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Unternehmerin des Monats Dezember 2014 Ulli Seebacher aus Ebenthal

Frau in der Wirtschaft stellt die Unternehmerin des Monats und die "Erbstücke" vor

Ulli Seebacher
Die Unternehmerin des Monats Ulli Seebacher mit einem ihrer "Erbstücke"


Die Selbstständigkeit war für Ulrike Seebacher aus Ebenthal ein Entwicklungsprozess. Unmittelbar nach der Meisterprüfung als Damenkleidermacherin entschloss sich Seebacher für eine Ausbildung in München zur Schnittdirektrice. „Schon während der Ausbildung, in Kärnten, war der Wunsch in der Bekleidungsindustrie zu arbeiten sehr hoch. Die Nähnadel wurde an den Nagel gehängt, und sollte erst im Jahr 2008 wieder in die Hand zurückkehren. Vor allem die Schnitttechnik hat mich fasziniert“, erzählt Seebacher. Nach der intensiven Ausbildung bekam sie gleich mehrere tolle Jobangebote, unter anderem von Escada. Aber sie entschied sich für eine Salzburger Trachtenfirma, deren Arbeitsweise sie prägte und wo sie erste Kollektionen mitentwickeln konnte. „Aber ich wollte damals wieder zurück nach Kärnten“, sagt Seebacher, „auch wegen der Liebe.“ Deshalb wurde aus dem fixen Job eine freischaffende Tätigkeit. „Zum Zeitpunkt meiner Ausbildung, aber auch sieben Jahre später war es in Kärnten nicht möglich einen vergleichbaren Job zu bekommen. Somit war der Schritt in die Selbstständigkeit eine unerwartete, aber nicht abwendbare Entscheidung.“ Der Schritt in die Selbstständigkeit ging fließend. Seebacher arbeitete für weitere Firmen in Österreich. Auch der Schritt von der Schnitttechnik zum Design war vorerst nicht geplant, es war wieder der Zufall der ihr diesen Arbeitsbereich eröffnete. Aus anfänglichen vier Kollektionsteilen, wurde in der darauffolgenden Saison die ganze Bluse und Herrenhemdenkollektion mit bis zu 100 verschiedenen Entwürfen. Diese Zusammenarbeit hat sich bis zum heurigen Jahr gefestigt.

Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht das Schwierige, aber dort zu bestehen ist nicht einfach.

Grenzüberschreitendes Denken

„Das Design mit seiner Vielfalt, Stoffkonzept und Kollektionsentwicklung wurde zu meinem Steckenpferd, das ich bis heute nicht loslassen möchte. Aber auch die jahrelange Erfahrung der Schnitttechnik und der Verarbeitung kam mir bei der Umsetzung der Entwürfe immer entgegen.“ Um aber auch einen anderen Blickwinkel, im Design zu erfahren, war es eine weitere Herausforderung für Seebacher das Kolleg für Objektdesign in der HTBLA Ferlach zu besuchen. 2006 wurde die Abschlussarbeit präsentiert und die Matura nachgeholt. Dies war ein wichtiger Schritt in die „neue“ Selbständigkeit, denn daraus hat sich 2008 der Aufgabenbereich, von der Tätigkeit als Designerin für verschiedene österreichische Trachtenfirmen, zur Entwickelung der eigenen Trachtenkollektion verlagert. „Kein anderes Bekleidungsstück hat eine solche Faszination bei mir ausgelöst, als das ‚Objekt‘ Dirndl und die damit verbundene, unglaubliche Vielfalt, die historisch zu finden ist und kein Zeitlimit hat.“ Der Stellenwert der eigenen Marke wurde immer größer, und ist seit Sommer 2014 nur mehr den „Erbstücken“ gewidmet. „Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht das Schwierige, aber dort zu bestehen ist nicht einfach. Ich denke es ist notwendig, Jungunternehmerinnen die besten betriebswirtschaftlichen Grundlagen zu geben, die fachlichen Kenntnisse zu fördern, auch grenzüberschreitend und diese hier anzuerkennen.“

Ulli Seebacher
FiW Landesvorsitzende und Vizepräsidentin Sylvia Gstättner gratuliert Ulli Seebacher zur Unternehmerin des Monats
Wir nehmen uns viel Zeit für den Kunden und der Kunde auch für uns.


Erfolgreich mit Handarbeit

Mittlerweile hat Seebacher eine Mitarbeiterin und ein Platzproblem. Das Atelier im eigenen Haus ist bereits zu klein geworden. Jährlich wird eine neue Kollektion erarbeitet und diese fließt wiederrum in die davor gehende ein. Es gibt keine Jahreszahl für die Kollektion. Experimente stehen an der Tagesordnung, manche werden verworfen, manche wandern weiter. So findet man, zum Beispiel, in der neuen Kollektion, ein Dirndl, das aus 12 einzelnen Kopftüchern gefertigt ist.  Dieses bekommt dadurch einen schönen einzigartigen Muster-Effekt. Allerdings geht das nur mit Handarbeit und die wird bei ihr groß geschrieben. Vieles wird per Hand genäht, ob Spitzenteile, Strasssteine oder aufwendige Froschgoscherl-Reihen. Seebacher erklärt: „Es ist Hobby und Arbeit, es ist Freizeit und vielleicht auch ein wenig Therapie, es ist Leidenschaft für die Tracht, traditionelle Spurensuche, die aber über den Tellerrand hinaus geht. Diese Spurensuche ist nimmer satte Faszination, die diesen Beruf auch prägt. So werden regelmäßig Ausstellungen, Museen, Bibliotheken, und Flohmärkte besucht. Hier liegt vielleicht die DNA zu meiner Arbeit. Eine Möglichkeit Altes aufzubrechen und, behutsam neu zu gestalten, neu in Szene zu setzen. Es ist die Möglichkeit seine Ideen zu verwirklichen, und es ist die schönste Herausforderung, Menschen dafür zu begeistern.“ Wichtig dabei ist ihr auch ihre Mitarbeiterin einzubeziehen, um die verschiedenen Arbeitsabläufe und deren Komplexität zu verstehen, genauso wie die Entwicklung von Kollektionen. „Vom Entwurf bis zum fertigen Erbstück, bei uns kommt alles aus einer Hand.“ Wo es geht, verwendet sie bei den Stoffen heimische Materialien oder bezieht die edlen Tücher aus Europa. Diese wertorientierte, ressourcenschonende Haltung spiegelt sich auch beim Umgang mit Kunden wider. Die Kundenbetreuung hat einen sehr hohen Stellenwert und deshalb sind Beratungsgespräche nur nach Terminvereinbarung möglich. „Wir nehmen uns viel Zeit für den Kunden und der Kunde auch für uns.“

Ich höre bei 100 Prozent noch nicht auf.

Die Zukunft schon in Arbeit

Der Unternehmergeist von Seebacher ist quasi uneingeschränkt. Visionen und Ziele sind unglaublich wichtig, das Salz in der Umsetzung. Sie hat viele Ideen, die noch auf ihre Verwirklichung warten. Eine davon ist, die Marke „Erbstücke“ weiter in der österreichischen Trachtenlandschaft zu etablieren und in einem großzügigen Atelier mit Showroom zu arbeiten. Diesem Ziel kommt sie Schritt für Schritt näher. Neben der bereits bestehenden Zusammenarbeiten mit exklusiven Trachtengeschäften in Wien und Salzburg Land, wird ab Dezember ein Teil ihrer „Erbstücke“ im Geschäft  „Albeck Moden“ der Kärntner Designerin Kriemhild Reiner präsentiert. „Da unsere Handschriften und Kollektionen sehr unterschiedlich sind, wird das bestimmt eine sehr spannende Mischung.“ Als „Gast-Designerin“ erobert Seebacher damit auch die Stadt Salzburg.

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Kontakt:
Trachtencouture Erbstücke
Ulrike Seebacher
Karl-Truppe-Straße 11
9065 Ebenthal
Telefon 0463/340040 oder 0664 15 25 912
ulliseebacher@aon.at

www.erbstücke-seebacher.at