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Persönliche Schutzausrüstung

Richtlinien zur CE-Kennzeichnung

Richtlinie 89/686/EWG des Rates vom 21.12.1989 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für persönliche Schutzausrüstungen (ABl. Nr. L 399 vom 30.12.1989) 

zuletzt geändert durch Verordnung 2012/1025/EU (ABl. Nr. L 316 vom 14.11.2012)


Gilt für

persönliche Schutzausrüstungen (PSA). Als PSA gilt jede Vorrichtung oder jedes Mittel, das dazu bestimmt ist, von einer Person getragen oder gehalten zu werden, und das diese gegen ein oder mehrere Risiken schützen soll, die ihre Gesundheit sowie ihre Sicherheit gefährden können.


Gilt u.a. nicht für

jene PSA, die unter eine andere Richtlinie fallen, die dieselben Ziele des Inverkehrbringens, des freien Verkehrs und der Sicherheit wie die vorliegende Richtlinie verfolgt

jene PSA-Arten, die in der Richtlinie in Anhang I aufgelistet sind:

  • PSA für Streit- und Ordnungskräfte
  • zur Selbstverteidigung
  • für private Verwendung entwickelte und hergestellte PSA gegen Witterungseinflüsse (Kopfbedeckungen, witterungsgerechte Kleidung, Schuhe und Stiefel, Regenschirme usw.),  Feuchtigkeit und Wasser (Spülhandschuhe usw.) sowie Hitze (Handschuhe usw.)
  • PSA für Schutz und Rettung von Schiffs- und Flugzeugpassagieren

Gilt vom 1.7.1995 bis 20.4.2018 (Aufhebung durch Verordnung (EU) 2016/425)

Übergang zur neuen PSA-Verordnung

Die neue Verordnung (EU) 2016/425 ist seit 20. April 2016 in Kraft. Sie löst die bisherige EU-Richtlinie ab und ist somit grundsätzlich ohne weitere nationale Umsetzung in den EU-Mitgliedstaaten wirksam.

Allerdings wird die PSA-Richtlinie erst am 21. April 2018 aufgehoben. Bis auf die bereits jetzt geltenden neuen Regelungen zu den notifizierten Stellen ist die neue Verordnung somit erst ab 2018 anzuwenden. Persönliche Schutzausrüstungen, die die PSA-Richtlinie erfüllen, dürfen aber auch dann noch ein Jahr lang in Verkehr gebracht werden. Nicht ausgelaufene Baumusterprüfbescheinigungen gelten noch bis 21. April 2023.

Die neue Verordnung dient - so wie bei zahlreichen anderen CE-Kennzeichnungsvorschriften auch - neben einigen PSA-spezifischen Regelungen der Anpassung an den sog. neuen Rechtsrahmen für die Vermarktung von Produkten

  • Die Pflichten aller beteiligten Wirtschaftsakteure (Hersteller, Bevollmächtigte, Importeure, Händler) werden explizit beschrieben und verschärfte Auflagen hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit eingeführt. Letzteres betrifft:
    • Angabe von Namen und Anschrift des Herstellers sowie einer Typen-, Chargen- oder Seriennummer
    • gegebenenfalls: Angabe von Namen und Anschrift des Importeurs
    • Jeder Wirtschaftsakteur muss den Behörden den Wirtschaftsakteur benennen können, von dem er das Produkt bezogen oder an den er es abgegeben hat.
  • Neu ist auch, dass in Zukunft die EU-Konformitätserklärung dem Produkt beizulegen oder in der vom Hersteller beigefügten Anleitung eine Internet-Adresse anzugeben ist, unter der die EU-Konformitätserklärung abgerufen werden kann.
  • Die Risikokategorien wurden in den Anhang I der Verordnung verlagert und die Liste der Risiken erweitert, was bei bestimmten PSA zu einer Neueinstufung in Kategorie III führt.
  • Änderungen gibt es auch im Zusammenhang mit der EU-Baumusterprüfung.

EU-Dokumente: Richtlinientext und Leitfäden

Richtlinientext (konsolidierte Fassung) | Leitfaden

Umsetzung in Österreich

Normen zur Richtlinie

Die Richtlinie definiert die grundlegenden Anforderungen. Die technische Konkretisierung erfolgt in den harmonisierten Normen. Diese werden von den europäischen Normungsorganisationen (CEN, CENELEC) erarbeitet, im Amtsblatt der EU veröffentlicht und in nationale Normen umgesetzt.

Wenn der Hersteller die für das Produkt anwendbaren harmonisierten Normen erfüllt, besteht die Konformitätsvermutung. Dies bedeutet, dass davon ausgegangen werden kann, dass das Produkt diese Anforderungen erfüllt.

Allerdings liegen nicht für alle Produkte harmonisierte Normen vor. In diesen Fällen können speziell veröffentlichte nationale und internationale Normen verwendet werden. Die Anwendung von Normen ist zwar zu empfehlen, aber grundsätzlich freiwillig.

» Liste der harmonisierten Normen

Gemeldete Stellen

» Gemeldete Stellen (zugelassene Prüfstellen) in Österreich

Kundmachung im Bundesgesetzblatt

» Weitere europäische gemeldete Stellen

Vorgangsweise bei der CE-Kennzeichnung (Ablaufdiagramm)

Grafik zur Vorgangsweise bei der CE-Kennzeichnung (Ablaufdiagramm)
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