Viele soziale Netzwerke haben die Stärke von Location Based Services längst erkannt. So ist es für Facebook- oder Twitter-Nutzer heute selbstverständlich, ihren Standort zu „posten“ um ihre Freunde darauf aufmerksam zu machen, wo man sich gerade befindet. Vorreiter war in dieser Hinsicht 4Square, eine Anwendung, die ausschließlich das Teilen von Standortinformationen unter Freunden zum Ziel hat. Bei 4Square nennt sich dieser Vorgang „einchecken“. Ein User checkt beispielsweise bei einem Lokalbesuch bei 4Square ein, um seinem Freundes-Netzwerk zu zeigen, dass er Gesellschaft vertragen könnte. Als Anreiz bieten manche Lokale sogar gratis Getränke für Check-Ins an, da diese ja wiederum mehr Freunde aus dem Netzwerk ins Lokal locken sollen.

Weitere Anwendung mit sozialem Hintergrund sind ortsbezogene Spiele, online Schnitzeljagden oder das sehr beliebte Geocaching, bei dem gut versteckte kleine Container gefunden werden müssen und dafür Punkte gesammelt werden können.

 

Datenschutzbedenken

Standortbezogene Daten in falschen Händen können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Die organisierte Kriminalität erstellt längst automatisierte Bewegungsprofile potenzieller Opfer. Dadurch lässt sich leicht herauslesen, wann Wohnhäuser leer stehen oder wann Autos unbewacht sind.

Darüber hinaus stellen Bewegungsdaten einen massiven Eingriff in die Privatsphäre jedes Menschen dar.

Um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen und Missbrauch zu verhindern, sind die Mobilfunkanbieter verpflichtet, den Teilnehmer nach seiner Einwilligung für eine beabsichtigte Lokalisierung zu fragen. Ausgenommen davon sind Situationen, in denen gegenwärtige Gefahr für das Leben oder die Gesundheit eines Menschen besteht. Rechtsgrundlage ist das Telekommunikationsgesetz (§§ 93, 96, 102) und das Sicherheitspolizeigesetz (§ 53 Abs 3a).

 
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