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Unternehmerin des Monats November 2013 - Hildegard Weiss aus Himmelberg

Frau in der Wirtschaft Kärnten stellt die Unternehmerin des Monats und die Firma Weiss Holztransporte GmbH vor.

Weiss Hildegard


Im Herbst und Winter herrscht Hochsaison bei Weiss Holztransporte aus Himmelberg: In ganz Kärnten sind 13 Lkws im schwierigen Gelände unterwegs, verladen direkt im Wald die Holzstämme mit dem Kran und bringen sie ins Sägewerk oder zum Bahnhof. Selbst Langholztransporte bis zu 20 Meter Länge sind kein Problem. Pro Tag werden rund 1000 Festmeter Holz bewegt, manchmal auch mehr. Kein Wunder, dass die drei Telefone im Büro in regelmäßigen Abständen klingeln. Trotzdem bleibt Hildegard Weiss ruhig. Gemeinsam mit ihrem Partner Christian Friess hat sie mit 22 Jahren das Holztransportunternehmen von ihrem Vater übernommen. „Es war vorbestimmt“, sagt die heute 34jährige Unternehmerin dazu. Sie hat bereits als Kind im Familienbetrieb mitgearbeitet und für ihren Vater war schon immer klar: Hildegard wird den Betrieb übernehmen.

 

„Mein Vater galt als Pionier beim Rundholztransport und hat mit einfachsten Mitteln zu arbeiten begonnen. Er war 40 Jahre älter und gewissermaßen ein Patriarch. Ich habe es nicht übers Herz gebracht zu rebellieren, er hat immer auf mich gebaut“, verrät Weiss. Auch wenn es manchmal schwierig und erdrückend war, entschloss sie sich nach der Matura in den Betrieb einzusteigen. Ein paar Jahre später ging der Vater in Pension, unterstützte aber mit Rat und Tat weiter das Familienunternehmen. „Er sagte immer, er höre nicht auf, bis er aus dem Lkw stirbt und so kam es auch. Leider viel zu früh, mit 68 Jahren“, erzählt Weiss. Sie hat viel von ihm gelernt und auf seine Ratschläge Wert gelegt. So versucht sie den Betrieb weiterhin breit aufzustellen, um nicht nur von einem Kunden abhängig zu sein. „Wir beliefern die großen Sägewerke und Industrien, aber arbeiten auch für Kleinbauern, die im Jahr vielleicht nur einen oder zwei Züge bestellen. Beide sind für uns gleich wichtig“, sagt Weiss. Ihre Familie ist seit 54 Jahren im Holztransport tätig und verfügt über viele Stammkunden.

"Qualität und Serviceleistungen gehören für uns dazu, das danken uns die Kunden mit Vertrauen."

Selbstständig ohne Sicherheitsnetz

Die größte Herausforderung war für Weiss der verfrühte Tod des Vaters. Von dem Moment an fiel ihr Sicherheitsnetz weg. „Das Umfeld hat sehr darauf geachtet, wie wir den Betrieb weiterführen. Wir lernten mit jeder Herausforderung und gehen gestärkt aus ihr hervor. Man wächst ins Geschäft rein“, sagt Weiss. Mittlerweile hat sie es gemeinsam mit ihren Partner geschafft: Ihre Lkws sind rund 260 Tage im Jahr ausgelastet. Regelmäßig wird in den Fuhrpark investiert, alle acht Jahre wird ein Lkw ausgetauscht. Entscheidungen treffen die beiden gemeinsam, jeder hat seinen eigenen Aufgabenbereich. Christian Friess ist wie die 12 Fahrer meist den ganzen Tag unterwegs. 

"Ich bin der Meinung, dass die steuerliche Absetzung der Kinderbetreuung, auch wenn sie durch ein Familienmitglied erfolgt, mehr Anerkennung finden muss. Man darf nicht dafür bestraft werden, Kinder zu haben und gleichzeitig zu arbeiten."

Hildegard Weiss managt mit Mitarbeiterin Kerstin das Büro, das sich im Erdgeschoss des Wohnhauses befindet. Damit ist sie für ihre beiden Kinder Fabian und Sebastian immer in der Nähe. Das hat Vor- und Nachteile – und so kann es schon einmal passieren, dass die Kids verkleidet als Geister den Kundentermin auflockern. Weiss nimmt es gelassen. Aber in Zukunft würde sie doch gerne Privates und Berufliches, zumindest räumlich, besser trennen. Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sagt die Unternehmerin: „Ein Tag hat 24 Stunden, und wenn das nicht reicht, nehmen wir die Nacht dazu. Nein, im Ernst. Unsere größte Stütze ist meine Mutter. Flexibler kann man Kinderbetreuung nicht gestalten. Ich bin der Meinung, dass die steuerliche Absetzung der Kinderbetreuung, auch wenn sie durch ein Familienmitglied erfolgt, mehr Anerkennung finden muss. Man darf nicht dafür bestraft werden, Kinder zu haben und gleichzeitig zu arbeiten.“

"Die kleinen Betriebe sind der Motor der Wirtschaft, aber uns werden viele Steine in den Weg gelegt."

Helden der Wälder in einer schwierigen Branche

Grundsätzlich ist Weiss mit ihrer Standortwahl in Himmelberg sehr zufrieden. „Da wir in einem waldreichen Gebiet stationiert sind, was wiederum kurze Transportwege zu unseren Kunden bedeutet.“ Doch die wirtschaftliche Situation für Holztransporteure ist nicht rosig. „Es herrscht ein harter Wettbewerb, es wird um jeden Cent gefeilscht und uns stehen noch schwierige Jahre bevor, in denen es sicher noch eine Marktbereinigung geben wird“, sagt Weiss. Der Holzpreis sei zwar gut, aber weil die Wirtschaftslage unsicher ist, lassen die Waldbesitzer ihre Bäume lieber stehen als das Geld am Konto zu haben. „Prognosen sind heutzutage kaum mehr zu treffen“, sagt Weiss. Sie fühlt sich sozial verantwortlich für ihre Mitarbeiter und will die Arbeitsplätze in der Region erhalten. „Die kleinen Betriebe sind der Motor der Wirtschaft, aber uns werden viele Steine in den Weg gelegt. Wir werden extrem streng kontrolliert, unsere Mitarbeiter auf der Straße wie Schwerverbrecher behandelt, wenn eine Minute bei der Fahrzeit überschritten ist. Dazu kommen die vielen Belastungen, die wir nicht mehr lange tragen können. Unsere Branche ist zum Beispiel von sämtlichen Förderungen ausgenommen“, kritisiert Weiss.

"Wer kompetent ist, wird ernst genommen und man muss den Willen haben, etwas zu bewegen."

Ein Thema ist auch der Fahrermangel. Es gibt kaum Nachwuchs. „Wir haben viele langjährige Mitarbeiter, die bereits Lkw gefahren sind, bevor sie zu uns kamen. Der Holztransport ist die Königsklasse, ein Fahrer muss sehr viel leisten“, sagt Weiss. Im Winter müssen oft ein paar Mal am Tag die Schneeketten angelegt werden – und die größte wiegt um die 70 Kilo. „Die Arbeit ist kein Honigschlecken und oft gefährlich. Unsere Mitarbeiter brauchen Mut und müssen eigenständig entscheiden, ob ein Weg befahrbar ist oder es besser ist umzukehren.“ Deshalb sind sie alle ihre Helden der Wälder. „Entweder man liebt es oder man hasst es.“ Jeder ihrer Fahrer ist eine eigene Persönlichkeit und innerhalb des Betriebes herrscht ein freundschaftliches Miteinander. Weiss genießt die Betriebsaudflüge mit ihren Jungs, abseits vom täglichen Chaos. „Wir fahren einmal im Jahr für ein oder zwei Tage gemeinsam irgendwohin“, erzählt Weiss. Dabei geht es actionreich zu, wie beim Truck-Grand-Prix in der Steiermark. „Und die gute Stimmung reißt auch uns Mädels mit“, lacht Weiss. Ihr macht die Arbeit Spaß und sie hat gelernt, sich in der männerdominierten Branche durchzusetzen. „Wer kompetent ist, wird ernst genommen und man muss den Willen haben, etwas zu bewegen. Wenn meine Jungs um fünf Uhr früh losfahren, dann bin ich auch um fünf Uhr früh im Büro. Außerdem sind Ehrlichkeit und Hausverstand wichtig“, verrät Weiss und ergänzt: „Das Alter spielt auch eine Rolle: Ich stehe heute mehr hinter meiner Meinung wie mit 22.“   

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Allgemeine Informationen zur "Unternehmerin des Monats"